Wann fällt man nicht ins Krankengeld?

0 Aufrufe
Man erhält keine finanziellen Einbußen und wechselt nicht in den Bezug von Krankengeld, solange der Arbeitgeber das Gehalt im Rahmen der gesetzlichen Entgeltfortzahlung im Krankheitsfall weiterzahlt. Das ist für eine Dauer von maximal sechs Wochen pro Erkrankung der Fall. Erst wenn diese Frist überschritten wird oder es sich um eine anrechenbare Fortsetzungserkrankung handelt, greift die finanzielle Absicherung durch die Krankenkasse.
Kommentar 0 Gefällt mir

Wann fällt man nicht ins Krankengeld?

Wer wissen möchte, unter welchen Voraussetzungen der Anspruch auf Lohnfortzahlung bestehen bleibt und kein wann fällt man nicht ins krankengeld eintritt, muss die Regelungen zur gesetzlichen Entgeltfortzahlung im Krankheitsfall beachten. Eine genaue Kenntnis dieser Fristen hilft dabei, finanzielle Lücken zu vermeiden und die eigene Absicherung durch den Arbeitgeber richtig einzuschätzen.

Wann fällt man nicht ins Krankengeld?

Man fällt nicht ins Krankengeld, solange der Arbeitgeber das Gehalt im Rahmen der gesetzlichen Entgeltfortzahlung im Krankheitsfall weiterzahlt. Das ist in der Regel für eine Dauer von maximal sechs Wochen pro Erkrankung der Fall.[1] Erst wenn diese Frist überschritten wird oder es sich um eine anrechenbare fortsetzungserkrankung entgeltfortzahlung voraussetzungen handelt, greift die finanzielle Absicherung durch die Krankenkasse.

Die gesetzlichen Regelungen basieren auf festen zeitlichen Rahmen. Wer innerhalb dieser Fristen strategisch oder aufgrund unterschiedlicher medizinischer Ursachen handelt, behält den Anspruch auf den vollen Lohn - das ist die Realität. Aber Vorsicht vor vermeintlichen Lücken im System. Wer nach 6 wochen krank 1 tag arbeiten krankengeld riskiert, verliert fast immer den Anspruch auf die Lohnfortzahlung.

Die 6-Wochen-Frist und das Missverständnis mit dem einen Arbeitstag

Ein weit verbreiteter Mythos besagt, dass ein einziger Tag am Arbeitsplatz die sechswöchige Frist zur Entgeltfortzahlung automatisch zurücksetzt. Das ist grundlegend falsch. Wenn Sie wegen derselben Erkrankung sechs Wochen arbeitsunfähig sind, am siebten Wochenstart für acht Stunden im Büro erscheinen und sich am Folgetag erneut mit derselben Diagnose krankmelden, zahlt der Arbeitgeber kein Gehalt mehr. Der Anspruch ist schlichtweg aufgebraucht.

In meiner beruflichen Praxis im Personalwesen habe ich diesen Fehler dutzende Male miterlebt. Beschäftigte schleppen sich voller Elan für einen Tag in den Betrieb, in der Hoffnung, die Frist zu knacken. Das Ergebnis? Frustration und ein riesiger bürokratischer Aufwand mit der Krankenkasse. Der Gesetzgeber schützt Arbeitgeber vor solchen Kettenkrankschreibungen durch klare gesetzliche Hürden im Entgeltfortzahlungsgesetz.

Wann beginnt das Krankengeld nach 6 Wochen wirklich?

Die Frist von sechs Wochen entspricht exakt 42 Kalendertagen.
Ab dem 43. Tag der Arbeitsunfähigkeit setzt die Zahlung des Krankgeldes ein.[3] Wichtig ist hierbei, dass die Tage lückenlos gezählt werden. Wochenenden und Feiertage unterbrechen diese Kette nicht, solange die medizinische Begründung durchgehend besteht.

Fortsetzungserkrankung entgeltfortzahlung voraussetzungen: Wann bleibt das Gehalt stabil?

Um nach einer überstandenen Arbeitsunfähigkeit wegen derselben Krankheit erneut einen vollen sechswöchigen Anspruch auf Lohnfortzahlung zu haben, müssen strenge gesetzliche Fristen erfüllt sein. Das Gesetz unterscheidet hierbei zwischen zwei wesentlichen Zeiträumen: der Sechs-Monats-Frist und der Zwölf-Monats-Frist. Wer diese Fristen kennt, kann finanzielle Einbußen exakt kalkulieren.

Sie haben einen neuen Anspruch auf Entgeltfortzahlung durch den Arbeitgeber, wenn: Sie vor der erneuten Arbeitsunfähigkeit wegen derselben Krankheit mindestens sechs Monate lang nicht wegen dieser spezifischen Krankheit krankgeschrieben waren. Seit dem Beginn der allerersten Krankmeldung wegen dieser Erkrankung ein voller Zeitraum von zwölf Monaten vergangen ist.

Erfüllen Sie eine dieser Voraussetzungen nicht, wertet die Krankenkasse den neuen Ausfall als fortsetzungserkrankung entgeltfortzahlung voraussetzungen. Das bedeutet: Die alten Ausfallzeiten werden mit den neuen Zeiten addiert. Sobald die Summe aller Einzelausfälle wegen dieser Diagnose die Marke von 42 Tagen erreicht, rutschen Sie unweigerlich in den Bezug von Krankengeld.

Unterbrechung der 6 wochen frist krankheit durch eine neue Diagnose

Ganz anders verhält sich die Situation, wenn eine völlig neue, unabhängige Erkrankung auftritt. Wenn Sie wegen eines grippalen Infekts drei Wochen fehlen, danach gesund zurückkehren und sich zwei Wochen später den Knöchel brechen, liegt keine Fortsetzungserkrankung vor. Für den Knochenbruch haben Sie sofort wieder Anspruch auf die vollen sechs Wochen Entgeltfortzahlung. Die Frist startet komplett bei null.

Aber hier liegt der Haken - und das ist der Punkt, an dem die meisten rechtlichen Streitigkeiten zwischen Angestellten, Betrieben und Kassen entstehen. Die Beweislast ist erdrückend. Der Arbeitgeber sieht auf der Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung keine Diagnosen, sondern nur Daten. Fällt ein Mitarbeiter auffällig oft aus, vermutet das Unternehmen schnell eine Fortsetzungserkrankung und stellt die Gehaltszahlung vorsorglich ein.

Was also tun? Sie müssen selbst aktiv werden. Um zu belegen, dass es sich um eine völlig neue Erkrankung handelt, hilft nur der Weg über die Krankenkasse oder den behandelnden Arzt. Ein sogenannter Erstbescheinigungs-Nachweis oder eine Bestätigung der Kasse über die Unabhängigkeit der Diagnosen räumt jeden Zweifel aus dem Weg.

Entgeltfortzahlung vs. Krankengeld im direkten Vergleich

Der Übergang vom normalen Arbeitslohn zum Krankengeld ist mit spürbaren finanziellen Veränderungen verbunden. Hier sehen Sie die wichtigsten Faktoren auf einen Blick.

Entgeltfortzahlung (Arbeitgeber) ⭐

- Unterliegt der regulären Einkommensteuer und Sozialabgabenpflicht

- Maximal 6 Wochen (42 Kalendertage) pro Krankheitsphase

- 100 Prozent des Bruttogehalts laufen normal weiter

- Wird direkt über die monatliche Lohnabrechnung des Betriebs ausgezahlt

Krankengeld (Krankenkasse)

- Ist steuerfrei, unterliegt aber dem Progressionsvorbehalt bei der Steuererklärung

- Bis zu 78 Wochen innerhalb einer Blockfrist von drei Jahren für dieselbe Krankheit

- In der Regel 70 Prozent des Bruttoentgelts, maximal jedoch 90 Prozent des Nettoentgelts

- Die gesetzliche Krankenkasse übernimmt die Auszahlung nach Antragstellung

Solange die Entgeltfortzahlung greift, spüren Sie keine finanziellen Einbußen auf Ihrem Konto. Beim Krankengeld hingegen müssen Sie mit einer Lücke von etwa 10 bis 30 Prozent Ihres gewohnten Nettoeinkommens rechnen, weshalb ein langer Verbleib in der Lohnfortzahlung finanziell immer vorteilhafter ist.

Fallbeispiel Thomas: Das Fristendilemma nach dem Burnout

Thomas, ein 42-jähriger Projektleiter aus München, fiel wegen einer schweren Erschöpfung für exakt fünf Wochen im Betrieb aus. Die Wochen im Bett waren mental brutal, und er spürte den enormen Druck, schnell wieder Leistung im Büro abzuliefern.

Sein erster Versuch der Rückkehr scheiterte katastrophal: Nach nur zwei Arbeitstagen erlitt er einen heftigen Rückfall und musste sich erneut mit derselben Diagnose krankschreiben lassen.

Thomas dachte fälschlicherweise, die zwei Arbeitstage hätten seinen Anspruch auf Gehalt komplett erneuert. Erst der Anruf der deprimierten Personalabteilung brachte die bittere Erkenntnis, dass seine verbleibende Lohnfortzahlung nach nur sieben weiteren Tagen endete.

Danach rutschte er direkt ins Krankengeld, was sein monatliches Budget für die folgenden drei Monate spürbar zusammenschmelzen ließ und ihm zeigte, dass eine unvollständige Genesung teuer werden kann.

Wichtige Hinweise

Einzeltage setzen die Frist niemals zurück

Wer nach sechs Wochen Krankheit nur einen Tag arbeiten geht und wegen derselben Ursache wieder ausfällt, erhält sofort Krankengeld statt Lohnfortzahlung.

Erfahren Sie mehr dazu und lesen Sie, ob Kann die Krankenkasse Krankengeld ablehnen?
Die Sechs-Monats-Regel schützt das Einkommen

Nur wenn zwischen zwei identischen Krankheitsphasen mindestens sechs Monate ohne erneute Krankschreibung wegen dieser Diagnose liegen, lebt der volle Arbeitgeberanspruch wieder auf.

Diagnosen sauber über die Krankenkasse trennen

Bei häufigen, aber völlig unterschiedlichen Erkrankungen sollte man sich frühzeitig eine Bestätigung der Krankenkasse holen, um Gehaltsstopps durch den Arbeitgeber zu verhindern.

Allgemeine Fragen

Wie lange muss man zwischen zwei Krankheiten arbeiten?

Es gibt keine gesetzliche Vorschrift, wie viele Tage Sie zwischen zwei unterschiedlichen Krankheiten arbeiten müssen. Handelt es sich jedoch um dieselbe chronische oder wiederkehrende Erkrankung, müssen Sie die sechsmonatige symptom- und beschwerdefreie Frist einhalten, um erneut Anspruch auf volle sechs Wochen Lohnfortzahlung zu haben.

Zählt ein Reha-Aufenthalt zur 6-Wochen-Frist dazu?

Das hängt von der Art der Reha ab. Wenn die Anschlussheilbehandlung wegen derselben Diagnose erfolgt, die auch die vorherige Arbeitsunfähigkeit ausgelöst hat, werden die Zeiten zusammengerechnet. Eine medizinische Vorsorgeleistung wegen anderer Beschwerden startet eine eigene Frist.

Was passiert, wenn während einer laufenden Krankheit eine neue dazukommt?

Tritt während einer bestehenden Krankschreibung eine neue Krankheit auf, verlängert dies die sechswöchige Entgeltfortzahlung des Arbeitgebers in der Regel nicht. Die Fristen laufen parallel, und der Anspruch endet spätestens sechs Wochen nach dem Beginn der ersten Arbeitsunfähigkeit.

Informationsquellen

  • [1] Aok - Es ist in der Regel für eine Dauer von maximal sechs Wochen pro Erkrankung der Fall.
  • [3] Meine-krankenkasse - Ab dem 43. Tag der Arbeitsunfähigkeit setzt die Zahlung des Krankgeldes ein.