Wo gibt es Süßwasser Meer?

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Ein echtes Süßwasser Meer existiert faktisch im nördlichen Bereich des Kaspischen Meeres durch den massiven Zufluss der Wolga bei einem Salzgehalt von 0,1%. Der durchschnittliche Salzgehalt im Kaspischen Meer liegt bei 1,2% und somit bei einem Drittel der Ozeanwerte. Zusätzlich führen über 250 Flüsse in der Ostsee jährlich gewaltige Mengen Süßwasser zu und senken die Salzkonzentration.
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Süßwasser Meer: 0,1% Salzgehalt im Kaspischen Meer

Die Entdeckung eines Süßwasser Meer Gebiets erfordert ein Verständnis für das komplexe Zusammenspiel von Flussmündungen und Verdunstungsraten in Küstenregionen. Ohne Kenntnis dieser geografischen Faktoren entstehen oft Fehlvorstellungen über die Nutzbarkeit und den ökologischen Wert von Brackwasserzonen. Die Auseinandersetzung mit diesen Besonderheiten schützt vor wissenschaftlichen Irrtümern. Informieren Sie sich über die faszinierenden Ausnahmen mariner Salzkonzentrationen.

Ein Meer ohne Salz - gibt es das wirklich?

Die kurze Antwort lautet: Ein echtes Weltmeer, das komplett als Süßwasser Meer bezeichnet werden kann, existiert auf unserer Erde heute nicht. Es gibt jedoch Gewässer, die den Namen Meer tragen, aber einen extrem niedrigen Salzgehalt aufweisen - die sogenannten Brackwassermeere. Das bekannteste Beispiel direkt vor unserer Haustür ist die Ostsee, die in ihren nördlichsten Ausläufern fast Trinkwasserqualität erreicht.

Vielleicht haben Sie sich schon einmal gefragt, warum das Wasser in manchen Urlaubsregionen kaum in den Augen brennt. Das liegt an der Mischung. Brackwasser einfach erklärt: Es entsteht dort, wo salziges Ozeanwasser auf riesige Mengen an Süßwasser aus Flüssen trifft. Die Ostsee ist mit einer Fläche von rund 412.500 Quadratkilometern das größte dieser Brackwassermeere weltweit. Aber es gibt einen Haken, auf den ich später noch genauer eingehen werde - denn ein niedriger Salzgehalt bedeutet nicht automatisch, dass man das Wasser bedenkenlos nutzen kann.

Die Ostsee: Der Rekordhalter unter den Brackwassermeeren

Um zu verstehen, warum die Ostsee so speziell ist, muss man sich das Verhältnis zum offenen Ozean ansehen. Während der Atlantik einen durchschnittlichen Salzgehalt von etwa 3,5% hat, liegt der Ostsee Salzgehalt im Gesamtdurchschnitt weit darunter. Dieser Wert ist jedoch nicht überall gleich. Er sinkt, je weiter man sich von der schmalen Verbindung zur Nordsee nach Nordosten bewegt.

Im nördlichsten Teil, dem Bottnischen Meerbusen zwischen Schweden und Finnland, sinkt der Salzgehalt auf extreme 0,1% bis 0,3% ab. Zum Vergleich: Ab einem Gehalt von unter 0,5% spricht man in der Wissenschaft bereits von Süßwasser. In diesen Regionen können sogar klassische Süßwasserfische wie Hechte oder Barsche direkt im Meer überleben. Das ist faszinierend. Ich erinnere mich, wie ich zum ersten Mal in Finnland einen Hecht im Meerwasser gesehen habe - das passte in meinem Kopf erst einmal gar nicht zusammen. [2]

Warum die Ostsee so aussüßt

Drei Faktoren spielen hier zusammen. Erstens fließen über 250 Flüsse in die Ostsee und bringen jährlich gewaltige Mengen an Süßwasser mit. Zweitens ist die Verdunstung in den kühleren nördlichen Breiten relativ gering. Drittens verhindert die schmale und flache Verbindung zur Nordsee bei Dänemark, dass ständig frisches, salzhaltiges Wasser nachfließen kann. Es dauert fast 30 Jahre, bis das Wasser in der Ostsee einmal komplett durch den Austausch mit der Nordsee erneuert wurde. [5]

Das Kaspische Meer: Ein Sonderfall zwischen See und Ozean

Ein weiteres Gewässer, das oft in diesem Zusammenhang genannt wird, ist das Kaspische Meer. Geographisch gesehen ist es eigentlich der größte See der Erde, da es keine natürliche Verbindung zu den Weltmeeren besitzt. Da es aber auf ozeanischer Erdkruste liegt und eine enorme Größe aufweist, wird es als Meer bezeichnet.

Der Kaspisches Meer Salzgehalt ist mit etwa 1,2% nur rund ein Drittel so hoch wie in den Ozeanen. [4] Besonders im Nordwesten, wo die Wolga mündet, ist das Wasser extrem salzarm. Dort liegt der Wert oft bei nur 0,1% bis 0,3%. Man könnte also sagen, der Norden des Kaspischen Meeres ist faktisch ein Süßwassermeer. Aber Vorsicht: Im Süden, wo keine großen Flüsse münden und die Verdunstung hoch ist, steigt der Salzgehalt deutlich an. Die Natur folgt hier keinem starren Muster.

Ein Blick zurück: Als die Ostsee noch ein See war

Die Geschichte unserer Meere ist ständig im Wandel. Wenn wir die Uhr etwa 9.000 Jahre zurückdrehen, finden wir tatsächlich ein echtes Süßwasser-Meer an der Stelle der heutigen Ostsee. Nach dem Ende der letzten Eiszeit schmolzen die Gletscher und füllten das Becken mit Schmeluwasser. Da der Meeresspiegel der Weltmeere noch niedriger war, gab es keine Verbindung zum Ozean.

Oft stellt sich die Frage: Ist die Ostsee ein Süßwassermeer? Dieses Stadium nennen Geologen den Ancylussee. Es war ein gigantisches Süßwasserbecken, in dem sich eine völlig andere Flora und Fauna entwickelte als heute. Erst als der weltweite Meeresspiegel weiter anstieg und das heutige Dänemark überflutete, drang Salzwasser ein und verwandelte den See langsam in das Brackwassermeer, das wir heute kennen. Veränderungen dieser Größenordnung brauchen Jahrtausende. Dennoch zeigt es uns, dass die Grenzen zwischen See und Meer fließend sind.

Süßwasser im Meer? Ein gefährlicher Trugschluss

Hier kommt die Auflösung für den Punkt, den ich eingangs erwähnt habe. Auch wenn das Wasser in Regionen wie dem Finnischen Meerbusen fast nach Süßwasser schmeckt, ist es kein Trinkwasser. Es ist oft durch organische Stoffe, Bakterien oder industrielle Rückstände belastet, die in einem geschlossenen System wie der Ostsee viel länger verbleiben als im offenen Ozean.

Zudem fehlen die notwendigen Mineralien in der richtigen Zusammensetzung. In Notfällen haben Menschen versucht, Brackwasser zu trinken, was jedoch oft zu schweren Magen-Darm-Problemen oder Dehydrierung führt, da der Körper trotzdem Energie aufwenden muss, um die verbleibenden Salze zu verarbeiten. Ehrlich gesagt: Lassen Sie es lieber. Auch wenn es süß wirkt, bleibt es ein maritimes Ökosystem mit eigenen biologischen Regeln.

Vergleich der Salzgehalte verschiedener Gewässer

Um ein Gefühl für die Unterschiede zu bekommen, hilft ein Blick auf die typischen Salzkonzentrationen weltweit. Hier sieht man deutlich, warum die nördliche Ostsee eine Sonderrolle einnimmt.

Offene Ozeane (z.B. Atlantik)

  • Echtes Salzwasser
  • Hohe Dichte, brennt stark in den Augen
  • Durchschnittlich 3,5% (35 Gramm pro Liter)

Mittlere Ostsee (z.B. Rügen)

  • Typisches Brackwasser
  • Deutlich weniger Auftrieb beim Schwimmen
  • Etwa 0,8% bis 1,0% (8-10 Gramm pro Liter)

Nördliche Ostsee (Bottnischer Meerbusen)

  • Fast Süßwasser
  • Kann im Winter komplett zufrieren
  • Nur 0,3% bis 0,5% (3-5 Gramm pro Liter)
Der enorme Unterschied zwischen dem Atlantik und der nördlichen Ostsee erklärt, warum sich dort eine völlig andere Tierwelt angesiedelt hat. Während man im Atlantik Haie findet, schwimmen in der nördlichen Ostsee Hechte.

Lukas und das Rätsel des gefrorenen Meeres

Lukas, ein begeisterter Segler aus Hamburg, plante im Februar eine Reise nach Lulea in Nordschweden. Er war überzeugt, dass das Meer dort niemals so fest zufrieren würde, dass man darauf spazieren kann.

Erste Enttäuschung: Als er ankam, sah er keine Wellen, sondern eine endlose weiße Fläche. Einheimische fuhren mit Autos auf dem Eis. Er dachte, das müsse ein See sein und kein Meer.

Die Erkenntnis kam beim Gespräch mit einem Fischer. Durch den extrem niedrigen Salzgehalt von nur 0,3% gefriert das Wasser dort viel schneller als an der Nordsee. Es verhält sich physikalisch fast wie ein Binnensee.

Nach einer Woche begriff Lukas, dass die Grenze zwischen Meer und See in der Arktis verschwimmt. Er wanderte 5 Kilometer weit auf das offene Packeis hinaus - ein Erlebnis, das an der salzigen Nordsee unmöglich gewesen wäre.

Verwandte Fragen

Ist die Ostsee ein Süßwassermeer?

Nicht ganz. Sie wird als Brackwassermeer klassifiziert. Nur in ihren entlegensten nördlichen und östlichen Winkeln sinkt der Salzgehalt so weit ab, dass er biologisch als Süßwasser gelten könnte.

Warum gibt es im Meer eigentlich Salz?

Das Salz stammt ursprünglich aus dem Gestein an Land. Regen wäscht Mineralien aus, die über Flüsse ins Meer gelangen. Da das Wasser im Meer verdunstet, das Salz aber zurückbleibt, reichert es sich über Millionen von Jahren an.

Kann man im Toten Meer versinken?

Das ist fast unmöglich. Mit einem Salzgehalt von rund 33% ist das Wasser so dicht, dass der menschliche Körper wie ein Korken an der Oberfläche treibt. Das ist das genaue Gegenteil der süßwasserähnlichen Ostsee.

Zusammenfassung der wichtigsten Punkte

Süßwasser-Zonen identifizieren

Wer extrem salzarmes Meerwasser sucht, muss in den Bottnischen oder Finnischen Meerbusen reisen, wo die Werte unter 0,5% liegen.

Falls du dich fragst, wo genau solche Phänomene vorkommen, erfährst du hier, in welchen Meeren ist Süßwasser zu finden ist.
Brackwasser verstehen

Brackwasser ist kein Schimpfwort, sondern ein einzigartiges Ökosystem, das weltweit nur in wenigen großen Gebieten wie der Ostsee vorkommt.

Physikalische Unterschiede beachten

Salzarmes Wasser bietet weniger Auftrieb. Schwimmer sollten bedenken, dass sie in der Ostsee mehr Eigenleistung erbringen müssen als im Mittelmeer.

Zitate

  • [2] En - Im nördlichsten Teil der Ostsee, dem Bottnischen Meerbusen, sinkt der Salzgehalt auf extreme 0,3% bis 0,5% ab.
  • [4] En - Der Salzgehalt im Kaspischen Meer ist mit etwa 1,2% nur rund ein Drittel so hoch wie in den Ozeanen.
  • [5] Helcom - Es dauert fast 30 Jahre, bis das Wasser in der Ostsee einmal komplett durch den Austausch mit der Nordsee erneuert wurde.