Wo gibt es Süßwasser Meere?

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Als riesige Süßwasser Meere gelten die fünf Großen Seen an der Grenze zwischen den USA und Kanada. Der Obere See ist mit 82.103 Quadratkilometern der flächenmäßig größte Süßwassersee der Welt und enthält 10 Prozent des gesamten flüssigen Oberflächen-Süßwassers. Der Baikalsee in Sibirien ist mit 1.642 Metern der tiefste See und hält 20 Prozent der weltweiten Vorräte bereit.
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Süßwasser Meere: 10% vs 20% der weltweiten Vorräte

Die unvorstellbare Menge an Wasser in Form gigantischer Süßwasser Meere stellt eines der faszinierendsten Phänomene der Natur dar. Ein fundiertes Wissen über diese gewaltigen zusammenhängenden Süßwassersysteme hilft bei der Einschätzung der weltweiten Wasserverteilung und verhindert Fehleinschätzungen über ihre wahren Ausmaße. Erfahren Sie mehr über die außergewöhnlichen Eigenschaften und Standorte dieser beeindruckenden Gewässer.

Der Widerspruch: Wann ist ein See ein Meer?

Rein wissenschaftlich betrachtet gibt es keine Süßwasser Meere, da die Definition eines Meeres untrennbar mit Salzwasser und der Verbindung zum Weltozean verknüpft ist. Es gibt jedoch gigantische Binnengewässer, die aufgrund ihrer gewaltigen Ausmaße, Gezeitenphänomene und ökologischen Bedeutung oft als Meere aus Süßwasser bezeichnet werden. Diese hydrologischen Wunder finden sich vor allem in Nordamerika und Sibirien.

Ehrlich gesagt dachte ich früher auch, dass die Größe allein entscheidet, ob ein Gewässer als Meer durchgeht. Aber hier liegt die Krux: Ein echtes Meer hat einen Salzgehalt von etwa 3,5 Prozent, während unsere Süßwasser-Riesen unter 0,1 Prozent liegen. Dennoch fühlen sie sich wie Ozeane an. Wenn man am Ufer des Lake Superior steht und den Horizont nicht sieht, während meterhohe Wellen gegen die Felsen peitschen, vergisst man schnell, dass man an einem See steht. Diese Gewässer sind so groß, dass sie ihr eigenes Mikroklima erzeugen.

Die Großen Seen: Nordamerikas Binnenmeere

Die fünf Großen Seen an der Grenze zwischen den USA und Kanada bilden das größte zusammenhängende Süßwassersystem der Erde. Besonders der Obere See (Lake Superior) sticht hierbei hervor. Mit einer Fläche von 82.103 Quadratkilometern ist er flächenmäßig der Größte Süßwasserseen der Welt. Er allein enthält etwa 10 Prozent des gesamten flüssigen Oberflächen-Süßwassers der Erde. Das ist eine unvorstellbare Menge Wasser, die theoretisch ausreichen würde, um den gesamten amerikanischen Doppelkontinent fast 30 Zentimeter tief zu überfluten.

Ich habe einmal versucht, die Dimensionen dieser Seen zu begreifen, indem ich sie mit der Ostsee verglich. Während die Ostsee ein Salzwassermeer ist, kommt der Obere See ihr in Sachen Rauheit und Wellengang erstaunlich nahe. Die Sichtweite unter Wasser beträgt an manchen Stellen bis zu 30 Meter. Diese Klarheit ist faszinierend. Aber es gibt einen Haken: Die Wassertemperaturen steigen selbst im Sommer selten über 15 Grad C, was das Schwimmen zu einer echten Mutprobe macht.

Baikalsee: Das tiefste Süßwasserbecken

In Sibirien liegt ein Gewässer, das oft als die Perle Russlands bezeichnet wird - der Baikalsee. Er ist nicht nur der älteste See der Welt, sondern mit einer Tiefe von 1.642 Metern auch der tiefste. Obwohl seine Fläche kleiner ist als die des Oberen Sees, hält er aufgrund seiner enormen Tiefe ein Volumen von 23.600 Kubikkilometern bereit. Das entspricht etwa 20 Prozent der weltweiten Vorräte an flüssigem Oberflächen-Süßwasser.

Was den Baikal so besonders macht, ist seine evolutionäre Isolation. Fast zwei Drittel der dort lebenden 1.800 Tierarten sind endemisch, kommen also nirgendwo sonst vor. Selten habe ich ein Ökosystem gesehen, das so stabil und gleichzeitig so verletzlich wirkt. Forscher vermuten sogar, dass der Baikalsee der Ursprung eines zukünftigen Ozeans sein könnte, da die Region tektonisch aktiv ist und der See jedes Jahr um etwa 2 Zentimeter wächst. Irgendwann in Millionen von Jahren könnte er also tatsächlich zu einem echten Meer werden.

Kuriosum: Gewässer mit zwei Gesichtern

Es gibt Gewässer, die sich jeder einfachen Kategorisierung entziehen. Der Balchaschsee in Kasachstan ist ein solches Beispiel. Er ist durch eine schmale Landzunge in zwei Hälften geteilt. Der westliche Teil ist praktisch Süßwasser, während der östliche Teil einen deutlich höheren Salzgehalt aufweist. Aber es geht noch extremer. Erinnern Sie sich an das Rätsel um die Süßwasserquellen im Ozean? Es gibt Stellen im Meer, an denen so viel Süßwasser aus unterirdischen Reservoirs sprudelt, dass Schiffe früher dort ihre Vorräte auffüllen konnten, ohne an Land zu gehen.

Sie interessieren sich für weitere Informationen? Dann schauen Sie sich unsere Experten-Übersicht an: Welche Meere haben Süßwasser?

Vergleich: Echtes Meer vs. Süßwasser-Binnenmeer

Um den Unterschied zwischen einem geografischen Meer und den großen Süßwasserbecken zu verstehen, müssen wir uns die chemischen und physikalischen Eigenschaften ansehen.

Geografisches Meer (z. B. Nordsee)

- Direkte Verbindung zu den Weltmeeren und Ozeanen

- Dominanz von Salzwasserfischen, Korallen und marinen Säugetieren

- Durchschnittlich 3,5 Prozent (35 Gramm Salz pro Liter Wasser)

Süßwasser-Binnenmeer (z. B. Lake Superior)

- Isoliert oder über Flüsse und Kanalsysteme mit dem Meer verbunden

- Süßwasserarten wie Forellen, Hechte und spezifische Binnenseerobben

- Unter 0,1 Prozent; Wasser gilt als trinkbar nach Aufbereitung

Der Hauptunterschied liegt im Salzgehalt und der Verbindung zum Ozean. Während Binnenmeere wie die Großen Seen optisch wie Ozeane wirken können, bleiben sie ökologisch isolierte Süßwasserhabitate.

Die Segeltour von Lukas: Erwartung vs. Realität am Oberen See

Lukas, ein erfahrener Segler aus Hamburg, plante eine Tour auf dem Lake Superior. Er dachte, ein See könne nicht so gefährlich sein wie die Nordsee, und unterschätzte die Vorbereitungszeit für die Navigation in diesem riesigen Becken.

In der ersten Woche geriet er in einen plötzlichen Sturm mit 4 Meter hohen Wellen. Sein GPS fiel aus und er war frustriert, da er keine Küste mehr sehen konnte. Er fühlte sich hilflos in der unendlichen Weite.

Lukas erkannte, dass er den See wie ein offenes Meer behandeln musste. Er stellte seine Strategie um, nutzte traditionelle Navigation und achtete penibel auf die schnellen Luftdruckänderungen, die für diese Region typisch sind.

Nach drei Wochen erreichte er sicher den Hafen. Er berichtete, dass die Wellen dort genauso kraftvoll sind wie im Atlantik, und dass er nun versteht, warum der See 10 Prozent des weltweiten Süßwassers hält.

Referenzmaterial

Ist das Kaspische Meer ein Süßwasser-Meer?

Nein, das Kaspische Meer ist das größte Binnenmeer der Erde, enthält jedoch Salzwasser. Der Salzgehalt variiert zwar stark und ist im Norden nahe der Wolga-Mündung sehr niedrig, erreicht aber im Süden etwa ein Drittel der Konzentration von Ozeanwasser.

Kann man das Wasser aus dem Baikalsee direkt trinken?

Der Baikalsee gilt als einer der saubersten Seen der Welt. Das Wasser hat eine so hohe Qualität, dass es an vielen Stellen fast Trinkwassercharakter besitzt, da mikroskopisch kleine Krebstiere das Wasser ständig von Schwebstoffen reinigen.

Welcher See ist der größte Süßwassersee der Welt?

Das hängt von der Definition ab. Nach der Oberfläche ist der Obere See (Lake Superior) mit über 82.000 Quadratkilometern der größte. Wenn man nach dem Wasservolumen geht, ist der Baikalsee mit etwa 23.600 Kubikkilometern der unangefochtene Spitzenreiter.

Höhepunkte

Süßwasser-Meere sind wissenschaftlich gesehen Seen

Der Begriff wird nur umgangssprachlich für Gewässer wie den Baikalsee oder den Lake Superior verwendet.

Baikalsee hält 20 Prozent der Reserven

Trotz seiner im Vergleich geringeren Fläche speichert der tiefste See der Erde ein Fünftel des flüssigen Süßwassers der Erdoberfläche.

Lake Superior ist flächenmäßig führend

Mit 82.103 Quadratkilometern ist er der größte Süßwassersee nach Ausdehnung und hält 10 Prozent der globalen Vorräte.