Welche Meere haben Süßwasser?

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Die Antwort auf die Frage, welche Meere Süßwasser haben, umfasst Gebiete wie den Bottnischen Meerbusen in der nördlichen Ostsee mit einem Salzgehalt von unter 3 Promille. Das Kaspische Meer ist ein Binnengewässer und weist im nördlichen Teil lediglich 1 bis 10 Promille auf. Zusätzlich verbergen sich schätzungsweise 500.000 Kubikkilometer Süßwasser aus der letzten Eiszeit direkt unter den weltweiten Ozeanböden.
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Welche Meere haben Süßwasser: Unter 3 Promille in der Ostsee

Das Wissen darüber, welche meere haben süßwasser, beugt häufigen geografischen Missverständnissen durch irreführende historische Bezeichnungen vor. Viele vermeintliche Meere sind in der Realität große Binnengewässer oder reine Seen. Die kontinuierliche Zufuhr aus Flüssen verändert die Gewässereigenschaften drastisch und erzeugt enorme regionale Unterschiede.

Die Wahrheit über Süßwassermeere

Es gibt kein klassisches Meer auf der Erde, das vollständig aus Süßwasser besteht. Meere sind per Definition immer salzhaltig und Teil des globalen Ozeansystems. Allerdings existieren gigantische Brackwassermeere und faszinierende unterseeische Süßwasserquellen, die dieses klare Bild etwas verkomplizieren.

Oft herrscht Verwirrung, weil viele riesige Binnenseen historisch als Meer bezeichnet wurden. Ich erinnere mich noch gut an meine Schulzeit, als ich in einem Geografietest das kaspisches meer süßwasser als das größte Meer Asiens markierte. Ein klassischer Fehler. Mein Lehrer erklärte mir damals, dass die Namensgebung historisch gewachsen und wissenschaftlich betrachtet oft irreführend ist. Wenn wir streng wissenschaftlich bleiben, müssen Meere zwingend mit den großen Ozeanen verbunden sein.

Die Ostsee: Das größte Brackwassermeer der Welt

Wer das erste Mal an der deutschen Ostseeküste schwimmt, ist oft irritiert. Das Wasser brennt kaum in den Augen und schmeckt nur leicht salzig. Das liegt daran, dass die Ostsee eine riesige Badewanne voller Brackwasser ist - einer Mischung aus salzigem Ozeanwasser und Süßwasser.

Warum die Ostsee so wenig Salz hat

Über 200 Flüsse pumpen ununterbrochen Süßwasser in das Becken der Ostsee. Gleichzeitig ist der Austausch mit der salzigen Nordsee durch extrem schmale Meerengen in Dänemark stark blockiert. Das Resultat ist ein drastisches Gefälle von West nach Ost. Im Bottnischen Meerbusen ganz im Norden fällt der Salzgehalt auf unter 3 Promille.[1] Dort wachsen sogar typische Süßwasserpflanzen, und es schwimmen Fische wie Hechte, die in normalen Ozeanen sofort sterben würden.

Verstecktes Süßwasser: Linsen und unterseeische Quellen

Auch wenn das Meerwasser selbst extrem salzig ist, versteckt sich riesiges süßwasser unter dem meeresboden oft direkt darunter. Unter den weltweiten Ozeanböden sind schätzungsweise 500.000 Kubikkilometer Süßwasser verborgen. [2] Diese Vorkommen stammen meist noch aus der letzten Eiszeit, als der Meeresspiegel viel tiefer lag und Regenwasser in die damals trockenen Böden versickerte.

Vor Küsten wie in Florida oder Portugal sprudelt dieses Süßwasser heute durch Risse im Meeresboden direkt in den Ozean. Seien wir ehrlich - das klingt wie aus einem Science-Fiction-Film. Aber es ist Realität. In extrem regenreichen tropischen Regionen kann sich das leichtere Süßwasser sogar wie eine Art Linse über das schwerere Salzwasser legen, ohne sich sofort zu vermischen. Ein faszinierendes Phänomen, das Taucher oft als verschwommene Sicht wahrnehmen.

Wenn der Name täuscht: Baikalsee und Kaspisches Meer

Die größten Verwirrungen entstehen durch historische Bezeichnungen. Das Kaspische Meer ist trotz seines majestätischen Namens ein Binnengewässer ohne natürliche Verbindung zum Weltmeer. Es weist im nördlichen Teil einen Salzgehalt von lediglich 1 bis 10 Promille auf, da dort die Wolga gewaltige Mengen an Süßwasser einbringt.[3] Nach Süden hin wird es wieder deutlich salziger.

Ein weiteres Extrem ist der Baikalsee. Er wird aufgrund seiner enormen Dimensionen lokal oft respektvoll als Sibirisches Meer bezeichnet. Völlig falsch im geografischen Sinne. Er ist ein reiner Süßwassersee und speichert allein etwa 20 Prozent der weltweiten flüssigen Süßwasserreserven der Erdoberfläche.[4] Die Größe allein macht eben noch lange kein welche meere haben süßwasser aus.

Wassertypen im Vergleich: Von Süß bis Salzig

Um die ständige Verwirrung um große Seen und echte Meere aufzulösen, hilft ein kurzer Blick auf die genauen Merkmale der verschiedenen Gewässertypen.

Klassisches Meer / Ozean

  • Immer direkt mit dem großen Weltmeersystem verbunden.
  • Nordsee, Mittelmeer, Atlantik, Pazifik.
  • Hoch, liegt durchschnittlich bei etwa 35 Promille.

Brackwassermeer (⭐ Bestes Beispiel für mildes Wasser)

  • Nur sehr schmale oder extrem flache Verbindungen zum offenen Ozean.
  • Ostsee, Schwarzes Meer in den oberen Schichten.
  • Stark schwankend, typischerweise zwischen 1 und 10 Promille.

Binnenmeer / Großer See

  • Vollständig vom Weltmeer abgeschnitten.
  • Kaspisches Meer, Baikalsee, Totes Meer.
  • Komplettes Süßwasser oder leicht salzig im Fall von abflusslosen Salzseen.
Der entscheidende Unterschied liegt fast nie in der schieren Größe, sondern in der direkten Verbindung zum Ozean. Sobald ein riesiges Gewässer diese Verbindung verliert, ist es geografisch gesehen ein See - ganz gleich, ob es im Namen das Wort Meer trägt.

Die Tücken der Ostsee-Forschung

Julian, ein 24-jähriger Meeresbiologie-Student aus Kiel, wollte für seine Bachelorarbeit das Verhalten von Mikroorganismen in der Kieler Förde untersuchen. Er kaufte von seinem knappen Budget teure Sensoren, die auf den Standard-Salzgehalt von normalen Ozeanen geeicht waren.

Sein erster Versuch im feuchten Herbst war ein völliges Desaster. Nach einem Wochenende mit starkem Regen ergaben die Messwerte absolut keinen Sinn. Das System stürzte ab und zeigte ständig Fehlermeldungen an. Julian dachte ernsthaft, er hätte die teuren Geräte direkt am ersten Tag ruiniert.

Nach drei frustrierenden Tagen Fehlersuche im dunklen Labor kam endlich die Erkenntnis. Er hatte völlig ignoriert, dass die Ostsee nach starken Regenfällen in flachen Küstennähen fast wie reines Süßwasser reagiert. Die Sensoren kamen mit dem dramatisch fehlenden Salz schlichtweg nicht klar.

Julian kalibrierte seine Sensoren manuell auf das stark schwankende Brackwasser um. Daraufhin lieferten die Geräte einwandfreie Daten. Seine harte Lektion: Wer an der Ostsee forscht, muss sich vom perfekten Konzept eines echten Ozeans verabschieden und Flexibilität lernen.

Ausführlichere Details

Warum heißt das Kaspische Meer überhaupt Meer, wenn es ein See ist?

Das Kaspische Meer erhielt seinen Namen in der Antike von den Römern. Als sie das gewaltige, leicht salzige Gewässer entdeckten, dachten sie aufgrund der enormen Größe und der fehlenden gegenüberliegenden Küste, sie hätten einen echten Ozean erreicht.

Ist Brackwasser eigentlich Süßwasser oder Salzwasser?

Brackwasser ist exakt die Mischung aus beidem. Es entsteht überall dort, wo Flüsse kontinuierlich große Mengen Süßwasser in ein Meer leiten. Es ist zu salzig als Trinkwasser, aber spürbar milder als normales Ozeanwasser.

Kann man Süßwasser unter dem Meeresboden trinken?

Theoretisch ja, da es sich um normales Grundwasser handelt. Dieses versteckte Süßwasser ist oft extrem rein und stammt teilweise noch aus der letzten Eiszeit. Die technische Förderung unter Wasser ist jedoch extrem aufwendig.

Möchten Sie mehr über die Natur erfahren? Lesen Sie hier, welches Meer ist ein Süßwassermeer?

Kurzfassung

Die geografische Definition ist entscheidend

Echte Meere sind immer Teil des salzigen Weltmeers. Ein reines Süßwassermeer gibt es daher streng geografisch betrachtet nicht.

Die Ostsee ist ein extremer Sonderfall

Mit einem extrem niedrigen Salzgehalt von teils unter 3 Promille ist die Ostsee weltweit das größte und bekannteste Brackwassermeer.

Historische Verwirrung akzeptieren

Namen wie Kaspisches Meer oder Totes Meer sind reine historische Überbleibsel. Wissenschaftlich gesehen handelt es sich bei beiden um riesige Seen ohne Ozeananbindung.

Referenzquellen

  • [1] De - Im Bottnischen Meerbusen ganz im Norden fällt der Salzgehalt auf unter 3 Promille.
  • [2] Forbes - Unter den weltweiten Ozeanböden sind schätzungsweise 500.000 Kubikkilometer Süßwasser verborgen.
  • [3] De - Es weist im nördlichen Teil einen Salzgehalt von lediglich 1 bis 10 Promille auf, da dort die Wolga gewaltige Mengen an Süßwasser einbringt.
  • [4] De - Er ist ein reiner Süßwassersee und speichert allein etwa 20 Prozent der weltweiten flüssigen Süßwasserreserven der Erdoberfläche.