Welches Meer hat die geringste Salinität?

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Welches Meer hat die geringste Salinität? Die Ostsee ist eindeutig das salzärmste Meer weltweit. Ihr Salzgehalt liegt in weiten Teilen nur zwischen 0,3 und 1,8 Prozent, was sie zu einem Brackwassermeer macht. Im Vergleich dazu weisen die Ozeane weltweit durchschnittlich etwa 3,5 Prozent Salzgehalt auf, während die Nordsee hingegen etwa 35 Promille (3,5 Prozent) erreicht.
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Ostsee: Salzgehalt von nur 0,3–1,8 % weltweit

Welches Meer hat die geringste Salinität? Die Ostsee ist nicht nur ein Brackwassermeer, sondern auch ein Gewässer mit extremem Salzgehaltsgefälle von West nach Ost. Dieses Phänomen beeinflusst die Ökologie und die Schifffahrt erheblich. Erfahren Sie hier die genauen Werte und Hintergründe.

Welches Meer hat die geringste Salinität?

Es mag überraschend klingen, aber die Antwort liegt direkt vor unserer Haustür: Die Ostsee ist das welches meer hat die geringste salinität weltweit. Während die großen Ozeane der Welt einen durchschnittlichen Salzgehalt von etwa 3,5 Prozent aufweisen, fällt dieser Wert in der Ostsee drastisch ab.[2] Je weiter man nach Osten und Norden vordringt, desto süßer wird das Wasser, bis es im Bottnischen Meerbusen fast Trinkwasserqualität erreicht. Aber es gibt einen entscheidenden Faktor, den viele bei der Entstehung dieser extremen Werte übersehen - ich erkläre diesen mechanischen Flaschenhals im Abschnitt über den Wasseraustausch weiter unten.

In der Ostsee liegt der salzgehalt ostsee in vielen Bereichen nur zwischen 0,3 und 1,8 Prozent, was sie zu einem sogenannten brackwasser definition macht.[1] Zum Vergleich: In der Nordsee finden wir Werte um die 35 Promille (3,5 Prozent), während das Rote Meer oder das Mittelmeer sogar deutlich über diesem globalen Durchschnitt liegen. Selten findet man ein Gewässer, das ökologisch und physikalisch so zerrissen ist wie das Baltische Meer. Ich dachte früher selbst, dass die geringe Tiefe der einzige Grund sei. Doch die Realität ist viel komplexer - und auch ein wenig frustrierender für die Schifffahrt.

Warum ist die Ostsee so salzarm?

Dass die Ostsee so wenig Salz enthält, ist kein Zufall, sondern das Ergebnis einer einzigartigen geografischen Konstellation. Man kann sie sich wie eine riesige Badewanne vorstellen, die nur über einen sehr schmalen Schlauch mit dem eigentlichen Wassernetz verbunden ist. Dieser Schlauch sind die dänischen Belte und Sunde. Nur durch diese engen Passagen kann salzhaltiges Wasser aus der Nordsee in das Becken der Ostsee gelangen. Und hier liegt die Krux: Dieser Austausch findet nur unter ganz bestimmten meteorologischen Bedingungen statt.

Gleichzeitig strömen jedes Jahr enorme Mengen an Süßwasser in das Becken. Über 250 Flüsse entwässern ein Gebiet, das etwa viermal so groß ist wie die eigentliche Meeresfläche der Ostsee. Das sorgt für einen konstanten Verdünnungseffekt. Da die Verdunstung in den kühlen nordischen Breiten relativ gering ist, bleibt das Wasser salzarm. Es findet also ein ständiger Kampf statt: Süßwasser von den Flüssen drückt nach draußen, während schweres Salzwasser nur mühsam über die Schwellen am Boden einsickern kann. In manchen Jahren findet fast gar kein nennenswerter Salzwassereinbruch statt.

Der West-Ost-Gradient: Ein Meer mit zwei Gesichtern

Die salinität meere vergleich zeigt, dass die Ostsee nicht überall gleich ist. Es herrscht ein massives Gefälle von West nach Ost. In der Kieler Bucht oder im Skagerrak spürt man noch deutlich den Einfluss der Nordsee, mit Werten um die 15 bis 20 Promille. Doch wandert man auf der Karte weiter Richtung Finnland oder Estland, sinkt der Wert rapide. Im Norden des Bottnischen Meerbusens sinkt die Salinität oft auf 1 bis 2 Promille.[3] Das ist fast reines Süßwasser. Man kann dort theoretisch sogar Süßwasserfische wie Hechte direkt neben Meeresbewohnern wie Heringen schwimmen sehen.

Das ist schon verrückt. Stellen Sie sich vor, Sie segeln von Kopenhagen nach Sankt Petersburg und Ihr Schiff verliert kontinuierlich an Auftrieb, weil das Wasser immer weniger Salz enthält. Das ist kein theoretisches Problem. Techniker müssen die Ballastwassertanks und die Beladung ständig anpassen, um die Stabilität zu gewährleisten. Ein Schiff liegt in salzarmem Wasser tiefer im Wasser als im Atlantik. Das bedeutet weniger Frachtkapazität oder ein höheres Risiko bei flachen Passagen.

Der mechanische Flaschenhals: Warum das Salz draußen bleibt

Hier ist die Auflösung des Rätsels, das ich eingangs erwähnt habe: Die Darßer Schwelle. Dieses Unterwassergebirge wirkt wie ein Türsteher für das Salz. Mit einer Tiefe von nur etwa 18 Metern blockiert sie den Zufluss des schweren, salzreichen Bodenwassers aus der Nordsee. Nur bei extremen Weststürmen, die über mehrere Tage anhalten, wird das schwere Salzwasser über diese Schwelle in die tieferen Becken der Ostsee gedrückt. Man nennt dies einen Major Baltic Inflow (MBI). Ohne diese seltenen Ereignisse würde die Ostsee über Jahrzehnte hinweg komplett aussüßen.

Ich habe einmal mit einem Ozeanographen in Warnemünde gesprochen, der Wochen damit verbrachte, auf genau so ein Ereignis zu warten. Die Frustration war greifbar, als der Wind im letzten Moment drehte. Alles umsonst. Das verdeutlicht, wie fragil dieses System ist. Die Ostsee ist auf diese Salzspritzen angewiesen, nicht nur für den Salzgehalt, sondern auch für den Sauerstoff in den tiefen Becken. Ohne neues Salzwasser bilden sich am Grund tote Zonen ohne Sauerstoff.

Brackwasser: Ein extremer Lebensraum

Das Leben in der Ostsee ist ein permanenter Stresstest. Biologen bezeichnen das Wasser hier als meer mit wenigstem salz - eine Mischung, die für reine Meeresbewohner oft zu süß und für Süßwassertiere zu salzig ist. Die Artenvielfalt in der Ostsee ist daher deutlich geringer als in der Nordsee. Nur Spezialisten überleben hier. Viele Meeresfische, wie der Dorsch, wachsen in der Ostsee deutlich langsamer und bleiben kleiner als ihre Verwandten im Atlantik, weil ihr Körper so viel Energie für die Osmoregulation - also den Ausgleich des Salzhaushalts - aufwenden muss.

Ehrlich gesagt, die Evolution hat hier einen harten Job. In der zentralen Ostsee liegt der Salzgehalt bei etwa 7 Promille.[6] Das ist genau die Schwelle, an der viele physiologische Prozesse bei Meeresorganismen an ihre Grenzen stoßen. Man sieht das oft an Muschelschalen am Strand von Rügen: Sie sind viel dünner und zerbrechlicher als die Schalen an der Nordseeküste. Das Wasser enthält einfach zu wenig Mineralien für einen robusten Gehäusebau.

Salzgehalt im weltweiten Vergleich

Um die extrem niedrigen Werte der Ostsee einzuordnen, lohnt sich ein Blick auf andere Gewässer. Die Unterschiede beeinflussen nicht nur die Chemie, sondern auch den Auftrieb beim Schwimmen.

Ostsee (Zentral)

- Sehr gering - Schwimmen fühlt sich schwerer an

- ca. 7 - 8 Promille

- Brackwasser (Extrem salzarm)

Weltmeere (Durchschnitt)

- Moderat - Standardwert für Schifffahrt

- ca. 35 Promille

- Salzwasser (Normal)

Rotes Meer

- Hoch - Man treibt sehr leicht an der Oberfläche

- ca. 40 Promille

- Hypersalines Meer

Die Ostsee fällt völlig aus dem Rahmen der klassischen Meeresökologie. Während das Rote Meer durch extreme Verdunstung sehr salzhaltig ist, wird die Ostsee durch ihre abgeschlossene Lage und den hohen Flusszufluss fast zum Süßwasserreservoir.

Segler Lukas und der Auftriebs-Schock

Lukas, ein erfahrener Segler aus Kiel, plante eine mehrwöchige Tour durch den Bottnischen Meerbusen bis nach Nordschweden. Er war gewohnt, dass sein Boot eine bestimmte Wasserlinie hat, doch je weiter er nach Norden kam, desto seltsamer fühlte sich das Boot an.

In der Nähe von Luleå stellte er fest, dass sein Boot fast 5 cm tiefer im Wasser lag als noch in Kiel. Er geriet in Panik und dachte, er hätte ein Leck oder der Rumpf würde Wasser ziehen, da er die Auswirkung der Salinität unterschätzt hatte.

Nachdem er im Hafen mit einem lokalen Fischer sprach, wurde ihm klar: Das fast reine Süßwasser hat eine geringere Dichte als das Brackwasser der Kieler Förde. Der fehlende Auftrieb drückte sein Boot tiefer nach unten.

Lukas lernte seine Lektion: Er passte sein Gepäck an und verstaute schwere Vorräte mittiger, um die Manövrierfähigkeit zu erhalten. Nach 4 Wochen hatte er ein Gespür für das 'weiche' Wasser der Nordostsee entwickelt.

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Ist die Ostsee ein See oder ein Meer?

Geografisch gesehen ist die Ostsee ein Randmeer des Atlantiks, da sie eine Verbindung zum Ozean besitzt. Aufgrund ihres extrem niedrigen Salzgehalts und der fast vollständigen Umschließung durch Land wird sie jedoch oft als 'Binnenmeer' bezeichnet.

Warum ist der Salzgehalt im Norden niedriger?

Im Norden fließen große Mengen Süßwasser aus schwedischen und finnischen Flüssen in die Ostsee, während der Austausch mit salzhaltigem Nordseewasser über die dänischen Meerengen hunderte Kilometer entfernt ist. Das Wasser verdünnt sich auf diesem langen Weg kontinuierlich.

Falls Sie noch mehr über die Besonderheiten erfahren möchten, lesen Sie auch: Wieso ist die Ostsee nicht so salzig?

Kann man das Wasser in der Ostsee trinken?

Obwohl der Salzgehalt im Norden auf bis zu 0,1 Prozent sinken kann, ist es kein Trinkwasser. Es enthält immer noch gelöste Mineralien und potenzielle Keime aus dem Abfluss der umliegenden Länder, was zu Magen-Darm-Problemen führen kann.

Zusammenfassung des Artikels

Die Ostsee ist Weltmeister im Salzmangel

Mit Werten zwischen 3 und 18 Promille ist sie das salzärmste Meer der Erde, weit unter dem Ozean-Durchschnitt von 35 Promille.

Geografie bestimmt die Chemie

Die engen Zugänge bei Dänemark und der massive Zufluss von über 250 Flüssen verhindern eine natürliche Versalzung des Beckens.

Auftrieb beachten

Für Schifffahrt und Technik ist die Salinität entscheidend, da Schiffe in der Ostsee deutlich tiefer einsinken als in salzreichen Ozeanen.

Kreuzreferenzquellen

  • [1] Ostsee - In der Ostsee liegt der Salzgehalt in vielen Bereichen nur zwischen 0,3 und 1,8 Prozent.
  • [2] Marine - Während die großen Ozeane der Welt einen durchschnittlichen Salzgehalt von etwa 3,5 Prozent aufweisen, fällt dieser Wert in der Ostsee drastisch ab.
  • [3] De - Im Norden des Bottnischen Meerbusens sinkt die Salinität oft auf 1 bis 2 Promille.