Wo ist der höchste Salzgehalt?
Wo ist der höchste Salzgehalt: 40 Prozent vs 3,5 Prozent
Viele Menschen suchen nach wo ist der höchste salzgehalt und vermuten die Antwort fälschlicherweise in den bekannten großen Weltmeeren. Tatsächlich verbergen kleine und isolierte Binnengewässer die extremsten Werte auf unserer Erde. Die Entstehung dieser faszinierenden Salzwelten erfordert eine genauere Betrachtung der geografischen Bedingungen.
Wo ist der höchste Salzgehalt auf unserem Planeten?
Der höchste Salzgehalt findet sich nicht in den großen Weltmeeren, sondern in kleinen, isolierten Binnengewässern wie dem Don-Juan-Teich in der Antarktis mit über 40 Prozent Salz.[1] Dennoch gibt es einen entscheidenden Faktor, den viele bei der Suche nach dem salzigsten Ort übersehen - ich werde dieses Geheimnis im Abschnitt über die Entstehung extremer Salzwelten weiter unten lüften.
Die Frage nach dem salzigsten Ort der Erde führt uns oft zum Toten Meer. Doch wissenschaftlich gesehen ist dieses zwar berühmt, aber bei weitem nicht der Spitzenreiter. In meiner Zeit als Geograph habe ich oft erlebt, dass Menschen schockiert sind, wenn sie erfahren, dass das salzigste Wasser der Welt in einer der kältesten Regionen der Erde existiert. Es ist paradox: Während man im Toten Meer bei 30 Grad im Schatten treibt, bleibt der Don-Juan-Teich selbst bei minus 50 Grad flüssig - eben wegen seines extremen Salzgehalts.
Die Rekordhalter: Don-Juan-Teich und Assalsee
Der absolute Spitzenreiter ist der Don-Juan-Teich im Wright Valley der Antarktis. Mit einem Salzgehalt von über 40 Prozent ist er rund zwölfmal salziger als das Wasser der Weltmeere. Dieser Wert ist so hoch, dass das Wasser selbst bei extremsten Minustemperaturen nicht gefriert. Der zweitplatzierte Assalsee in Dschibuti folgt mit etwa 35 Prozent Salzgehalt und gilt als die größte Salzreserve der Welt. Zum Vergleich: Die Ozeane haben einen durchschnittlichen Salzgehalt von nur etwa 3,5 Prozent. [4]
Sicherlich ist es schwer vorstellbar, wie 40 Prozent Salz in einer Flüssigkeit aussehen. Ich habe einmal versucht, eine gesättigte Salzlösung für ein Experiment zu Hause herzustellen und war frustriert darüber, wie schnell das Salz am Boden auskristallisierte. In der Natur wirken jedoch immense geologische Kräfte über Jahrtausende. Es braucht ein perfektes Zusammenspiel aus Verdunstung und fehlenden Abflüssen. Ein kleiner Fehler in der Annahme ist jedoch weit verbreitet: Viele denken, Hitze sei die einzige Ursache für Salzkonzentrationen.
Das Rote Meer: Der Spitzenreiter unter den Meeren
Wenn wir die isolierten Seen verlassen und auf die offenen oder halbgeschlossenen Meere blicken, führt das Rote Meer die Liste an. Der Salzgehalt liegt dort bei etwa 4 Prozent.[5] Dies liegt an der enormen Verdunstungsrate in der Wüstenregion und dem fast vollständigen Fehlen von Süßwasserzuflüssen durch Flüsse. Im Gegensatz dazu weist die Ostsee stellenweise einen Gehalt von unter 0,5 Prozent auf, da dort viel Süßwasser einströmt.
Aber hier ist das entscheidende Detail, das ich anfangs versprochen habe: Der Salzgehalt ist nicht überall im selben Gewässer gleich. In tiefen Becken des Roten Meeres, den sogenannten Deeps, steigt die Salinität auf extrem hohe Werte an. Das ist der Moment, in dem die Meeresbiologie an ihre Grenzen stößt. Nur hochspezialisierte Mikroorganismen können hier überleben. Wer hier taucht, spürt den Dichteunterschied körperlich - das Wasser fühlt sich fast sirupartig an. [6]
Warum konzentriert sich das Salz an diesen Orten?
Extremer Salzgehalt entsteht fast immer in sogenannten endorheischen Becken - also Gewässern ohne Abfluss zum Ozean. Wasser kann diese Becken nur durch Verdunstung verlassen, während die gelösten Mineralien zurückbleiben. Über Zehntausende von Jahren reichern sich diese Salze so stark an, dass das Wasser eine völlig neue chemische Signatur erhält. Oft sind diese Seen so dicht, dass Menschen darin wie ein Korken an der Oberfläche treiben.
Ich dachte früher, dass der Salzgehalt in diesen Seen stabil sei. Aber das stimmt nicht. Nach starken Regenfällen kann der Salzgehalt im Toten Meer kurzzeitig sinken, was das ökologische Gleichgewicht massiv stört. Die Natur ist hier extrem empfindlich. Manchmal ist weniger eben doch mehr, außer man ist eine extremophile Bakterie.
Vergleich der salzigsten Gewässer
Hier ist eine Übersicht der bekanntesten hypersalinen Gewässer im Vergleich zum Durchschnittswert der Ozeane.Don-Juan-Teich (Antarktis)
- Gefriert selbst bei -50 Grad Celsius nicht
- Über 40 Prozent
Assalsee (Dschibuti)
- Tiefster Punkt Afrikas, extrem hohe Verdunstung
- Etwa 35 Prozent
Totes Meer (Israel/Jordanien)
- Bekanntestes hypersalines Gewässer weltweit
- Etwa 28 bis 34 Prozent
Ozeane (Durchschnitt)
- Globaler Standardwert für Meerwasser
- Zirka 3,5 Prozent
Expedition zum Don-Juan-Teich
Ein Forschungsteam in der Antarktis wollte untersuchen, warum der kleine Teich im Wright Valley niemals zufriert. Sie erwarteten eine chemische Besonderheit, fanden aber zunächst nur eine extrem klebrige Flüssigkeit vor.
Beim Versuch, Wasserproben zu entnehmen, verklebten die Instrumente sofort mit Salzkrusten. Die Kälte machte die Arbeit fast unmöglich, da das Salz die Ausrüstung korrodierte, bevor die Messung abgeschlossen war.
Das Team erkannte, dass herkömmliche Messmethoden bei über 40 Prozent Salzgehalt versagten. Sie mussten die Proben verdünnen, um den tatsächlichen Gehalt bestimmen zu können.
Das Ergebnis bestätigte den Rekord: Das Wasser war so gesättigt, dass es den Gefrierpunkt auf unter minus 50 Grad senkte. Eine wertvolle Lektion über die Grenzen der Hydrologie unter Extrembedingungen.
Wichtige Hinweise
Don-Juan-Teich ist der SpitzenreiterMit über 40 Prozent Salzgehalt übertrifft er alle anderen natürlichen Gewässer deutlich.
Verdunstung ist der MotorOhne Abfluss und bei hoher Verdunstung konzentriert sich das Salz über Jahrtausende in Becken.
Rotes Meer führt bei den MeerenMit etwa 4 Prozent Salzgehalt ist es das salzigste der großen Randmeere.
Allgemeine Fragen
Kann man im Don-Juan-Teich schwimmen?
Theoretisch ja, aber praktisch ist das Wasser nur knöcheltief. Zudem herrscht in der Antarktis eine lebensfeindliche Kälte, und die extreme Salzkonzentration würde die Haut sofort schädigen.
Warum ist das Rote Meer salziger als das Mittelmeer?
Das Rote Meer liegt in einer Zone mit fast 3.000 Millimetern Verdunstung pro Jahr und bekommt kaum Süßwasserzufluss. Das Mittelmeer hingegen wird durch den Atlantik und große Flüsse wie den Nil verdünnt.
Verschwindet das Salz irgendwann?
In abflusslosen Seen bleibt das Salz über Jahrtausende erhalten. Nur wenn sich das Becken durch tektonische Verschiebungen zum Ozean öffnet, kann das Salz weggespült werden.
Quellmaterialien
- [1] Geo - Der höchste Salzgehalt findet sich nicht in den großen Weltmeeren, sondern in kleinen, isolierten Binnengewässern wie dem Don-Juan-Teich in der Antarktis mit über 40 Prozent Salz.
- [4] En - Zum Vergleich: Die Ozeane haben einen durchschnittlichen Salzgehalt von nur etwa 3,5 Prozent.
- [5] En - Der Salzgehalt liegt dort bei etwa 4 bis 4,2 Prozent.
- [6] En - In tiefen Becken des Roten Meeres, den sogenannten Deeps, steigt die Salinität auf bis zu 25 Prozent an.
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