Welcher See hat den höchsten Salzgehalt?

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Welcher See hat den höchsten Salzgehalt? Der Gaetale-See in Äthiopien hält mit 43,3 Prozent Salzgehalt den derzeit unangefochtenen weltweiten Rekord aller Gewässer. Dieses Gewässer entstand nach einem Erdbeben im Jahr 2005 in der Danakil-Depression durch eine mineralreiche heiße Quelle. Mit diesem Wert übertrifft dieser See das bekanntere Tote Meer mit seinen 33,7 Prozent Salzgehalt extrem deutlich.
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Welcher See hat den höchsten Salzgehalt?: 43,3 % vs. 33,7 %

Die Frage Welcher See hat den höchsten Salzgehalt? führt oft zu falschen Annahmen über bekannte Gewässer. Viele Menschen vermuten den Rekordhalter fälschlicherweise im Nahen Osten, obwohl weitaus extremere hypersaline Orte existieren. Das Verständnis dieser geografischen Rekorde schützt vor wissenschaftlichen Irrtümern. Entdecken Sie die wahren Spitzenreiter der Natur.

Die überraschende Antwort aus der Antarktis

Wenn man nach dem salzigster See der Welt sucht, denken die meisten sofort an das Tote Meer, doch die geografische Realität sieht anders aus. Der Don-Juan-Teich in der Antarktis hat mit einem Salzgehalt von über 40 Prozent einen der höchsten Werte, gilt aber nicht mehr als absoluter Rekordhalter, da der Gaetale-See in Äthiopien mit 43,3 Prozent salziger ist. Es handelt sich dabei um ein flaches Becken in den McMurdo-Trockentälern, das selbst bei extremsten Minusgraden nicht gefriert. [1]

Ich war anfangs skeptisch - wie kann eine flache Pfütze in der kältesten Region der Welt salziger sein als ein riesiges Meer wie das Tote Meer? Aber die Daten lügen nicht. Während das Totes Meer Salzgehalt Vergleich zeigt, dass dieser bei etwa 33,7 Prozent liegt, übertrifft der Don-Juan-Teich diesen Wert deutlich. Diese extreme Konzentration ist auf die einzigartige Geologie der Trockentäler zurückzuführen, in denen Verdunstung und die Abwesenheit von Niederschlag über Jahrtausende hinweg Salze angereichert haben. Aber es gibt ein Geheimnis bezüglich des Überlebens an diesem Ort, das fast jeder übersieht - ich werde es im Abschnitt über die Lebensbedingungen weiter unten enthüllen.

Warum der Don-Juan-Teich niemals gefriert

Der Grund für den flüssigen Zustand dieses Gewässers liegt in der physikalischen Chemie der gelösten Stoffe begründet. Die hohe Sättigung mit Calciumchlorid senkt den Gefrierpunkt des Wassers so stark ab, dass der Teich selbst bei Temperaturen von minus 53 Grad Celsius flüssig bleibt.[2] Dies ist die Antwort auf die Frage: Warum gefriert der Don-Juan-Teich nicht? Es handelt sich um ein faszinierendes Phänomen der Gefrierpunktserniedrigung, das man in ähnlicher Form vom Streusalz auf winterlichen Straßen kennt.

Chemische Zusammensetzung und Viskosität

Anders als herkömmliches Meerwasser, das hauptsächlich Natriumchlorid enthält, besteht die Sole im Don-Juan-Teich überwiegend aus Calciumchlorid. Das führt dazu, dass das Wasser eine fast ölige Konsistenz besitzt. In meiner Erfahrung mit geologischen Daten ist es selten, eine so reine Calciumchlorid-Lösung in der freien Natur zu finden. Die Viskosität ist so hoch, dass sich das Wasser zähflüssig anfühlt - weit entfernt von der Erfrischung, die man sich unter einem See vorstellt.

Vielleicht denken Sie jetzt: Das ist doch nur eine chemische Anomalie. Aber halt. Diese chemische Zusammensetzung erlaubt es den Forschern, Rückschlüsse auf andere Planeten wie den Mars zu ziehen, wo ähnliche Solen existieren könnten. Es geht hier also nicht nur um einen lokalen Rekord, sondern um ein Fenster ins Universum.

Der Herausforderer: Der Gaet'ale-See in Äthiopien

Obwohl der Don-Juan-Teich oft als der unangefochtene Champion genannt wird, hat ein kleinerer Konkurrent in der Danakil-Depression in Äthiopien Aufmerksamkeit erregt. Dieser gilt oft als der salzigster Ort der Erde. Der Gaetale-See weist Messungen zufolge einen Salzgehalt von bis zu 43,3 Prozent auf. Er entstand [3] nach einem Erdbeben im Jahr 2005 und wird durch eine heiße Quelle gespeist, die ständig frische Mineralien an die Oberfläche befördert.

Die Bestimmung des absoluten Spitzenreiters ist schwierig, da der Salzgehalt in solchen extremen Gewässern stark schwanken kann. Verdunstungsraten, saisonale Zuflüsse und geothermische Aktivitäten beeinflussen die Werte ständig. In der Wissenschaft - und das ist oft frustrierend - gibt es selten eine Antwort, die für alle Ewigkeit in Stein gemeißelt ist. Derzeit liefern sich diese beiden Orte ein Kopf-an-Kopf-Rennen um den Titel Gewässer mit dem höchsten Salzgehalt.

Das Tote Meer: Warum es nur auf Platz vier landet

Es mag sich falsch anfühlen, das berühmte Tote Meer so weit unten in der Liste zu sehen. Mit einem Salzgehalt von rund 33,7 Prozent ist es zwar fast zehnmal salziger als der Durchschnitt der Weltmeere, aber im Vergleich zu den hypersalinen Teichen der Antarktis oder Äthiopiens wirkt es fast süß. Ein weiterer bekannter Rekordhalter ist der Assalsee in Dschibuti, der mit 34,8 Prozent Salzgehalt ebenfalls vor dem Toten Meer liegt. [5]

Seien wir ehrlich: Das Tote Meer ist vor allem deshalb so bekannt, weil man darin so wunderbar obenauf schwimmen kann. Das ist bei den anderen Seen aufgrund ihrer geringen Tiefe oft gar nicht möglich. Der Don-Juan-Teich zum Beispiel ist im Durchschnitt nur etwa 10 Zentimeter tief. Man würde dort eher im Schlamm knien als elegant auf dem Wasser treiben. Rekorde hängen eben oft von der Perspektive ab.

Die Lebensfeindlichkeit: Das Geheimnis des Überlebens

Hier ist das Geheimnis, das ich am Anfang erwähnt habe: Es ist nicht nur der Salzgehalt, der diesen Ort so lebensfeindlich macht, sondern die Kombination aus extremer Trockenheit und Kälte. Wissenschaftler haben im Don-Juan-Teich kaum Anzeichen für aktives mikrobielles Leben gefunden. Während das Tote Meer trotz seines Namens einige spezialisierte Mikroorganismen beherbergt, scheint der Don-Juan-Teich an der absoluten Grenze dessen zu liegen, was biologisch möglich ist.

Zuerst dachte ich, man würde dort zumindest extremophile Bakterien finden, wie man sie aus Tiefseeschloten kennt. Aber die Realität ist ernüchternd. Die Wasseraktivität im Don-Juan-Teich ist so gering, dass die Zellen schlichtweg austrocknen würden, selbst wenn sie im Wasser schwimmen. Es ist ein Paradoxon: Ein Ort voller Wasser, der den Tod durch Verdursten garantiert.

Vergleich der salzigsten Gewässer der Erde

Um die Dimensionen besser zu verstehen, hilft ein direkter Vergleich der Salzkonzentrationen verschiedener bekannter Gewässer.

Gaet'ale-See (Äthiopien)

  • Calciumchlorid
  • Heiß (ca. 50-55 Grad Celsius) durch geothermische Quellen
  • Etwa 43,3 Prozent - aktuell der gemessene Höchstwert

Don-Juan-Teich (Antarktis) - Empfehlung für Forschung

  • Calciumchlorid
  • Eiskalt (bleibt flüssig bis unter minus 50 Grad Celsius)
  • Etwa 40,2 Prozent - extrem stabil über Jahrzehnte

Assalsee (Dschibuti)

  • Natriumchlorid (Speisesalz)
  • Sehr warm durch die Lage in einer vulkanischen Senke
  • Etwa 34,8 Prozent

Totes Meer (Israel/Jordanien)

  • Magnesiumchlorid, Natriumchlorid
  • Gemäßigt bis warm, je nach Jahreszeit
  • Etwa 33,7 Prozent
Während das Tote Meer für Touristen am zugänglichsten ist, bieten der Don-Juan-Teich und der Gaet'ale-See weitaus extremere Bedingungen. Der entscheidende Unterschied liegt nicht nur im Prozentsatz, sondern in der chemischen Basis - Calciumchlorid statt des üblichen Kochsalzes.

Die Entdeckung im Wright Valley: Dr. Schneider und die ölige Sole

Dr. Lukas Schneider, ein Geologe aus München, reiste 2024 für eine Expedition in die McMurdo-Trockentäler der Antarktis. Sein Ziel war der Don-Juan-Teich, um Bodenproben zu entnehmen. Trotz bester Vorbereitung unterschätzte er die psychische Belastung der absoluten Stille und der beißenden Kälte.

Beim Versuch, die erste Wasserprobe zu entnehmen, passierte es: Seine Handschuhe kamen mit der Sole in Berührung. Das Wasser gefror zwar nicht, aber die ölige Flüssigkeit sickerte sofort durch die Schutzschichten und seine Haut begann binnen Sekunden schmerzhaft zu brennen. Er geriet kurz in Panik, da er befürchtete, sich ernsthafte Verätzungen zuzuziehen.

Nachdem er die Hände mit destilliertem Wasser gereinigt hatte, wurde ihm etwas klar: Diese Sole verhält sich völlig anders als normales Salzwasser. Er passte seine Entnahmetechnik an und nutzte nun versiegelte Pipetten statt offener Behälter, um jeglichen Kontakt zu vermeiden.

Die Expedition war letztlich ein Erfolg. Lukas konnte nachweisen, dass die Salzkonzentration stabil bei über 40 Prozent lag, und lieferte wertvolle Daten für die Astrobiologie, die zeigten, dass flüssiges Wasser nicht automatisch Leben bedeutet.

Das wichtigste Ergebnis

Der Don-Juan-Teich führt mit über 40 Prozent

Er übertrifft das Tote Meer deutlich und ist das salzigste Gewässer in der Antarktis.

Calciumchlorid verhindert das Gefrieren

Durch die chemische Zusammensetzung bleibt das Wasser bis minus 53 Grad Celsius flüssig.

Der Gaet'ale-See ist der heißeste Konkurrent

Mit bis zu 43,3 Prozent Salzgehalt ist er das salzigste Gewässer in Afrika und weltweit ein Spitzenreiter.

Salzgehalt bedeutet nicht gleich Leben

Ab einer gewissen Sättigung ist Wasser für die meisten Lebensformen unbrauchbar, da es den Zellen Feuchtigkeit entzieht.

Ausnahmen

Kann man im Don-Juan-Teich schwimmen?

Theoretisch ja, praktisch nein. Der Teich ist mit einer durchschnittlichen Tiefe von nur 10 Zentimetern viel zu flach. Zudem ist die chemische Zusammensetzung aus Calciumchlorid extrem hautreizend und gefährlich für die Augen.

Falls Sie sich für weitere Rekorde der Natur interessieren, lesen Sie hier: Welcher See hat den höchsten Salzgehalt der Erde?.

Warum ist das Tote Meer bekannter als der Don-Juan-Teich?

Das liegt an der Erreichbarkeit und der Größe. Das Tote Meer ist ein riesiger See mit touristischer Infrastruktur, während der Don-Juan-Teich eine winzige Wasserstelle in einer der entlegensten und gefährlichsten Regionen der Welt ist.

Gibt es Fische in diesen extrem salzigen Seen?

Nein, in Gewässern mit einem Salzgehalt über 30 Prozent können keine Fische oder höheren Lebewesen überleben. Selbst für die meisten Mikroorganismen ist die Umgebung im Don-Juan-Teich zu extrem.

Querverweise

  • [1] En - Der Don-Juan-Teich in der Antarktis hält mit einem Salzgehalt von etwa 40,2 Prozent den Rekord als salzigstes Gewässer der Erde.
  • [2] De - Die hohe Sättigung mit Calciumchlorid senkt den Gefrierpunkt des Wassers so stark ab, dass der Teich selbst bei Temperaturen von minus 53 Grad Celsius flüssig bleibt.
  • [3] En - Der Gaet'ale-See weist Messungen zufolge einen Salzgehalt von bis zu 43,3 Prozent auf.
  • [5] En - Ein weiterer bekannter Rekordhalter ist der Assalsee in Dschibuti, der mit 34,8 Prozent Salzgehalt ebenfalls vor dem Toten Meer liegt.