Was ist das größte Binnenmeer der Welt?
Was ist das größte Binnenmeer der Welt? Kaspisches Meer im Fokus
Die Entdeckung gigantischer Gewässer fasziniert seit Generationen und wirft oft geografische Rätsel auf. Wer die genauen Ausmaße und die Lage der mächtigsten Wassermassen der Erde ohne Verbindung zum Ozean ergründet, versteht was ist das größte binnenmeer der welt besser. Erfahren Sie alles über diese geografische Besonderheit, um teure Fehlinterpretationen in Fachfragen zu vermeiden.
Was ist das größte Binnenmeer der Welt?
Die Frage nach dem größten Binnenmeer der Welt lässt sich nicht pauschal mit einem einzigen Namen beantworten, da die Definitionen je nach geografischem Blickwinkel variieren können. Aus wissenschaftlicher Sicht und gemessen an der reinen Wasserfläche ist das Kaspische Meer das unangefochten größte binnenmeer der erde. Oftmals entsteht jedoch eine Verwechslung mit dem Aralsee, der historisch eine ähnliche Rolle spielte, sich jedoch in einer ökologischen Krise befindet.
In vielen alten Lehrbüchern wird der Aralsee fälschlicherweise als das größte Binnenmeer bezeichnet oder in dieselbe Kategorie erhoben. Ursprünglich wies dieser eine Fläche von etwa 67.000 Quadratkilometern auf. Dies entspricht in etwa der doppelten Fläche des Bodensees mal hundert. Durch massive menschliche Eingriffe und die Umleitung seiner Hauptzuflüsse Amudarja und Syrdarja zur Baumwollbewässerung ist der Aralsee in den letzten Jahrzehnten dramatisch geschrumpft. Sein Wasservolumen sank um 90 Prozent, wodurch er heute fast vollständig verschwunden ist. Wer den echten Rekordhalter sucht, muss den Blick leicht nach Westen richten.
Das Kaspische Meer: Der wahre Riese unter den Binnengewässern
Das Kaspische Meer liegt in einer riesigen Senke zwischen Europa und Asien und ist mit einer Fläche von rund 371.000 Quadratkilometern das flächenmäßig größte geschlossene Gewässer der Erde. Es grenzt an fünf Staaten: Kasachstan, Russland, Turkmenistan, Iran und Aserbaidschan. Um die gigantische Dimension zu verstehen: Das Gewässer ist flächenmäßig größer als die gesamte Bundesrepublik Deutschland.
Als ich das erste Mal die Karten dieser Region studierte, war ich von der schieren Masse überwältigt. Das Kaspische Meer speichert etwa 78.200 Kubikkilometer Wasser, was fast 40 Prozent des weltweit in Binnengewässern gebundenen Wassers ausmacht. Der mächtige Fluss Wolga speist das Meer im Norden mit über 80 Prozent des gesamten Süßwasserzuflusses. Da es jedoch keinen natürlichen Abfluss zum Weltozean besitzt, verliert es sein Wasser ausschließlich durch Verdunstung. Dies führt zu einer konstanten Salzakkumulation. Der Salzgehalt beträgt im Durchschnitt etwa 1,2 Prozent. Das entspricht ungefähr einem Drittel des Salzgehalts normaler Ozeane.
Meer oder See? Eine Frage der Definition
Warum heißt das Kaspische Meer eigentlich Meer und nicht See? Der Grund dafür liegt in seiner Entstehungsgeschichte und seinen ozeanischen Eigenschaften. Geologisch gesehen ist es kein gewöhnlicher See, sondern ein Überrest des urzeitlichen Paratethys-Meeres. Der Boden besteht in den tiefen südlichen Bereichen aus ozeanischer Erdkruste, und die maximale Tiefe liegt bei beachtlichen 1.025 Metern.
Hier liegt die Tücke im Detail. Geografisch und rechtlich bleibt der Status umstritten. Ein internationales Abkommen aus dem Jahr 2018 stufte das Gewässer weder rein als See noch als Meer ein, sondern verlieh ihm einen völkerrechtlichen Sonderstatus. Für die Anrainerstaaten ist diese Definition extrem wichtig, da es um den Zugang zu gigantischen Öl- und Erdgasreserven sowie um wertvolle Fischereirechte für den vom Aussterben bedrohten Stör geht.
Der dramatische Wandel des Aralsees im Vergleich
Während das Kaspische Meer trotz aktueller Schrumpfungstendenzen stabil groß bleibt, gilt das Schicksal des Aralsees als eine der größten menschengemachten Umweltkatastrophen des vergangenen Jahrhunderts. Noch im Jahr 1960 war der Aralsee mit fast 68.000 Quadratkilometern das viertgrößte Binnengewässer der gesamten Erde. Die Sowjetunion leitete jedoch ab den 1960er-Jahren gigantische Wassermengen aus den Wüstenflüssen um, um Wüstenregionen für den großflächigen Baumwollanbau nutzbar zu machen.
Nernst, ein Kollege aus der Klimaforschung, erzählte mir einst von seiner Reise in die Region. Wo früher Fischerboote fuhren, erstreckt sich heute eine giftige Salz- und Sandwüste namens Aralkum. Bis zum Jahr 2018 war die Wasserfläche auf magere 7.000 Quadratkilometer zusammengeschrumpft. Das ist ein Verlust von fast 90 Prozent der einstigen Oberfläche. Nur der Bau des Kokaral-Damms im Jahr 2005 rettete zumindest einen kleinen Teil im Norden vor dem endgültigen Austrocknen. Es zeigt uns schmerzhaft, wie fragil diese geschlossenen Wassersysteme sind.
Die größten Binnengewässer im direkten Vergleich
Um die gewaltigen Unterschiede zwischen den verschiedenen Binnengewässern und Meeren zu verdeutlichen, lohnt sich ein Blick auf die harten geografischen Kennzahlen.⭐ Kaspisches Meer
• ca. 1,2 Prozent (salzig)
• 1.025 Meter
• Größtes abflussloses Binnengewässer der Erde
• ca. 371.000 Quadratkilometer
Oberer See (Lake Superior)
• 0 Prozent (Süßwasser)
• 406 Meter
• Flächenmäßig größter reiner Süßwassersee
• ca. 82.100 Quadratkilometer
Aralsee (Historischer Stand 1960)
• Ursprünglich schwach salzig, heute extrem hyperhalin
• ca. 68 Meter
• Heute weitgehend ausgetrocknet und in Restseen zerfallen
• ca. 68.000 Quadratkilometer
Das Kaspische Meer übertrifft alle anderen Binnengewässer der Erde um das Mehrfache. Es ist mehr als viermal so groß wie der flächenmäßig größte Süßwassersee der Welt und behält seinen Titel als größtes Binnenmeer unabhängig von rechtlichen Definitionen.Die Rettung des Nördlichen Aralsees
Die kasachische Regierung und lokale Fischer standen im Jahr 2003 vor den Trümmern ihrer Existenz. Der kollabierte Aralsee hatte die lokale Wirtschaft komplett ruiniert, und der Hafen von Aralsk lag über 100 Kilometer landeinwärts im trockenen Sand.
Ein erster provisorischer Versuch, das verbleibende Flusswasser des Syrdarja im Norden zu stauen, scheiterte kläglich. Der aus Sand gebaute Damm brach unter den Herbststürmen zusammen, und das wertvolle Wasser floss wieder in die ausgetrocknete Süd-Senke.
Mithilfe internationaler Unterstützung wurde im Jahr 2005 schließlich der stabil konstruierte Kokaral-Damm aus Beton fertiggestellt. Die Planer erkannten, dass man nicht den gesamten See retten konnte, sondern sich auf den Norden fokussieren musste.
Innerhalb von nur drei Jahren stieg der Wasserspiegel im nördlichen Becken wieder von 30 auf 42 Meter an. Die Wasserfläche vergrößerte sich um über 700 Quadratkilometer, der Salzgehalt sank drastisch, und die jährliche Fischfangmenge vervielfachte sich bis zum Jahr 2012 auf 18.000 Tonnen.
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Ist das Kaspische Meer ein echter See oder ein echtes Meer?
Geografisch und geologisch ist es eine Mischform. Es besitzt einen ozeanischen Meeresboden und salziges Wasser, ist jedoch vollständig von Land umschlossen und hat keinen natürlichen Abfluss zum Weltmeer, weshalb es oft als der größte See der Erde klassifiziert wird.
Welches Land hat den größten Anteil am Kaspischen Meer?
Kasachstan besitzt die längste Küstenlinie und den flächenmäßig größten Anteil am nördlichen und östlichen Sektor des Gewässers. Russland, Aserbaidschan, Turkmenistan und der Iran teilen sich die verbleibenden Küstenabschnitte.
Warum ist der Aralsee fast komplett ausgetrocknet?
Hauptursache war die massive Umleitung der beiden Zuflüsse Amudarja und Syrdarja durch sowjetische Bewässerungsprojekte seit den 1960er-Jahren. Da kaum noch Flusswasser den See erreichte, verdunstete das Gewässer im Laufe der Jahrzehnte fast vollständig.
So setzen Sie es um
Kaspisches Meer ist der SpitzenreiterMit 371.000 Quadratkilometern Fläche ist das Kaspische Meer das unangefochten größte Binnenmeer und gleichzeitig der größte abflusslose See unseres Planeten.
Der Aralsee ist eine historische WarnungDer Verlust von fast 90 Prozent der Wasserfläche des Aralsees seit 1960 verdeutlicht die verheerenden globalen Folgen unüberlegter großflächiger Wassereingriffe.
Salzgehalt variiert durch ZuflüsseObwohl es ein geschlossenes System ist, sorgt der massive Süßwasserzufluss der Wolga im Norden für fast salzfreie Zonen, während der Süden spürbar salziger bleibt.
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