Was tun, wenn der diastolische Wert zu hoch ist?
Zu hoher diastolischer Blutdruck: Ursachen, Folgen und was Sie tun können
Ein erhöhter diastolischer Blutdruck, also der untere Wert in der Blutdruckmessung, ist ein ernstzunehmender Faktor für Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Während der systolische Wert (der obere Wert) den Druck während der Herzschlagphase angibt, reflektiert der diastolische Wert den Druck in den Arterien, während das Herz sich entspannt und sich mit Blut füllt. Ein dauerhaft zu hoher diastolischer Wert bedeutet, dass das Herz ständig gegen einen erhöhten Widerstand arbeiten muss, was langfristig zu Schäden führen kann.
Was bedeutet "zu hoch"?
Ein diastolischer Wert von über 90 mmHg gilt allgemein als zu hoch und wird als Hypertonie (Bluthochdruck) eingestuft. Die genaue Grenze kann jedoch je nach individuellen Faktoren und Begleiterkrankungen variieren. Wichtig ist, dass sich der Wert im Laufe der Zeit konsequent erhöht, dies ist ein zuverlässigerer Indikator als ein einzelner erhöhter Messwert. Eine zuverlässige Diagnose erhält man nur durch wiederholte Messungen beim Arzt.
Ursachen für einen erhöhten diastolischen Blutdruck:
Die Ursachen für einen erhöhten diastolischen Blutdruck sind vielfältig und oft miteinander verknüpft:
- Lebensgewohnheiten: Eine ungesunde Ernährung (reich an Salz, gesättigten Fettsäuren und Zucker), Bewegungsmangel, Übergewicht, Rauchen und übermäßiger Alkoholkonsum sind wesentliche Risikofaktoren. Stress spielt ebenfalls eine bedeutende Rolle.
- Genetische Veranlagung: Eine familiäre Vorbelastung erhöht das Risiko für Bluthochdruck.
- Nierenerkrankungen: Die Nieren spielen eine entscheidende Rolle bei der Blutdruckregulation. Erkrankungen der Nieren können zu einem erhöhten diastolischen Blutdruck führen.
- Hormongestörte Erkrankungen: Schilddrüsenüber- oder -unterfunktion, sowie Erkrankungen der Nebennieren können den Blutdruck beeinflussen.
- Schlafapnoe: Atempausen während des Schlafs führen zu Sauerstoffmangel und können den Blutdruck erhöhen.
- Medikamente: Einige Medikamente können als Nebenwirkung einen erhöhten Blutdruck verursachen.
Folgen eines erhöhten diastolischen Blutdrucks:
Ein dauerhaft erhöhter diastolischer Blutdruck erhöht das Risiko für schwerwiegende Erkrankungen wie:
- Herzinfarkt: Die erhöhte Belastung des Herzens führt zu einer erhöhten Wahrscheinlichkeit für Herzinfarkte.
- Schlaganfall: Die verengten Blutgefäße erhöhen das Risiko für Schlaganfälle.
- Herzschwäche: Das Herz kann langfristig durch die erhöhte Belastung schwächer werden.
- Nierenschäden: Die Nieren werden durch den erhöhten Druck geschädigt.
- Sehstörungen: Die Blutgefäße in der Netzhaut können geschädigt werden.
Was tun bei einem zu hohen diastolischen Blutdruck?
Die Behandlung eines erhöhten diastolischen Blutdrucks sollte immer in Absprache mit einem Arzt erfolgen. Dieser wird die Ursache ermitteln und eine individuelle Therapie empfehlen. Diese kann folgende Maßnahmen umfassen:
- Lebensstiländerung: Dies ist der wichtigste Punkt. Eine ausgewogene Ernährung mit viel Obst, Gemüse und Vollkornprodukten, Regelmäßige Bewegung (mindestens 30 Minuten täglich moderater Aktivität, wie z.B. zügiges Gehen), Gewichtsreduktion bei Übergewicht, Rauchstopp und Reduktion des Alkoholkonsums sind unerlässlich.
- Medikamente: In vielen Fällen sind Medikamente notwendig, um den Blutdruck zu senken. Der Arzt wird die passende Medikation auswählen und die Dosis individuell anpassen.
- Regelmäßige Kontrollen: Der Blutdruck sollte regelmäßig kontrolliert werden, um den Therapieerfolg zu überwachen.
Fazit:
Ein erhöhter diastolischer Blutdruck ist eine ernstzunehmende Erkrankung, die frühzeitig erkannt und behandelt werden sollte. Eine gesunde Lebensführung und die regelmäßige ärztliche Kontrolle sind entscheidend, um langfristige Schäden zu vermeiden. Ignorieren Sie einen erhöhten Wert nicht – sprechen Sie mit Ihrem Arzt!
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