Wie melde ich mich korrekt krank?

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Die telefonische Krankschreibung ist zurück! Ärzte dürfen wieder telefonisch Arbeitsunfähigkeitsbescheinigungen ausstellen. Diese Erleichterung spart Zeit und vereinfacht die Abmeldung bei Krankheit für Arbeitnehmer. Ein persönlicher Besuch ist somit nicht immer zwingend notwendig.
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Krankmeldung am Telefon: Was Sie wissen müssen

Die Zeiten, in denen ein persönlicher Arztbesuch bei jeder Erkrankung Pflicht war, gehören (zumindest teilweise) der Vergangenheit an. Die telefonische Krankschreibung ist zurück! Ärzte dürfen wieder Arbeitsunfähigkeitsbescheinigungen (AU) telefonisch ausstellen, was sowohl für Arbeitnehmer als auch für Ärzte eine erhebliche Erleichterung darstellt. Doch wie funktioniert die telefonische Krankmeldung korrekt, und welche Punkte sind dabei zu beachten?

Voraussetzungen für eine telefonische AU:

Nicht jede Erkrankung berechtigt zu einer telefonischen Krankschreibung. Der Arzt muss die Erkrankung und die Arbeitsunfähigkeit des Patienten ausschliesslich auf Basis seiner Kenntnisse des Patienten beurteilen können. Das bedeutet: Eine telefonische AU ist in der Regel nur dann möglich, wenn der Arzt den Patienten bereits kennt und eine Anamnese besteht. Neue Patienten müssen in der Regel persönlich vorstellig werden. Auch die Art der Erkrankung spielt eine Rolle. Bei schweren Erkrankungen oder solchen, die einer intensiven Untersuchung bedürfen, ist ein persönlicher Besuch weiterhin notwendig. Der Arzt entscheidet letztlich im Einzelfall, ob eine telefonische AU ausgestellt werden kann.

Der Ablauf der telefonischen Krankmeldung:

  1. Kontakt zum Arzt: Nehmen Sie frühzeitig Kontakt zu Ihrer Hausarztpraxis auf. Informieren Sie sich im Vorfeld über die Vorgehensweise der Praxis bezüglich telefonischer Krankschreibungen. Manche Praxen bevorzugen eine vorherige telefonische Anmeldung.
  2. Symptombeschreibung: Beschreiben Sie Ihre Symptome so präzise wie möglich. Geben Sie Auskunft über den Beginn der Erkrankung, die Art der Beschwerden und bereits eingenommene Medikamente. Je detaillierter Ihre Angaben, desto besser kann der Arzt die Situation beurteilen.
  3. Fragen des Arztes: Erwarten Sie, dass der Arzt Ihnen Fragen zu Ihrer Erkrankung und Ihrer Arbeitsfähigkeit stellt. Beantworten Sie diese ehrlich und umfassend. Möglicherweise wird er weitere Informationen benötigen, um eine korrekte Diagnose zu stellen.
  4. Dauer der Arbeitsunfähigkeit: Der Arzt wird die Dauer Ihrer Arbeitsunfähigkeit festlegen. Diese kann je nach Erkrankung variieren.
  5. Nachweis: Der Arzt wird Ihnen die AU entweder per Post, E-Mail oder über ein Online-Portal zukommen lassen. Informieren Sie sich bei Ihrer Praxis über die bevorzugte Methode. Bewahren Sie die AU sorgfältig auf. Sie dient als Nachweis Ihrer Arbeitsunfähigkeit gegenüber Ihrem Arbeitgeber.

Pflichten des Arbeitnehmers:

Auch bei einer telefonischen Krankschreibung ist der Arbeitnehmer verpflichtet, seinen Arbeitgeber unverzüglich über seine Arbeitsunfähigkeit zu informieren. Die Übermittlung der AU erfolgt erst später. Eine frühzeitige Information schützt Sie vor möglichen Missverständnissen.

Fazit:

Die telefonische Krankschreibung bietet eine enorme Zeitersparnis und vereinfacht die Abwicklung bei leichter Erkrankung. Dennoch ist es wichtig, die Voraussetzungen und den korrekten Ablauf zu kennen. Eine offene und ehrliche Kommunikation mit dem Arzt ist unerlässlich, um eine korrekte Beurteilung und eine rechtssichere Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung zu erhalten. Im Zweifelsfall sollte immer ein persönlicher Arztbesuch erfolgen.