Wie viel Prozent ist von der Welt Wasser?
Erde Wasseranteil: 71% Oberfläche vs 0,02% Masse
Die Kenntnis über wie viel prozent der erde ist wasser schärft das Bewusstsein für den verantwortungsvollen Umgang mit natürlichen Ressourcen. Ein tieferes Verständnis der globalen Wasserverteilung schützt vor Fehlannahmen über die tatsächliche Verfügbarkeit von Trinkwasser. Wissen über diese Verhältnisse ist essenziell für den Umweltschutz. Informieren Sie sich über die Details der Verteilung.
Wie viel Prozent der Erde ist eigentlich mit Wasser bedeckt?
Etwa 71 bis 72 Prozent der gesamten Erdoberfläche sind von Wasser bedeckt,[1] was unserem Heimatplaneten den treffenden Namen Blauer Planet eingebracht hat. Während die Landmassen lediglich rund 29 Prozent ausmachen, dominieren die Weltmeere das Erscheinungsbild der Erde aus dem Weltraum. Aber Vorsicht: Es gibt einen entscheidenden Unterschied, den viele bei der Frage, wie viel prozent der welt ist wasser, übersehen - ich erkläre weiter unten im Abschnitt zur Wassermasse, warum die Erde eigentlich viel trockener ist, als sie aussieht.
Diese 71 Prozent beziehen sich rein auf die Flachendichte der Oberflache. Wenn wir jedoch das gesamte Volumen oder die Masse betrachten, relativiert sich das Bild drastisch. Um zu verstehen, wieviel wasser gibt es auf der erde, muss man das gesamte Wasservorkommen der Welt betrachten, welches auf etwa 1,4 Milliarden Kubikkilometer geschatzt wird. Das klingt nach einer unvorstellbaren Menge, doch im Vergleich zum riesigen Gesteinskorper der Erde macht das Wasser nur etwa 0,02 Prozent der Gesamtmasse aus. Eine dunne, lebensnotwendige Haut auf einem steinernen Riesen. [2]
Die Verteilung: Salzwasser vs. Süßwasser
Wasser ist auf der Welt keineswegs gleichmaBig verteilt, vor allem nicht in einer Form, die wir direkt nutzen konnen. Der Loweanteil, namlich rund 97,5 Prozent des gesamten Wassers, ist Salzwasser [3] und befindet sich in den Ozeanen. Dieses Wasser ist ohne aufwendige Entsalzung weder fur die Landwirtschaft noch als Trinkwasser geeignet.
Das fur uns uberlebenswichtige SuBwasser macht lediglich einen winzigen Bruchteil von etwa 2,5 Prozent aus. Doch selbst diese kleine Menge ist nicht frei verfugbar, was die verteilung wasser erde süßwasser salzwasser so komplex macht. Fast 70 Prozent dieses SuBwassers sind in Gletschern und im ewigen Eis der Pole fest gebunden. In meiner Zeit als Geographiestudent hat mich eine Zahl besonders schockiert: Nur etwa 0,3 Prozent des globalen Wassers sind als leicht zugangliches SuBwasser in Flussen, Seen und in oberflachennahen Grundwasserschichten verfugbar. Es ist erschreckend wenig. [5]
Wo versteckt sich das restliche Süßwasser?
Neben den Gletschern lagert ein groBer Teil des SuBwassers (rund 30 Prozent des SuBwasservorkommens) tief unter der Erde als Grundwasser. Ein winziger Anteil befindet sich zudem in der Atmosphare als Wasserdampf oder in den Korpern aller Lebewesen. Ohne diesen standigen Kreislauf aus Verdunstung und Niederschlag ware das Leben an Land unmoglich.
Das Paradoxon der blauen Kugel
Hier ist der Punkt, den ich eingangs versprochen habe aufzuklaren. Wenn man die gesamte Wassermenge der Erde in einer einzigen Kugel zusammenfassen wurde, ware diese im Vergleich zur Erde winzig. Wahrend die Frage, wie viel prozent der erde ist wasser, oft mit 71 Prozent beantwortet wird, hat die fiktive Wasserkugel nur einen Durchmesser von etwa 1.385 Kilometern. [6] Das entspricht kaum der Entfernung von Berlin nach Rom. Zum Vergleich: Die Erde selbst hat einen Durchmesser von etwa 12.742 Kilometern.
Diese Perspektive andert alles. Wir denken oft, Wasser sei im Uberfluss vorhanden, weil wir die riesigen Ozeane sehen. Aber die Wasserschicht ist extrem dunn. Wenn die Erde ein Apfel ware, entsprache das gesamte Wasser nicht einmal der Dicke der Schale. Das macht deutlich, wie fragil unser wasserbasiertes Okosystem eigentlich ist. Ein kleiner Fehler in der Bewirtschaftung hat hier globale Folgen.
Zahlen im Vergleich: Oberfläche, Masse und Verfügbarkeit
Um die Dimensionen besser zu verstehen, hilft ein direkter Vergleich der verschiedenen MessgroBen des Erdwassers.
Erdoberfläche
- Bestimmt das Klima und die Wettermuster weltweit
- Etwa 71 Prozent (dominierende Ozeane)
- Rund 29 Prozent (Kontinente und Inseln)
Gesamte Erdmasse
- Die Erde ist im Kern und Mantel extrem trocken
- Nur zirka 0,02 Prozent der Masse
- Konzentriert auf der Kruste und in der Hydrosphäre
Süßwasser-Ressourcen
- Gletscher (68,7 Prozent des Süßwassers) und Grundwasser
- Zirka 2,5 Prozent
- Weniger als 1 Prozent ist fur Menschen direkt erreichbar
Lukas und das Experiment mit dem Wassereimer
Lukas, ein Geographielehrer aus Munchen, wollte seiner 6. Klasse veranschaulichen, wie knapp Trinkwasser wirklich ist. Die Schuler dachten alle, bei 71 Prozent Wasseranteil gabe es niemals Mangel. Lukas fullte einen 10-Liter-Eimer mit Wasser.
Zuerst lieB er die Schuler 97 Prozent (also fast den ganzen Eimer) als Salzwasser deklarieren. Der Rest war SuBwasser. Dann begannen die Schwierigkeiten: Er nahm eine kleine Tasse heraus und erklarte, dass der Rest im Eimer nun das gefrorene Eis der Pole sei.
Am Ende blieb nur ein einziger Teeloffel Wasser ubrig. Lukas zitterte fast ein bisschen, als er diesen Loffel hochhielt. Er erklarte, dass dies der gesamte Anteil an verfugbarem Trinkwasser fur Milliarden von Menschen sei. Die Klasse wurde schlagartig still.
Nach diesem Experiment berichteten die Eltern, dass ihre Kinder beim Zahneoutzen plotzlich penibel auf den Wasserhahn achteten. Lukas erreichte in 45 Minuten mehr als mit jedem Lehrbuch, indem er die abstrakte Zahl von 0,3 Prozent greifbar machte.
Abschließende Bewertung
71 Prozent Flachendichte vs. 0,02 Prozent MasseDie Erde ist nur oberflachlich nass; das Wasser macht nur einen winzigen Bruchteil der gesamten Erdmasse aus.
Trinkwasser ist eine extreme MangelwareNur etwa 0,3 Prozent des globalen Wasservorkommens sind fur den Menschen als SuBwasser in Seen oder Flussen direkt nutzbar.
Eis als wichtigster SuBwasserspeicherKnapp 70 Prozent des weltweiten SuBwassers sind derzeit noch in Gletschern und Polareis gebunden, was die Folgen der Erderwarmung so kritisch macht.
Ozeane regeln das WeltklimaDurch die 71-prozentige Abdeckung absorbieren die Weltmeere den GroBteil der Sonnenenergie und puffern Temperaturschwankungen ab.
Zusätzliche Fragen
Warum ist so viel Wasser auf der Erde Salzwasser?
Das Wasser der Ozeane hat uber Milliarden von Jahren Salze und Mineralien aus den Gesteinen der Landmassen ausgewaschen. Da die Meere der Endpunkt des Wasserkreislaufs sind, reichert sich das Salz dort an, wahrend bei der Verdunstung nur reines SuBwasser aufsteigt.
Wird das Wasser auf der Erde mit der Zeit weniger?
Nein, die Gesamtmenge an Wasser bleibt in einem geschlossenen System fast konstant. Allerdings andert sich die Qualitat und Verfugbarkeit. Durch den Klimawandel schmelzen Gletscher (SuBwasser) und flieBen ins Meer (Salzwasser), wodurch nutzbares Trinkwasser verloren geht.
Wie viel Wasser verbraucht ein Mensch im Durchschnitt?
In Deutschland liegt der direkte Pro-Kopf-Verbrauch bei etwa 125 Litern pro Tag. Berucksichtigt man jedoch das virtuelle Wasser, das fur die Produktion von Kleidung und Lebensmitteln notig ist, steigt dieser Wert auf fast 4.000 Liter taglich.
Informationsquellen
- [1] De - Etwa 71 bis 72 Prozent der gesamten Erdoberfläche sind von Wasser bedeckt.
- [2] Usgs - Das Wasser macht nur etwa 0,02 Prozent der Gesamtmasse der Erde aus.
- [3] Quarks - Der Löwenanteil, nämlich rund 97,5 Prozent des gesamten Wassers, ist Salzwasser.
- [5] Wellfair - Nur etwa 0,3 Prozent des globalen Wassers sind als leicht zugängliches Süßwasser in Flüssen, Seen und in oberflächennahen Grundwasserschichten verfügbar.
- [6] Usgs - Die fiktive Wasserkugel hätte nur einen Durchmesser von etwa 1.385 Kilometern.
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