Welches Meer ist nicht salzig?
Welches Meer ist nicht salzig? Ostsee vs Kaspisches Meer
Die Frage, welches meer ist nicht salzig, führt zu faszinierenden Erkenntnissen über Brackwassergebiete und Binnenseen. Da kein natürliches Meer komplett salzfrei existiert, schützt das Verständnis der unterschiedlichen Salzgehalte vor Fehlannahmen über die Wasserbeschaffenheit. Entdecken Sie die biologischen Besonderheiten dieser Gewässerzonen, um die ökologische Vielfalt und deren Risiken besser einzuordnen.
Gibt es wirklich ein Meer ohne Salz?
Die Antwort hängt stark davon ab, wie streng man den Begriff Meer definiert, da kein natürliches Meeresgewässer auf der Erde völlig salzfrei ist. In der Regel haben die Weltmeere einen durchschnittlichen Salzgehalt von etwa 3,5 Prozent, [1] was bedeutet, dass in einem Kilogramm Wasser rund 35 Gramm Salz gelöst sind.
Es gibt jedoch Gewässer, die wir als Meer bezeichnen, deren Salzkonzentration so gering ist, dass sie als brackwasser meer eingestuft werden. Die Ostsee ist hierbei der Spitzenreiter. Aber es gibt ein Gewässer, das wir Meer nennen, obwohl es eigentlich ein riesiger See ist - und sein Salzgehalt variiert so extrem, dass man im Norden fast Süßwasser vorfindet. Ich werde dieses Rätsel im Abschnitt über das Kaspische Meer auflösen.
Die Ostsee: Das salzärmste Meer der Welt
Die Ostsee gilt als das größte Brackwassermeer der Erde. Ihr ostsee salzgehalt ist nicht überall gleich, sondern nimmt von West nach Ost und von Süd nach Nord massiv ab. Während man im Kattegat zwischen Dänemark und Schweden noch Werte von fast 2 Prozent findet, sinkt die Konzentration im Finnischen und Bottnischen Meerbusen auf unter 0,3 Prozent. [2]
Das ist so wenig, dass das Wasser dort fast wie Süßwasser schmeckt. Ich erinnere mich noch an meinen ersten Urlaub auf Rügen - ich sprang ins Wasser und erwartete das typische Brennen in den Augen, das ich von der Nordsee kannte. Aber nichts. Es fühlte sich fast an wie in einem Baggersee. Dieser niedrige Salzgehalt liegt vor allem daran, dass über 250 Flüsse ständig Süßwasser in das Becken pumpen, während der Austausch mit der salzigen Nordsee durch schmale Meerengen stark begrenzt ist.
Warum die Ostsee für Seeleute tückisch sein kann
Ein geringer Salzgehalt hat handfeste physikalische Folgen. Süßwasser gefriert schneller als Salzwasser. Während die Nordsee fast nie komplett einfriert, sind große Teile der nördlichen Ostsee im Winter regelmäßig mit Eis bedeckt. Zudem bietet salzarmes Wasser weniger Auftrieb. Ein Schiff liegt in der Ostsee tiefer im Wasser als im Atlantik, was bei der Beladung genau berechnet werden muss.
Das Kaspische Meer: Ein See im Tarnmantel
Hier ist die Auflösung des zuvor erwähnten Rätsels: Das Kaspische Meer ist geografisch gesehen gar kein Meer, sondern der größte Binnensee der Welt. Es hat keine Verbindung zu den Ozeanen, trägt den Namen aber aufgrund seiner gigantischen Größe und seines leicht salzigen Wassers.
Der durchschnittliche Salzgehalt liegt bei etwa 1,2 Prozent – also etwa ein Drittel des Ozeanwerts. Im Norden, wo die Wolga mit gewaltigen Wassermengen einmündet, sinkt der Salzgehalt auf unter 0,1 Prozent, was praktisch Süßwasser entspricht. Im Süden hingegen ist es deutlich salziger: In der Bucht Kara-Bogas-Gol steigt der Wert durch extreme Verdunstung sogar auf über 30 Prozent an, was diesen Ort zu einem der salzigsten der Welt macht.
Warum sind manche Meere salziger als andere?
Es ist ein ständiges Tauziehen zwischen zwei Faktoren: Verdunstung und Zufuhr von Süßwasser. In heißen Regionen wie dem Roten Meer verdunstet viel Wasser, während kaum Regen fällt oder Flüsse münden. Das Ergebnis? Ein extrem hoher Salzgehalt von über 4 Prozent.
Umgekehrt führen starke Regenfälle in den Tropen oder schmelzendes Eis in den Polregionen dazu, dass das Oberflächenwasser weniger salzig ist. Salz ist überall, aber die Konzentration macht den Unterschied. Wie salzig ist die ostsee im Vergleich zu anderen Gewässern? Ohne die ständige Zufuhr von Mineralien durch Flüsse, die Salz aus Gesteinen waschen, wären die Meere über Jahrmillionen hinweg längst süß geworden. Das klingt paradox - aber Flüsse bringen das Salz ins Meer, nur in so geringen Mengen, dass wir sie als Süßwasser wahrnehmen.
Warten Sie einen Moment. Heisst das, wir trinken in Flüssen eigentlich extrem verdünntes Salzwasser? Technisch gesehen ja. Aber die Konzentration ist so niedrig, dass unsere Geschmacksknospen sie nicht registrieren. In der Ostsee hingegen spürt man den unterschied meer und see salzgehalt deutlich - oder eben fast gar nicht, je nachdem, wo man badet.
Salzgehalt im Vergleich
Um ein Gefühl für die Unterschiede zu bekommen, hilft ein Blick auf die typischen Salzkonzentrationen verschiedener Gewässer.Offener Ozean (z.B. Atlantik)
- Klassisches Meerwasser
- Durchschnittlich 3,5 Prozent (35 Gramm pro Liter)
- Sehr stabil durch globale Meeresströmungen
Ostsee (Norden)
- Brackwasser
- 0,2 bis 0,5 Prozent (fast Süßwasser)
- Gefriert im Winter oft komplett zu
Rotes Meer
- Hochsalines Meerwasser
- Etwa 4,0 bis 4,2 Prozent
- Höchster Salzgehalt eines offenen Meeres
Totes Meer (Endsee)
- Hypersalin
- Bis zu 34 Prozent
- Ermöglicht das Schweben auf der Oberfläche
Lukas und die Suche nach dem Süßwasser-Meer
Lukas, ein begeisterter Segler aus Hamburg, plante einen Törn von Kiel bis hoch in den Bottnischen Meerbusen nach Finnland. Er hatte gehört, dass er dort oben kein Salz auf der Haut spüren würde und war skeptisch, da er die salzige Nordsee gewohnt war.
In den ersten Tagen bei Kiel fühlte sich alles normal an. Doch je weiter er nach Norden kam, desto stärker veränderte sich das Wasser. Er versuchte sogar, seine Ausrüstung mit dem Meerwasser abzuwaschen, was in der Nordsee undenkbar wäre, da Salz alles zerfrisst.
Der Durchbruch kam in der Nähe von Lulea. Lukas stellte fest, dass das Wasser beim Kochen von Kartoffeln fast gar kein zusätzliches Salz mehr nötig machte, aber auch kaum noch nach Meer schmeckte. Er realisierte, dass er sich in einer riesigen Süßwasser-Blase befand.
Am Ende seiner vierwöchigen Reise bestätigte Lukas, dass sein Boot kaum Salzablagerungen aufwies (Reduktion um geschätzte 90 Prozent im Vergleich zur Nordsee). Er lernte, dass die Ostsee ein Chamäleon ist, das seinen Charakter völlig verändert.
Wissen erweitern
Kann man in der Ostsee Süßwasserfische fangen?
Ja, tatsächlich leben in den salzarmen Regionen der Ostsee Arten wie Hecht, Barsch und Zander direkt neben Meeresfischen wie dem Hering. Dieser Mix ist weltweit einzigartig und nur durch den niedrigen Salzgehalt möglich.
Ist das Kaspische Meer wirklich ein Meer?
Nein, es ist der größte See der Welt. Da es jedoch keine Verbindung zu den Ozeanen hat und sein Wasser durch Mineralien leicht salzig ist, hat sich der Name Meer historisch eingebürgert.
Welches ist das salzigste Meer der Welt?
Das salzigste offene Meer ist das Rote Meer mit etwa 4 Prozent Salzgehalt. Wenn man Binnenseen mitzählt, gewinnt das Tote Meer mit einer Konzentration von rund 34 Prozent.
Schlüsselpunkte
Kein Meer ist völlig salzfreiJedes Meer enthält Salz, aber die Ostsee kommt mit Werten unter 0,5 Prozent dem Süßwasser am nächsten.
Brackwasser als goldene MitteGewässer mit einem Salzgehalt zwischen 0,1 und 1 Prozent werden als Brackwasser bezeichnet - ein Lebensraum für spezialisierte Tierarten.
Flüsse sind die Süßwasser-FabrikenGroße Zuflüsse wie die Wolga oder die Weichsel senken den Salzgehalt in Küstennähe dramatisch.
Referenzdokumente
- [1] De - In der Regel haben die Weltmeere einen durchschnittlichen Salzgehalt von etwa 3,5 Prozent.
- [2] Planet-wissen - Während man im Kattegat zwischen Dänemark und Schweden noch Werte von fast 2 Prozent findet, sinkt die Konzentration im Finnischen und Bottnischen Meerbusen auf unter 0,3 Prozent.
- Warum darf man im Toten Meer nicht schwimmen?
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