Wie tief sollte der untere Blutdruckwert sein?

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Wie tief sollte der untere Blutdruckwert sein? Für die meisten Patienten, die blutdrucksenkende Medikamente einnehmen, liegt der ideale diastolische Wert zwischen 70 und 79 mmHg. Während ein dauerhaft erhöhter Wert über 90 mmHg die Gefäßwände schädigt, ist ein Wert unter 60 mmHg (Hypotonie) gefährlich für die Gehirnversorgung. Ein niedriger Wert ohne Symptome ist jedoch unbedenklich.
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Unterer Blutdruckwert: 70-79 mmHg ideal, unter 60 gefährlich

Wie tief sollte der untere Blutdruckwert sein? Viele Menschen achten nur auf den oberen Wert, doch der diastolische Wert ist ebenso entscheidend für die Herzgesundheit. Ein zu niedriger oder zu hoher unterer Blutdruck führt zu ernsten Folgen wie Gefäßschäden oder unzureichender Gehirnversorgung. Erfahren Sie hier die genauen Zielwerte und wann ein niedriger Wert unbedenklich ist.

Wie tief sollte der untere Blutdruckwert sein?

Die Antwort auf die Frage Wie tief sollte der untere Blutdruckwert sein kann von vielen verschiedenen Faktoren abhängen und lässt sich nicht pauschal für jeden Menschen gleich beantworten. Grundsätzlich gilt für gesunde Erwachsene ein optimaler diastolischer Blutdruck von weniger als 80 mmHg. Ein Wert um die 70 bis 80 mmHg wird als ideal angesehen, um das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen gering zu halten.

Ehrlich gesagt, war ich anfangs selbst verwirrt, als ich meine ersten Messungen zu Hause durchführte. Mein oberer Wert war okay, aber der untere tanzte völlig aus der Reihe. Das ist wichtig. Man muss verstehen, dass die Diastole - also der untere Wert - den Druck in den Gefäßen beschreibt, wenn das Herz erschlafft. Aber es gibt einen kritischen Punkt, an dem ein niedrigerer Wert sogar gefährlich werden kann - besonders für das Herz. Ich werde das im Abschnitt über die Risiken bei Vorerkrankungen genauer erklären.

Die Klassifizierung: Was bedeuten Ihre Werte?

Um Ihre Messungen richtig einzuordnen, hilft ein Blick auf die gängigen medizinischen Grenzwerte. Diese dienen als Orientierung, um festzustellen, ob Ihr Blutdruck im grünen Bereich liegt oder ob Handlungsbedarf besteht. Hier sind die typischen Kategorien: Optimal (weniger als 80 mmHg), Normal (80 bis 84 mmHg), Hochnormal (85 bis 89 mmHg) und Bluthochdruck Grad 1 (90 bis 99 mmHg).

In Deutschland leiden rund 33% der Erwachsenen an Bluthochdruck.[1] Oft wird dabei nur auf den oberen Wert geschaut, doch eine dauerhaft erhöhte Diastole über 90 mmHg schädigt die Gefäßwände massiv. Das führt dazu, dass die Arterien ihre Elastizität verlieren. In meiner Erfahrung neigen viele dazu, den unteren Wert zu ignorieren, solange der obere Wert (die Systole) noch halbwegs passt. Ein fataler Fehler, denn beide Werte sind für die Herzgesundheit gleichermaßen relevant.

Wann ist der untere Blutdruck zu niedrig?

Von einem zu niedrigen Blutdruck (Hypotonie) spricht man meist, wenn ein zu niedriger diastolischer Wert unter 60 mmHg sinkt.[2] Bei Frauen wird dieser Grenzwert manchmal schon bei 70 mmHg angesetzt, sofern Symptome auftreten. Ein niedriger Wert allein ist meist kein Grund zur Sorge, solange Sie sich gut fühlen. Gefährlich wird es erst, wenn das Blut nicht mehr mit genug Druck durch den Körper gepumpt wird, um das Gehirn ausreichend zu versorgen.

Ich erinnere mich an eine Phase, in der ich morgens kaum aus dem Bett kam. Schwindel beim Aufstehen war mein ständiger Begleiter. Mein unterer Wert lag oft bei 55 mmHg. Es hat mich Wochen gekostet zu begreifen, dass meine strikte Salzvermeidung und extreme Hitze im Sommer die Ursache waren. Manchmal ist das Problem hausgemacht. Wenn der Körper zu wenig Flüssigkeit hat, sinkt das Blutvolumen und damit auch der Druck in der Entspannungsphase des Herzens.

Symptome bei zu tiefer Diastole

Wenn Ihr Wert unter die kritische Marke sinkt, sendet der Körper meist deutliche Signale. Achten Sie auf folgende Anzeichen: 1. Plötzlicher Schwindel beim schnellen Aufstehen 2. Ständige Müdigkeit und Konzentrationsschwäche 3. Ohrensausen oder Schwarzwerden vor den Augen 4. Kalte Hände und Füße

Zielwerte bei Vorerkrankungen und im Alter

Hier ist die Erklärung zum kritischen Punkt, den ich eingangs erwähnt habe: Das Phänomen der J-Kurve. Bei Patienten mit einer bestehenden koronaren Herzkrankheit (KHK) kann eine zu starke Senkung des diastolischen Werts unter 70 mmHg das Risiko für einen Herzinfarkt paradoxerweise erhöhen. Warum? Weil die Herzkranzgefäße fast ausschließlich in der Diastole - also in der Füllungsphase - mit Blut versorgt werden. Ist der Druck hier zu niedrig, bekommt der Herzmuskel selbst nicht genug Sauerstoff.

Für die meisten Menschen unter medikamentöser Therapie wird daher heute ein Zielwert unterer Blutdruck von 70 bis 79 mmHg angestrebt.[4] Im Alter verändern sich die Gefäße. Sie werden steifer, was dazu führen kann, dass die Systole steigt, während die Diastole stabil bleibt oder sogar sinkt. Dies nennt man isolierte systolische Hypertonie. In diesem Fall muss ein Arzt sehr feinfühlig entscheiden, wie stark der Blutdruck gesenkt wird, ohne den unteren Wert zu weit in den Keller zu treiben.

Nichts ist frustrierender als ein Arztbesuch, bei dem man sich wie eine Nummer fühlt. Ich habe selbst erlebt, wie wichtig es ist, diese Nuancen anzusprechen. Wenn Sie Medikamente nehmen und sich ständig schlapp fühlen, könnte Ihr diastolischer Wert schlichtweg zu tief eingestellt sein. Fragen Sie nach. Ein guter Mediziner wird die Dosierung anpassen, um den optimalen Bereich zwischen 70 und 80 mmHg zu treffen.

Blutdruck-Kategorien im Überblick

Die folgende Übersicht hilft Ihnen dabei, Ihre diastolischen Messwerte ohne langes Suchen einzuordnen.

Optimaler Bereich

  • Sehr gering; idealer Schutz für Gefäße und Herz
  • Gesunden Lebensstil beibehalten
  • Unter 80 mmHg

Normal bis Hochnormal

  • Leicht erhöht bei Werten ab 85 mmHg
  • Regelmäßige Kontrolle; Ernährung und Bewegung prüfen
  • 80 bis 89 mmHg

Bluthochdruck (Hypertonie)

  • Hoch; Risiko für Schlaganfall und Herzinfarkt steigt
  • Ärztliche Abklärung und meist medikamentöse Therapie
  • 90 mmHg oder höher
Während ein Wert unter 80 mmHg das Ideal darstellt, ist der Bereich bis 84 mmHg für die meisten Menschen völlig unbedenklich. Kritisch wird es erst dauerhaft über 90 mmHg oder bei Symptomen unter 60 mmHg.

Thomas aus Berlin: Der Kampf mit der Müdigkeit

Thomas, ein 45-jähriger Büroangestellter aus Berlin, bemerkte seit Wochen eine bleierne Müdigkeit und ständigen Schwindel, sobald er nach langem Sitzen aufstand. Er vermutete Stress, doch sein Heimgerät zeigte einen diastolischen Wert von nur 58 mmHg an.

Sein erster Versuch war es, den Kaffee-Konsum massiv zu steigern, um den Kreislauf zu pushen. Das Ergebnis war jedoch nur Herzrasen bei gleichbleibend niedrigem Druck und noch mehr Unwohlsein.

Nach einem Gespräch mit einem Kollegen stellte er fest, dass er über den Tag verteilt kaum zwei Gläser Wasser trank. Er begann, konsequent 2.5 Liter Wasser zu trinken und beim Frühstück wieder etwas mehr Salz zu verwenden.

Innerhalb von zwei Wochen stabilisierte sich sein unterer Wert auf 72 mmHg. Der Schwindel verschwand fast vollständig und seine Konzentrationsfähigkeit im Büro stieg spürbar an.

Die wichtigsten Dinge

Zielbereich 70-80 mmHg anstreben

Dieser Bereich gilt für die meisten Erwachsenen als optimal für die langfristige Gefäßgesundheit.

Unter 60 mmHg auf Symptome achten

Ein sehr niedriger Wert ist nur behandlungsbedürftig, wenn Schwindel oder Kreislaufprobleme auftreten.

Diastole nicht unterschätzen

Ein dauerhafter Wert über 90 mmHg schädigt das Herz genauso wie ein zu hoher oberer Wert.

Individuelle Faktoren zählen

Bei Herzerkrankungen oder im hohen Alter können abweichende Zielwerte medizinisch notwendig sein.

Weiterführende Lektüre

Ist ein unterer Wert von 65 mmHg gefährlich?

Für junge, gesunde Menschen ist ein Wert von 65 mmHg meist unbedenklich und oft sogar ein Zeichen für elastische Gefäße. Gefährlich ist es nur, wenn Sie dabei unter Symptomen wie Ohnmachtsanfällen oder extremer Schwäche leiden.

Was tun, wenn nur der untere Blutdruckwert zu hoch ist?

Wenn nur die Diastole über 90 mmHg liegt, spricht man von einer isolierten diastolischen Hypertonie. Dies tritt häufig bei jüngeren, gestressten Menschen auf und sollte ärztlich untersucht werden, da es das Herz auf Dauer belastet.

Falls Sie sich über Ihre persönlichen Werte unsicher sind, erfahren Sie hier mehr darüber, Wie tief darf diastolischer Blutdruck sein?.

Kann Sport den unteren Blutdruckwert senken?

Ja, regelmäßiges Ausdauertraining wie Joggen oder Schwimmen verbessert die Elastizität der Gefäße. Studien zeigen, dass dadurch der diastolische Blutdruck um etwa 4 bis 9 mmHg gesenkt werden kann.

Diese Informationen dienen ausschließlich der allgemeinen Aufklärung und ersetzen keine professionelle medizinische Beratung, Diagnose oder Behandlung. Individuelle Gesundheitszustände variieren stark. Konsultieren Sie immer einen qualifizierten Arzt, bevor Sie Entscheidungen über Ihre Gesundheit, Medikamente oder Behandlungspläne treffen. Suchen Sie bei schweren Symptomen sofort einen Notarzt auf.

Verwandte Dokumente

  • [1] Rki - In Deutschland leiden rund 33% der Erwachsenen an Bluthochdruck.
  • [2] Ndr - Von einem zu niedrigen Blutdruck (Hypotonie) spricht man meist, wenn der diastolische Wert unter 60 mmHg sinkt.
  • [4] Leitlinien - Für die meisten Menschen unter medikamentöser Therapie wird daher heute ein Zielkorridor von 70 bis 79 mmHg angestrebt.