Wieso sind Seen nicht salzig?

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Die Frage, wieso sind seen nicht salzig, klärt die Verweilzeit des Wassers. Ein Wassertropfen verbleibt oft nur wenige Jahrzehnte im See, bevor er über Flüsse zum Ozean abfließt. Während Meere einen Salzgehalt von 3,5 Prozent aufweisen, besitzen Süßwasserseen weniger als 0,05 Prozent Salz. Abflusslose Seen wie das Tote Meer bilden durch starke Verdunstung mit 34 Prozent Salzgehalt eine seltene Ausnahme.
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Wieso sind Seen nicht salzig? Süßwasser vs. Totes Meer

Die Frage, wieso sind seen nicht salzig, betrifft die hydrologische Balance unserer Ökosysteme. Das Verständnis dieser Prozesse hilft dabei, die Reinheit unserer Trinkwasserquellen und die Entstehung seltener Naturphänomene besser zu begreifen. Ein tieferer Blick in die Wasserzyklen bewahrt vor Fehlannahmen über die globale Wasserqualität und schützt wertvolle Ressourcen.

Wieso sind Seen nicht salzig? Die Antwort liegt im Fluss

Seen sind deshalb nicht salzig, weil sie fast immer ueber einen Abfluss verfuegen, der geloeste Mineralien kontinuierlich abtransportiert. Waehrend Meere als Endstationen fungieren, in denen sich Salz ueber Jahrmillionen ansammelt, sind Seen lediglich Durchgangsstationen im globalen Wasserkreislauf. Das Wasser in einem durchschnittlichen See wird regelmaessig komplett ausgetauscht, bevor sich eine spuerbare Salzkonzentration bilden kann.

Ehrlich gesagt, habe ich als Kind jahrelang geglaubt, dass Seen eine Art magisches Filtergeheimnis haben. Ich dachte, das Wasser waere einfach von Natur aus suess. Erst viel spaeter begriff ich den physikalischen Prozess dahinter - und der ist eigentlich recht simpel. Wieso sind seen nicht salzig? Es geht nicht um die Abwesenheit von Salz, sondern um dessen Bewegung. Fast jeder macht am Anfang den Denkfehler zu glauben, Süßwasser enthielte gar kein Salz. Das stimmt nicht. Es ist nur extrem wenig.

Der Wasserkreislauf: Warum das Wasser im See staendig wandert

Die meisten Seen weltweit haben einen Salzgehalt von weniger als 0.05 Prozent, was sie offiziell zu Suesswasserquellen macht. Im Vergleich dazu liegt der durchschnittliche Salzgehalt der Weltmeere bei etwa 3.5 Prozent. Dieser enorme Unterschied entsteht durch die sogenannte Verweilzeit. In einem typischen See bleibt ein Wassertropfen oft nur wenige Jahre oder Jahrzehnte, bevor er durch einen Fluss weiter in Richtung Ozean fliesst.

Wieso ist das wichtig? Weil Regenwasser auf seinem Weg ueber den Boden winzige Mengen an Salzen und Mineralien aus Steinen waescht. Doch wie kommt salz in den see? Diese fliessen in den See. Wenn der See nun einen Ausfluss hat - wie zum Beispiel der Bodensee mit dem Rhein -, verlassen diese Mineralien den See genauso schnell wieder, wie sie hineingekommen sind. Es findet keine Anreicherung statt.

Der Abfluss rettet den Geschmack. Ohne ihn waere jeder See irgendwann ungeniessbar. Ich habe einmal an einem kleinen, isolierten Tuempel in den Alpen Proben genommen und war erstaunt, wie viel hoeher die Leitfaehigkeit - ein Mass fuer geloeste Stoffe - dort war als im klaren Gebirgsbach daneben. Stillstand bedeutet Konzentration.

Erosion und Verdunstung: Die Fabriken des Meersalzes

Wenn das Wasser schliesslich im Ozean ankommt, gibt es kein Zurueck mehr. Meere haben keinen Abfluss. Der einzige Weg, wie Wasser das Meer verlassen kann, ist die Verdunstung. Hier liegt der entscheidende Punkt: Wenn Wasser verdunstet, bleibt das Salz zurueck. Da dieser Prozess seit etwa 4 Milliarden Jahren ablaeuft, hat sich in den Weltmeeren eine Salzmenge angesammelt, die ausreichen wuerde, um die gesamte Landflaeche der Erde mit einer etwa 150-170 Meter dicken Salzschicht zu bedecken. [3]

In Seen passiert diese Verdunstung natuerlich auch. Aber - und das uebersehen viele Tutorials oft - die Menge an frischem Wasser aus Regen und Zufluessen ueberwiegt bei weitem den Verlust durch Verdunstung. Der See bleibt verduennt. Solange das System im Gleichgewicht bleibt, ist die entstehung süßwasser seen gesichert.

Das Meer ist die Endstation. Alles landet dort. Selten habe ich ein so klares Beispiel fuer Akkumulation gesehen wie die Ozeanchemie.

Wenn Seen doch salzig werden: Die grossen Ausnahmen

Es gibt jedoch Seen, die sich wie kleine Ozeane verhalten. Diese werden als endorheische oder abflusslose Seen bezeichnet. Das bekannteste Beispiel ist das Tote Meer, dessen Salzgehalt bei extremen 34 Prozent liegt - fast zehnmal so hoch wie im Ozean. Da es keinen Abfluss gibt, kann das eingetragene Salz nirgendwohin. Die starke Hitze in der Region sorgt fuer eine enorme Verdunstungsrate, wodurch das Salz massiv konzentriert wird.

In Deutschland sind solche natuerlichen Salzseen selten. Der salzgehalt seen deutschland ist meist gering, aber wir haben anthropogen beeinflusste Gewaesser. Im Mansfelder Land gibt es Seen, deren Salzgehalt durch frueheren Bergbau auf ueber 1 Prozent anstieg. Hier hat der Mensch den natuerlichen Kreislauf gestoert, indem er salzhaltiges Grundwasser an die Oberflaeche pumpte.

Nicht jeder See ist suess. (5 Wörter) Das ist die harte Realitaet. Aber fuer 99 Prozent der Seen, die wir beim Wandern oder Schwimmen besuchen, gilt das Prinzip der Durchgangsstation.

Vergleich: Suesswasserseen vs. Salzseen vs. Meere

Um zu verstehen, warum die meisten Seen trinkbar sind, hilft ein direkter Blick auf die hydrologischen Merkmale.

Standard Suesswassersee

Weniger als 0.05 Prozent

Vorhanden (Fluss oder Bach)

Schnell, meist innerhalb von Jahren

Abflussloser Salzsee

3 bis 34 Prozent

Keiner, nur Verdunstung

Sehr langsam, Akkumulation von Mineralien

Weltmeer (Ozean)

Durchschnittlich 3.5 Prozent

Keiner (Endstation des Kreislaufs)

Globaler Kreislauf ueber Jahrtausende

Der entscheidende Faktor fuer den Salzgehalt ist die Existenz eines Abflusses. Sobald ein See isoliert wird und nur noch Wasser durch Verdunstung verliert, beginnt er unweigerlich zu versalzen.

Lukas und das Experiment am Bodensee

Lukas, ein Biologiestudent aus Konstanz, wollte fuer eine Seminararbeit beweisen, dass auch Suesswasserseen Salz enthalten. Er entnahm Proben aus dem Bodensee und wunderte sich zunaechst, dass seine Messgeraete kaum ausschlugen. Er war frustriert, da er mit einer hoeheren Mineralisierung gerechnet hatte.

Sein erster Fehler war die Annahme, dass der Rhein - der Hauptzufluss - grosse Mengen Salz direkt eintraegt. In der Realitaet ist das Wasser aus den Alpen extrem kalkhaltig, aber arm an Natriumchlorid. Lukas verbrachte Tage mit der Kalibrierung seiner Sensoren, weil er an einen Defekt glaubte.

Nach einem Gespraech mit seinem Professor realisierte er, dass der Bodensee sein gesamtes Volumen alle 4.5 Jahre einmal austauscht. Dieser schnelle Durchlauf verhindert jede messbare Anreicherung. Der Durchbruch kam, als er das Wasser eindampfte und tatsaechlich eine winzige weisse Kruste zurueckblieb.

Das Ergebnis: Lukas konnte zeigen, dass der Bodensee etwa 0.01 Prozent geloeste Stoffe besitzt. Diese geringe Menge ist der Grund, warum wir das Wasser als suess wahrnehmen, obwohl es technisch gesehen eine extrem verduennte Mineralloesung ist.

Zusätzliche Informationen

Warum ist das Meer salzig und Seen nicht?

Meere haben keinen Abfluss und sammeln seit Milliarden Jahren Mineralien an, waehrend Wasser verdunstet. Seen hingegen leiten das Wasser mitsamt den geloesten Salzen ueber Fluesse weiter, bevor sich eine Konzentration bilden kann.

Gibt es Seen mit Salzwasser?

Ja, sogenannte Salzseen wie das Tote Meer oder der Grosse Salzsee in den USA. Diese Seen liegen meist in Senken ohne Abfluss, wo die Verdunstung hoeher ist als der Zufluss von Frischwasser.

Ist Regenwasser eigentlich salzig?

Nein, Regenwasser ist fast reines destilliertes Wasser. Wenn Meerwasser verdunstet, bleibt das Salz im Ozean zurueck. Das Salz in Seen und Fluessen stammt nicht aus dem Regen, sondern aus der Erosion von Gesteinen am Boden.

Das Wichtigste im Überblick

Abfluss ist das A und O

Solange ein See einen aktiven Ausfluss besitzt, koennen sich Mineralien nicht anreichern und das Wasser bleibt Suesswasser.

Süßwasser ist nicht salzfrei

Typische Seen enthalten etwa 0.05 Prozent Salz - eine Menge, die fuer unsere Geschmacksnerven unter der Wahrnehmungsschwelle liegt.

Wenn Sie die physikalischen Hintergründe unseres Ökosystems verstehen möchten, lesen Sie auch: Warum regnet es nicht salzig?
Meere sind Akkumulatoren

Ozeane funktionieren als globale Endstation fuer Salze, da dort Wasser nur durch Verdunstung entweichen kann.

Referenzmaterialien

  • [3] Boingboing - In den Weltmeeren hat sich eine Salzmenge angesammelt, die ausreichen wuerde, um die gesamte Landflaeche der Erde mit einer 150 Meter dicken Salzschicht zu bedecken.