Wo ist das Meer am kältesten?

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Das kälteste Meer der Welt befindet sich in der Antarktis, speziell im McMurdo-Sund im Südlichen Ozean. Dort werden regelmäßig die niedrigsten stabilen Meerestemperaturen von bis zu minus 1,9 Grad Celsius gemessen. Diese extreme Kälte ist möglich, weil der hohe Salzgehalt des Meerwassers den Gefrierpunkt unter den von Süßwasser senkt.
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Kältestes Meer: Minus 1,9 Grad durch Salz

Die Antwort auf die Frage Wo ist das Meer am kältesten? führt in eisige Regionen, in denen Wasser trotz Temperaturen weit unter null Grad flüssig bleibt. Dieses Phänomen hat physikalische Ursachen, die viele überraschen. Wer versteht, warum Ozeane nicht einfach gefrieren, erhält Einblicke in grundlegende Naturgesetze und die extremen Lebensbedingungen auf unserem Planeten.

Wo ist das Meer am kältesten?

Die Frage Wo ist das Meer am kältesten? wirkt simpel, hat aber mehrere mögliche Antworten. Verschiedene Regionen erreichen extreme Temperaturen, doch die dauerhaft niedrigsten Messwerte im Meerwasser findet man in der Antarktis, besonders im McMurdo-Sund im Südlichen Ozean. Dort kann Meerwasser flüssig bleiben, obwohl es ungefähr minus 1,9 Grad C kalt ist. [1]

Der Grund liegt nicht nur im Klima. Salz spielt eine entscheidende Rolle. Meerwasser gefriert später als Süßwasser, weil der Salzgehalt den Gefrierpunkt senkt. Im McMurdo-Sund treffen mehrere Faktoren zusammen: extrem kalte Luft, stabile Eisdecken und Wasserzirkulation aus der Tiefsee. Kurz gesagt: kälter wird es im Ozean kaum.

Aber es gibt eine interessante Frage, die viele übersehen: Warum gefriert das Meer dort nicht komplett, obwohl die Temperaturen unter dem Gefrierpunkt von Süßwasser liegen? Die Antwort kommt etwas später im Artikel.

Warum bleibt Meerwasser bei Minusgraden flüssig?

Dass das kältestes Meer der Welt nicht sofort zufriert, wirkt zunächst widersprüchlich. Meerwasser enthält gelöste Salze, die den Gefrierpunkt senken. Während reines Wasser bei null Grad C gefriert, liegt der Gefrierpunkt von Meerwasser mit etwa 35 Gramm Salz pro Kilogramm Wasser ungefähr bei minus 1,9 Grad C. [2]

Hier passiert etwas Spannendes. Das Wasser kann sehr kalt werden, ohne sofort zu Eis zu werden. Ozeanographen nennen dieses Phänomen manchmal Supercooling, also eine leichte Unterkühlung des Wassers kurz vor der Eisbildung. Erst wenn sich Eiskristalle bilden oder das Wasser weiter Energie verliert, entsteht Meereis.

Ich erinnere mich noch an meine erste Dokumentation über antarktische Ozeanforschung. Ehrlich gesagt dachte ich damals: Wasser unter null Grad muss doch automatisch gefrieren. Falsch gedacht. Das Meer folgt eigenen Regeln.

Der McMurdo-Sund: Die kälteste Meeresregion der Erde

Der McMurdo-Sund liegt zwischen dem Ross-Schelfeis und dem antarktischen Kontinent. Genau hier werden regelmäßig die niedrigsten stabilen Meerestemperaturen gemessen. Das Wasser bleibt oft nahe minus 1,9 Grad C, besonders unter der dicken Eisdecke, die die Oberfläche vor Wärmeeinfluss schützt. [3]

Mehrere Faktoren verstärken diesen Effekt. Erstens reflektiert das Eis fast die gesamte Sonnenenergie. Zweitens verhindert die Eisdecke starke Durchmischung mit wärmeren Oberflächenschichten. Drittens sinkt sehr kaltes, salzreiches Wasser nach unten und hält die Umgebung dauerhaft kühl.

Klingt extrem? Ist es auch. Taucher berichten dort oft von Wasser, das sich fast dick anfühlt - nicht wirklich dick natürlich, aber so kalt, dass selbst spezielle Ausrüstung schnell vereist.

Warum genau dort?

Der McMurdo-Sund liegt in einer region mit besonders stabilen Eisstrukturen. Das Ross-Schelfeis blockiert große Wassermassen, während kalte Winde vom antarktischen Hochland zusätzlich Energie aus dem Wasser ziehen. Gleichzeitig transportieren Meeresströmungen kaltes Tiefenwasser in die Region.

Das Ergebnis ist eine Art natürlicher Kältepol im Ozean. Nicht überall in der Antarktis ist das Meer gleich kalt. Aber hier kommen die entscheidenden Faktoren zusammen.

Arktis vs Antarktis: Wo ist das Meer wirklich kälter?

Viele Menschen vermuten zuerst die Arktis als kälteste Meeresregion der Erde. Verständlich. Dort liegen schließlich bekannte Orte wie das Nordpolarmeer. In Wirklichkeit erreicht das Wasser im Südlichen Ozean rund um die Antarktis meist niedrigere Temperaturen.

Der Unterschied entsteht durch Geographie. Die Arktis ist ein von Kontinenten umgebenes Meer, während die Antarktis ein Kontinent ist, der von Ozeanen umgeben ist. Dadurch können kalte Strömungen im Süden ungehindert zirkulieren und große Mengen eisigen Wassers bilden.

Hier kommt die Antwort auf die offene Frage vom Anfang. Das Meer gefriert dort nicht komplett, weil ständig neue Wassermassen nachströmen. Eis bildet sich zwar an der Oberfläche, aber darunter bleibt flüssiges Wasser in Bewegung.

Viele Reiseführer sagen übrigens, die Arktis sei grundsätzlich kälter. Naja. Ganz so einfach ist es nicht.

Kälteste Meeresregionen im Vergleich

Mehrere Regionen erreichen extrem niedrige Wassertemperaturen, unterscheiden sich jedoch in Ursachen und Stabilität.

McMurdo-Sund (Antarktis)

Gilt als kältester dauerhaft gemessener Meeresbereich der Erde

Meerwasser nahe minus 1,9 Grad C, stabil unter Eisdecke

Stabile Schelfeisflächen isolieren das Wasser

Kombination aus Eisdecke, kalten Winden und Tiefenwasserströmungen

Arktischer Ozean

Meer ist von Kontinenten umgeben, was Strömungen begrenzt

Oft knapp unter null Grad C, meist etwas wärmer als antarktische Regionen

Große saisonale Schwankungen des Meereises

Saisonales Meereis und kalte Lufttemperaturen

Tiefsee der Weltmeere

Temperaturen relativ konstant, aber selten so extrem wie in der Antarktis

Meist zwischen 0 und 4 Grad C

Kein Oberflächeneis, da große Wassertiefen

Große Tiefe und fehlende Sonneneinstrahlung

Der entscheidende Unterschied liegt in der Kombination aus Klima und Meeresstruktur. Während die Tiefsee kalt ist, erreicht sie selten die extremen Werte der antarktischen Küstengewässer. Der McMurdo-Sund bleibt daher das bekannteste Beispiel für das kälteste Meerwasser der Erde.

Forschungstauchgang im antarktischen Wasser

Der Meeresbiologe Lukas arbeitete mehrere Monate an einer Forschungsstation nahe des McMurdo-Sunds. Sein Team wollte untersuchen, wie Tiere in fast gefrorenem Meerwasser überleben.

Beim ersten Tauchgang unterschätzte er die Kälte völlig. Trotz Spezialanzug fühlten sich Hände und Gesicht nach wenigen Minuten steif an. Die Kamera fror mehrfach ein.

Nach einigen Tagen passte das Team die Technik an. Sie wärmten Akkus vorher an und reduzierten die Tauchzeit deutlich, um Ausrüstung und Körper zu schützen.

Am Ende konnten sie stabile Populationen von Fischen und Wirbellosen dokumentieren. Lukas meinte später, dass dieses Wasser das kälteste war, in dem er je gearbeitet hatte.

Zusammenfassung & Fazit

Die Antarktis hält den Rekord

Das kälteste Meerwasser der Erde findet man im Südlichen Ozean, besonders im McMurdo-Sund nahe der Antarktis.

Salz senkt den Gefrierpunkt

Typisches Meerwasser mit etwa 35 Gramm Salz pro Kilogramm Wasser gefriert erst bei ungefähr minus 1,9 Grad C.

Strömungen verhindern vollständiges Zufrieren

Selbst in extrem kalten Regionen bleibt Wasser unter dem Eis in Bewegung, wodurch große Teile des Ozeans flüssig bleiben.

Weitere Referenzen

Warum gefriert das Meer in der Antarktis nicht komplett?

Meerwasser hat einen niedrigeren Gefrierpunkt als Süßwasser. Außerdem bewegen Strömungen ständig Wasser unter der Eisoberfläche. Dadurch kann sich zwar Eis an der Oberfläche bilden, aber darunter bleibt flüssiges Meerwasser erhalten.

Möchten Sie mehr über extreme Gewässer erfahren? Dann lesen Sie auch unseren Beitrag: Wo ist das kälteste Meer der Welt?

Ist der Arktische Ozean genauso kalt wie das Meer in der Antarktis?

Nicht ganz. Beide Regionen sind extrem kalt, aber das Wasser rund um die Antarktis erreicht meist niedrigere Temperaturen. Der offene Südliche Ozean erlaubt stärkere kalte Strömungen als das von Kontinenten eingeschlossene Nordpolarmeer.

Wie kalt kann Meerwasser maximal werden?

Meerwasser kann ungefähr bis minus 1,9 Grad C abkühlen, bevor es gefriert. Der genaue Wert hängt vom Salzgehalt ab. Je salziger das Wasser ist, desto niedriger liegt der Gefrierpunkt.

Quellen

  • [1] Moo-antarctica - Dort kann Meerwasser flüssig bleiben, obwohl es ungefähr minus 1,9 Grad C kalt ist.
  • [2] De - Während reines Wasser bei null Grad C gefriert, liegt der Gefrierpunkt von typischem Meerwasser mit etwa 35 Gramm Salz pro Kilogramm Wasser ungefähr bei minus 1,9 Grad C.
  • [3] Mbari - Das Wasser bleibt oft nahe minus 1,9 Grad C, besonders unter der dicken Eisdecke, die die Oberfläche vor Wärmeeinfluss schützt.