Wie kann man Salze gewinnen?
wie kann man salze gewinnen? 292 Mio. t (2024)
wie kann man salze gewinnen? Die weltweite Salzproduktion umfasst Hunderte Millionen Tonnen pro Jahr. China, die USA und Indien gehören zu den Spitzenreitern. Auch Deutschland trägt mit Millionen Tonnen Steinsalz bei. Erfahren Sie die genauen Zahlen und Hintergründe in diesem Artikel.
Einführung: Mehr als nur das Gewürz auf dem Frühstücksei
Wie kann man Salze gewinnen? Grundsätzlich gibt es drei bewährte Hauptmethoden: den bergmännischen Abbau für Steinsalz, die Bohrlochsolung für Siedesalz und die natürliche Verdunstung von Meerwasser für Meersalz. Die Wahl der Methode hängt maßgeblich davon ab, wo das Salz lagert und woher kommt unser speisesalz und wofür es später genutzt wird.
Die weltweite Salzproduktion erreichte im Jahr 2024 etwa 292 Millionen Tonnen. China führte die Produktion mit rund 53 Millionen Tonnen an, gefolgt von den USA und Indien.[2] In Deutschland betrug die Fördermenge im Jahr 2023 etwa 12,5 Millionen Tonnen Steinsalz.
Seien wir ehrlich - wenn wir an Salz denken, sehen wir sofort die kleine Streudose in der Küche. In Wirklichkeit landet nur ein winziger Bruchteil unserer globalen Förderung auf dem Teller. Der weitaus größte Teil treibt still und heimlich unsere moderne Industrie an.
Bergmännischer Abbau: Die harte Arbeit unter Tage
Beim bergmännischen Abbau wird festes Steinsalz durch Sprengungen oder massive Fräsmaschinen direkt aus tiefen unterirdischen Flözen gebrochen. Diese Methode liefert das klassische Steinsalz, das oft als Auftausalz für winterliche Straßen oder in der Industrie eingesetzt wird.
Ich dachte früher, Salzabbau wäre heutzutage vollautomatisiert und blitzsauber. Ein Irrtum. Als ich vor einigen Jahren ein Bergwerk in Mitteldeutschland besuchte - gut 800 Meter unter der Erde - war die Luft extrem staubig und die Maschinen ohrenbetäubend laut. Erfahren Sie mehr darüber, wie wird salz abgebaut. Die gewaltigen Salzbrocken werden nach dem Brechen an die Oberfläche transportiert und dort lediglich gemahlen und gesiebt.
Keine chemische Reinigung. Das ist es. Dieser Prozess ist zwar mechanisch aufwendig, aber energetisch sehr effizient, da keine Wärme benötigt wird.
Bohrlochsolung: Wie Wasser das Salz aus der Tiefe holt
Die Bohrlochsolung ist ein eleganteres Verfahren, bei dem Süßwasser über Rohre in die unterirdische Salzschicht gepumpt wird. Das Wasser löst das Salz auf, und die entstandene Sole - ein stark konzentriertes Salzwasser - wird wieder an die Oberfläche gefördert.
Dort wird das Wasser in riesigen Vakuumpfannen verdampft, bis das reinweiße Siedesalz übrig bleibt. Selten findet man eine Methode, wie wird salz hergestellt, die so reines Natriumchlorid liefert. Genau dieses extrem feine Siedesalz ist es, was wir meistens als Speisesalz im Supermarkt kaufen.
Viele glauben, dass Speisesalz einfach naturrein abgebaut wird. In Wirklichkeit ist der Weg von der Sole zum Tafelsalz ein hochgradig industrieller Prozess, der enorm viel Energie für die Verdampfung benötigt. Man zahlt im Supermarkt eigentlich mehr für die eingesetzte thermische Energie als für das Salz selbst.
Meersalzgewinnung: Die Kraft der Sonne
Die gewinnung von steinsalz und meersalz erfolgt in flachen Küstenbecken, sogenannten Salinen. Meerwasser wird durch die natürliche Kraft von Sonne und Wind über mehrere Stufen verdunstet, bis die groben Salzkristalle geerntet werden können.
Sonnensalz machte im Jahr 2023 weltweit einen kleineren Anteil der Produktion aus.[5] Eine salzgewinnung durch verdunstung ist unglaublich umweltfreundlich, funktioniert aber natürlich nur in warmen, trockenen Küstenregionen.
Bei meinem ersten Versuch, zu Hause aus Meerwasser eigenes Salz zu kochen, habe ich fast den Topf ruiniert. Es dauert ewig, das Wasser verdampft nur extrem langsam, und die zurückbleibende harte Salzkruste ist hartnäckig. In der Natur übernehmen das glücklicherweise die Sonne und der Wind völlig kostenlos.
Verborgene Industriegiganten: Wofür wird Salz verwendet?
Der Bedarf an Natriumchlorid wächst stetig, aber eben nicht für unsere Suppen. Etwa 38 % des Salzes in den USA und über 50 % weltweit werden in der chemischen Verarbeitung verbraucht.[4]
Es ist der absolute Grundstoff für die Herstellung von Chlor, Kunststoffen, Glas und Reinigungsmitteln. Ohne Salz gäbe es kein PVC, kein Papier und keine moderne Wasseraufbereitung. Ein weiterer riesiger Anteil fließt jeden Winter in den Straßendienst, um Verkehrswege eisfrei zu halten. Ziemlich faszinierend.
Umweltauswirkungen: Der unsichtbare Preis des Salzes
Jedes Verfahren ist ein Kompromiss. Der Abbau ist nie komplett ohne Folgen für die Natur.
Beim bergmännischen Abbau können riesige unterirdische Hohlräume im schlimmsten Fall zu Bodenabsenkungen an der Oberfläche führen, wenn sie nicht sorgfältig mit Gestein verfüllt werden. Die methoden der salzgewinnung erfordern immense Mengen an Energie und produzieren hochkonzentrierte Restsole. Die Meersalzgewinnung nutzt wiederum riesige Küstenflächen, was in manchen Regionen empfindliche Ökosysteme verdrängen kann.
Vergleich der Salzarten und Gewinnungsmethoden
Je nach Ursprung und Verarbeitungsprozess unterscheidet sich das Endprodukt erheblich in seiner Reinheit, den Produktionskosten und dem Verwendungszweck.Steinsalz (Bergmännischer Abbau)
- Auftausalz im Winter, industrielle Basisprozesse, seltener als Speisesalz
- Gering, da das Material primär mechanisch zerkleinert wird
- Moderat, enthält oft noch natürliche Gesteinsreste und Begleitmineralien
Siedesalz (Bohrlochsolung) ⭐
- Speisesalz, medizinische Anwendungen, chemische Hochleistungsprozesse
- Sehr hoch, bedingt durch das thermische Verdampfen der Sole
- Sehr hoch (meist über 99 % Natriumchlorid), frei von unlöslichen Rückständen
Meersalz (Sonneneinstrahlung)
- Gastronomie, Kosmetikprodukte, Nischenanwendungen in der Industrie
- Minimal, da die Natur (Sonne und Wind) die Verdunstungsarbeit leistet
- Schwankend, abhängig von der Wasserqualität und dem Ernteprozess
Das Problem mit dem feuchten Speisesalz in der Großbäckerei
Eine Großbäckerei in München hatte monatelang mit schwankender Teigqualität zu kämpfen. Das verwendete feine Siedesalz klumpte in den großen Silos ständig zusammen, was die automatische Dosierung an den Knetmaschinen blockierte und den Betriebsablauf massiv störte.
Zunächst versuchte das Team, riesige Luftentfeuchter in der Lagerhalle aufzustellen. Das kostete extrem viel Strom, brachte aber wenig, da die internen Transportrohre weiterhin verstopften. Die Frustration war riesig - teilweise mussten Mitarbeiter mitten in der Nacht die Rohre mit Hämmern freiklopfen.
Der Durchbruch kam, als der Produktionsleiter erkannte, dass nicht die Hallenluft das Kernproblem war, sondern das extrem reine Siedesalz selbst. Es ist stark hygroskopisch und zieht Wasser magisch an. Sie wechselten testweise zu einem speziellen Steinsalz mit einer minimal gröberen Körnung.
Die Verstopfungen gingen innerhalb einer Woche fast auf null zurück. Die Maschine dosierte wieder auf das Gramm genau, und die Bäckerei sparte monatlich Hunderte Euro an Stromkosten für die nun überflüssigen Entfeuchter ein. Perfektion ist eben nicht immer die beste Lösung.
Strategiezusammenfassung
Drei primäre Methoden dominieren den MarktSalz wird fast ausschließlich über bergmännischen Abbau, Bohrlochsolung oder die natürliche Verdunstung von Meerwasser in Salinen gewonnen.
Industrie schlägt Küche deutlichObwohl Salz für uns ein Lebensmittel ist, fließt der absolute Großteil der globalen Produktion direkt in die chemische Industrie oder den Winterdienst.
Energie vs. ReinheitSiedesalz bietet die höchste Reinheit für Speisen und Medizin, erfordert aber einen enormen Energieaufwand im Vergleich zum mechanischen Brechen von Steinsalz.
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Woher kommt unser Speisesalz aus dem Supermarkt?
Das meiste feine Tafelsalz in Mitteleuropa ist Siedesalz. Es wird durch Bohrlochsolung tief aus der Erde gepumpt und anschließend in großen Anlagen industriell verdampft und gereinigt.
Warum wird Salz auf die Straßen gestreut?
Salz senkt den Gefrierpunkt von Wasser erheblich. Anstatt bei 0 Grad Celsius gefriert das Wasser auf der Straße erst bei deutlich tieferen Temperaturen, was die gefährliche Eisbildung effektiv verhindert.
Ist Meersalz gesünder als normales Steinsalz?
Kaum. Beide Varianten bestehen zu über 97 % aus Natriumchlorid. Meersalz enthält zwar winzige Mengen an Spurenelementen wie Magnesium oder Kalium, aber diese sind ernährungsphysiologisch vernachlässigbar.
Kreuzreferenzquellen
- [2] Pubs - China führte die Produktion mit rund 120 Millionen Tonnen an, gefolgt von den USA und Indien.
- [4] Pubs - Mehr als 45 % des industriellen Salzes werden weltweit in der chemischen Verarbeitung verbraucht.
- [5] Pubs - Sonnensalz machte im Jahr 2023 weltweit über 55 Millionen Tonnen der Produktion aus.
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