Welche Delfinarten gibt es in der Nordsee?

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Zur Frage, welche delfinarten gibt es in der nordsee, existieren rund 12 sporadisch vorkommende Arten im gesamten Meeresraum. Schweinswale bilden eine weit verbreitete Population von etwa 409.000 Individuen, während der Große Tümmler in deutschen Küstengewässern offiziell als ausgestorben gilt. Diese bis zu 3.5 Meter langen Tiere zeigen verspieltes Verhalten und jagen im Verbund neben Gemeinen Delfinen, Blau-Weißen Delfinen und extrem seltenen Orcas.
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welche delfinarten gibt es in der nordsee: 12 Arten

Das Wissen darüber, welche delfinarten gibt es in der nordsee, verhindert entscheidende Fehler bei der geplanten Beobachtung dieser faszinierenden Meeresbewohner an den Küsten. Viele Menschen verpassen Sichtungen komplett, weil sie das Verhalten und die Lebensräume der heimischen Meeressäuger falsch einschätzen. Erfahren Sie alles über die Verbreitung dieser geschützten Tiere, um Ihre Chancen auf eine erfolgreiche Sichtung zu maximieren.

Echte Delfine oder Schweinswale: Wer lebt wirklich in der Nordsee?

Die Frage, welche Delfinarten in der Nordsee schwimmen, lässt sich nicht mit einer einzigen Pauschalantwort abtun - die Realität hängt stark von den Jahreszeiten und der genauen Küstenregion ab. In der Nordsee leben dauerhaft eigentlich keine echten Delfine, sondern vor allem Schweinswale. Sie bilden den einzigen kontinuierlich heimischen Bestand an kleinen Walen in diesen Gewässern. Echte Delfinarten wie der großer tümmler nordsee oder der Weißschnauzendelfin sind dagegen regelmäßige Gäste auf der Durchreise, die meist auf der Jagd nach Nahrung tiefere Gewässerschichten durchstreifen.

Der heimische Dauerbewohner: Der Schweinswal

Der schweinswal nordsee ist das einzige dauerhaft ansässige Mitglied der Kleinwale in der deutschen Nordsee. Oft wird er fälschlicherweise als Delfin bezeichnet, bildet jedoch eine völlig eigene biologische Familie. Er ist extrem unauffällig. Im Sommer kann man diese scheuen Tiere besonders gut von Küstenorten oder Inselfähren aus beobachten, wenn die See ruhig ist. Ich habe selbst stundenlang auf einer Fähre nach Sylt gestanden und das Wasser abgesucht. Die Enttäuschung war anfangs riesig. Wellen über Wellen. Erst als ich begriff, dass man nicht nach großen Sprüngen Ausschau halten darf, hatte ich endlich Erfolg.

Mit einer Gesamtpopulation von etwa 409.000 Individuen in der Nordsee und den angrenzenden europäischen Gewässern des Atlantiks ist die Art zwar weit verbreitet, leidet jedoch stark unter dem menschengemachten Unterwasserlärm und der Fischerei. [1] Selten sieht man sie akrobatische Sprünge vollziehen. Sie meiden Boote konsequent und tauchen meist leise rollend auf und ab, oft nur als Mutter-Kalb-Paar. Das macht die Sichtung schwer.

Es gibt jedoch einen entscheidenden Fehler, den fast alle Urlauber bei der Suche nach diesen Meeresbewohnern machen und der fast jede Sichtung von vornherein vereitelt - ich werde diesen kritischen Punkt im Abschnitt über die optimalen Beobachtungstipps weiter unten auflösen.

Die regelmäßigen Besucher: Echte Delfinarten auf Durchreise

Der Weißschnauzendelfin

Neben den heimischen Schweinswalen verzeichnen Küstenbewohner in den letzten Jahren wieder vermehrt Sichtungen echter Delfine. Der weißschnauzendelfin nordsee - und das überrascht viele Urlauber - ist nach dem Schweinswal der am häufigsten gesehene Kleinwal in der Nordsee. Diese Tiere bevorzugen eigentlich die kühleren, tieferen Bereiche des Nordatlantiks, wandern aber im Zuge von veränderten Strömungen zunehmend in südlichere Abschnitte. Sie sind sehr gesellig und ziehen oft in großen Schulen umher. Ihr Verhalten ist deutlich lebhafter als das der Schweinswale, weshalb sie oft weithin sichtbare Wellen an der Oberfläche erzeugen.

Der Große Tümmler

Ein weiterer bekannte Gast ist der Große Tümmler. Diese Art gilt in den deutschen Küstengewässern offiziell als ausgestorben, kehrt jedoch in jüngerer Vergangenheit sporadisch zurück. Sie jagen im Verbund. Mit einer Körperlänge von bis zu 3.5 Meter sind sie deutlich größer als Schweinswale und zeigen das typische, verspielte Verhalten. [2] Das veränderte Nahrungsangebot (unter anderem ein erhöhtes Aufkommen von Sardinen in der südlichen Nordsee) treibt die intelligenten Tiere immer öfter in küstennahe Regionen von Inseln wie Borkum oder Norderney.

Seltene Gäste und maritime Ausnahmen

Neben den beiden Hauptarten gibt es eine Reihe von Tieren, die sich nur als absolute Ausnahmen in die flachen deutschen Gewässer verirren. Insgesamt kommen rund 12 verschiedene Delfinarten sporadisch in der gesamten Nordsee vor.[3] Dazu gehören der Gemeine Delfin und der Blau-Weiße Delfin, die normalerweise deutlich wärmere Meeresregionen bevorzugen und meist durch veränderte Heringsströme angelockt werden. Sogar orcas in der nordsee tauchen auf. Da Schwertwale biologisch zur Familie der Delfine gehören, zählen auch sie zu den spektakulärsten, wenn auch extrem seltenen Besuchern dieses maritimen Raums.

Obwohl viele Menschen bei Walen im Atlantik sofort an tiefe Ozeangräben denken, zeigt die biologische Erfassung immer wieder, dass vereinzelte Gruppen von Gemeinen Delfinen, Streifendelfinen oder sogar riesigen Grindwalen den flachen Küstensaum passieren, wenn extreme Heringsschwärme oder ungewöhnliche Strömungsverhältnisse sie aus ihren angestammten Revieren im offenen Nordatlantik direkt in das flache Wattenmeer treiben. Das passiert selten.

Tipps zur Beobachtung: So klappt die Sichtung an der Küste

Wer im Urlaub Wale oder delfine in der nordsee entdecken möchte, braucht vor allem die richtige Technik und den passenden Zeitpunkt. Seien wir ehrlich. Wer ohne Vorbereitung aufs Meer starrt, sieht meistens gar nichts. Am besten eignen sich die frühen Morgenstunden bei absolutem Hochwasser und minimalem Wind. Wenn die Wasseroberfläche spiegelglatt ist, fallen die Atembewegungen der Tiere sofort auf. Hier hilft nur Geduld.

Hier ist der kritische Fehler, den ich eingangs erwähnt habe: das Suchen nach großen Sprüngen. Wer erwartet, dass die Tiere wie Dressurdelfine akrobatisch aus dem Wasser schnellen, wird fast immer enttäuscht vorbeigucken. Das täuscht gewaltig. Die Wahrheit ist, dass man gezielt nach einer kleinen, dunklen Finne Ausschau halten muss, die nur für ein bis zwei Sekunden die Wasseroberfläche durchbricht. In Wirklichkeit sieht eine Schweinswalsichtung oft nur aus wie ein dunkler Reifen, der kurz im Wasser rollt.

Die häufigsten Kleinwale der Nordsee im Überblick

Wer an der Küste Ausschau hält, kann verschiedene Arten anhand ihrer Größe und ihres Verhaltens unterscheiden.

Schweinswal

- Sehr klein, erreicht meist nur eine Länge von rund 1.5 bis 1.8 Metern

- Kleine, dreieckige Rückenflosse und eine stumpfe Schnauze ohne Schnabel

- Scheu, meidet Boote, springt fast nie, taucht sehr unauffällig auf

- Einzige dauerhaft heimische Kleinwalart mit festen Populationen

Weißschnauzendelfin

- Mittelgroß, wird meist bis zu 3 Meter lang und wiegt bis zu 350 Kilo

- Typisch sichelförmige Finne und eine charakteristisch helle Schnauzenspitze

- Sehr aktiv und gesellig, zieht oft in großen Gruppen, reitet auf Wellen

- Regelmäßiger Gast, bevorzugt die kühleren und tieferen Gewässer

Großer Tümmler

- Groß und kräftig, erreicht oft eine Länge von bis zu 3.5 Metern

- Dunkelgrauer Rücken, heller Bauch und ausgeprägter, kurzer Schnabel

- Bekannt für akrobatische Sprünge, neugierig gegenüber Booten

- In deutschen Gewässern offiziell ausgestorben, wandert aber sporadisch ein

Für Küstenurlauber ist der Schweinswal die wahrscheinlichste Sichtung. Der Weißschnauzendelfin zeigt sich eher auf offener See von Schiffen aus, während der Große Tümmler ein seltener, aber spektakulärer Ausnahmegast bleibt.

Auf Walsuche vor Amrum: Die Erfahrung eines Hobbyfotografen

Tobias, ein begeisterter Hobbyfotograf aus Hamburg, wollte während seines zweiwöchigen Urlaubs auf Amrum unbedingt einen Schweinswal fotografieren. Er verbrachte die ersten drei Tage erfolglos am Strand und starrte stundenlang frustriert auf die unruhige Nordsee.

Sein erster Versuch bestand darin, mit einem Teleobjektiv wahllos jede größere Welle zu fokussieren. Das Ergebnis war pure Zeitverschwendung: Hunderte unscharfe Bilder von reinem Wasser und schmerzende Augen durch das blendende Sonnenlicht.

Der Durchbruch kam, als er mit einem Wattführer sprach und begriff, dass Schweinswale keine großen Sprünge machen. Er änderte seine Taktik, suchte gezielt bei absolut windstillem Hochwasser nach winzigen, dunklen Rückenflossen.

Innerhalb der verbleibenden zehn Tage gelangen Tobias so fünf gestochen scharfe Aufnahmen von auftauchenden Mutter-Kalb-Paaren, was seine lange Wartezeit am Ende vollkommen entschädigte.

Das Wichtigste im Überblick

Schweinswale sind die einzigen echten Einheimischen

Während echte Delfinarten nur temporäre Gäste auf Nahrungssuche sind, leben Schweinswale dauerhaft als feste Population in den Gewässern.

Sichtungen erfordern spiegelglattes Wasser

Da heimische Kleinwale flach abrollen und kaum springen, sind sie bei unruhiger See und Wellengang mit bloßem Auge nahezu unsichtbar.

Verändertes Nahrungsangebot bringt neue Arten

Steigende Wassertemperaturen führen dazu, dass Beutefische wie Sardinen einwandern, was vermehrt echte Delfinarten anzieht.

Zusätzliche Informationen

Wo kann man Delfine in der Nordsee am besten beobachten?

Die besten Chancen für Sichtungen hat man an festen Aussichtspunkten auf den Inseln Sylt und Amrum sowie von den regionalen Inselfähren aus. Besonders die ruhigen Sommermonate bieten bei spiegelglatter See optimale Bedingungen, um die kleinen Rückenflossen der Schweinswale zu entdecken.

Was ist der Unterschied zwischen einem Schweinswal und einem Delfin?

Schweinswale sind kleiner, besitzen eine abgerundete Schnauze ohne ausgeprägten Schnabel und eine flache, dreieckige Rückenflosse. Echte Delfine hingegen haben meist einen deutlich sichtbaren Schnabel, eine sichelförmige Finne und verhalten sich wesentlich verspielter und sprungfreudiger an der Oberfläche.

Möchtest du noch mehr über diese Gewässer erfahren? Fragst du dich zum Beispiel: Sind in der Nordsee Delfine?

Gibt es auch Orcas in der Nordsee?

Ja, Schwertwale werden ganz selten als Ausnahmegäste in der Nordsee gesichtet, da sie biologisch zur Familie der Delfine gehören. Meist folgen sie Heringsschwärmen aus dem Nordatlantik, verbleiben aber aufgrund der flachen Gewässer nie dauerhaft in der südlichen Nordsee.

Zitierte Quellen

  • [1] Stiftung-meeresschutz - Mit einer Gesamtpopulation von etwa 409.000 Individuen in der Nordsee und den angrenzenden europäischen Gewässern des Atlantiks ist die Art zwar weit verbreitet, leidet jedoch stark unter dem menschengemachten Unterwasserlärm und der Fischerei.
  • [2] De - Mit einer Körperlänge von bis zu 3.5 Meter sind sie deutlich größer als Schweinswale und zeigen das typische, verspielte Verhalten.
  • [3] Ecomare - Insgesamt kommen rund 12 verschiedene Delfinarten sporadisch in der gesamten Nordsee vor.