Was wurde alles im Marianengraben gefunden?

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Bezüglich der Frage, was wurde im marianengraben gefunden, dokumentieren Expeditionen wie Trieste 1960 oder Fendouzhe 2025 komplexes Leben. Plattfische und Garnelen in 10.916 Metern sowie tausende 30 Zentimeter lange Würmer und Muscheln in 9.533 Metern Tiefe Wissenschaftliche Filmdaten von James Cameron aus 2012 sowie präzise Tiefenmessungen und ein Wasserdruck von 1.070 bar
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was wurde im marianengraben gefunden? Leben in der Tiefsee

Die Erforschung der Tiefsee birgt extreme Risiken durch den gewaltigen Wasserdruck am Meeresgrund. Wer wissen möchte, was wurde im marianengraben gefunden, entdeckt faszinierende biologische Gemeinschaften weit fernab des Sonnenlichts. Das Verständnis dieser Ökosysteme schützt wirksam vor Fehlannahmen über die Lebensfeindlichkeit der Ozeane.

Was wurde alles im Marianengraben gefunden? – Eine vollständige Übersicht

Der Marianengraben, die tiefste Stelle der Weltmeere, ist ein Ort extremer Gegensätze. Auf der einen Seite herrschen lebensfeindliche Bedingungen: absolute Dunkelheit, Temperaturen um den Gefrierpunkt und ein Druck, der mehr als das Tausendfache des Drucks an der Oberfläche beträgt. Auf der anderen Seite hat sich hier eine erstaunliche Tierwelt entwickelt, perfekt angepasst an diese unwirtliche Umgebung. Und dann ist da noch die traurige Entdeckung: Selbst am abgelegensten Ort der Erde haben wir Menschen bereits Spuren hinterlassen.

Die Frage, was im Marianengraben gefunden wurde, lässt sich daher nicht mit einer einfachen Liste beantworten. Es ist eine Mischung aus biologischen Wundern, geologischen Besonderheiten und einem erschreckenden Zeugnis unserer Wegwerfgesellschaft. Hier ist eine detaillierte Übersicht der entdeckungen im marianengraben, von den ersten Lotungen im 19. Jahrhundert bis zu den spektakulären Tauchgängen der letzten Jahre.

Das Challengertief: Der tiefste Punkt und seine wechselhafte Vermessung

Bevor wir zu den Funden kommen, müssen wir den Ort definieren. Der Marianengraben ist etwa 2.400 bis 2.550 Kilometer lang und bis zu 69 Kilometer breit. Seine tiefste Stelle wird als Challengertief bezeichnet. Die genaue Tiefe zu bestimmen, war jahrzehntelang eine Herausforderung für Wissenschaftler und führte zu unterschiedlichen Angaben.

Die erste Messung gelang 1875 der britischen HMS Challenger mit einer einfachen Bleilotung, die 8.164 Meter ergab. Im Laufe der Jahre folgten präzisere Methoden. Eine umstrittene sowjetische Messung aus dem Jahr 1957 gab die Tiefe mit 11.034 Metern an.

Heute gelten modernere Messungen als zuverlässiger. Eine Untersuchung der University of New Hampshire aus dem Jahr 2011 ergab für das Challengertief eine Tiefe von 10.994 ± 40 Metern. (citation:7) Im Dezember 2014 wurde eine Tiefe von 10.984 ± 25 Metern als gesichert angenommen. (citation:7)(citation:10) Bei einem Tauchgang im Jahr 2019 maß Victor Vescovo eine Tiefe von 10.928 Metern. (citation:7)(citation:10) Der Wasserdruck am tiefsten Punkt beträgt etwa 1.070 bar. (citation:7)(citation:10)

Historische Expeditionen: Die Pioniere der Tiefe

Die ersten bemannten Tauchgänge (1960 und 2012)

Der erste bemannte Tauchgang auf den Grund des Marianengrabens war eine Pioniertat. Am 23. Januar 1960 erreichten Jacques Piccard und Don Walsh mit dem Tauchboot Trieste eine Tiefe von 10.916 Metern. ([5] citation:7)(citation:10) Ihr Aufenthalt am Meeresboden dauerte nur etwa 20 Minuten, aber ihre Beobachtung eines Plattfisches und einer Garnele war der erste Beweis für komplexes Leben in dieser Tiefe. Mehr als 50 Jahre später, 2012, folgte Regisseur James Cameron mit der Deepsea Challenger. Er tauchte allein auf 10.898 Meter und sammelte drei Stunden lang wissenschaftliche Daten und Filmmaterial. (citation:7)(citation:10)

Moderne Forschung mit unbemannten Tauchbooten

Neben bemannten Missionen spielen unbemannte Tauchroboter eine immer größere Rolle bei der erforschung des marianengraben. 1997 und 2001 kartierte die Hawaii Mapping Research Group (HMRG) den Graben. (citation:7) Ein Meilenstein war die chinesische Mission mit dem U-Boot Fendouzhe im Jahr 2020. Bei insgesamt 13 Tauchgängen erreichte es am 10. November 2020 eine Tiefe von 10.909 Metern. (citation:7) Die jüngsten spektakulären Entdeckungen gelangen ebenfalls mit der Fendouzhe.

Biologische Funde: Die erstaunliche Tierwelt der Tiefsee

Die Bedingungen im Marianengraben sind extrem: ewige Finsternis, Temperaturen von 1 bis 4 Grad Celsius und ein gewaltiger Druck. Und doch wimmelt es hier von Leben; verschiedene lebewesen in der tiefsee haben sich auf faszinierende Weise angepasst.

Spektakuläre Entdeckung 2025: Tausende Tiere in 9.500 Metern Tiefe

Eine im Juli 2025 veröffentlichte Studie im Fachmagazin Nature sorgte für Aufsehen. Chinesische Wissenschaftler waren an Bord des U-Boots Fendouzhe 23 Mal in den Marianengraben getaucht. In einer Tiefe von bis zu 9.533 Metern machten sie eine sensationelle Entdeckung: tausende Würmer, Muscheln und weitere Lebewesen. (citation:2)(citation:3)(citation:5) Es handelt sich um die am tiefsten gelegenen und größten Lebensgemeinschaften, die jemals in solcher Zahl beobachtet wurden. Auf Videoaufnahmen ist zu sehen, dass einige der Würmer bis zu 30 Zentimeter lang sind. (citation:5)

Diese Tiere leben nicht von Sonnenlicht, sondern von Chemosynthese. Sie gewinnen ihre Energie aus chemischen Stoffen wie Methan, das durch Risse im Meeresboden austritt. (citation:3)(citation:5) Diese Entdeckung hat die Vermutung der Forscher bestätigt, dass auf dem Meeresgrund weit mehr Tiere leben als bisher angenommen. (citation:2)

Rekordhalter der Tiefe: Fische und andere Bewohner

Neben diesen neu entdeckten Kolonien gibt es weitere bemerkenswerte Bewohner. Der Fisch Pseudoliparis swirei, auch Marianen-Scheibenbauch genannt, galt lange als die am tiefsten vorkommende Fischart. Lebende Exemplare wurden in Tiefen von 6.198 bis 8.098 Metern gefilmt. (citation:4)(citation:7) Unterhalb von etwa 8.200 Metern können Fische aufgrund des Drucks nicht mehr überleben. Dort dominieren wirbellose Tiere.

Seegurken sind die Herrscher der Gräben. In 8.900 Metern Tiefe machen sie etwa 90 Prozent der gesamten Organismenmasse aus. ([7] citation:1)(citation:4) In den tiefsten Zonen, um die 11.000 Meter, haben japanische Forscher zudem eine überraschende Fülle winziger einzelliger Kammerlinge (Foraminifera) entdeckt. (citation:1)(citation:4)

Der traurige Fund: Plastikmüll am tiefsten Punkt der Erde

Neben all den faszinierenden biologischen und geologischen Entdeckungen gibt es eine düstere Fundkategorie: menschlicher Abfall. Selbst der abgelegenste Ort der Erde ist vor unserer Verschmutzung nicht sicher. Bei Tauchgängen wurden im Marianengraben bereits Plastiktüten in über 11.000 Metern Tiefe gefunden. (citation:1)(citation:4) Bereits 2018 entdeckten Forscher Mikroplastik im Benthal des Grabens. (citation:7) Ein besonders symbolträchtiger Fund gelang 2020: Eine neu entdeckte Flohkrebsart trägt Mikroplastik in ihrem Körper. Solcher müll im marianengraben zeigt die globale Reichweite menschlicher Umwelteinflüsse.

Diese Funde sind ein Weckruf. Sie zeigen, dass unser Plastikkonsum selbst die tiefsten und unzugänglichsten Ökosysteme erreicht und dort bereits in die Nahrungskette eingedrungen ist.

Entscheidende Expeditionen im Überblick

Um die Vielfalt der Entdeckungen zu verstehen, hilft ein Blick auf die wichtigsten Missionen und ihre Ergebnisse.

Die folgende Tabelle fasst die bedeutendsten Expeditionen in den Marianengraben zusammen:

1875 (HMS Challenger): Erste Lotung mit 8.164 m (citation:10) 1957 (Witjas): Umstrittene Messung von 11.034 m (citation:7)(citation:9)(citation:10) 1960 (Trieste): Erster bemannter Tauchgang auf 10.916 m (Piccard, Walsh) (citation:7)(citation:10) 2012 (Deepsea Challenger): James Cameron taucht allein auf 10.898 m (citation:7)(citation:10) 2019 (DSV Limiting Factor): Victor Vescovo erreicht 10.928 m (neuer Rekord) und entdeckt Plastikmüll (citation:7)(citation:10) 2020 (Fendouzhe): Chinesische Mission erreicht 10.909 m (citation:7) 2025 (Fendouzhe): Entdeckung von tausenden Würmern, Muscheln in 9.533 m Tiefe (citation:2)(citation:3)(citation:5)

Wie kalt ist es im Marianengraben? Die Wassertemperatur liegt konstant zwischen 1 und 4 Grad Celsius, da kein Sonnenlicht eindringt. (citation:1)(citation:10)

Bei der Frage, was wurde im marianengraben gefunden, wird oft nach dem tiefsten Lebewesen gesucht. Lange galt der Fisch Pseudoliparis swirei als Rekordhalter. Inzwischen wurden in noch größeren Tiefen (bis fast 10.000 m) vor allem wirbellose Tiere wie Borstenwürmer, Muscheln und Einzeller (Foraminifera) gefunden. (citation:1)(citation:2)(citation:7)

Kann der Megalodon im Marianengraben leben? Nein, der Megalodon war ein Bewohner warmer Meere und ist seit Millionen von Jahren ausgestorben. Die Kälte und der Druck im Marianengraben würden ihm nichts nützen, selbst wenn er überlebt hätte. (citation:1)

Wie viel Druck herrscht am tiefsten Punkt? Der Druck beträgt etwa 1.070 bar. Das entspricht in etwa dem Gewicht von 1.600 Elefanten, die auf einem Quadratzentimeter lasten. (citation:10)

Bemerkenswerte Funde im Marianengraben im Vergleich

Die Funde lassen sich in drei Hauptkategorien einteilen: biologische Wunder, geologische Besonderheiten und die traurige Spur des Menschen.

Biologische Funde

• Borstenwürmer (bis zu 30 cm lang), Muscheln, Seegurken (90% der Biomasse in 8.500m), der Fisch Pseudoliparis swirei, einzellige Foraminifera

• Existenz unter extremem Druck und völliger Dunkelheit beweist enorme Anpassungsfähigkeit des Lebens

• Chemosynthese (Energie aus Methan), Anpassung an enormen Druck, Biolumineszenz, spezielle Proteine und Zellmembranen

Anthropogene Funde

• Plastiktüten, Süßigkeitenverpackungen, Getränkedosen, Mikroplastik

• Beweis für die globale Ausbreitung von Plastikmüll und seine Auswirkungen auf entlegenste Ökosysteme; Aufnahme von Mikroplastik durch Tiefseetiere (z.B. Eurythenes plasticus)

• Verteilt über den gesamten Graben, sogar im tiefsten Punkt (über 10.000 m)

Während die biologischen Funde die Widerstandsfähigkeit des Lebens demonstrieren, sind die anthropogenen Funde ein alarmierendes Zeichen für den menschlichen Einfluss auf den Planeten. Beide Kategorien zeigen, wie viel wir noch über diesen extremen Lebensraum lernen müssen und wie dringend sein Schutz ist.

Die Reise der Plastiktüte: Vom Supermarkt in den Marianengraben

Stellen Sie sich eine dünne, weiße Plastiktüte vor, wie sie an unzähligen Supermarktkassen in Japan, den Philippinen oder den USA ausgegeben wird. Eine solche Tüte fällt vielleicht aus einer überfüllten Mülltonne an der Küste oder wird achtlos aus einem Boot geworfen.

Die Meeresströmungen ergreifen sie. Monate- oder jahrelang treibt sie durch den Pazifik, zersetzt sich langsam zu Mikroplastik, bleibt aber als Tüte erkennbar. Schließlich erreicht sie die Region des Marianengrabens. Hier wird sie von abwärtsgerichteten Strömungen erfasst und beginnt ihren endlos scheinenden Fall in die Tiefe.

Bei einem Tauchgang im Jahr 2019 strahlt der Scheinwerfer des Tauchboots DSV Limiting Factor durch die ewige Dunkelheit und erfasst das Objekt. Victor Vescovo und sein Team staunen nicht schlecht: In über 10.000 Metern Tiefe, am Boden des Challengertiefs, liegt eine Plastiktüte. (citation:10) Der Druck, der Stahl zerquetschen kann, hat ihr nichts anhaben können.

Dieser Fund ist mehr als nur Müll. Er ist ein Symbol dafür, dass es auf der Erde keinen Ort mehr gibt, der unberührt vom Menschen ist. Innerhalb von nur etwa 70 Jahren haben wir es geschafft, den tiefsten Punkt des Planeten mit unseren Abfällen zu erreichen.

Zusätzliche Fragen

Warum gibt es so unterschiedliche Tiefenangaben für den Marianengraben?

Die unterschiedlichen Angaben (z.B. 10.916 m, 10.928 m, 10.983 m) sind auf verschiedene Messmethoden und die Weiterentwicklung der Technik zurückzuführen. Frühe Lotungen waren ungenauer. Moderne Verfahren mit Multibeam-Echoloten sind präziser, liefern aber je nach verwendeten Daten und Modellen leicht abweichende Werte. Die Messung von 11.034 Metern aus dem Jahr 1957 gilt heute als überholt und wird von vielen Experten als Messfehler betrachtet.

Was ist Chemosynthese und warum ist sie für die Tiefsee wichtig?

Chemosynthese ist ein Prozess, bei dem Bakterien und andere Mikroorganismen Energie gewinnen, indem sie anorganische chemische Verbindungen wie Schwefelwasserstoff oder Methan umwandeln. In der Tiefsee, wo kein Sonnenlicht für Photosynthese existiert, bilden diese Bakterien die Basis der Nahrungskette. Tiere wie die 2025 entdeckten Würmer und Muscheln leben in Symbiose mit diesen Bakterien oder fressen sie.

Welche Anpassungen haben Tiere, um dem Druck standzuhalten?

Tiefseetiere haben mehrere Anpassungen entwickelt. Ihnen fehlen oft gasgefüllte Schwimmblasen, die unter Druck kollabieren würden. Ihre Zellmembranen enthalten ungesättigte Fettsäuren, die auch unter Druck flexibel bleiben. Zudem produzieren sie spezielle Proteine, die unter hohem Druck stabil bleiben und ihre Funktion nicht verlieren.

Wurden im Marianengraben schon unbekannte Tierarten entdeckt?

Ja, fast jede Expedition findet neue, der Wissenschaft unbekannte Arten. Dazu gehören der Fisch Pseudoliparis swirei, verschiedene Flohkrebs-Arten, darunter der mit Mikroplastik belastete Eurythenes plasticus, und die zahlreichen, noch nicht vollständig klassifizierten Würmer und Muscheln, die 2025 entdeckt wurden.

Abschließende Bewertung

Leben existiert selbst unter extremsten Bedingungen

Die Entdeckung von tausenden Würmern, Muscheln und anderen Tieren in fast 10.000 Metern Tiefe beweist, dass Leben auch ohne Sonnenlicht durch Chemosynthese möglich ist. Die Tiefsee ist viel belebter als lange gedacht.

Die Erforschung des Grabens steht erst am Anfang

Moderne Tauchboote wie die Fendouzhe ermöglichen immer tiefere Einblicke. Jede Expedition bringt neue Arten und Erkenntnisse über geologische Prozesse zutage, was den Graben zu einem der spannendsten Forschungsgebiete macht.

Für weitere spannende Einblicke in die Geschichte der Tiefseeexpeditionen lesen Sie auch: Ist schon mal jemand in den Marianengraben getaucht?
Plastikmüll hat sogar den tiefsten Punkt der Erde erreicht

Der Fund von Plastiktüten und Mikroplastik im Marianengraben ist ein alarmierender Beweis für die globale Verschmutzung der Meere. Die Aufnahme von Plastik durch Tiefseetiere zeigt, dass dies eine Bedrohung für das gesamte Ökosystem darstellt.

Referenzinformationen

  • [5] En - Am 23. Januar 1960 erreichten Jacques Piccard und Don Walsh mit dem Tauchboot Trieste eine Tiefe von 10.916 Metern.
  • [7] En - In 8.900 Metern Tiefe machen sie etwa 90 Prozent der gesamten Organismenmasse aus.