Wird deionisiertes Wasser schlecht?
Deionisiertes Wasser besticht durch lange Haltbarkeit, vorausgesetzt, es wird korrekt in verschlossenen Behältern gelagert. Allerdings ist es wichtig zu wissen, dass es mit der Zeit Kohlendioxid aus der Umgebung aufnehmen kann. Diese Aufnahme beeinflusst geringfügig den pH-Wert und die Leitfähigkeit des Wassers.
Wird deionisiertes Wasser schlecht? – Ein genauer Blick auf Haltbarkeit und Qualität
Deionisiertes Wasser, auch entmineralisiertes Wasser genannt, zeichnet sich durch seinen extrem niedrigen Gehalt an Ionen aus. Genau diese Eigenschaft, die es für viele Anwendungen so wertvoll macht, beeinflusst aber auch seine Haltbarkeit und die Frage, ob es “schlecht” wird. Die Antwort ist komplexer als ein einfaches Ja oder Nein.
Die gute Nachricht zuerst: Deionisiertes Wasser selbst “verdirbt” nicht im herkömmlichen Sinne. Es enthält keine Mikroorganismen, die sich vermehren und Verderbnisprozesse auslösen könnten. Es schimmelt nicht und entwickelt keinen üblen Geruch. In einem sauber gehaltenen, vollständig verschlossenen Behälter aus Glas oder lebensmittelechtem Kunststoff behält es seine chemische Reinheit über einen sehr langen Zeitraum.
Die Problematik der Umgebung: Die eigentliche Herausforderung liegt in der Reaktion des deionisierten Wassers mit seiner Umgebung. Da es extrem ionenarm ist, besitzt es ein hohes Vermögen, Ionen aus der Umgebung aufzunehmen. Dies geschieht vor allem durch die Absorption von Kohlendioxid (CO₂) aus der Luft. CO₂ reagiert mit Wasser zu Kohlensäure (H₂CO₃), was zu einer leichten Absenkung des pH-Werts führt – das Wasser wird leicht sauer. Gleichzeitig steigt die Leitfähigkeit an, da die Kohlensäure dissoziiert und Ionen freisetzt.
Wie wirkt sich das aus? Die Aufnahme von CO₂ ist ein gradueller Prozess. Die Auswirkungen auf die meisten Anwendungen sind in der Regel vernachlässigbar, besonders bei kurzfristiger Verwendung. Für Anwendungen, die höchste Reinheit erfordern, wie beispielsweise in der Halbleiterindustrie oder in bestimmten Laborverfahren, kann jedoch schon eine geringe Veränderung des pH-Werts und der Leitfähigkeit relevant sein. Hier ist eine regelmäßige Prüfung der Wasserqualität unerlässlich.
Lagerung und Haltbarkeit: Um die Qualität des deionisierten Wassers möglichst lange zu erhalten, sollten folgende Punkte beachtet werden:
- Verpackung: Verwenden Sie ausschließlich saubere, dicht verschlossene Behälter aus Glas oder lebensmittelechtem Kunststoff. Vermeiden Sie Behälter aus Metallen, da diese Ionen ins Wasser abgeben können.
- Lagerort: Lagern Sie das Wasser an einem kühlen, dunklen und trockenen Ort. Direkte Sonneneinstrahlung sollte vermieden werden.
- Verwendung: Verwenden Sie das Wasser zeitnah. Je länger es gelagert wird, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit der CO₂-Aufnahme.
Fazit: Deionisiertes Wasser wird nicht im eigentlichen Sinne schlecht, aber seine Reinheit kann sich im Laufe der Zeit durch die Aufnahme von Umgebungsstoffen, insbesondere CO₂, verändern. Für die meisten Anwendungen ist diese Veränderung unwesentlich. Für Anwendungen mit höchsten Reinheitsansprüchen ist eine regelmäßige Qualitätskontrolle und eine optimierte Lagerung jedoch unerlässlich. Die “Haltbarkeit” ist daher stark von der Anwendung und den Lagerbedingungen abhängig.
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