Wie kann man Sensenblätter schärfen?

1 Sicht

Sensenblätter schärft man durch Dengeln: Hierbei wird die Schneide mit einem speziellen Hammer platt gehämmert (Kaltschmieden). Dies ist Präzisionsarbeit und je nach Blattqualität alle 10-15 Arbeitsstunden nötig.

Kommentar 0 mag

Sensenblätter schärfen? Ach, das ist ein Thema! Fragt mich nicht, wie oft ich da schon verzweifelt mit dem Kopf geschüttelt habe. Man glaubt ja gar nicht, wie schnell die Dinger stumpf werden. Letztes Jahr, beim Mähen der Wildblumenwiese meines Onkels – ein wahres Schlachtfeld, sag ich euch, so hoch stand das Zeug – da war’s nach vielleicht, keine Ahnung, sieben, acht Stunden schon wieder so weit, dass ich mehr drübergeschrubbt als geschnitten habe. Frustrierend!

Das Geheimnis, so sagt man zumindest, liegt im Dengeln. Klingt irgendwie… mittelalterlich, oder? Aber genau das ist’s: Mit einem speziellen Hammer, einem Dengler, hämmert man die Schneide wieder platt. Kaltschmieden nennt man das. “Platt gehämmert” klingt so einfach, aber glaubt mir, das ist Präzisionsarbeit! Nicht so einfach wie mit dem Hammer auf nen Nagel zu hauen. Man muss schon ein Gefühl dafür entwickeln, sonst bekommt man irgendwie ein verhunztes Blatt und dann ist man doppelt ärgerlich.

Alle 10-15 Arbeitsstunden, heisst es. Hm, ob das so stimmt? Bei mir ist es eher… variabler. Kommt total auf das Gras, auf den Untergrund, auf den Sensenmann an, äh, ich meine natürlich auf mich selbst! Manchmal hält’s länger, manchmal weniger. Ich hab schon mal ein Blatt gehabt – das war ein richtig gutes, teures Stück – das hat tatsächlich fast zwei Wochen durchgehalten. Aber dann gabs auch mal welche, da war ich nach fünf Stunden schon wieder am fluchen. Woran das liegt? Keine Ahnung, vielleicht ist’s einfach auch Glückssache. Oder Übungssache… ich muss wohl mehr üben. So ein bisschen wie ein Künstler, der seine Werkzeuge pflegt.

Jedenfalls: Dengeln ist der Schlüssel. Und Übung natürlich. Und vielleicht ein bisschen Geduld. Manchmal denke ich, ich sollte mir lieber einen Rasenroboter anschaffen. Aber dann schau ich wieder auf meine frisch gemähten Wiesen und weiß, dass der ganze Ärger mit dem Dengeln und dem Schärfen irgendwie… dazugehört. Es ist ein Teil der Sache, ein Teil des Prozesses. Und irgendwie… auch ganz schön befriedigend, wenn man dann wieder ein messerscharfes Blatt in der Hand hat.