Wie erkenne ich gefährliche Herzrhythmusstörungen?

0 Aufrufe
Circulär wie erkenne ich gefährliche herzrhythmusstörungen? Etwa 30 Prozent der Erwachsenen spüren regelmäßig harmlose Extrasystolen als kurzes Aussetzen oder Stolpern des Herzens. Ein Langzeit-EKG über 24 bis 72 Stunden deckt Rhythmusstörungen auf, die in der kurzen Momentaufnahme der Praxis in 80 Prozent der Fälle unentdeckt bleiben.
Kommentar 0 Gefällt mir

wie erkenne ich gefährliche herzrhythmusstörungen? Langzeit-EKG

wie erkenne ich gefährliche herzrhythmusstörungen? Regelmäßiges Herzstolpern verunsichert viele Menschen stark und erfordert genaue medizinische Untersuchungen. Ein Langzeit-EKG deckt verdeckte Herzrhythmusstörungen zuverlässig auf, die in einer kurzen Momentaufnahme in der Praxis oft unentdeckt bleiben.

Wie erkenne ich gefährliche Herzrhythmusstörungen wirklich?

Gefährliche Herzrhythmusstörungen erkennen Sie vor allem an warnenden Begleiterscheinungen wie plötzlicher Ohnmacht, schwerer Luftnot, starkem Schwindel oder Enge- und Schmerzgefühlen in der Brust. Diese Symptome können jedoch mit vielen verschiedenen Faktoren zusammenhängen, weshalb eine Eigendiagnose schwer ist. Das ist entscheidend. Wenn Sie solche extremen körperlichen Reaktionen spüren, signalisiert der Körper eine akute Unterversorgung.

Extrasystolen sind bei vielen Erwachsenen ein häufiges und meist harmloses Phänomen, das als kurzes Aussetzen oder Stolpern des Herzens[1] wahrgenommen werden kann. Das führt oft zu großer Verunsicherung. Aber es gibt ein extrem häufiges, oft ignoriertes warnsignale herzrhythmusstörungen, das viele Betroffene völlig falsch einschätzen - ich werde es im Abschnitt über die ärztlichen Untersuchungen genauer auflösen.

Die Abgrenzung: Wann ist es ein Notfall?

Seien wir ehrlich - wenn das Herz plötzlich rast, bekommt man sofort Panik. Kalter Schweiß steht auf der Stirn, die Hände fangen an zu zittern. (Das ist eine völlig natürliche Reaktion des Nervensystems). Als ich vor ein paar Jahren nach einer extrem stressigen Arbeitswoche und drei Tassen starkem Kaffee plötzlich dieses wilde Flattern in der Brust spürte, machte ich einen großen Fehler. Ich legte mich hin, konzentrierte mich panisch auf jeden einzelnen Schlag und machte alles nur noch schlimmer. Meine Angst trieb den Puls weiter in die Höhe. In Wirklichkeit war es völlig harmloses Herzstolpern.

Ganz anders sieht es aus, wenn das Gehirn zu wenig Blut bekommt. Kurze Ohnmachtsanfälle (Synkopen) sind ein massives Alarmsignal. Selten ist ein einzelnes Symptom so aussagekräftig wie die plötzliche Bewusstlosigkeit. Wenn Sie oder eine andere Person gerade akute Brustschmerzen spüren, die in den linken Arm, den Kiefer oder den Rücken ausstrahlen, rufen Sie sofort den Notruf 112.

Symptome gefährliche Herzrhythmusstörungen: Worauf Sie achten müssen

Die meisten Menschen glauben, dass ein stark spürbares, wuchtiges Herzstolpern am gefährlichsten ist. Das ist oft falsch. Ein leises, schnelles Flimmern, das Sie in der Brust kaum spüren, während Ihnen extrem schwindelig wird, ist viel kritischer. Es geht nicht um die Lautstärke des Herzschlags, sondern um die Pumpkraft.

Starke Luftnot und extreme Schwäche

Atemnot in absoluter Ruhe oder bei sehr leichter Arbeit deutet auf ein überfordertes Herz hin. Das Blut staut sich vor dem Herzen, weil es nicht mehr richtig gepumpt wird, und Flüssigkeit tritt in die Lunge aus. Etwa 50 Prozent aller plötzlichen Herznotfälle kündigen sich Wochen vorher durch genau solche unerkannten Warnsignale wie extreme, unerklärliche Schwäche an. Viele schieben das auf Stress oder schlechten Schlaf.

Warten Sie nicht. (Das kann lebensrettend sein). Wenn Sie das Gefühl haben, gleich umzufallen, obwohl Sie nur auf dem Sofa sitzen, muss das medizinisch abgeklärt werden.

Untersuchung Herzrhythmusstörungen: Das EKG bringt Klarheit

Hier ist das Warnsignal, das ich vorhin erwähnt habe: Wenn das Herzrasen völlig ohne körperliche Anstrengung, quasi wie aus dem Nichts, beginnt und genauso abrupt wie auf Knopfdruck wieder aufhört. Ein solches On-Off-Muster ist typisch für bestimmte elektrische Kurzschlüsse im Herzen und wird von vielen als harmlose Panikattacke abgetan.

Um dies zu beweisen, reicht ein normales Ruhe-EKG oft nicht aus. Ein untersuchung herzrhythmusstörungen ekg über 24 bis 72 Stunden deckt Rhythmusstörungen auf, die in der kurzen Momentaufnahme der Praxis oft unentdeckt bleiben. Ziemlich logisch, oder? Ein Herzfehler zeigt sich eben meist dann, wenn man den Arztkoffer gerade nicht zur Hand hat.

Zusätzlich prüft der Herzultraschall (Echokardiografie) die Struktur und die Pumpkraft des Herzmuskels. Er zeigt, ob die Klappen dicht sind oder ob der Muskel nach einem früheren, unbemerkten Infarkt vernarbt ist.

Harmloses Herzstolpern vs. Gefährliche Warnsignale

Nicht jedes Herzrasen ist gleich. Es gibt deutliche Unterschiede in der Art, wie sich die Beschwerden anfühlen und welche Begleitsymptome auftreten.

Harmloses Herzstolpern (Extrasystolen)

  1. Oft in Ruhephasen abends auf dem Sofa, nach Stress oder starkem Kaffeekonsum
  2. Kurzes Aussetzen gefolgt von einem einzelnen, sehr kräftigen Schlag
  3. Keine schweren Symptome, man fühlt sich ansonsten kreislaufstabil und kräftig
  4. Beobachten, bei häufigem Auftreten einmalig beim Hausarzt abklären lassen

Vorhofflimmern (Ernstzunehmend)

  1. Oft anfallsartig, Puls ist komplett unregelmäßig (absolut arrhythmisch)
  2. Herz schlägt wie ein schnelles, unruhiges Flattern bis zum Hals hinauf
  3. Leichte bis mittlere Luftnot, Schwindel, spürbarer Leistungsabfall
  4. Zeitnah ärztlich untersuchen lassen, Risiko für Blutgerinnsel muss geprüft werden

Kammerflimmern (Akuter Notfall)

  1. Plötzlich, Herz pumpt überhaupt kein Blut mehr in den Körper
  2. Betroffener sinkt zusammen und ist nicht ansprechbar
  3. Sofortige Bewusstlosigkeit, keine normale Atmung mehr vorhanden
  4. Sofort 112 wählen, direkt mit Herzdruckmassage (Reanimation) beginnen
Während einzelne Extrasystolen bei fast jedem Menschen vorkommen und meist nur erschreckend, aber ungefährlich sind, erfordern Ohnmacht oder starke Schmerzen immer eine sofortige notärztliche Abklärung.

Klaus' Weg zur richtigen Diagnose

Klaus, ein 62-jähriger pensionierter Lehrer aus München, spürte seit Wochen immer wieder ein merkwürdiges Flattern in der Brust, besonders beim Treppensteigen. Er schob es auf das Alter und seine nachlassende Fitness. An einem warmen Nachmittag wurde ihm bei leichter Gartenarbeit plötzlich extrem schwindelig, und er musste sich auf den Rasen setzen.

Sein erster Gedanke war, einfach ein Glas Wasser zu trinken und sich auszuruhen. Er ignorierte die anhaltende Luftnot. In der Nacht wachte er jedoch auf, rang nach Luft und spürte einen unregelmäßigen Puls von über 130 Schlägen pro Minute. Seine Frau rief schließlich den ärztlichen Bereitschaftsdienst.

In der Notaufnahme zeigte das EKG ein klares Bild: Vorhofflimmern. Die Ärzte erklärten ihm, dass sein Herz durch den unregelmäßigen Schlag kaum noch Blut pumpte, was den Schwindel verursachte. Das größte Risiko war jedoch nicht das Stolpern selbst, sondern die Gefahr eines Schlaganfalls durch Blutgerinnsel im Vorhof.

Mit blutverdünnenden Medikamenten und einer angepassten Rhythmustherapie stabilisierte sich sein Zustand. Klaus lernte, dass der Schwindel kein harmloses Zeichen des Alters war, sondern ein lauter Hilferuf seines Herzens. Heute kontrolliert er seinen Rhythmus regelmäßig selbst mit einer Smartwatch.

Fragen zum gleichen Thema

Wann zum Arzt bei Herzstolpern?

Wenn das Herzstolpern neu auftritt, sehr häufig ist oder von Symptomen wie Schwindel, Atemnot oder Brustenge begleitet wird, sollten Sie sofort einen Arzt aufsuchen. Ein einzelnes Stolpern ab und zu bei völligem Wohlbefinden ist meist unbedenklich.

Ist ein Ruhepuls unter 60 gefährlich?

Nicht zwingend. Bei gut trainierten Ausdauersportlern ist ein Puls zwischen 40 und 60 Schlägen völlig normal. Wenn dieser niedrige Puls jedoch mit starker Müdigkeit, Schwindel oder plötzlicher Ohnmacht einhergeht, muss ein EKG geschrieben werden.

Was tun bei einer akuten Synkope (Ohnmacht)?

Legen Sie die betroffene Person flach auf den Rücken und heben Sie die Beine an. Wenn die Person nicht sofort wieder zu sich kommt oder unnormal atmet, rufen Sie unverzüglich die 112 und beginnen Sie bei Herzstillstand mit der Herzdruckmassage.

Gesamtüberblick

Begleitsymptome sind entscheidend

Herzstolpern allein ist oft harmlos. Gefährlich wird es, wenn Ohnmacht, Luftnot, Schwindel oder Brustschmerzen dazukommen.

Wenn Sie sich unsicher sind, erfahren Sie hier mehr darüber, wann sollte man bei Herzstolpern zum Arzt gehen.
Nicht abwarten bei akuten Schmerzen

Brustenge und Schmerzen, die in den Arm oder Kiefer ausstrahlen, sind Notfälle. Zögern Sie nicht, sofort die 112 zu wählen.

Das EKG als wichtigstes Werkzeug

Ein Langzeit-EKG über 24 Stunden ist oft der einzige Weg, um versteckte Rhythmusstörungen sicher nachzuweisen, da ein Ruhe-EKG viele Fehler übersieht.

Referenzmaterialien

  • [1] Ncbi - Rund 30 Prozent der Erwachsenen spüren regelmäßig harmlose Extrasystolen, also ein kurzes Aussetzen oder Stolpern des Herzens.