Wie viel Geld darf ich überweisen ohne Nachweis?

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Die BaFin verlangt künftig einen Nachweis für Bargeld-Einzahlungen über 10.000 Euro. Dieser Schritt soll die Bekämpfung der Geldwäsche verbessern. Hintergrund ist die Verpflichtung, die Herkunft solcher Beträge zu dokumentieren. Dies betrifft Banken und Sparkassen.
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Bargeldlos überweisen – Nachweispflicht und Grenzen: Was Sie wissen müssen

Die Bafin verschärft die Maßnahmen zur Geldwäschebekämpfung. Künftig müssen Banken und Sparkassen bei Bargeldeinzahlungen über 10.000 Euro die Herkunft des Geldes nachweisen. Diese neue Regelung wirft jedoch die Frage auf: Wie viel Geld darf ich überhaupt überweisen, ohne einen Nachweis erbringen zu müssen? Die Antwort ist komplexer, als man zunächst annehmen mag, denn sie hängt von verschiedenen Faktoren ab.

Die 10.000-Euro-Grenze für Bargeldeinzahlungen: Diese Grenze betrifft explizit Bargeldeinzahlungen auf Konten. Sie ist eine Maßnahme zur Bekämpfung von Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung. Überweisungen von Ihrem Girokonto auf ein anderes Konto unterliegen dieser Beschränkung nicht direkt. Wichtig ist hier der Weg des Geldes: Wird Bargeld auf Ihr Konto eingezahlt und dann weiter überwiesen, greift die Nachweispflicht ab 10.000 Euro.

Überweisungen ohne Bargeldeinzahlung: Für Überweisungen, die nicht aus Bargeldeinzahlungen resultieren, gibt es keine pauschale Grenze, ab der ein Nachweis verlangt wird. Hier spielen andere Faktoren eine Rolle:

  • Der Betrag: Während es keine gesetzliche Grenze gibt, können Banken bei ungewöhnlich hohen Überweisungsbeträgen Nachweise zur Herkunft des Geldes anfordern. Die Definition von “ungewöhnlich hoch” ist dabei individuell und hängt von Ihrem bisherigen Transaktionsverhalten ab. Jemand, der regelmäßig hohe Beträge umsetzt, wird anders behandelt als jemand, der zum ersten Mal eine hohe Summe überweist.

  • Die Häufigkeit der Transaktionen: Viele kleine Überweisungen, die zusammen einen hohen Gesamtbetrag ergeben, können ebenfalls Anlass für Nachfragen geben. Das gilt besonders, wenn diese Transaktionen keinen nachvollziehbaren wirtschaftlichen Hintergrund haben.

  • Das Verhältnis zum bisherigen Transaktionsverhalten: Abweichungen von Ihrem üblichen Überweisungsverhalten können Banken veranlassen, die Herkunft des Geldes zu überprüfen.

  • Der Empfänger der Überweisung: Überweisungen an Unternehmen oder Personen in Ländern mit hohen Geldwäscherisiken können ebenfalls intensiver geprüft werden.

Welche Nachweise können verlangt werden? Die notwendigen Nachweise hängen vom Einzelfall ab. Mögliche Belege sind Kaufverträge, Erbschaftsurkunden, Kontoauszüge, Lohnbescheinigungen oder andere Dokumente, die die Herkunft des Geldes belegen.

Fazit: Es gibt keine feste Grenze für Überweisungen ohne Nachweis. Die Banken haben jedoch die Verpflichtung, verdächtige Transaktionen zu melden. Um Probleme zu vermeiden, ist es ratsam, bei hohen Überweisungsbeträgen oder ungewöhnlichem Transaktionsverhalten die Herkunft des Geldes transparent zu dokumentieren und im Zweifel Rücksprache mit Ihrer Bank zu halten. Transparenz und die Bereitstellung von plausiblen Erklärungen erleichtern die Abwicklung und verhindern unnötige Verzögerungen. Die Vermeidung von Bargeldeinzahlungen über 10.000 Euro ist ebenfalls ratsam, um die neuen Bafin-Vorschriften zu erfüllen.