Wie viel Prozent vom Mond sind erforscht?

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Bei der Frage, wie viel prozent vom mond sind erforscht, verweist die Wissenschaft auf eine vollständige Kartierung von exakt 100 Prozent. Im Gegensatz dazu sind nur 20 bis 25 Prozent des Meeresbodens mit moderner Sonartechnik in ähnlicher Detailtiefe erfasst. Die physische Untersuchung der Tiefsee liegt bei unter 0,001 Prozent, und die Mondoberfläche entspricht fast der Fläche von Afrika.
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Wie viel Prozent vom Mond sind erforscht: 100% Kartierung

Das Interesse daran, wie viel prozent vom mond sind erforscht, offenbart erstaunliche Fakten über die menschliche Entdeckungsgeschichte im Weltraum. Falsche Annahmen über diese gigantischen Dimensionen führen direkt zu einer Unterschätzung der Natur. Lesen Sie die detaillierten Vergleiche, um die wahren Ausmaße der Erfassung vollständig zu begreifen.

Wie viel Prozent vom Mond sind erforscht? Die kurze Antwort

Die Antwort auf diese Frage hängt stark davon ab, was wir unter erforscht verstehen. Wenn es um die fotografische Erfassung geht, ist der Mond zu 100 Prozent kartiert. Wir haben hochauflösende Bilder von jedem Quadratmeter seiner Oberfläche. Geht es jedoch um die physische Untersuchung vor Ort, sieht es anders aus: Weniger als 0,01 Prozent der mondoberfläche erforscht anteil wurden bisher von Menschen oder Robotern direkt berührt oder im Detail analysiert. [1]

Es gibt also eine riesige Lücke zwischen dem, was wir aus dem Orbit sehen, und dem, was wir tatsächlich über die chemische und geologische Zusammensetzung des Bodens wissen. Der Mond ist zwar der am besten untersuchte Himmelskörper im Sonnensystem, aber er bleibt in vielerlei Hinsicht ein Buch mit sieben Siegeln. Man könnte sagen, wir haben das Cover und alle Seiten fotografiert, aber nur ein paar Sätze im Vorwort wirklich gelesen.

Kartierung vs. Physische Erkundung: Der große Unterschied

Dank moderner Sonden wie dem Lunar Reconnaissance Orbiter (LRO) ist die gesamte Oberfläche des Mondes heute digital erfasst. Wir kennen die Höhe jedes Kraters und die Tiefe jedes Grabens mit einer Präzision von wenigen Metern. Das führt oft zu der Annahme, der ist der mond komplett erforscht sei bereits der Fall. Das ist jedoch ein Trugschluss. Nur weil wir wissen, wie ein Stein aussieht, wissen wir noch lange nicht, woraus er besteht oder wie er entstanden ist.

Die physische Erkundung beschränkt sich auf winzige Areale. In den Jahren 1969 bis 1972 haben insgesamt 12 Astronauten den Mond betreten. Die von ihnen zurückgelegten Strecken waren im Vergleich zur Gesamtfläche verschwindend gering. Selbst mit den modernsten Rovern haben wir bisher nur Bruchteile von Millimetern der gesamten Mondkruste chemisch analysiert. Die mondrückseite erforschung zustand ist geologisch sogar noch weit weniger erforscht als die uns zugewandte Seite. Hier haben wir erst in jüngster Zeit damit begonnen, Rover abzusetzen.

Ich erinnere mich noch gut daran, wie ich das erste Mal eine hochauflösende Karte der Mondrückseite sah. Die schiere Anzahl der Krater war beeindruckend - und gleichzeitig deprimierend. Wir haben dort oben Milliarden von Tonnen Material liegen, von dem wir keine einzige Bodenprobe im Labor haben. Es ist, als würde man versuchen, die Geologie der Erde zu verstehen, indem man nur ein paar Steine aus einem einzigen Steinbruch in Bayern sammelt. Ein Tropfen auf den heißen Stein.

Der Vergleich: Mond vs. Ozeane der Erde

Oft wird behauptet, wir wüssten mehr über den Mond als über die Tiefsee. Statistisch gesehen stimmt das sogar. Während der Mond zu 100 Prozent kartiert ist, sind nur etwa 20 bis 25 Prozent des Meeresbodens der Erde mit moderner Sonartechnik in ähnlicher Detailtiefe erfasst worden. Von der direkten, physischen Untersuchung des tiefen Meeresbodens ganz zu schweigen - hier liegen die Schätzungen bei weniger als 0,001 Prozent. [3]

Warum ist der Mond einfacher zu kartieren? Ganz einfach: Er hat keine Wolken, keine Vegetation und vor allem keine kilometerdicke Wasserschicht, die elektromagnetische Wellen blockiert. Satelliten können den Mond ungehindert scannen. Um den Meeresboden zu kartieren, müssen wir Schiffe einsetzen, die mühsam Linie für Linie abfahren. Der Mond ist also für uns visuell zugänglicher, aber physisch fast genauso fremd wie die tiefsten Gräben unserer Ozeane.

Was wir noch nicht wissen: Die dunklen Flecken der Forschung

Es gibt Gebiete auf dem Mond, die wir wahrscheinlich erst in Jahrzehnten verstehen werden. Ein Beispiel sind die permanent beschatteten Regionen an den Polen. Dort herrscht eine ewige Dunkelheit bei Temperaturen von rund -240 Grad Celsius. Man vermutet dort riesige Wassereis-Vorkommen, aber bisher konnten wir nur aus der Ferne messen. Kein Mensch und kein Rover hat diese Kältefallen bisher direkt untersucht.

Auch die sogenannten Lavaröhren - unterirdische Höhlensysteme - sind ein Rätsel. Wir wissen von ihrer Existenz durch Löcher in der Oberfläche (Sky-lights), aber was sich darin befindet, ist reine Spekulation. Diese Höhlen könnten in Zukunft als Strahlenschutz für Mondbasen dienen. Doch solange wir keinen Roboter hineinschicken, bleibt diese Hoffnung Theorie. Der Weg von der Karte zur tatsächlichen Nutzung ist weit.

Ich habe mal versucht, ein kleines Teleskop für eine Beobachtung der Landestelle von Apollo 11 zu nutzen. Spoiler-Alarm: Man sieht dort gar nichts. Selbst mit Profi-Equipment sieht man nur graue Flächen. Das hat mich gelehrt, wie viel prozent vom mond sind erforscht eigentlich ist und wie unfassbar groß dieser Himmelskörper eigentlich ist. Wir neigen dazu, ihn als kleine Kugel am Himmel zu sehen, aber seine Oberfläche entspricht fast der Fläche von Afrika. Wer glaubt, wir hätten das alles schon im Griff, irrt gewaltig.[4]

Stufen der Monderforschung

Nicht jede Art der Erforschung liefert die gleiche Informationstiefe. Hier ist ein Vergleich der Methoden:

Orbital-Kartierung

100 Prozent der Oberfläche

Grob (Meter-Bereich), keine Tiefendaten

Fotos, Höhenmodelle, Spektroskopie

Robotische Rover

Weniger als 0,005 Prozent

Sehr hoch, aber räumlich stark begrenzt

Bodenproben (vor Ort), lokale Chemie

Bemannte Missionen

Einige wenige Quadratkilometer

Maximal - Goldstandard der Forschung

Probenrückführung, komplexe Experimente

Während die visuelle Erfassung abgeschlossen ist, stehen wir bei der physischen Erkundung und Probenanalyse erst ganz am Anfang. Die Zukunft der Forschung liegt in autonomen Rovern, die bisher unzugängliche Regionen wie Pole und Höhlen erschließen.

Die Suche nach Wasser: Ein geologischer Krimi

Ein Forscherteam in den USA untersuchte jahrelang die Daten der indischen Sonde Chandrayaan-1. Sie suchten nach Signaturen von Wassereis in den Kratern des Südpols, fanden aber nur widersprüchliche Signale.

Die erste Intuition war, dass die Sensoren falsch kalibriert waren, da die gemessenen Reflexionswerte nicht zu reinem Eis passten. Frustriert verwarfen sie die Daten fast komplett.

Dann kam der Durchbruch: Sie realisierten, dass das Eis nicht als klare Schicht vorliegt, sondern fein mit Regolith vermischt sein muss. Sie passten ihre Computermodelle an die 'schmutzige' Mischung an.

Das Ergebnis bestätigte schließlich Millionen Tonnen Wassereis. Diese Erkenntnis veränderte die Artemis-Planung der NASA massiv und macht den Südpol zum Ziel der nächsten bemannten Landung.

Nützliche Tipps

100% visuell kartiert

Jeder Quadratmeter der Mondoberfläche wurde fotografiert und vermessen.

Minimal physisch erkundet

Weniger als 0,01 Prozent der Fläche wurden bisher von Robotern oder Menschen direkt untersucht.

Vorderseite vs. Rückseite

Die uns zugewandte Seite ist durch die Apollo-Missionen deutlich besser verstanden als die geologisch andere Rückseite.

Möchten Sie mehr über die geheimnisvolle dunkle Seite erfahren? Dann lesen Sie: Was sieht man auf der Rückseite des Mondes?.
Wasser als Zukunftshoffnung

Die Polregionen enthalten Eisvorkommen, die bisher nur indirekt nachgewiesen wurden und das nächste große Forschungsziel sind.

Weitere Vorschläge

Ist der Mond wirklich besser erforscht als unsere Ozeane?

Ja, was die visuelle Oberfläche angeht. Wir haben vom Mond eine lückenlose topografische Karte, während riesige Teile des Meeresbodens noch völlig unbekannt sind. Physisch gesehen sind uns jedoch beide Umgebungen noch weitgehend fremd.

Warum fliegen wir nicht einfach überall hin?

Die Kosten und Risiken sind enorm. Eine einzige Landung kostet Milliarden Euro. Zudem ist die Fortbewegung auf dem Mond wegen des aggressiven Staubs und der extremen Temperaturen technisch extrem anspruchsvoll für Rover.

Wurde die Rückseite des Mondes schon betreten?

Von Menschen bisher noch nie. Die erste weiche Landung eines Rovers auf der Rückseite gelang erst Anfang 2019 durch die chinesische Mission Chang'e-4. Zuvor hatten wir nur Fotos aus der Umlaufbahn.

Referenz

  • [1] Science - Weniger als 0,01 Prozent der Mondoberfläche wurden bisher von Menschen oder Robotern direkt berührt oder im Detail analysiert.
  • [3] Geo - Von der direkten, physischen Untersuchung des tiefen Meeresbodens liegen die Schätzungen bei weniger als 0,001 Prozent.
  • [4] En - Die Oberfläche des Mondes entspricht fast der Fläche von Afrika.