Wie entsteht Wasser in der Erde?

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Die Frage, wie entsteht Wasser in der Erde, findet ihre Antwort beim Einschlag wasserreicher Asteroiden vor etwa 4 Milliarden Jahren. Diese Gesteinsbrocken weisen einen Wassergehalt von bis zu 20 Prozent auf und fungierten als hocheffiziente Lieferanten während der späten Akkretionsphase. Zusätzlich binden Minerale wie Ringwoodit in der Übergangszone des Erdmantels bis zu dreimal mehr Wasser als alle Weltmeere zusammen.
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Wie entsteht Wasser in der Erde: Asteroiden vs Kometen

Das Verständnis darüber, wie entsteht Wasser in der Erde, ist entscheidend für die Erforschung der planetaren Entwicklung und die Entstehung von Leben. Forscher untersuchen verschiedene Ursprünge aus dem Weltraum und tiefe Speicherzonen im Planeteninneren, um die Herkunft unserer Ozeane vollständig zu entschlüsseln. Entdecken Sie die wissenschaftlichen Hintergründe dieser faszinierenden Erdentstehung.

Woher kommt das ganze Wasser eigentlich?

Die Frage, wie Wasser in und auf die Erde gelangte, hat mehr als nur eine Antwort. Es ist nicht so, als hätte es einen einzigen Moment gegeben, in dem jemand den Wasserhahn aufgedreht hat. Vielmehr deutet alles darauf hin, dass die Entstehung des Wassers eine Kombination aus kosmischen Lieferungen von außen und geologischen Prozessen im Inneren war.

Wissenschaftliche Daten zeigen, dass heute etwa 71 Prozent der Erdoberfläche mit Ozeanen bedeckt sind.[1] Das ist eine gewaltige Menge, aber die eigentliche Überraschung liegt unter unseren Füßen. Ich erinnere mich noch gut daran, wie ich das erste Mal von den riesigen Wasserspeichern im Erdmantel las - ich dachte ehrlich gesagt, das sei Science-Fiction. Aber die Forschung bestätigt: Im Inneren der Erde könnte bis zu dreimal so viel Wasser gebunden sein wie in allen Weltmeeren zusammen.

Die kosmische Lieferung: Asteroiden als Wasserboten

Lange Zeit glaubten viele, dass Kometen die Hauptlieferanten für unser Wasser waren. Doch chemische Analysen haben dieses Bild korrigiert. Das Verhältnis von Deuterium zu Wasserstoff in unseren Ozeanen stimmt fast perfekt mit dem von kohligen Chondriten überein - einer speziellen Gruppe von Asteroiden aus dem äußeren Asteroidengürtel.

Asteroiden transportierten das Wasser während der späten Akkretionsphase der Erde vor etwa 4 Milliarden Jahren zu uns. In dieser Zeit prallten unzählige dieser wasserreichen Gesteinsbrocken auf die junge Erde. Berechnungen zeigen, dass Asteroiden einen Wassergehalt von bis zu 20 Prozent aufweisen können.[3] Das macht sie zu weitaus effizienteren Lieferanten als die eher gasförmigen Kometen. Kurios, oder? Ein trockener Stein aus dem All bringt uns das Lebenselixier.

Das Wasser im Inneren: Die nasse Geburtsstunde

Es gibt jedoch eine zweite Theorie, die immer mehr an Bedeutung gewinnt: Das Wasser war von Anfang an da. Während der Entstehung der Erde vor rund 4.5 Milliarden Jahren wurden wasserhaltige Minerale direkt in den Planeten eingebaut. Dieses Wasser ist nicht flüssig, sondern chemisch in der Kristallstruktur von Mineralen gebunden.

Minerale als gigantische Schwämme

In einer Tiefe von 410 bis 660 Kilometern, der sogenannten Übergangszone des Erdmantels, existieren Minerale namens Ringwoodit und Wadsleyit. Diese Minerale wirken wie gigantische Schwämme. Ringwoodit kann etwa 1.5 bis 2.5 Prozent seines Eigengewichts an Wasser speichern. Das klingt nach wenig. Aber wenn man das auf das gesamte Volumen dieser Zone hochrechnet, ergibt das eine unfassbare Menge. Ich war anfangs skeptisch - Minerale, die Wasser speichern? Aber die Physik dahinter ist logisch: Unter extremem Druck werden Hydroxyl-Ionen in die Gitterstruktur gepresst.

Hier ist der Punkt, den viele übersehen: Dieses Wasser kommt durch Vulkanismus an die Oberfläche. Wenn Magma aufsteigt, wird der Druck geringer und das gebundene Wasser wird als Wasserdampf freigesetzt. So füllten sich über Jahrmillionen die Ozeane von innen heraus.

Vom Dampf zum Ozean: Das Abkühlen der Erde

Als die Erde noch ein glühender Ball aus flüssigem Gestein war, befand sich das meiste Wasser als Dampf in der dichten Ur-Atmosphäre. Erst als die Oberfläche unter 100 Grad Celsius abkühlte, setzte der große Regen ein. Und dieser Regen hielt nicht nur ein paar Tage an. Er dauerte wahrscheinlich Jahrtausende. Stellen Sie sich das vor: Tausend Jahre Dauerregen, bis sich die ersten Senken füllten. Ein unglaubliches Szenario.

Vergleich der Wasserquellen

Die Wissenschaft diskutiert heute zwei Hauptwege, wie das Wasser seinen Weg auf unseren Planeten gefunden hat. Hier ist die Gegenüberstellung der wichtigsten Faktoren.

Asteroiden-Hypothese

  1. Isotopenverhältnis stimmt mit heutigen Ozeanen überein
  2. Späte Phase der Erdentstehung (vor ca. 4 Mrd. Jahren)
  3. Erklärt die großen Mengen an der Oberfläche

Mantel-Hypothese (Primordiales Wasser)

  1. Wasserfunde in tiefen Diamanten und Ringwoodit
  2. Frühe Phase der Erdentstehung (vor ca. 4.5 Mrd. Jahren)
  3. Erklärt die Stabilität des Wasserkreislaufs über Äonen
Es ist höchstwahrscheinlich keine Entweder-oder-Frage. Die meisten Forscher gehen heute davon aus, dass beide Quellen eine Rolle spielten. Die Asteroiden brachten den 'letzten Schliff', während das Fundament bereits im Inneren lag.

Lukas und das Rätsel des Ringwoodits

Lukas, ein Geologiestudent aus München, hatte Schwierigkeiten zu verstehen, wie Wasser in festem Gestein existieren kann. Er stellte sich immer kleine Pfützen tief im Boden vor, was völlig falsch ist.

In seiner ersten Hausarbeit versuchte er zu beweisen, dass Wasser nur durch Asteroiden kam. Er ignorierte die internen Quellen, weil ihm die Vorstellung von Wasser im Kristallgitter zu abstrakt war. Sein Professor gab ihm die Arbeit zur Überarbeitung zurück.

Lukas vertiefte sich in die Forschung zu Hochdruck-Experimenten. Er begriff, dass Ringwoodit bis zu 2.5 Prozent Wasser speichern kann, ohne nass zu sein. Dieser Moment des 'Klickens' veränderte seine gesamte Sichtweise auf die Planetenbildung.

Heute arbeitet Lukas an einer Simulation, die zeigt, dass der Erdmantel genug Wasser hält, um die Ozeane mehrmals zu füllen. Er lernte, dass die Realität oft komplexer ist als ein einfacher Meteoriteneinschlag.

Schnelle Fragen & Antworten

Kann man das Wasser aus dem Erdmantel trinken?

Nein, es ist kein flüssiges Wasser in unterirdischen Seen. Es handelt sich um Hydroxyl-Gruppen, die chemisch in Mineralen gebunden sind. Erst durch Hitze und Druckentlastung bei Vulkanausbrüchen wird es als Dampf frei.

Haben Kometen gar kein Wasser gebracht?

Doch, aber wahrscheinlich weniger als 10 Prozent der Gesamtmenge. Die Isotopen-Signatur von Kometen unterscheidet sich meist deutlich von unserem Meerwasser, weshalb Asteroiden als wichtigere Quelle gelten.

Wird das Wasser auf der Erde irgendwann leer?

Das ist unwahrscheinlich. Es gibt einen globalen Kreislauf: Wasser wird durch Subduktion von Erdplatten in den Mantel gezogen und durch Vulkane wieder ausgespuckt. Die Gesamtmenge bleibt also stabil.

Falls Sie wissen möchten, wie alles begann, lesen Sie auch, Wie entstand Wasser im Universum?

Schnelle Zusammenfassung

Asteroiden als Hauptlieferanten

Kohlige Chondriten brachten den Großteil des Oberflächenwassers durch Einschläge vor 4 Milliarden Jahren.

Riesenspeicher im Mantel

In der Übergangszone des Mantels (410-660 km Tiefe) ist vermutlich 1 bis 3 Mal so viel Wasser gebunden wie in den Ozeanen. [5]

Isotopen-Fingerabdruck

Das Deuterium-Wasserstoff-Verhältnis beweist die Herkunft von Asteroiden und widerlegt Kometen als alleinige Quelle.

Geologischer Kreislauf

Vulkanismus setzt das Wasser aus dem Inneren frei, während die Plattentektonik es zurückführt.

Zitate

  • [1] Usgs - Wissenschaftliche Daten zeigen, dass heute etwa 71 Prozent der Erdoberfläche mit Ozeanen bedeckt sind.
  • [3] En - Berechnungen zeigen, dass Asteroiden einen Wassergehalt von bis zu 20 Prozent aufweisen können.
  • [5] Theguardian - In der Übergangszone des Mantels (410-660 km Tiefe) ist vermutlich 1 bis 3 Mal so viel Wasser gebunden wie in den Ozeanen.