Was ist das Dunkle auf dem Mond?
Was ist das dunkle auf dem mond? Basalt und Maria
Viele Menschen fragen sich, was ist das dunkle auf dem mond und halten die Flecken fälschlicherweise für riesige Ozeane aus Wasser. Die wissenschaftliche Realität hinter diesen Formationen ist jedoch weitaus komplexer. Ein korrektes Verständnis dieser Gebiete hilft dabei, die geologische Vergangenheit unseres Trabanten besser zu begreifen. Lernen Sie die wahren Ursprünge kennen.
Was ist das Dunkle auf dem Mond?
Die markanten dunklen Flecken auf dem Mond, die oft an ein Gesicht erinnern, sind keine echten Meere aus Wasser, sondern riesige Ebenen aus erstarrter Lava. Es handelt sich um massive Einschlagbecken, die vor Milliarden von Jahren durch aufsteigendes Magma aus dem Mondinneren geflutet wurden und nach dem Abkühlen dunkles Basaltgestein bildeten.
Diese Gebiete werden in der Astronomie als Maria (Einzahl: Mare) bezeichnet, was das lateinische Wort für Meere ist. Frühe Astronomen glaubten fälschlicherweise, dort riesige Ozeane zu sehen. In Wirklichkeit blicken wir auf eine vulkanische Vergangenheit zurück. Interessanterweise reflektieren diese basaltflächen mond nur etwa 7% bis 10% des auftreffenden Sonnenlichts, während die helleren Hochländer mit etwa 11% bis 18% deutlich mehr Licht zurückwerfen.[1] Dieser Unterschied in der sogenannten Albedo sorgt dafür, dass uns die Maria von der Erde aus so dunkel erscheinen.
Warum hat der Mond dunkle Flecken und keine echten Meere?
Der Ursprung dieser dunklen Gebiete liegt etwa 3,1 bis 3,9 Milliarden Jahre zurück. Damals war der Mond noch geologisch aktiv. Gewaltige Asteroideneinschläge rissen die Mondkruste auf und schufen tiefe Becken. Da die Kruste auf der uns zugewandten Seite dünner ist, konnte heißes, flüssiges Magma aus dem Mantel nach oben dringen und diese Senken wie eine zähe Flüssigkeit füllen. Ich erinnere mich noch gut an meine erste Beobachtung durch ein Amateurteleskop - ich war völlig überrascht, wie glatt und eben diese Flächen im Vergleich zu den zerklüfteten Kraterrändern wirkten.
Heute wissen wir, dass diese Ebenen aus Basalt bestehen, einem Gestein, das reich an Eisen und Magnesium ist. Das macht sie schwerer und dunkler als die hellen Anorthosit-Gesteine der Mond-Hochländer. Aber warum hat der mond dunkle flecken fast nur auf der Vorderseite? Auf der Rückseite des Mondes ist die Kruste deutlich dicker, weshalb das Magma dort kaum den Weg an die Oberfläche fand. Tatsächlich bedecken die Maria etwa 16% der gesamten Mondoberfläche, wobei sie auf der erdzugewandten Seite fast ein Drittel der Fläche einnehmen, auf der Rückseite jedoch weniger als 2%. [2]
Maria vs. Hochländer: Die zwei Gesichter des Mondes
Um den Kontrast auf dem Mond zu verstehen, muss man die Maria direkt mit den hellen Regionen vergleichen. Während die Maria flach und relativ kraterarm sind, bestehen die Hochländer aus uraltem Gestein, das von Milliarden Jahren kosmischer Einschläge gezeichnet ist. Aber hier ist die Sache - und das wird oft übersehen: Die mond maria entstehung ist nicht nur dunkler, sie sind auch deutlich jünger als die hellen Regionen.
In meinen Gesprächen mit Astronomie-Einsteigern höre ich oft die Frage, ob die dunklen Flecken Schatten sind. Das ist ein Irrtum. Schatten entstehen durch Berge und Kraterränder und wandern mit dem Sonnenstand. Die Maria hingegen sind permanente geologische Merkmale. Man kann sie sich wie riesige Parkplätze aus dunklem Asphalt vorstellen, die über die helle, bergige Landschaft des restlichen Mondes verteilt sind. Wer einmal versucht hat, die Landestelle von Apollo 11 im Mare Tranquillitatis zu finden, weiß, wie mondoberfläche dunkle gebiete wirken.
Vergleich der Mondregionen
Die Oberfläche des Mondes lässt sich grob in zwei Hauptkategorien unterteilen, die sich in Alter, Zusammensetzung und Aussehen drastisch unterscheiden.
Maria (Dunkle Gebiete)
- Flach, weitläufig, wenig Krater
- Niedrig (ca. 7-10%)
- Dunkler Basalt (reich an Eisen)
- Jünger (ca. 3,1 - 3,8 Mrd. Jahre)
Hochländer (Helle Gebiete)
- Gebirgig, extrem kraterreich
- Höher (ca. 11-18%)
- Heller Anorthosit (reich an Aluminium)
- Uralt (bis zu 4,5 Mrd. Jahre)
Lukas und das Rätsel des Mare Tranquillitatis
Lukas, ein 12-jähriger Hobby-Astronom aus München, betrachtete den Vollmond durch sein neues Fernrohr und war enttäuscht. Er suchte nach den tiefen blauen Ozeanen, von denen er in alten Geschichten gelesen hatte, fand aber nur graue Ebenen.
Er versuchte, die Ränder der dunklen Flächen zu fokussieren, doch ohne Filter blendete ihn das helle Mondlicht so stark, dass er fast aufgeben wollte. Die Flächen wirkten wie tote, leere Wüsten ohne jedes Detail.
Sein Durchbruch kam, als er begriff, dass die Dunkelheit am besten an der Licht-Schatten-Grenze (Terminator) sichtbar wird. Dort sah er, dass die Maria nicht völlig glatt sind, sondern von sanften Rücken und alten Lavarinnen durchzogen werden.
Nach drei Abenden intensiver Beobachtung konnte Lukas die Landestelle von Apollo 11 im Mare Tranquillitatis identifizieren. Er lernte, dass diese dunklen Weiten keine Meere, sondern stumme Zeugen gigantischer Lavafluten sind.
Nächste Schritte
Kein Wasser, sondern LavaDie dunklen Maria sind keine Meere, sondern Ebenen aus erstarrtem Basalt, die durch antiken Vulkanismus entstanden.
Albedo macht den UnterschiedDie dunklen Flächen reflektieren nur etwa 7-10% des Sonnenlichts, was sie im Vergleich zu den helleren Hochländern (bis zu 18%) dunkel erscheinen lässt.
Maria bedecken etwa 31% der Vorderseite, aber weniger als 2% der Mondrückseite, da dort die Kruste zu dick für Magmadurchbrüche war.
Schnelle Zusammenfassung
Befinden sich die dunklen Flecken auf der dunklen Seite des Mondes?
Nein, das ist ein häufiges Missverständnis. Die dunkle Seite des Mondes bezieht sich auf die Seite, die gerade keine Sonne hat, was sich ständig ändert. Die dunklen Flecken (Maria) sind geologische Strukturen auf der Oberfläche, die wir fast immer sehen, weil sie sich überwiegend auf der uns zugewandten Seite befinden.
Gibt es auf den dunklen Flächen wirklich gar kein Wasser?
Früher dachte man das, aber heute wissen wir: In flüssiger Form gibt es dort kein Wasser. Inzwischen wurden jedoch Spuren von gefrorenem Wasser in tiefen, permanent schattigen Kratern an den Mondpolen entdeckt. Die großen Maria selbst sind jedoch knochentrockene Basaltwüsten.
Warum sehen wir den 'Mann im Mond'?
Das ist ein Phänomen namens Pareidolie. Unser Gehirn versucht, in den zufälligen Mustern der dunklen Maria und hellen Hochländer bekannte Formen zu erkennen. Je nach Kultur interpretieren Menschen darin ein Gesicht, einen Hasen oder sogar eine Frau am Spinnrad.
Fußnoten
- [1] En - Diese basaltischen Ebenen reflektieren nur etwa 7% bis 10% des auftreffenden Sonnenlichts, während die helleren Hochländer mit etwa 11% bis 18% deutlich mehr Licht zurückwerfen.
- [2] De - Tatsächlich bedecken die Maria etwa 16% der gesamten Mondoberfläche, wobei sie auf der erdzugewandten Seite fast ein Drittel der Fläche einnehmen, auf der Rückseite jedoch weniger als 2%.
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