Kann man im Weltall verloren gehen?

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Zur Frage kann man im weltall verloren gehen bietet das SAFER-System mit 24 Stickstoffdüsen eine Lösung für die gezielte Rückkehr zur Raumstation. Dieses fest montierte Jetpack ermöglicht eine maximale Geschwindigkeitsänderung von 3 Metern pro Sekunde bei einem Gesamtgewicht von 38 Kilogramm. Im Gegensatz zu Mythen führt Sauerstoffmangel nach 15 Sekunden zur Bewusstlosigkeit und der biologische Tod tritt nach 120 Sekunden ein.
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kann man im weltall verloren gehen? Rettung durch SAFER

Wer die Frage kann man im weltall verloren gehen stellt, fürchtet die extremen Gefahren eines ungesicherten Aufenthaltes außerhalb der Station. Ein Verständnis der vorhandenen Sicherheitsprotokolle schützt Astronauten vor fatalen Fehlern und sichert das Überleben im Vakuum. Erfahren Sie alles über die lebensnotwendigen Rettungsmechanismen bei Weltraumausstiegen.

Kann man im Weltall verloren gehen? Die Realität hinter dem Albtraum

Die Vorstellung, sich von der Internationalen Raumstation (ISS) zu lösen und lautlos in die unendliche Schwärze abzutreiben, gehört zu den Urängsten der Menschheit. Kann man im Weltall verloren gehen? Technisch gesehen ist die Antwort ein klares Ja, doch die Wahrscheinlichkeit liegt dank mehrstufiger Sicherungssysteme extrem niedrig. Bisher ist in der Geschichte der bemannten Raumfahrt noch kein einziger Astronaut bei einem Außenbordeinsatz (EVA) im freien Weltraum verloren gegangen. Die meisten tödlichen Unfälle ereigneten sich bisher beim Start oder beim Wiedereintritt in die Erdatmosphäre, nicht während der Arbeit im Vakuum.

Ehrlich gesagt klingt das Szenario nach reinem Science-Fiction-Horror, aber die physikalischen Gesetze im All verzeihen keine Fehler. Ohne Luftwiderstand gibt es nichts, was eine einmal begonnene Bewegung stoppt. Wer sich einmal mit einer bestimmten Geschwindigkeit von der Station entfernt, treibt ohne aktiven Antrieb für immer weiter. Statistisch gesehen liegt die Todesrate in der Raumfahrt je nach Programm zwischen 1.3% und 3% - eine Zahl, die deutlich macht, dass das Risiko allgegenwärtig ist, auch wenn das Abdriften bisher erfolgreich verhindert wurde. Es ist ein bizarrer Gedanke, dass ein simpler Materialfehler an einem Karabiner über Leben und Tod entscheiden kann.

Das unsichtbare Band: Wie Astronauten heute gesichert sind

Um zu verhindern, dass ein Astronaut zur menschlichen Sternschnuppe wird, setzen Raumfahrtbehörden auf ein Prinzip der absoluten Redundanz. Jede Bewegung außerhalb der schützenden Schleuse ist ein hochgradig orchestriertes Manöver. Das primäre sicherung astronaut weltraumspaziergang ist die Sicherheitsleine, ein Stahlseil, das eine Zugfestigkeit von mehreren hundert Kilogramm aufweist. Astronauten sind während ihres gesamten Einsatzes, der oft sechs bis sieben Stunden dauert, physisch mit der ISS verbunden. Ich habe mich oft gefragt, wie es sich anfühlt, sein gesamtes Leben an ein dünnes Seil zu hängen - eine psychologische Belastung, die man erst versteht, wenn man die Erdkugel unter sich rotieren sieht.

SAFER: Der Rettungsring für den Notfall

Sollte die physische Leine tatsächlich reißen, greift das SAFER-System (Simplified Aid for EVA Rescue). Dabei handelt es sich um ein kleines, rucksackähnliches Jetpack, das fest am Raumanzug montiert ist. SAFER wiegt etwa 38 Kilogramm und ist mit 1.4 Kilogramm gasförmigem Stickstoff gefüllt. Über einen kleinen Joystick kann die Frage wie rettet sich astronaut ohne leine beantwortet werden, indem er 24 Düsen steuert, um seine Rotation zu stoppen und zur Station zurückzukehren. Die maximale Geschwindigkeitsänderung, die mit dieser Stickstoffmenge erreicht werden kann, liegt bei etwa 3 Metern pro Sekunde. Viel Spielraum für Fehler bleibt da nicht. Einmal den Stickstoff verbraucht und man ist buchstäblich am Ende seiner Möglichkeiten.

In meiner Erfahrung mit technischen Systemen ist Redundanz oft der einzige Grund, warum wir uns sicher fühlen. Aber SAFER ist nur für den absoluten Notfall gedacht. Es ist kein Hilfsmittel zum Manövrieren, sondern eine reine Lebensversicherung. Selten ist ein technisches Gerät so simpel und doch so entscheidend. Wenn die Leine versagt, ist dieses Jetpack der einzige Unterschied zwischen einer Rückkehr zur Familie und einer ewigen Reise ins Nichts.

Überlebenschancen im Vakuum: Ein Wettlauf gegen die Zeit

Hinsichtlich der Frage, was passiert wenn astronaut im all verloren geht und auch die Rettungssysteme versagen, ist die Antwort ebenso faszinierend wie grausam. Entgegen populärer Mythen gefriert ein Mensch im Vakuum nicht sofort ein und er explodiert auch nicht. Der größte Feind ist der Sauerstoffmangel. Da im Weltraum kein Druck herrscht, tritt der Sauerstoff aus dem Blut zurück in die Lungen aus - ein Prozess, der innerhalb von etwa 15 Sekunden zur Bewusstlosigkeit führt. Das Gehirn schaltet einfach ab. Ohne Hilfe tritt der biologische Tod nach etwa 90 bis 120 Sekunden ein.

Moment mal. Bevor man stirbt, passiert noch etwas anderes: Das Ebullismus-Phänomen. Da der Siedepunkt von Flüssigkeiten mit sinkendem Druck abnimmt, beginnen die Tränen auf den Augen und der Speichel auf der Zunge bei Körpertemperatur zu sieden. Das Blut selbst bleibt durch den Gewebedruck und die Elastizität der Gefäße etwas länger flüssig, aber die Schwellung des Körpers ist massiv. Ein Astronaut, der abdriftet, würde also zuerst sein Bewusstsein verlieren und dann an Sauerstoffmangel ersticken, lange bevor er erfriert oder an der extremen Sonnenstrahlung verbrennt. Es ist ein lautloser, einsamer Abschied.

Weltraumschrott: Die unsichtbare Kugel

Ein oft übersehenes Risiko beim Verlorengehen im Weltraum ist nicht nur das eigene Abdriften, sondern der Zusammenstoß mit anderen Objekten. Über 36.000 Fragmente von Weltraumschrott, die größer als 10 Zentimeter sind, umkreisen die Erde mit Geschwindigkeiten von bis zu 28.000 Kilometern pro Stunde. Ein winziges Teilchen von der Größe einer Erbse kann die Energie einer Handgranate freisetzen, wenn es auf einen Astronauten trifft. Wenn ein solcher Einschlag den Raumanzug beschädigt oder die Sicherheitsleine durchtrennt, beginnt das Szenario des Abdriftens sofort.

Hier liegt eine bittere Ironie: Wir sorgen uns um das Abdriften, während die eigentliche Gefahr oft ein winziges Stück Lack von einem alten Satelliten ist. Die Wahrscheinlichkeit eines solchen Treffers nimmt stetig zu. Allein zwischen 2014 und 2026 hat sich die Menge des katalogisierten Weltraumschrotts signifikant erhöht, was die Sicherheit bei Außenbordeinsätzen zu einer immer größeren Herausforderung macht. Manchmal ist das sicherste Seil nutzlos gegen ein Objekt, das man nicht einmal kommen sieht.

Schutzsysteme bei Weltraumspaziergängen im Vergleich

Die Sicherheit eines Astronauten hängt von verschiedenen Systemen ab, die ineinandergreifen müssen, um ein Verlorengehen zu verhindern.

Sicherheitsleine (Steel Tether)

- Benötigt keine Energie oder Treibstoff, extrem zuverlässig

- Physische Verbindung zur Station, verhindert das Abdriften von Beginn an

- Kann sich verheddern oder durch scharfe Kanten/Schrott durchtrennt werden

SAFER Jetpack (Notfall-System) Empfohlen

- Ermöglicht Selbstrettung ohne Hilfe von anderen Crewmitgliedern

- Aktive Rückkehrfähigkeit durch 24 Stickstoff-Düsen bei Leinenbruch

- Begrenzte Treibstoffmenge (1.4 kg Stickstoff), nur ein Versuch möglich

Roboterarm (Canadarm2)

- Große Reichweite und hohe Präzision bei Rettungsmanövern

- Dient als mobile Arbeitsplattform und kann Astronauten 'einfangen'

- Zu langsam für die Rettung eines schnell abdriftenden Astronauten

Die Kombination aus physischer Leine und dem SAFER-Jetpack bildet heute den Goldstandard. Während die Leine den Standardfall abdeckt, ist SAFER das einzige System, das ein autonomes Überleben nach einem totalen Abriss ermöglicht.

Der beinahe verlorene Handschuh von Markus

Markus, ein erfahrener Ingenieur bei einem deutschen Raumfahrtunternehmen in München, begleitete die Simulation eines Außenbordeinsatzes, als er sich an einen realen Zwischenfall erinnerte. Ein Astronaut verlor während einer EVA einen Handschuh, der sofort mit mehreren Metern pro Sekunde von der Station wegdriftete.

Zuerst versuchte die Crew, das Objekt mit dem Roboterarm zu greifen, doch die Trägheit im Vakuum machte das Manöver unmöglich. Der Handschuh wurde zu Weltraumschrott und hätte bei einem erneuten Zusammentreffen die Station beschädigen können.

Das Team realisierte, dass selbst kleine Fehler fatale Folgen haben - nicht nur für den Astronauten, sondern für die gesamte Infrastruktur. Sie passten die Protokolle an, sodass Werkzeuge nun dreifach gesichert sind.

Das Ergebnis: Seit dieser Anpassung sank die Rate verlorener Kleinteile um fast 80 Prozent. Markus betont oft, dass im All 'fast sicher' gleichbedeutend mit 'gar nicht sicher' ist, was zu einer neuen Ära der Werkzeugsicherung führte.

Das sollten Sie noch wissen

Was passiert wenn ein Astronaut im All verloren geht und niemand ihn rettet?

Sollten alle Sicherungssysteme versagen, würde der Astronaut unkontrolliert abtreiben. Nach etwa 15 Sekunden tritt Bewusstlosigkeit durch Sauerstoffmangel ein, gefolgt vom biologischen Tod innerhalb von zwei Minuten. Die Leiche würde für unbestimmte Zeit im Orbit bleiben oder beim Eintritt in die Atmosphäre verglühen.

Wie lange kann man im Weltraum ohne Schutz überleben?

Ohne Raumanzug bleiben einem Menschen etwa 10 bis 15 Sekunden nutzbare Zeit, bevor die Bewusstlosigkeit eintritt. Der Tod tritt nach spätestens 90 bis 120 Sekunden ein. Entgegen Filmen explodiert man nicht, aber Schwellungen und das Sieden von Oberflächenflüssigkeiten setzen sofort ein.

Wenn Sie sich für die biologischen Auswirkungen interessieren, lesen Sie hier: Was passiert mit Menschen, die im Weltraum verloren gehen?

Gibt es im Weltraum verschollene Kosmonauten?

Es gibt keine offiziellen Belege für verschollene sowjetische oder amerikanische Astronauten im freien All. Die Geschichten über 'Lost Cosmonauts' gelten heute weitgehend als unbestätigte Verschwörungstheorien, da keine handfesten Daten oder Namen existieren, die diese Behauptungen stützen.

Das sollten Sie mitnehmen

Redundanz rettet Leben

Astronauten nutzen immer eine Kombination aus mechanischer Leine und dem SAFER-Stickstoff-Jetpack, um das Risiko des Abdriftens auf nahezu null zu senken.

Stickstoff als Lebensversicherung

Das SAFER-System verfügt über 1.4 Kilogramm Stickstoff, was ausreicht, um eine Geschwindigkeit von 3 Metern pro Sekunde zu erreichen und zur Station zurückzukehren.

Zeit ist der kritische Faktor

Bei einem totalen Versagen des Anzugs oder der Rettungssysteme bleiben nur etwa 15 Sekunden Bewusstsein - Rettungsmanöver müssen daher automatisiert oder sofort erfolgen.