Kann es auf Jupiter Leben geben?

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Leben auf dem Jupiter gilt aufgrund fehlender fester Oberflächen und extremer Temperaturen von minus 145 bis über 24.000 Grad Celsius als unmöglich. Dagegen bietet der Jupitermond Europa unter einer 15 bis 25 Kilometer dicken Eiskruste einen globalen Salzwasserozean mit potenziellem Lebensraum. Diese Umgebung enthält Schätzungen zufolge doppelt so viel Wasser wie alle Weltmeere der Erde zusammen.
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Leben auf dem Jupiter: Mond Europa als Hoffnungsträger

Die Suche nach Leben auf dem Jupiter konzentriert sich primär auf die eisigen Monde des Gasriesen statt auf den Planeten selbst. Extreme Umweltbedingungen machen eine Existenz biologischer Organismen in der Jupiteratmosphäre unwahrscheinlich. Erfahren Sie hier, warum Forscher dennoch optimistisch auf die verborgenen Ozeane im Jupitersystem blicken und welche Entdeckungen bevorstehen.

Kann es auf Jupiter Leben geben?

Die Antwort auf die Frage, ob auf dem Jupiter selbst Leben existieren kann, fällt nach aktuellem wissenschaftlichem Stand eher ernüchternd aus: Es ist extrem unwahrscheinlich. Während der Gasriese selbst eine lebensfeindliche Welt aus wirbelnden Gasen, enormem Druck und tödlicher Strahlung ist, richtet sich der Blick der Astrobiologen stattdessen auf seine Eismonde. Dort, tief unter dicken Panzern aus gefrorenem Wasser, könnten sich Bedingungen verborgen halten, die biologische Prozesse ermöglichen.

Obwohl Jupiter faszinierend ist, bietet er keine feste Oberfläche, auf der sich Leben, wie wir es kennen, entwickeln könnte. Die Temperaturen in den oberen Wolkenschichten liegen bei etwa -145 Grad Celsius, während sie im Inneren auf über 24.000 Grad Celsius ansteigen –[1] heißer als die Oberfläche der Sonne. Dennoch gibt es einen Hoffnungsschimmer: In den tieferen Ozeanen seiner Monde wie Europa oder Ganymed vermuten Forscher flüssiges Salzwasser, das durch Gezeitenkräfte erwärmt wird. Dieses Detail wird im Abschnitt über die JUICE-Mission näher beleuchtet.

Warum der Planet Jupiter selbst eine Sackgasse für das Leben ist

Jupiter besteht fast ausschließlich aus Wasserstoff und Helium. Ohne eine feste Kruste gibt es keinen Boden, auf dem sich chemische Bausteine ansammeln und zu komplexen Organismen verbinden könnten. Werden Gase tiefer in die Atmosphäre gezogen, steigt der Druck auf das Millionenfache des Erddrucks an. Bei diesen Werten wird Wasserstoff metallisch und leitet Strom, was jede uns bekannte Zellstruktur sofort zerstören würde.

Frühere Spekulationen über schwebende Lebensformen in den stabilen Wolkenschichten – ähnlich wie Quallen in einem Ozean aus Gas – gelten heute als unwahrscheinlich. Die vertikalen Winde auf Jupiter erreichen Geschwindigkeiten von über 600 km/h. Organismen würden ständig in tödliche Hitze- oder Druckzonen gewirbelt werden. Ein physikalischer Albtraum: Eine stabile Schichtung, die mikrobielles Leben über Jahrmillionen stützen könnte, scheint kaum möglich. Die Atmosphäre ist zu turbulent.

Jupitermond Europa: Der aussichtsreichste Kandidat im Sonnensystem

Wenn wir über Leben im Jupiter-System sprechen, meinen wir eigentlich Europa. Dieser Mond ist etwas kleiner als unser Erdmond, verbirgt aber unter einer 15 bis 25 Kilometer dicken Eiskruste einen globalen Salzwasserozean. Schätzungen gehen davon aus, dass dieser Ozean etwa doppelt so viel Wasser enthält wie alle Weltmeere der Erde zusammen. [2] Das ist eine gewaltige Menge an potenziellem Lebensraum.

Dank Daten des James-Webb-Weltraumteleskops wissen wir, dass auf der Oberfläche von Europa festes Kohlendioxid existiert, das wahrscheinlich aus dem inneren Ozean stammt. Kohlenstoff ist die Basis allen Lebens. Wenn das Wasser unter dem Eis mit dem Gesteinskern des Mondes in Kontakt kommt, könnten chemische Reaktionen Energie liefern - ähnlich wie bei den hydrothermalen Quellen in der Tiefsee unserer Erde. Messungen zeigen, dass die Strahlungsdosis auf Europas Oberfläche mit etwa 5.400 mSv pro Tag zwar tödlich ist, das dicke Eis jedoch als perfekter Schutzschild für das darunterliegende Wasser dient. [3]

Die JUICE-Mission: Die Suche nach der Bewohnbarkeit

Bei der Suche nach Leben geht es den Wissenschaftlern aktuell gar nicht darum, kleine grüne Männchen oder Fische zu finden. Das Ziel der JUICE-Mission (JUpiter ICy moons Explorer) ist es primär, die Bewohnbarkeit zu bestätigen. Es geht darum zu beweisen, dass die drei Grundvoraussetzungen – flüssiges Wasser, Energie und organische Chemie – gleichzeitig über einen langen Zeitraum vorhanden sind.

Die Sonde JUICE wurde im April 2023 gestartet und wird voraussichtlich im Juli 2031 im Jupiter-System ankommen. Nach einer mehrjährigen Reise wird sie 2034 als erste Raumsonde überhaupt in eine Umlaufbahn um einen fremden Mond, den Ganymed, einschwenken. Ganymed ist der einzige Mond im Sonnensystem mit einem eigenen Magnetfeld, was ihn zu einem faszinierenden Labor für Astrobiologen macht. Er besitzt wahrscheinlich einen geschichteten Ozean, der zwischen verschiedenen Eisschichten liegt, was die Nährstoffzufuhr allerdings erschweren könnte.

Vergleich der potenziellen Lebensräume im Jupiter-System

Lebensfreundlichkeit im Vergleich

Nicht jeder Ort im Jupiter-System bietet die gleichen Chancen für biologische Prozesse. Hier ist ein Vergleich der wichtigsten Himmelskörper.

Jupiter (Planet)

- Extreme interne Hitze, aber keine stabilen chemischen Gradienten

- Nur als Wasserdampf in tiefen, heißen Schichten vorhanden

- Nahezu null aufgrund von Druck (Millionen Bar) und Strahlung

Europa (Mond) ⭐

- Starke Gezeitenreibung und potenzielle hydrothermale Quellen

- Globaler Salzwasserozean unter dem Eis (ca. 100 km tief)

- Hoch - alle chemischen Grundbausteine wurden nachgewiesen

Ganymed (Mond)

- Eigenes Magnetfeld schützt vor Jupiters Strahlungsgürtel

- Unterirdischer Ozean, vermutlich zwischen Eisschichten gefangen

- Mittel - stabile Bedingungen, aber eingeschränkter Stoffwechsel

Europa bleibt der Top-Favorit, da die Interaktion zwischen Ozean und Gesteinskern chemische Energie liefert. Ganymed ist sicherer vor Strahlung, aber geologisch weniger aktiv.

Die Analogie der antarktischen Seen

Wissenschaftler nutzen den Wostoksee in der Antarktis als Modell für Europa. Er liegt unter fast 4 Kilometern Eis und ist seit Millionen von Jahren isoliert. Die erste Bohrung war eine Katastrophe - man hatte Angst, den unberührten See mit Oberflächenbakterien zu kontaminieren.

Das Team musste spezielle Sterilisationsverfahren entwickeln, was die Mission um Jahre verzögerte. Man war frustriert über die bürokratischen Hürden und die technische Komplexität in der extremen Kälte.

Der Durchbruch kam, als man Mikroorganismen in den untersten Eisschichten fand, die direkt über dem Wasser gefroren waren. Das bewies: Leben kann in totaler Dunkelheit und unter enormem Druck überdauern.

Diese Entdeckung steigerte die Zuversicht für die Europa-Missionen massiv. Wenn Bakterien unter 4 km Eis auf der Erde gedeihen, könnten sie es auch unter 20 km Eis auf Europa tun.

Das wichtigste Ergebnis

Jupiter ist eine Gas-Hölle

Der Planet selbst ist wegen fehlender Oberflächen und extremer Drücke von über 100 Millionen Bar im Kern absolut lebensfeindlich.

Europa ist der 'Ozean-Mond'

Mit etwa doppelt so viel flüssigem Wasser wie die Erde ist Europa das Ziel Nummer eins für die Suche nach außerirdischem Leben.

Zeitplan der Entdeckungen

Die Ankunft der Sonden JUICE und Europa Clipper zwischen 2030 und 2031 wird unsere Sicht auf das Jupiter-System grundlegend verändern.

Ausnahmen

Kann man auf dem Jupiter stehen?

Nein, das ist absolut unmöglich. Jupiter hat keine feste Oberfläche. Wenn du in den Planeten fallen würdest, würdest du einfach immer tiefer sinken, bis der enorme Druck und die Hitze dich zerquetschen und verdampfen würden.

Möchten Sie mehr über die Möglichkeiten erfahren? Dann lesen Sie: Ist Leben auf dem Jupiter möglich?

Gibt es auf Europa Sauerstoff zum Atmen?

Es gibt eine extrem dünne Atmosphäre aus Sauerstoff, die durch Strahlung aus dem Wassereis entsteht. Diese ist jedoch viel zu dünn für Menschen und die Strahlung auf der Oberfläche würde einen ungeschützten Astronauten in weniger als 10 Minuten töten.

Wann wissen wir sicher, ob es dort Leben gibt?

Konkrete Daten zur Bewohnbarkeit erwarten wir ab 2031 von JUICE und Europa Clipper. Ein definitiver Nachweis von biologischem Leben würde jedoch wahrscheinlich eine Landemission erfordern, die erst in den späten 2030er oder 2040er Jahren realistisch ist.

Referenzquellen

  • [1] Science - Die Temperaturen in den oberen Wolkenschichten liegen bei etwa -145 Grad Celsius, während sie im Inneren auf über 24.000 Grad Celsius ansteigen.
  • [2] Science - Schätzungen gehen davon aus, dass dieser Ozean etwa doppelt so viel Wasser enthält wie alle Weltmeere der Erde zusammen.
  • [3] Theplanets - Messungen zeigen, dass die Strahlungsdosis auf Europas Oberfläche bei etwa 5.400 mSv pro Tag liegt.