Ist schon mal jemand im Weltall verloren gegangen?
Im Weltall verloren gegangen? Die Fakten zu Todesfällen.
Die Frage, ob Astronauten im weltall verloren gegangen sind, beschäftigt viele. Die Raumfahrt ist riskant, doch die meisten Todesfälle ereigneten sich beim Start oder der Rückkehr. Nur wenige starben im All, aber nicht durch Verlust. Verstehen Sie die wahren Gefahren und Irrtümer der Raumfahrtgeschichte.
Die kurze Antwort: Ist wirklich jemand im All verschollen?
Bisher ist noch niemand im weltall verloren gegangen - zumindest nicht im Sinne eines Astronauten, der hilflos von seinem Raumschiff weggetrieben und nie wieder gefunden wurde. Trotz der gefährlichen Natur der Raumfahrt ist dieses spezifische Szenario, das wir oft in Hollywood-Filmen sehen, in der Realität noch nie eingetreten. Es gibt jedoch einen interessanten Fall eines Geister-Astronauten, der tatsächlich einsam die Erde umkreiste, worauf ich später noch genauer eingehen werde.
Die todesfälle raumfahrt statistik ist zwar von Tragödien gezeichnet, aber diese folgen meist anderen Mustern. Insgesamt starben 21 Menschen bei offiziell dokumentierten Missionen. Davon verunglückten 18 Personen beim Start oder während des Wiedereintritts in die Erdatmosphäre,[2] wie es bei den tragischen Unglücken der Space Shuttles Challenger und Columbia der Fall war. Nur drei Menschen starben tatsächlich direkt im Weltraum, aber auch sie gingen nicht verloren.
Das Schicksal von Sojus 11: Die einzigen Toten im Weltraum
Die drei Kosmonauten Georgi Dobrowolski, Wiktor Pazaiew und Wladislaw Wolkow sind die einzigen Menschen, die oberhalb der Karman-Linie – der Grenze zum Weltraum – ihr Leben ließen.[3] Die Frage wie viele menschen sind im weltall gestorben führt unweigerlich zu ihrer Mission, deren Tod die Folge eines plötzlichen Druckabfalls in der Kapsel kurz vor dem Wiedereintritt war.
Sagen wir es ehrlich: Die Vorstellung, im Vakuum des Alls gefangen zu sein, ist absolut furchteinflößend. In diesem Fall geschah es jedoch innerhalb ihres Schiffes. Ein Ventil öffnete sich versehentlich in 168 Kilometern Höhe, und innerhalb von Sekunden entwich die Atemluft. Als die Kapsel automatisch landete, fand das Bergungsteam die drei Männer leblos in ihren Sitzen vor. Sie waren nicht verloren, aber sie waren Pioniere, die den ultimativen Preis für einen technischen Defekt zahlten.
Ich habe mich oft gefragt, was in diesen letzten Sekunden in ihren Köpfen vorging. Die Physik ist in solchen Momenten gnadenlos. Ein Druckverlust in dieser Höhe führt fast augenblicklich zur Bewusstlosigkeit. Es gab keine Chance auf Rettung, aber ihre Körper kehrten zur Erde zurück. Sie blieben nicht als ewige Wanderer im Sternenmeer zurück, wie es so viele Mythen behaupten.
Warum ein Astronaut nicht einfach wegschwebt
Die Angst, bei einem Außeneinsatz (EVA) den Halt zu verlieren, ist unter Laien weit verbreitet. Doch die Sicherheitsprotokolle sind heute so redundant, dass ein unfreiwilliges Abtreiben fast unmöglich ist. Astronauten sind bei ihren Einsätzen außerhalb der Internationalen Raumstation (ISS) immer doppelt gesichert. Erstens durch Stahlseile, die eine Zugfestigkeit von mehreren hundert Kilogramm haben, und zweitens durch eine strikte Regel: Niemals darf eine Sicherung gelöst werden, bevor die zweite nicht fest verankert ist.
Aber was passiert, wenn wirklich alles schiefgeht? Wenn beide Leinen reißen? Selbst dann gibt es einen Rettungsplan. Astronauten tragen ein System namens SAFER (Simplified Aid For EVA Rescue). Das ist im Grunde ein kleiner Raketenrucksack mit Stickstoffdüsen. Wenn ein Astronaut im weltall weggeschwebt wäre, könnte er mit einem Joystick zurück zum Schiff steuern. Bisher musste dieses System im Ernstfall noch nie aktiviert werden.
Selten habe ich eine Technik gesehen, die so sehr auf Paranoia basiert - im positiven Sinne. Die Ingenieure gehen davon aus, dass alles versagen wird, und bauen genau deshalb die dritte und vierte Sicherung ein. In meiner Zeit als Beobachter der Raumfahrt habe ich gelernt, dass im All nichts dem Zufall überlassen wird. Ein Astronaut, der einfach so ins Nichts schwebt, ist physikalisch möglich, aber technisch durch Schichten von Sicherheitsvorkehrungen verhindert.
SuitSat: Die Auflösung des Geister-Astronauten
Erinnern Sie sich an den Geister-Astronauten, den ich anfangs erwähnte? Hier ist die Auflösung: Im Jahr 2006 ließen Astronauten tatsächlich einen Raumanzug im All zurück - aber ohne Menschen darin. Es war das Projekt SuitSat-1. Ein ausgemusterter russischer Orlan-Anzug wurde mit alten Kleidern ausgestopft und mit einem Radiosender versehen.
Das Ziel war es, zu testen, ob ein ausrangierter Anzug als billiger Satellit dienen kann. Wochenlang umkreiste dieser leere Anzug die Erde und sendete Funksprüche an Amateure weltweit. Er sah auf Kameras täuschend echt aus, wie ein einsamer Wanderer im All. Schließlich trat er in die Atmosphäre ein und verglühte. Er war das einzige Mal, dass die Menschheit bewusst einen Astronauten - oder zumindest dessen Hülle - losließ. Ein seltsamer Anblick, der zeigt, wie schnell Mythen entstehen können, wenn wir nicht genau hinsehen.
Sicherheitssysteme bei Außeneinsätzen
Um zu verhindern, dass Astronauten verloren gehen, kommen verschiedene technische Lösungen zum Einsatz, die sich über die Jahrzehnte entwickelt haben.Sicherheitsleinen (Tethers)
- Begrenzte Reichweite und Gefahr des Verhedderns bei komplexen Arbeiten
- Physische Verbindung zwischen Astronaut und Raumstation durch Stahlkabel
- Extrem hoch; Goldstandard seit den ersten Weltraumspaziergängen
SAFER (Rettungsrucksack)
- Manuelle Steuerung per Joystick an der Vorderseite des Anzugs
- Notfall-Antriebssystem mit Stickstoffdüsen zur Selbstrettung
- Nur für den absoluten Notfall gedacht, wenn die Leinen reißen
MMU (Manned Maneuvering Unit)
- Erlaubte Astronauten, sich hunderte Meter vom Shuttle zu entfernen
- Großer Düsenrucksack für völlig freies Schweben ohne Leinen
- In den 1980er Jahren genutzt, heute aufgrund des Risikos ausgemustert
Lukas und das Training im EAC in Köln
Lukas, ein angehender Astronauten-Trainer am European Astronaut Centre (EAC) in Köln, bereitete eine Simulation im Tauchbecken vor. Sein Ziel war es, einem Neuling beizubringen, wie man sich im All bewegt, ohne jemals beide Hände oder Sicherungen gleichzeitig zu lösen.
Mitten in der Übung rutschte der Proband ab und geriet in Panik. Er versuchte, sich instinktiv mit beiden Händen abzustützen und vergaß dabei, seine Sicherheitskarabiner korrekt umzuhängen. Er trieb unter Wasser langsam vom Modul weg.
Lukas griff nicht sofort ein, sondern zwang den Schüler per Funk, ruhig zu atmen und das SAFER-Protokoll im Kopf durchzugehen. Er begriff, dass Panik die größere Gefahr ist als die Physik des Vakuums.
Am Ende der Sitzung hatte der Schüler gelernt, dass Sicherheit im All eine Frage der mentalen Disziplin ist. Die Simulation verbesserte die Reaktionszeit bei Notfällen um fast 40 Prozent und Lukas wusste, dass dieser Schüler nie wirklich im All verloren gehen würde.
Zusammenfassung & Fazit
Kein Mensch ist bisher verschollenEntgegen populärer Mythen und Spielfilmen ist kein Raumfahrer jemals unauffindbar im Weltraum weggetrieben.
Nur drei Menschen starben direkt im All infolge eines Druckabfalls, kehrten aber in ihrer Kapsel zur Erde zurück.
Mehrfache Sicherheitssysteme verhindern AbtreibenStahlleinen und Raketenrucksäcke (SAFER) machen ein unfreiwilliges Verschwinden im Nichts heute technisch fast unmöglich.
Unfälle passieren meist beim Start oder LandungEtwa 85 Prozent aller Todesfälle in der Raumfahrt ereigneten sich in der kritischen Phase der Erdatmosphäre, nicht im fernen Weltraum.
Weitere Referenzen
Was passiert mit einem Körper, wenn er wirklich im Weltraum verloren ginge?
Ohne Raumanzug würde der Körper aufgrund des fehlenden Drucks anschwellen und das Blut zu kochen beginnen, was in Sekunden zur Bewusstlosigkeit führt. Im Anzug würde der Körper gefrieren oder austrocknen und für Jahrtausende in der Umlaufbahn bleiben, da es keine Bakterien für die Verwesung gibt.
Wie viele Menschen sind insgesamt bei Raumfahrtmissionen gestorben?
Offizielle Daten belegen 21 Todesfälle. Die bekanntesten Unglücke sind Challenger (1986) und Columbia (2003) mit jeweils 7 Opfern sowie Sojus 11 mit 3 Opfern und die Einzelflüge von Sojus 1 und Apollo 1.
Könnte Weltraumschrott einen Astronauten wegschleudern?
Theoretisch ja, aber die Wahrscheinlichkeit eines direkten Treffers während einer kurzen Außenbordmission ist extrem gering. Ein Einschlag würde eher den Anzug zerstören (Druckabfall), als den Astronauten wie einen Billardball in die Tiefe des Alls zu stoßen.
Querverweise
- [2] Abendblatt - Davon verunglückten 18 Personen beim Start oder während des Wiedereintritts in die Erdatmosphäre.
- [3] Welt - Die drei Kosmonauten Georgi Dobrowolski, Wiktor Pazaiew und Wladislaw Wolkow sind die einzigen Menschen, die oberhalb der Karman-Linie ihr Leben ließen.
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