Ist schon mal jemand im Weltall gestorben?
Ist schon mal jemand im Weltall gestorben? 3 von 19 Fällen
Die Frage Ist schon mal jemand im Weltall gestorben? betrifft die Sicherheit der bemannten Raumfahrt seit den Pionierzeiten. Ein Verständnis der statistischen Risiken schützt vor Mythen über treibende Leichen. Wer die genauen Grenzen zwischen Weltraum und Erdatmosphäre kennt, versteht die offiziellen Unfallstatistiken besser. Informieren Sie sich über die Fakten, um Fehlinterpretationen zu vermeiden.
Die kurze Antwort: Ja, aber seltener als man denkt
Obwohl die Raumfahrt oft als extrem gefaehrlich wahrgenommen wird, ist die Zahl der Menschen, die tatsaechlich im Weltraum gestorben sind, ueberraschend gering. Es gibt eine klare Unterscheidung zwischen Unfaellen, die beim Start oder bei der Landung in der Erdatmosphaere passierten, und jenen, die sich oberhalb der Grenze zum All ereigneten. Es gibt jedoch einen hartnaeckigen Mythos ueber im All treibende Astronauten-Leichen, den ich im Abschnitt ueber die physikalischen Auswirkungen des Vakuums weiter unten aufklaeren werde.
Bisher sind insgesamt 19 Menschen im Rahmen von Raumfahrtmissionen ums Leben gekommen. Das klingt viel, aber wenn man bedenkt, dass seit dem ersten Flug von Juri Gagarin ueber 670 Menschen den Orbit erreicht haben, liegt die statistische Sterberate bei etwa 3 Prozent. Das ist ein beachtlicher Wert, aber er zeigt auch, wie sicher die Technik heute im Vergleich zu den Pionierzeiten ist. Von diesen 19 Todesfaellen ereigneten sich jedoch nur drei oberhalb der sogenannten Karman-Linie, [2] die in 100 Kilometern Hoehe die Grenze zum Weltraum markiert.
Wo beginnt das Weltall? Die Karman-Linie entscheidet
Um zu verstehen, wer im Weltall gestorben ist, muessen wir zuerst definieren, wo das Weltall eigentlich anfaengt. Die internationale Luftfahrtvereinigung setzt diese Grenze bei 100 Kilometern Hoehe an. Alles darunter gilt als Atmosphaere, alles darueber als Weltraum. Diese Unterscheidung ist wichtig, weil sie darueber entscheidet, ob ein Unglueck als Flugunfall oder als Weltraumkatastrophe eingestuft wird.
Diese Definition wirkt auf viele Menschen etwas willkuerlich. Fuer den menschlichen Koerper waere ein Aufenthalt ohne Schutz sowohl in 80 als auch in 110 Kilometern Hoehe lebensgefaehrlich. Dennoch dient die Karman-Linie als international anerkannte Grenze zwischen Atmosphaere und Weltraum und ist deshalb fuer die offizielle Einordnung von Raumfahrtunfaellen entscheidend.
Die Tragoedie von Sojus 11: Die einzigen Toten im Vakuum
Im Jahr 1971 ereignete sich das bisher einzige Unglueck, bei dem Menschen tatsaechlich im Weltraum starben. Die sowjetischen Kosmonauten Georgi Dobrowolski, Wiktor Pazajew und Wladislaw Wolkow befanden sich auf dem Rueckweg von der Raumstation Saljut 1. In einer Hoehe von etwa 168 Kilometern oeffnete sich ein Druckausgleichsventil an ihrer Kapsel vorzeitig. Innerhalb von weniger als einer Minute entwich die gesamte Atemluft in das Vakuum des Alls.
Die Maenner hatten keine Chance. Da sie damals keine Druckanzuege trugen - man wollte Platz in der Kapsel sparen - erstickten sie innerhalb von Sekunden. Als die Kapsel automatisch landete, fanden die Rettungsteams die drei Kosmonauten leblos in ihren Sitzen. Es war ein Schock fuer die Weltraumgemeinschaft. Dieses Unglueck fuehrte dazu, dass Astronauten und Kosmonauten heute bei jedem Start und jeder Landung zwingend Druckanzuege tragen muessen.
Das Unglueck von Sojus 11 gilt bis heute als mahnendes Beispiel fuer die Risiken der bemannten Raumfahrt. Der Vorfall zeigte deutlich, wie entscheidend funktionierende Drucksysteme und Schutzanzuege fuer das Ueberleben im All sind. Als direkte Konsequenz wurden die Sicherheitsstandards fuer spaetere Missionen deutlich verschaerft.
Start- und Landekatastrophen: Challenger und Columbia
Die bekanntesten Raumfahrtunfaelle, Challenger (1986) und Columbia (2003), zaehlen technisch gesehen nicht als Todesfaelle im Weltraum. Die Challenger explodierte 73 Sekunden nach dem Start in einer Hoehe von nur 14 Kilometern. Die Columbia hingegen zerbrach beim Wiedereintritt in die Erdatmosphaere in etwa 60 Kilometern Hoehe.[5] In beiden Faellen befanden sich die Besatzungen entweder noch auf dem Weg nach oben oder waren bereits wieder auf dem Weg nach Hause.
Insgesamt verloren bei diesen beiden Katastrophen 14 Astronauten ihr Leben. Obwohl sie Helden des Weltraums waren, starben sie innerhalb der schuetzenden, aber hier zerstoerischen Huelle unserer Atmosphaere. Der Druckunterschied und die Hitzeentwicklung beim Wiedereintritt sind oft gefaehrlicher als die Zeit im Orbit selbst. Tatsaechlich ereignen sich fast 90 Prozent aller toedlichen Zwischenfaelle in der Raumfahrt waehrend der Start- oder Landephase.
Was passiert mit einem Koerper im Vakuum? Mythos vs. Realitaet
Hier loese ich das Versprechen vom Anfang ein: Treiben dort draussen wirklich Leichen herum? Die einfache Antwort lautet: Nein. Bisher wurden alle verstorbenen Astronauten zur Erde zurueckgebracht. Aber was waere, wenn? Hollywood suggeriert oft, dass ein menschlicher Koerper im Vakuum sofort explodiert oder zu einem Eisblock gefriert. Das ist wissenschaftlich gesehen Unsinn.
Ein Koerper wuerde nicht explodieren, da die Haut elastisch genug ist, um dem inneren Druck standzuhalten. Man wuerde jedoch sehr schnell das Bewusstsein verlieren - etwa nach 15 Sekunden - da der Sauerstoff aus dem Blut in die Lungen diffundiert (ein Prozess namens Hypoxie). Das Blut wuerde nicht sofort kochen, aber Gase im Koerper wuerden sich ausdehnen, was zu schmerzhaften Schwellungen fuehrt. Da es im Vakuum keine Konvektion gibt, wuerde man auch nicht sofort einfrieren; man wuerde eher langsam durch Abstrahlung auskuehlen oder, falls man direktem Sonnenlicht ausgesetzt ist, extreme Verbrennungen erleiden.
Langfristig gesehen wuerde ein Koerper im All eher mumifizieren oder gefriertrocknen, da die Feuchtigkeit entweicht und Bakterien ohne Sauerstoff den Verwesungsprozess nicht vorantreiben koennen. Aber eines ist sicher: Niemand treibt dort draussen. Die bisherigen Todesfaelle waren tragische Unfaelle in Kapseln, die ihren Weg zurueck zur Erde fanden.
Analyse der Todesorte bei Raumfahrtmissionen
Nicht jeder Unfall in der Raumfahrt findet an der gleichen Stelle statt. Hier ist ein Vergleich der Phasen, in denen das Risiko am hoechsten ist.Startphase (Atmosphaere)
Sehr hoch aufgrund der kinetischen Energie
0 bis 50 Kilometer
Explosionen, technisches Versagen der Booster
Challenger Mission (1986)
Im Weltraum (Vakuum)
Absolut ohne schuetzende Huelle
Ueber 100 Kilometer
Druckverlust, Mikrometeoriten (theoretisch)
Sojus 11 (1971)
Wiedereintritt (Landung)
Extrem hoch durch Reibungshitze
120 bis 0 Kilometer
Hitzeschild-Versagen, Fallschirm-Fehler
Columbia (2003), Sojus 1 (1967)
Statistisch gesehen ist die Zeit im eigentlichen Weltraum (dem Orbit) die sicherste Phase. Die meisten Todesfaelle ereigneten sich waehrend des Uebergangs zwischen Erde und All, wobei technische Defekte beim Wiedereintritt besonders verheerend sind.Lukas und die Suche nach der Wahrheit im Planetarium
Lukas, ein 14-jaehriger Schueler aus Berlin, war nach einem Science-Fiction-Film davon ueberzeugt, dass hunderte Skelette in Raumanzuegen um die Erde kreisen. Er verbrachte Stunden damit, in Online-Foren nach Beweisen fuer verheimlichte Missionen zu suchen, was ihn nur noch mehr verunsicherte.
Er versuchte, seine Theorie in einem Schulreferat zu beweisen, scheiterte aber daran, dass er keine einzige verifizierbare Quelle fuer diese Leichen fand. Sein Lehrer kritisierte die mangelnde Faktenbasis, was Lukas beinahe dazu brachte, das Thema Astronomie komplett aufzugeben.
Bei einem Besuch im Technikmuseum Berlin sprach er mit einem Kurator, der ihm die technischen Details der Sojus-11-Kapsel erklaerte. Lukas begriff endlich, dass das Weltall zwar lebensfeindlich ist, aber die Logistik der Raumfahrt bisher verhinderte, dass Menschen dort draussen verloren gingen.
Nach drei Wochen intensiver Recherche schrieb Lukas sein Referat um. Er erhielt eine Eins und erklaerte seinen Mitschuelern, dass nur drei Menschen im All starben - und dass diese heute in der Kremlmauer bestattet sind, statt einsam durch die Dunkelheit zu treiben.
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Wie viele Menschen sind insgesamt im Weltraum gestorben?
Tatsaechlich sind nur 3 Menschen direkt im Weltraum (oberhalb von 100 km) gestorben. Insgesamt kamen 19 Astronauten waehrend ihrer Missionen ums Leben, die meisten davon jedoch waehrend des Starts oder der Landung in der Erdatmosphaere.
Was passiert, wenn man im Weltraum ohne Anzug stirbt?
Man wuerde nach etwa 15 Sekunden das Bewusstsein verlieren und innerhalb von 1 bis 2 Minuten ersticken. Der Koerper wuerde aufgrund fehlender Bakterien und Sauerstoff nicht verwesen, sondern langsam gefriertrocknen oder mumifizieren.
Treiben Leichen von Astronauten im Weltall herum?
Nein, das ist ein Mythos. Bisher konnten alle bei Raumfahrtmissionen verstorbenen Personen zur Erde zurueckgebracht werden. Es gibt keine verlorenen Astronauten, die im All treiben.
Zusammenfassung des Artikels
Nur drei echte WeltraumopferEinzig die Besatzung von Sojus 11 (1971) verstarb durch einen Druckabfall oberhalb der 100-Kilometer-Grenze.
Start und Landung sind am gefaehrlichstenFast 90 Prozent der toedlichen Unfaelle ereignen sich in der Atmosphaere, nicht im Vakuum des Orbits.
Keine Explosion im VakuumDer menschliche Koerper haelt dem Druckunterschied stand; die Todesursache ist Sauerstoffmangel, nicht das Platzen von Gewebe.
Statistische SicherheitMit einer Sterberate von etwa 3 Prozent bleibt Raumfahrt hochriskant, ist aber heute technisch deutlich ausgereifter als in den 1970er Jahren.
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