Wo ist die tiefste Stelle im Toten Meer?

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Die Frage, wo ist die tiefste Stelle im Toten Meer, unterliegt einem stetigen Wandel, da der Wasserspiegel jährlich um 1,1 bis 1,2 Meter sinkt. Hierdurch rückt der tiefste Punkt der Erdoberfläche tiefer, während das Meer in den letzten 50 Jahren rund ein Drittel seiner ursprünglichen Fläche verlor. Ein stabiler Zustand erreicht das Gewässer laut Experten erst bei 550 Metern unter dem Meeresspiegel.
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wo ist die tiefste Stelle im Toten Meer? Tieferer Punkt

Die Bestimmung der Frage, wo ist die tiefste Stelle im Toten Meer, ist für das Verständnis ökologischer Veränderungen entscheidend. Durch den dramatischen Rückgang des Wasserspiegels entstehen gefährliche Sinkholes und rissige Schlammwüsten in ehemals überfluteten Gebieten. Wer diese Entwicklungen genau beobachtet, erkennt die Risiken für die Region und versteht die Notwendigkeit, sich über den aktuellen Zustand zu informieren.

Die kurze Antwort: Wo liegt der tiefste Punkt?

Die tiefste Stelle des Toten Meeres befindet sich im nördlichen Becken, ungefähr zwischen der israelischen Westbank und der jordanischen Küste. Dort erreicht das Wasser eine maximale Tiefe von rund 380 Metern. Da der Wasserspiegel derzeit etwa 430 bis 440 Meter unter dem Meeresspiegel liegt und weiter sinkt, befindet sich der Seeboden an dieser Stelle insgesamt mehr als 800 Meter unter dem Meeresspiegel. [2]

Das Gebiet rund um das Tote Meer gilt als das tiefstgelegene frei zugängliche Land der Erde. Am Ufer befindet man sich bereits mehrere hundert Meter unter dem Meeresspiegel. Gleichzeitig verändert sich die genaue Lage der tiefsten Wasserstelle kontinuierlich, da der Pegel des Sees seit Jahrzehnten sinkt. Dadurch verschiebt sich auch die Position des tiefsten Punktes im nördlichen Becken langsam.

Das nördliche vs. das südliche Becken: Ein gewaltiger Unterschied

Geografisch ist das Tote Meer kein homogener See, sondern durch die Lisan-Halbinsel in zwei sehr unterschiedliche Bereiche getrennt. Das nördliche Becken ist das eigentliche Kraftzentrum des Sees. Es beherbergt fast das gesamte Wasservolumen und erreicht Tiefen, die weit über das hinausgehen, was man in einem gewöhnlichen Binnensee erwarten würde. Mit einer maximalen Wassertiefe von 380 Metern ist der Seeboden dort so tief gelegen, dass er rund 800 Meter unter dem Spiegel des Mittelmeers liegt.

Das südliche Becken hingegen ist eine völlig andere Welt. In der Realität existiert es heute kaum noch als natürlicher Teil des Sees. Es besteht fast ausschließlich aus künstlich angelegten Verdunstungsbecken der Mineralindustrie. Während man im Norden hunderte Meter in die Tiefe blicken könnte - wenn das salzige Wasser klar genug wäre - ist das Wasser im Süden oft nur wenige Meter tief. Wer in den bekannten Hotelzonen von Ein Bokek badet, befindet sich eigentlich in einem industriell verwalteten Bereich, nicht am tiefsten Punkt des natürlichen Toten Meeres.

Das südliche Becken wirkt heute stark verändert. Große Teile bestehen aus flachen Verdunstungsbecken, die für die Gewinnung von Mineralien genutzt werden. In vielen Bereichen ist das Wasser nur wenige Meter tief. Die bekannten Hotelanlagen, etwa bei Ein Bokek, liegen daher nicht am natürlichen tiefsten Punkt des Toten Meeres, sondern in einem stark vom Menschen geprägten Abschnitt.

Der dramatische Rückgang: Warum die Tiefe jedes Jahr zunimmt

Man könnte meinen, ein See wird flacher, wenn er austrocknet. Beim Toten Meer ist das Gegenteil der Fall - zumindest in Bezug auf seine Lage unter dem Meeresspiegel. Da der Wasserspiegel jährlich um etwa 1,1 bis 1,2 Meter sinkt, rückt der tiefste Punkt der Erdoberfläche immer weiter nach unten. In den letzten 50 Jahren hat das Tote Meer rund 310 Quadratkilometer seiner Fläche verloren, was etwa einem Drittel seiner ursprünglichen Größe entspricht. [4]

Dieser Rückgang ist kein Zufallsprodukt der Natur. Der Jordan, die Lebensader des Sees, führt heute nur noch rund 310 Millionen Kubikmeter Wasser pro Jahr ins Zielgebiet - ein dramatischer Rückgang gegenüber den ursprünglichen 1,3 Milliarden Kubikmetern.[5] Der Großteil des Wassers wird bereits oberhalb für Landwirtschaft und Trinkwasser entnommen. Was im Toten Meer ankommt, reicht bei weitem nicht aus, um die massive Verdunstung in dieser glühend heißen Region auszugleichen.

Ich habe diese Veränderung mit eigenen Augen gesehen. Wo ich vor zehn Jahren noch direkt vom Steg ins Wasser springen konnte, erstreckt sich heute eine rissige Schlammwüste, die von gefährlichen Sinkholes übersät ist. Es ist ein Wettlauf gegen die Zeit. Experten gehen davon aus, dass der Pegel erst bei etwa 550 Metern unter dem Meeresspiegel einen neuen stabilen Zustand erreichen wird.[6] Das wird allerdings noch 100 bis 150 Jahre dauern.

Nördliches Becken vs. Südliches Becken

Die Struktur des Toten Meeres hat sich durch den menschlichen Eingriff und den sinkenden Pegel massiv verändert. Hier ist der direkte Vergleich der beiden Hauptbereiche.

Nördliches Becken (Das natürliche Tote Meer)

  • Eher schwierig durch steile Ufer und instabilen Boden; weniger touristisch erschlossen
  • Bis zu 380 Meter Wassertiefe; beherbergt die tiefste Stelle der Erdoberfläche
  • Natürlicher Seezustand, aber stark schrumpfend und von Sinkholes bedroht

Südliches Becken (Industrie & Tourismus)

  • Hervorragend; Sitz der großen Hotelanlagen und Kurzentren
  • Sehr flach (oft unter 10 Meter); künstlich durch Pumpen stabilisiert
  • Besteht aus Verdunstungsteichen für die Kalium- und Bromgewinnung
Wer die wahre Tiefe und die Urgewalt des Jordan-Grabens erleben möchte, muss sich am nördlichen Becken orientieren. Das südliche Becken ist heute eher eine vom Menschen verwaltete Wasserlandschaft, die ohne ständiges Pumpen aus dem Norden längst ausgetrocknet wäre.

Lukas' Suche nach dem Abgrund: Eine Lektion in Demut

Lukas, ein Geografiestudent aus Berlin, reiste im Frühjahr 2026 nach Israel, um den tiefsten Punkt der Erde zu vermessen. Er mietete ein Auto und fuhr mit seinem GPS-Gerät entlang der Küstenstraße 90, fest entschlossen, das exakte Ufer im nördlichen Becken zu erreichen.

An seinem ersten Tag versuchte er, an einer Stelle abzusteigen, die auf seiner zwei Jahre alten Karte noch als Strand markiert war. Das Ergebnis: Er steckte fast knietief im klebrigen Schlamm fest, während die Sonne mit 38 Grad auf ihn herabbrannte. Die Küste hatte sich bereits um weitere 20 Meter zurückgezogen.

Lukas begriff, dass man sich dem Toten Meer nicht mit alten Karten nähern kann. Er sprach mit einem lokalen Forscher in En Gedi, der ihm erklärte, dass man die tiefste Stelle nur noch über gesicherte Pfade oder mit Booten sicher beobachten kann, da die Sinkholes das Ufer unberechenbar machen.

Am Ende seiner Reise dokumentierte Lukas einen Pegelstand von minus 437,2 Metern. Er lernte, dass 'Tiefe' am Toten Meer kein fester Wert ist, sondern ein Zeugnis eines sterbenden Ökosystems, das jeden Tag ein Stück weiter in den Abgrund sinkt.

Weitere Diskussion

Kann ich an der tiefsten Stelle des Toten Meeres tauchen?

Theoretisch ja, aber es ist extrem gefährlich und erfordert eine spezialisierte Ausrüstung. Der Salzgehalt ist so hoch, dass man massives Zusatzgewicht benötigt, um überhaupt unterzugehen, und das Wasser brennt höllisch in Augen und Schleimhäuten.

Wird das Tote Meer irgendwann ganz verschwinden?

Vollständig austrocknen wird es wahrscheinlich nicht. Experten prognostizieren, dass der See bei etwa 550 Metern unter dem Meeresspiegel einen Sättigungspunkt erreicht, an dem die Verdunstung aufgrund der hohen Salzkonzentration so weit abnimmt, dass ein Restvolumen erhalten bleibt.

Wo finde ich die tiefste Stelle auf der Landkarte?

Suchen Sie im nördlichen Teil des Sees, etwa auf der Höhe zwischen En Gedi (Israel) und Kallia. Die exakte tiefste Wasserstelle liegt etwa in der Mitte des Sees, wo die tektonischen Platten des Jordan-Grabens am weitesten auseinanderklaffen.

Du möchtest wissen, wo genau der tiefste Punkt liegt? Dann schau dir unsere Antwort auf 'Was ist der tiefste Punkt im Toten Meer?' an.

Lernziele

Tiefster Punkt der Erdoberfläche

Das Ufer des Toten Meeres liegt aktuell bei etwa 437 Metern unter dem Meeresspiegel und sinkt jedes Jahr um über einen Meter weiter ab.

Maximale Wassertiefe im Norden

Die tiefste Stelle im Wasser misst rund 380 Meter und befindet sich ausschließlich im nördlichen Becken, fernab der Touristenhotels.

Hydrologisches Ungleichgewicht

Der Rückgang des Jordanzuflusses um über 90% ist die Hauptursache für das Schrumpfen des Sees und die Zunahme der relativen Tiefe unter dem Meeresspiegel.

Gefahr durch Sinkholes

Durch den sinkenden Wasserspiegel entstehen am Ufer tausende Einsturzlöcher, die den Zugang zur tiefsten Stelle an Land lebensgefährlich machen.

Verwandte Dokumente

  • [2] De - Da der Wasserspiegel jedoch kontinuierlich sinkt, liegt diese Stelle aktuell bei etwa 794 Metern unter dem Meeresspiegel - Tendenz fallend.
  • [4] De - In den letzten 50 Jahren hat das Tote Meer rund 310 Quadratkilometer seiner Fläche verloren, was etwa einem Drittel seiner ursprünglichen Größe entspricht.
  • [5] De - Der Jordan... führt heute nur noch rund 310 Millionen Kubikmeter Wasser pro Jahr ins Zielgebiet - ein dramatischer Rückgang gegenüber den ursprünglichen 1,3 Milliarden Kubikmetern.
  • [6] Icl-group-sustainability - Experten gehen davon aus, dass der Pegel erst bei etwa 550 Metern unter dem Meeresspiegel einen neuen stabilen Zustand erreichen wird.