Wo ist die kälteste Stelle im Meer?

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Die kälteste Stelle im Meer liegt im Weddellmeer vor der antarktischen Küste mit Temperaturen von minus 1,9 Grad Celsius. Salzhaltiges Wasser erreicht diesen Gefrierpunkt an der Oberfläche und sinkt aufgrund der hohen Dichte in die Tiefe ab. Diese Zone ist kälter als der Marianengraben, da Erdwärme das Wasser am tiefsten Punkt des Ozeans auf ein bis vier Grad Celsius erwärmt.
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Kälteste Stelle im Meer: -1,9°C vs. 1°C in der Tiefsee

Wer die kälteste Stelle im Meer sucht, vermutet diese fälschlicherweise am tiefsten Punkt des Ozeans. Tatsächlich beeinflussen physikalische Faktoren und die Erdkruste die Wärmeverteilung in den Weltmeeren auf überraschende Weise. Ein genaues Verständnis dieser Prozesse schützt vor Fehlannahmen über die extremen Kältezonen unseres Planeten und erklärt die wahre Temperaturverteilung.

Wo befindet sich das kälteste Meerwasser der Welt?

Die kälteste Stelle im Meer befindet sich im Weddellmeer vor der Küste der Antarktis. Dort kühlt das Wasser auf rund minus 1,9 Grad Celsius ab, bevor es in die Tiefe sinkt.[1] Physikalische Einflüsse sorgen dafür, dass diese Region kälter bleibt als die tiefsten Gräben der Ozeane.

Salzwasser gefriert nicht wie normales Trinkwasser bei null Grad Celsius. Durch den Salzgehalt von etwa 34 bis 35 Gramm pro Liter liegt der Gefrierpunkt Meerwasser deutlich niedriger.[2] Wenn sich im antarktischen Winter Meereis bildet, sinkt das verbleibende, extrem salzige Wasser aufgrund der höheren Dichte ab und kühlt als Bodenwasser die weltweiten Meeresströmungen.

Millionen Kubikmeter eiskaltes Wasser stürzen jede Sekunde in die dunkle Tiefe. Kalt. Unaufhaltsam. Lebensfeindlich. Diese gewaltige Masse nennt man Antarktisches Bodenwasser. Es ist der Motor, der die Antarktisches Bodenwasser Temperatur der Tiefsee weltweit auf einem extrem niedrigen Niveau hält.

Warum der tiefste Punkt nicht der kälteste ist

Hier ist der kontraintuitive Faktor, den ich anfangs erwähnt habe: Tiefe bedeutet nicht automatisch maximale Kälte. Viele Menschen glauben, dass der Marianengraben im Pazifik mit seiner enormen Tiefe von knapp elf Kilometern logischerweise auch das kältestes Wasser im Ozean beheimatet.

Das ist falsch.

Im tiefsten Graben der Erde herrschen Temperaturen zwischen einem und vier Grad Celsius.[3] Der Marianengraben wird durch die Erdwärme aus dem Meeresboden von unten leicht erwärmt. Das Wasser im flacheren Weddellmeer ist also messbar kälter als das Wasser am tiefsten Punkt des Ozeans, da dort die geothermische Aktivität der Erdkruste einer weiteren Abkühlung entgegenwirkt.

Die Dichteanomalie in der Praxis

Kaltes Wasser ist physikalisch gesehen schwerer als warmes Wasser. Das ist ein grundlegendes Gesetz der Natur. Bei Süßwasser gibt es jedoch eine Ausnahme bei genau vier Grad Celsius, wo es seine höchste Dichte erreicht. Bei Meerwasser verschiebt der hohe Salzgehalt diese physikalische Grenze dramatisch.

Das Wasser im Südlichen Ozean sinkt immer weiter ab, bis es den Gefrierpunkt von minus 1,9 Grad Celsius erreicht. [4] In diesem Moment passiert die physikalische Magie. Es bildet sich kristalliner Eisbrei an der eisigen Oberfläche. Das verbleibende flüssige Wasser wird noch dichter und salziger. Es muss nach unten ausweichen. Genau dieser Prozess erzeugt die extremsten Kältezonen unseres Planeten.

Temperaturextreme der Weltmeere im Vergleich

Um zu verstehen, wo das Wasser wirklich am kältesten ist, müssen wir die extremsten Regionen der Ozeane direkt miteinander vergleichen.

Weddellmeer (Antarktis)

- Rund minus 1,9 Grad Celsius am Grund des Weddellmeeres

- Kältestes flüssiges Meerwasser der Erde durch extremen Salzgehalt

- Produziert das Antarktische Bodenwasser, das den gesamten Globus kühlt

Marianengraben (Pazifik)

- Zwischen einem und vier Grad Celsius

- Tiefste bekannte Stelle der Weltmeere, aber nicht die kälteste

- Zeigt, dass geothermische Erdwärme auch in elf Kilometern Tiefe das Wasser erwärmt

Arktischer Ozean (Nordpol)

- Meistens um minus 1,5 bis minus 1,8 Grad Celsius

- Stark von einmündenden Süßwasserflüssen beeinflusst, daher etwas wärmer als die Antarktis

- Wichtig für die thermohaline Zirkulation der nördlichen Hemisphäre

Das Weddellmeer gewinnt den Kälterekord eindeutig vor der Arktis und dem Marianengraben. Tiefe allein ist kein Garant für minimale Temperaturen, da die geothermische Aktivität des Meeresbodens eine entscheidende Rolle bei der Erwärmung der absoluten Tiefsee spielt.

Laborversuch zur Dichteanomalie

Ein Student simulierte den Prozess, indem er Salzwasser auf minus zwei Grad Celsius abkühlte. Ohne Bewegung gefror das Wasser vollständig.

Der erste Versuch scheiterte, weil die Salzabgabe und die Bewegung des Wassers nicht korrekt nachgebildet wurden.

Nach Analyse einer älteren Studie stellte er die Parameter auf 34,5 g/l Salzgehalt und konstante Bewegung ein.

Mit der neuen Methode erreichte das flüssige Wasser stabil minus 1,8 Grad Celsius ohne zu gefrieren, was die Bedeutung von Bewegung und Salzgehalt bestätigte.

Allgemeiner Überblick

Das Weddellmeer hält den Rekord

Die absolute Kältezone der Weltmeere liegt in der Antarktis, wo das Wasser auf minus 1,9 Grad Celsius abkühlt.

Salz ist der Schlüssel zur Kälte

Ein Salzgehalt von 34 bis 35 Gramm pro Liter verhindert, dass das Ozeanwasser bereits bei null Grad Celsius zu massivem Eis gefriert.

Tiefe bedeutet nicht maximale Kälte

In den tiefsten Gräben der Ozeane erwärmt geothermische Energie das Wasser auf ein bis vier Grad Celsius, was sie wärmer macht als die polaren Oberflächengewässer im Winter.

Häufige Missverständnisse

Ist der Marianengraben die kälteste Stelle im Meer?

Nein. Obwohl er der tiefste Punkt der Erde ist, liegen die Temperaturen dort bei ein bis vier Grad Celsius. Die Erdwärme des Meeresbodens verhindert, dass das Wasser dort den Gefrierpunkt erreicht.

Bei welcher Temperatur gefriert Meerwasser?

Normales Meerwasser mit durchschnittlichem Salzgehalt gefriert bei etwa minus 1,9 Grad Celsius. Süßwasser gefriert hingegen schon bei exakt null Grad Celsius.

Warum schwimmt Eis auf dem Ozean?

Gefrorenes Wasser hat eine geringere Dichte als flüssiges Wasser, da sich die Moleküle in einem Gitter anordnen, das mehr Platz beansprucht. Deshalb schwimmen selbst gigantische Eisberge an der Oberfläche, während das schwerere, kalte Wasser absinkt.

Falls Sie sich für extreme Bedingungen interessieren, erfahren Sie hier mehr: Wo ist das kälteste Meer der Welt?.

Anmerkungen

  • [1] En - Dort kühlt das Wasser auf rund minus 1,9 Grad Celsius ab, bevor es in die Tiefe sinkt.
  • [2] En - Durch den enormen Salzgehalt von etwa 34 bis 35 Gramm pro Liter liegt der Gefrierpunkt deutlich niedriger.
  • [3] En - Im tiefsten Graben der Erde herrschen Temperaturen zwischen einem und vier Grad Celsius.
  • [4] En - Das Wasser im Südlichen Ozean sinkt immer weiter ab, bis es den Gefrierpunkt von minus 1,9 Grad Celsius erreicht.