Wo befinden sich Müllstrudel?

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Die Frage, wo befinden sich Müllstrudel, klärt sich durch die globalen Meeresströmungen in allen Ozeanbecken. Es existiert jeweils ein großer Wirbel in jedem der fünf Weltmeere zur massiven Sammlung von Abfällen. Der Nordpazifikwirbel umfasst eine Fläche von 1,6 Millionen km2 und beherbergt etwa 80.000 Tonnen Plastik. Diese Abfallmassen sinken zu 70 bis 80 Prozent auf den Meeresboden ab und bleiben dort dauerhaft.
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Wo befinden sich Müllstrudel: 5 ozeanische Standorte

Die Frage, wo befinden sich müllstrudel, betrifft die gesamte marine Umwelt und das ökologische Gleichgewicht unserer Weltmeere. Das Verständnis dieser ozeanischen Sammelpunkte schützt die Tierwelt vor massiven Gefahren durch Plastikabfälle. Wer diese Standorte kennt, erkennt die Notwendigkeit globaler Maßnahmen zur Müllvermeidung. Informieren Sie sich über die betroffenen Regionen zum Schutz der Natur.

Wo befinden sich die Müllstrudel in unseren Ozeanen?

Müllstrudel befinden sich in den fünf großen subtropischen Meeresströmungen der Welt, wobei diese ozeanische müllwirbel standorte als ozeanische Wirbel (Gyres) bekannt sind. Diese rotierenden Systeme wirken wie riesige Staubsauger, die Plastikabfälle aus Küstenregionen und der Schifffahrt im Zentrum konzentrieren. Der bekannteste und größte ist der Great Pacific Garbage Patch im Nordpazifik, doch ähnliche Phänomene existieren im Südpazifik, im Nord- und Südatlantik sowie im Indischen Ozean.

Es gibt jedoch einen Aspekt, den fast alle Berichte über diese Strudel übersehen - eine Tatsache, die das gesamte Bild von einer Müllinsel auf den Kopf stellt. Ich werde diesen entscheidenden Punkt im Abschnitt über die Zusammensetzung der Strudel weiter unten klären.

Die Lage der 5 subtropischen Müllwirbel

Die geografische Verteilung der Müllwirbel folgt exakt den globalen Strömungsmustern. In jedem der fünf großen Ozeanbecken hat sich ein Wirbel gebildet, in dem sich Zivilisationsabfälle sammeln. Schätzungen gehen davon aus, dass der Müll im Nordpazifik mittlerweile eine Fläche von etwa 1,6 Millionen km2 einnimmt -[1] das ist mehr als viermal so groß wie Deutschland. Aber auch in anderen Regionen ist die Konzentration alarmierend hoch.

Die Standorte im Detail: Nordpazifikwirbel (standort great pacific garbage patch): Er liegt zwischen Kalifornien und Hawaii und ist das am intensivsten untersuchte Gebiet. Nordatlantikwirbel: Befindet sich zwischen Nordamerika und der Region um die Azoren. Südpazifikwirbel: Liegt weit entfernt von dicht besiedelten Küsten zwischen Südamerika und Neuseeland. Südatlantikwirbel: Erstreckt sich im Bereich zwischen Brasilien und Südafrika. Indikwirbel: Befindet sich im südlichen Indischen Ozean, etwa auf der Höhe von Madagaskar.

In meiner Zeit als Umweltaktivist habe ich oft erlebt, wie Menschen bei diesen Koordinaten nach festem Land suchen. Als ich das erste Mal Datenanalysen zu diesen Gebieten sah, war ich schockiert. Ich hatte mit riesigen, schwimmenden Bergen gerechnet. Doch die Realität ist viel subtiler und - wenn man ehrlich ist - wesentlich beängstigender.

Der Great Pacific Garbage Patch: Das Zentrum der Krise

Der Nordpazifikwirbel ist nicht nur flächenmäßig der größte, sondern hier wo befinden sich müllstrudel am massivsten konzentriert, beherbergt er die höchste Dichte an Plastikpartikeln. Forscher gehen davon aus, dass sich dort etwa 80.000 Tonnen Plastik befinden. [2] Dieser Strudel ist eigentlich zweigeteilt: Er besteht aus dem Eastern Garbage Patch vor der amerikanischen Küste und dem Western Garbage Patch in der Nähe von Japan. Beide sind durch den Subtropical Convergence Zone Corridor miteinander verbunden.

Dieser Korridor wirkt wie eine Autobahn für Abfälle, die je nach Jahreszeit und Wetterlage Müllmassen hin- und herschiebt. Die Konzentration in diesem Wirbel hat sich in den letzten Jahrzehnten massiv erhöht. In einigen zentralen Bereichen, dort wo ist der größte müllteppich im meer am dichtesten erscheint, findet man heute bis zu 100 kg Plastik pro Quadratkilometer an der Oberfläche. [3]

Zusammensetzung: Warum man die Strudel nicht sehen kann

Hier ist der Punkt, den ich eingangs erwähnt habe: Müllstrudel sind keine festen Inseln, auf denen man herumlaufen könnte. Wenn man mit einem Schiff direkt hindurchfährt, sieht das Wasser für das bloße Auge oft völlig normal aus. Das liegt daran, dass der Großteil des Plastiks bereits zu Mikroplastik zerfallen ist. Diese Partikel, oft kleiner als ein Reiskorn, schweben wie eine Suppe unter der Wasseroberfläche.

Stellen Sie sich eine trübe Brühe vor, in der Millionen kleinster Flocken schwimmen - genau das ist ein Müllstrudel. Das macht die Reinigung so extrem schwierig. Man kann nicht einfach den Müll heraussammeln, ohne dabei auch das wertvolle Plankton und die Kleinstlebewesen zu vernichten, die die Basis unserer Nahrungskette bilden. In manchen Proben aus dem Pazifik überwiegt das Gewicht von Plastik das von Plankton bereits um das Sechsfache.

Ich habe einmal versucht, Laien den Unterschied zwischen Makro- und Mikroplastik zu erklären. Es ist wie der Unterschied zwischen einem Eiswürfel und Feinstaub in der Luft. Den Eiswürfel hebt man auf. Den Staub atmet man ein - oder im Fall der Meeresbewohner, man frisst ihn.

Lösungen und Realitätscheck

Seien wir ehrlich: Es gibt keine einfache Lösung, um die Ozeane binnen weniger Jahre sauber zu machen. Zwar existieren vielversprechende Projekte mit riesigen schwimmenden Barrieren, aber diese können nur einen Bruchteil des an der Oberfläche treibenden Mülls erfassen. Rund 70 bis 80 Prozent des Plastiks sinken ohnehin auf den Meeresboden ab,[5] wo sie für uns völlig unerreichbar sind.

Der einzig wirksame Weg ist das Abstellen des Zuflusses. Global gesehen landen jedes Jahr zwischen 5 und 13 Millionen Tonnen Plastik im Meer.[4] Ohne eine drastische Reduktion der Produktion und eine bessere Abfallwirtschaft in Küstenländern werden die Strudel unaufhaltsam weiter wachsen. Die Erkenntnis, wie viele müllstrudel gibt es im ozean, muss uns zum Umdenken bewegen. Es ist ein mühsamer Kampf, aber jeder Schritt zählt.

Vergleich der größten Müllansammlungen

Die fünf Hauptwirbel unterscheiden sich in ihrer Größe und der Art des angesammelten Mülls erheblich.

Great Pacific Garbage Patch

• Höchste bekannte Konzentration an Mikroplastik weltweit

• Fischerei-Ausrüstung und Küstenabfälle aus Asien und Nordamerika

• ca. 1,6 Millionen km2

Nordatlantik-Wirbel

• Stark beeinflusst durch den Golfstrom und saisonale Strömungsänderungen

• Abfälle aus Europa und der US-Ostküste

• Variabel, hohe Dichte im Bereich der Sargassosee

Indik-Wirbel

• Wird oft als der am schnellsten wachsende Müllwirbel bezeichnet

• Flusseinträge aus stark bevölkerten Regionen Südasiens

• Noch unzureichend kartiert, wächst jedoch stetig

Während der Pazifikwirbel durch seine schiere Masse dominiert, zeigt der Indikwirbel die dramatischen Folgen mangelnder Abfallentsorgung in Schwellenländern. Alle Wirbel gemeinsam bilden ein globales Problem, das keine Landesgrenzen kennt.

Die Entdeckung des Pacific Garbage Patch durch Charles Moore

Im Jahr 1997 segelte der Ozeanograph Charles Moore nach einem Segelrennen von Hawaii nach Kalifornien. Er entschied sich für eine Route durch den subtropischen Wirbel, eine Region, die Seeleute normalerweise meiden, weil dort kaum Wind weht.

Anstatt auf blaues, unberührtes Wasser zu stoßen, sah er jeden Tag Plastikteile an seinem Boot vorbeiziehen. Zuerst dachte er an ein lokales Unglück, doch der Müll riss über Tage hinweg nicht ab. Er fühlte sich machtlos mitten im Nirgendwo.

Er realisierte, dass er nicht nur einen Unfallort, sondern ein gigantisches Phänomen entdeckt hatte. Nach seiner Rückkehr widmete er sein Leben der Erforschung dieser Suppe aus Plastik, obwohl ihn viele anfangs für einen Alarmisten hielten.

Seine Entdeckung führte dazu, dass der Great Pacific Garbage Patch heute das Symbol für die Plastikkrise ist. Seitdem hat sich die geschätzte Menge des Plastiks in diesem Wirbel fast verzehnfacht, was die Dringlichkeit seines Kampfes unterstreicht.

Lukas und die Suche nach der Müllinsel

Lukas, ein Student aus Hamburg, wollte für seine Bachelorarbeit Fotos von einer Müllinsel machen. Er stellte sich vor, wie er auf einem Berg aus Plastikflaschen stehen würde, um die Zerstörung bildgewaltig zu dokumentieren.

Er heuerte auf einem Forschungsschiff an, das den Nordatlantikwirbel untersuchte. Doch nach zwei Wochen war er frustriert: Die Kamera zeigte nur blaues Wasser, keine Berge aus Müll. Er zweifelte an seiner Themenwahl.

Ein Forscher zeigte ihm dann eine Probe aus einem Neuston-Netz. In dem feinen Gespinst wimmelte es von bunten Plastikkrümeln. Lukas begriff: Das Problem war nicht, dass man darauf stehen konnte, sondern dass es unsichtbar geworden war.

Er änderte sein Projekt und fotografierte die winzigen Partikel unter dem Mikroskop. Seine Arbeit gewann einen Preis, weil sie zeigte, dass die größte Gefahr oft dort liegt, wo wir sie mit bloßem Auge gar nicht mehr wahrnehmen.

Nächste Schritte

Fünf ozeanische Wirbel sind betroffen

Jeder große Ozean (Pazifik, Atlantik, Indik) hat mindestens einen subtropischen Wirbel, in dem sich Plastik durch kreisförmige Strömungen sammelt.

Keine festen Inseln, sondern Plastiksuppe

Der Müll besteht zu über 90% aus Mikroplastik, das in den oberen Wasserschichten schwebt und kaum mit bloßem Auge erkennbar ist.

Reinigung ist technisch kaum möglich

Aufgrund der enormen Fläche und der winzigen Partikelgröße ist das Absaugen des Plastiks ohne Zerstörung von Meeresleben nahezu unmöglich.

Prävention ist die einzige Lösung

Da jährlich bis zu 13 Millionen Tonnen Plastik neu in die Meere gelangen, muss die Vermeidung von Plastik an Land oberste Priorität haben.

Schnelle Zusammenfassung

Kann man die Müllinseln auf Google Earth sehen?

Nein, das ist nicht möglich. Da die Müllstrudel überwiegend aus winzigem Mikroplastik bestehen, das unter der Oberfläche schwebt, sind sie auf Satellitenbildern nicht erkennbar. Sie erscheinen als normales blaues Meerwasser.

Wie viele Müllstrudel gibt es insgesamt?

Es gibt fünf wissenschaftlich anerkannte Hauptwirbel in den großen Ozeanen. Daneben gibt es jedoch zahlreiche kleinere Ansammlungen in Randmeeren wie dem Mittelmeer oder der Nordsee, die lokal ebenfalls hohe Plastikkonzentrationen aufweisen.

Kann man die Müllstrudel einfach abfischen?

Das ist extrem schwierig. Die Netze müssten so fein sein, dass sie auch das gesamte Plankton mit einfangen würden, was das ökologische Gleichgewicht zerstören würde. Zudem macht die enorme Fläche den Einsatz von Schiffen sehr teuer und CO2-intensiv.

Zitierte Quellen

  • [1] Theoceancleanup - Schätzungen gehen davon aus, dass der Müll im Nordpazifik mittlerweile eine Fläche von etwa 1,6 Millionen km2 einnimmt.
  • [2] En - Forscher gehen davon aus, dass sich dort etwa 80.000 Tonnen Plastik befinden.
  • [3] Theoceancleanup - In einigen zentralen Bereichen findet man heute bis zu 100 kg Plastik pro Quadratkilometer an der Oberfläche.
  • [4] Nature - Global gesehen landen jedes Jahr zwischen 5 und 13 Millionen Tonnen Plastik im Meer.
  • [5] Education - Rund 70 bis 80 Prozent des Plastiks sinken ohnehin auf den Meeresboden ab.