Was zählt alles zu Binnengewässern?

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Was zählt alles zu Binnengewässern? Stillgewässer ohne permanente Strömung in eine Richtung, darunter Seen (z.B. Bodensee mit über 250 m Tiefe) Weiher und Teiche als flachere, oft künstlich angelegte Gewässer für Fischzucht Talsperren als durch Aufstauung entstandene Reservoirs zur Stromerzeugung oder Wasserregulierung Moore und Sümpfe als Gebiete mit extrem hohem Wasseranteil im Boden Grundwasser als unsichtbare Reserve, das in Deutschland fast 70% des Trinkwasserbedarfs deckt
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Was zählt zu Binnengewässern? Auch Grundwasser

Was zählt alles zu Binnengewässern? Die Antwort umfasst mehr als nur sichtbare Seen und Flüsse. Auch das Grundwasser unter unseren Füßen gehört dazu und ist eine entscheidende Ressource. Wer die volle Bandbreite der Binnengewässer kennt, vermeidet Missverständnisse über Wasserrechte und Nutzungsmöglichkeiten. Lesen Sie weiter für die vollständige Liste.

Was zählt alles zu Binnengewässern?

Binnengewässer umfassen alle ober- und unterirdischen Gewässer, die innerhalb von Landmassen liegen und keine direkte Verbindung zum offenen Meer haben. Die Einordnung hängt oft von der Fließgeschwindigkeit und Entstehung ab, wobei die Hydrologie primär zwischen Fließgewässern, Stillgewässern und dem Grundwasser unterscheidet.

In Deutschland machen Binnengewässer rund 2 Prozent der gesamten Landesfläche aus.[1] Das klingt nach wenig, doch diese Flächen sind für das Ökosystem und die Trinkwasserversorgung von zentraler Bedeutung. Zu den Binnengewässern zählen nicht nur natürliche Strukturen wie Flüsse und Seen, sondern ausdrücklich auch künstlich angelegte Systeme wie Kanäle oder Talsperren. Interessanterweise glauben viele, dass nur Süßwasser dazu gehört, aber auch Binnensalzwasserseen - wie etwa das Tote Meer - fallen unter diesen Begriff.

Die zwei Hauptkategorien: Stillgewässer und Fließgewässer

Die Limnologie, also die Wissenschaft der Binnengewässerkunde, unterteilt Oberflächengewässer meist in zwei große Gruppen. Diese Unterscheidung ist wichtig, weil sich Flora und Fauna in einem reißenden Fluss fundamental von denen in einem ruhigen Weiher unterscheiden.

Fließgewässer (Loti): Von der Quelle bis zur Mündung

Fließgewässer sind durch eine gerichtete Strömung gekennzeichnet. Ich erinnere mich noch an meine erste Exkursion an den Oberrhein - die Kraft des Wassers ist beeindruckend, aber auch die Komplexität des Managements. Zu dieser Gruppe gehören: Bäche: Kleine Gewässer, oft nur wenige Meter breit. Flüsse: Größere Fließgewässer, die meist in ein Meer oder einen anderen Fluss münden. Ströme: Mächtige Flüsse mit großem Einzugsgebiet (z. B. Donau oder Elbe). Kanäle: Künstlich angelegte Fließgewässer für die Schifffahrt oder Bewässerung.

Stillgewässer (Lenti): Wenn das Wasser zur Ruhe kommt

Stillgewässer haben keine permanente Strömung in eine Richtung. In Deutschland gibt es über 12.000 natürliche Seen, die größer als ein Hektar sind. [2] Hierzu zählen: Seen: Große, tiefe Becken (z. B. der Bodensee mit über 250 Metern Tiefe). Weiher und Teiche: Flachere Gewässer, oft künstlich für die Fischzucht angelegt. Talsperren: Durch Aufstauung entstandene Reservoirs zur Stromerzeugung oder Wasserregulierung. Moore und Sümpfe: Gebiete mit extrem hohem Wasseranteil im Boden.

Gehört Grundwasser auch dazu?

Ja, auch wenn man es nicht sieht, zählt das Grundwasser im weiteren Sinne zu den Binnengewässern. In Deutschland deckt Grundwasser fast 70 Prozent des gesamten Trinkwasserbedarfs ab.[3] Es ist die unsichtbare Reserve unter unseren Füßen.

Ehrlich gesagt dachte ich am Anfang meiner Recherchen, Binnengewässer seien nur das, was man auf einer Landkarte blau sieht. Doch der Wasserkreislauf ist komplexer. Dass riesige Kavernen und Aquifere tief im Gestein ebenfalls dazu zählen, macht die Bedeutung des Gewässerschutzes noch deutlicher. Es ist eben nicht nur der hübsche See im Park, sondern ein vernetztes System.

Abgrenzung: Wo hört das Binnengewässer auf?

Die Grenze zwischen Binnengewässern und dem Meer ist meist die Küstenlinie. Schwieriger wird es bei Ästuaren (Flussmündungen). Hier vermischt sich Süß- und Salzwasser zu Brackwasser. Rechtlich gesehen endet das Binnengewässer oft an einer definierten Linie an der Mündung, während ökologisch der Übergang fließend ist. Aber hier kommt der Punkt, den viele übersehen: Häfen zählen oft noch zu den Binnenwasserstraßen, solange sie landeinwärts der Basislinie liegen.

Vergleich: Natürliche vs. Künstliche Binnengewässer

Nicht alles, was blau auf der Karte ist, ist von der Natur so gewollt. Hier ein kurzer Vergleich der Typen.

Natürliche Gewässer

- Durch geologische Prozesse wie Eiszeiten (Gletscherrandseen) oder Tektonik.

- Rhein, Bodensee, Müritz, Gebirgsbäche.

- Oft sehr stabil mit einer über Jahrtausende angepassten Artenvielfalt.

Künstliche Gewässer (Anthropogen)

- Durch menschliche Eingriffe wie Bergbau (Tagebaurestlöcher) oder Staudammbau.

- Mittellandkanal, Rappbode-Talsperre, Lausitzer Seenland.

- Oft instabil in der Anfangsphase; benötigt aktives Management der Wasserqualität.

Während natürliche Gewässer das Rückgrat der Biodiversität bilden, erfüllen künstliche Binnengewässer oft wirtschaftliche Zwecke wie Transport oder Hochwasserschutz. In Deutschland werden immer mehr ehemalige Tagebaue in Seenlandschaften umgewandelt, was die Landkarte massiv verändert.

Vom Kohleloch zum Segelparadies: Der Wandel im Osten

Thomas, ein leidenschaftlicher Segler aus Sachsen, hatte früher keine großen Wasserflächen in seiner Nähe. Er musste stundenweit an die Ostsee fahren, um seinem Hobby nachzugehen, was zeitlich und finanziell belastend war.

Er hoffte auf das Lausitzer Seenland, doch die ersten gefluteten Tagebaulöcher hatten extreme Säureprobleme. Das Wasser war giftig-gelb und für Boote gesperrt. Er war frustriert und dachte, das Projekt würde scheitern.

Nach Jahren der Kalkung und kontrollierten Flutung stabilisierte sich der pH-Wert. Thomas erkannte, dass man der Natur bei künstlichen Binnengewässern massiv unter die Arme greifen muss, statt nur auf Regen zu warten.

Heute segelt er auf dem Senftenberger See, der eine Fläche von etwa 1.300 Hektar bietet. Die Wasserqualität ist exzellent, und die Fahrzeit von Thomas hat sich um 80 Prozent verkürzt.

Strategiezusammenfassung

Binnengewässer sind mehr als nur Süßwasser

Sie umfassen alle Gewässer innerhalb von Landmassen, inklusive Binnensalzseen und Grundwasserreservoirs.

Unterteilung nach Bewegung

Die Hydrologie trennt strikt in Loti (Fließgewässer wie Flüsse) und Lenti (Stillgewässer wie Seen).

Hoher Nutzungsgrad in Deutschland

Rund 2.4 Prozent der Landesfläche sind Binnengewässer, die 70 Prozent des Trinkwassers liefern.

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Nein, das Wattenmeer gehört zu den Küstengewässern und damit zum Meer. Binnengewässer liegen landeinwärts der Küstenlinie oder Basislinie.

Ist ein Gartenteich ein Binnengewässer?

Im weitesten ökologischen Sinne ja, da er ein Stillgewässer auf einer Landmasse ist. Rechtlich und statistisch werden solch kleine Privatgewässer jedoch meist nicht erfasst.

Sind Kanäle Fließ- oder Stillgewässer?

Technisch gesehen sind Kanäle oft beides. Sie haben meist eine geringe Strömung, werden aber aufgrund ihrer Funktion und der oft künstlich erzeugten Fließbewegung meist den Fließgewässern zugeordnet.

Möchten Sie mehr zum Thema erfahren? Hier klären wir die Frage: Ist ein Kanal ein Binnengewässer?

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  • [1] Destatis - In Deutschland machen Binnengewässer rund 2.4 Prozent der gesamten Landesfläche aus.
  • [2] Umweltbundesamt - In Deutschland gibt es über 12.000 natürliche Seen, die größer als ein Hektar sind.
  • [3] Umweltbundesamt - In Deutschland deckt Grundwasser fast 70 Prozent des gesamten Trinkwasserbedarfs ab.