Wie oft muss man ab 70 einen Check-up machen?

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Ab 70 Jahren empfiehlt sich weiterhin ein regelmäßiger Check-up beim Hausarzt oder der Hausärztin. Gesetzlich Versicherte können diesen alle zwei Jahre kostenfrei in Anspruch nehmen. Die Vorsorgeuntersuchung konzentriert sich auf die Früherkennung typischer Altersbeschwerden, wie beispielsweise Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Nierenleiden oder Diabetes, um rechtzeitig Behandlungen einzuleiten.
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Check-ups ab 70: Wie oft ist es wirklich nötig? Ein individueller Blickwinkel

Mit dem Erreichen des 70. Lebensjahres treten unweigerlich Veränderungen im Körper auf. Die Frage nach der Häufigkeit von Check-ups wird daher immer wichtiger. Während die gesetzliche Krankenversicherung einen kostenfreien Check-up alle zwei Jahre vorsieht, ist dies nicht immer die optimale Lösung für jeden. Es lohnt sich, die individuellen Bedürfnisse und Risikofaktoren genauer zu betrachten.

Der gesetzliche Check-up: Eine solide Basis

Der Basis-Check-up, den gesetzlich Versicherte ab 35 Jahren alle zwei Jahre in Anspruch nehmen können (ab 70 weiterhin), ist ein wichtiger erster Schritt. Er beinhaltet in der Regel:

  • Anamnese: Ein ausführliches Gespräch über die Krankengeschichte, aktuelle Beschwerden, Medikamente und Lebensgewohnheiten.
  • Körperliche Untersuchung: Abhören von Herz und Lunge, Abtasten des Bauchraums, Überprüfung von Reflexen und Beweglichkeit.
  • Blutdruckmessung.
  • Blutuntersuchung: Überprüfung von Blutzucker, Cholesterin und Nierenwerten.
  • Urinuntersuchung: Hinweise auf Nierenerkrankungen oder Harnwegsinfektionen.

Dieser Check-up dient der Früherkennung typischer Altersbeschwerden wie Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes, Nierenleiden und bestimmten Krebsarten. Er kann helfen, Risikofaktoren zu erkennen und rechtzeitig Maßnahmen zu ergreifen.

Individuelle Faktoren: Wann sind häufigere Check-ups sinnvoll?

Die pauschale Empfehlung alle zwei Jahre ist jedoch nicht in Stein gemeißelt. Es gibt viele Gründe, die für häufigere Kontrollen sprechen können:

  • Vorerkrankungen: Wer bereits an chronischen Erkrankungen wie Diabetes, Herzinsuffizienz oder Niereninsuffizienz leidet, benötigt in der Regel häufigere Kontrollen, um den Krankheitsverlauf zu überwachen und die Therapie anzupassen.
  • Medikamenteneinnahme: Die Einnahme mehrerer Medikamente gleichzeitig (Polypharmazie) kann zu unerwünschten Wechselwirkungen führen. Häufigere Check-ups helfen, mögliche Nebenwirkungen frühzeitig zu erkennen.
  • Familiäre Vorbelastung: Wenn in der Familie bestimmte Krankheiten wie Krebs, Herzerkrankungen oder Alzheimer häufiger auftreten, ist es ratsam, engmaschigere Vorsorgeuntersuchungen in Anspruch zu nehmen.
  • Subjektives Befinden: Wenn sich jemand unwohl fühlt, ungewöhnliche Beschwerden bemerkt oder einfach ein ungutes Gefühl hat, sollte er oder sie nicht zögern, den Arzt oder die Ärztin aufzusuchen – auch wenn der letzte Check-up noch nicht lange her ist.
  • Lebensstil: Rauchen, übermäßiger Alkoholkonsum, ungesunde Ernährung und Bewegungsmangel erhöhen das Risiko für bestimmte Erkrankungen und können häufigere Kontrollen erforderlich machen.

Spezifische Vorsorgeuntersuchungen:

Neben dem allgemeinen Check-up gibt es eine Reihe spezifischer Vorsorgeuntersuchungen, die ab einem bestimmten Alter empfohlen werden. Dazu gehören:

  • Darmkrebsvorsorge: Regelmäßige Darmspiegelungen oder Stuhltests.
  • Mammographie: Für Frauen zur Früherkennung von Brustkrebs.
  • Prostatakrebsvorsorge: Für Männer.
  • Augenuntersuchungen: Regelmäßige Überprüfung der Sehschärfe und des Augenhintergrunds zur Früherkennung von Augenerkrankungen wie Glaukom (Grüner Star) oder Makuladegeneration.
  • Hörtest: Regelmäßige Überprüfung des Hörvermögens.
  • Impfungen: Überprüfung und Auffrischung des Impfstatus.

Die Rolle des Hausarztes/der Hausärztin:

Der Hausarzt oder die Hausärztin ist der wichtigste Ansprechpartner für alle Fragen rund um die Gesundheit. Er oder sie kennt die Krankengeschichte des Patienten oder der Patientin am besten und kann individuell beurteilen, welche Check-ups in welchen Abständen sinnvoll sind. Es ist wichtig, ein offenes und vertrauensvolles Verhältnis zum Arzt oder zur Ärztin zu pflegen und alle Beschwerden und Bedenken anzusprechen.

Fazit:

Die Häufigkeit von Check-ups ab 70 Jahren sollte individuell auf die persönlichen Bedürfnisse und Risikofaktoren abgestimmt werden. Der gesetzliche Check-up alle zwei Jahre ist eine gute Basis, kann aber in bestimmten Fällen zu selten sein. Ein offenes Gespräch mit dem Hausarzt oder der Hausärztin hilft, die optimale Strategie für die eigene Gesundheit zu finden. Es geht nicht nur um die Quantität der Untersuchungen, sondern vor allem um die Qualität und die individuelle Anpassung an die jeweiligen Bedürfnisse. Regelmäßige Check-ups sind ein wichtiger Baustein für ein langes und gesundes Leben, sollten aber nicht als starre Vorgabe, sondern als flexible und individuelle Empfehlung betrachtet werden.