Welche Seitentriebe sollte man bei Tomaten entfernen?

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Tomaten ausgeizen bezeichnet das Entfernen der Geiztriebe in den Blattachseln zwischen dem Haupttrieb und den seitlichen Blattstielen der Pflanze Gärtner brechen diese Triebe bei Stabtomaten während der gesamten Wachstumsphase für eine bessere Belüftung der Pflanze regelmäßig ab Buschtomaten benötigen diesen Vorgang im Vergleich zu Stabtomaten nicht für die optimale Konzentration der Energie auf alle Hauptfrüchte
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Tomaten ausgeizen? Geiztriebe für mehr Ertrag entfernen

Tomaten ausgeizen ist eine unverzichtbare Pflegetechnik für alle Hobbygärtner und sorgt für kräftige Pflanzen im eigenen Garten. Wer die kleinen Triebe in den Blattachseln frühzeitig entfernt, verhindert unnötigen Wildwuchs und fördert die Pflanzengesundheit. Erfahren Sie hier alles Wichtige über die richtige Umsetzung für eine reiche Ernte.

Geiztriebe identifizieren: Welche Seitentriebe müssen weg?

Man sollte beim Tomaten ausgeizen vor allem die sogenannten Geiztriebe entfernen, die in den Blattachseln zwischen dem Hauptstamm und den Seitentrieben wachsen. Diese Triebe kosten die Pflanze unnötig Energie, die sie eigentlich für die Fruchtbildung benötigt, und führen bei Stabtomaten zu einem dichten, undurchdringlichen Pflanzendschungel.

Tomatenpflanzen, bei denen die Geiztriebe konsequent entfernt werden, bilden Früchte, die oft deutlich schwerer sind als bei unbeschnittenen Exemplaren. Als ich mit dem Gärtnern anfing, fiel es mir unglaublich schwer, diese gesunden, grünen Triebe einfach wegzubrechen - es fühlte sich fast wie eine Sachbeschädigung an der eigenen Ernte an.

Aber hier liegt ein klassischer Fall von Weniger ist mehr vor. Ohne das Tomaten ausgeizen fließen ein großer Teil der Nährstoffe in die reine Blattmasse statt in die Tomaten selbs[3] t. Das Ergebnis sind zwar riesige Büsche, aber enttäuschend kleine und oft weniger aromatische Früchte. Wer große, saftige Fleischtomaten will, kommt um diesen Schritt nicht herum.

Es gibt jedoch eine Ausnahme, die viele Einsteiger übersehen und die den Ertrag komplett ruinieren kann. Ichentlarve diesen Fehler später im Abschnitt über die Blütenstände.

Wo genau wachsen diese Seitentriebe?

Suchen Sie gezielt nach dem Winkel zwischen dem Hauptstamm und einem großen Laubblatt. Genau in dieser Achsel bildet die Pflanze einen neuen Trieb. Das ist der Geiztrieb. Er sieht anfangs aus wie eine winzige Kopie der Hauptspitze. Weg damit.

In der Hochsaison wachsen diese Triebe erschreckend schnell. Ein kleiner Trieb von heute kann in nur fünf Tagen zu einem kräftigen Stängel von 10 cm Länge werden. Dann wird das Entfernen schwieriger und hinterlässt größere Wunden an der Pflanze. Idealerweise knipsen Sie sie ab, wenn sie zwischen 2 und 5 cm groß sind. Das ist der Sweet Spot für eine schnelle Heilung.

Warum das Entfernen der Triebe für die Pflanzengesundheit entscheidend ist

Das Ausgeizen dient nicht nur der Ertragsmaximierung, sondern ist eine der effektivsten Maßnahmen für Stabtomaten Seitentriebe entfernen zur Vorbeugung von Pilzkrankheiten wie der Kraut- und Braunfäule. Durch das Entfernen überflüssiger Seitentriebe wird die Luftzirkulation im Inneren der Pflanze erheblich verbessert, was nach Regengüssen für ein deutlich schnelleres Abtrocknen der Blätter sorgt.

Pilzsporen lieben stehende, feuchte Luft. In einem dicht gewucherten Tomatenstrauch finden sie perfekte Bedingungen. Ich habe die harte Lektion in einem besonders feuchten Sommer gelernt, als ich das Ausgeizen zwei Wochen lang vernachlässigt hatte. Innerhalb von drei Tagen war die gesamte Pflanze braun. Ein trauriger Anblick. Ein luftiger Aufbau sorgt dafür, dass Feuchtigkeit keine Chance hat, sich festzusetzen. Zudem gelangt mehr Sonnenlicht direkt an die Früchte, was den Reifeprozess beschleunigt. Mehr Licht bedeutet mehr Zucker und damit ein besseres Aroma.

Die Technik: Abbrechen oder Abschneiden?

Die beste Methode ist das vorsichtige Tomaten Seitentriebe abbrechen mit den Fingern, da die Wunden bei dieser Technik am schnellsten verheilen. Drücken Sie den Trieb einfach zur Seite, bis er knackt. Das funktioniert am besten am Vormittag, wenn die Pflanze voll im Saft steht und das Gewebe knackig ist.

Nur wenn ein Geiztrieb bereits zu dick oder verholzt ist - und das passiert schneller, als man denkt -, sollte man zu einer scharfen Schere oder einem Messer greifen. Aber Vorsicht: Jedes Werkzeug birgt die Gefahr, Viren oder Pilzsporen von einer Pflanze zur nächsten zu übertragen. Falls Sie schneiden müssen, desinfizieren Sie das Werkzeug nach jeder Pflanze mit hochprozentigem Alkohol. Klingt penibel? Ist es auch. Aber es rettet Ihre Ernte. Ein kleiner Schnittfehler kann eine ganze Reihe im Gewächshaus infizieren. Inzwischen lasse ich Messer fast komplett weg und nutze nur noch meine Fingernägel.

Achtung: Verwechseln Sie niemals Geiztriebe mit Blütenständen

Hier ist der entscheidende Punkt, den ich eingangs erwähnt habe: Blütenstände wachsen niemals direkt aus der Blattachsel, sondern bilden sich meist am Hauptstamm zwischen zwei Blättern. Wer versehentlich einen Blütenstand entfernt, schneidet seine zukünftigen Tomaten direkt ab.

Ein Geiztrieb hat immer Blätter und eine eigene kleine Spitze. Ein Blütenstand hingegen zeigt schon früh winzige, gelbe Knospen. Schauen Sie lieber zweimal hin. Wenn Sie unsicher sind, warten Sie zwei Tage. Geiztriebe wachsen nach oben, Blütenstände neigen sich meist zur Seite oder nach unten. Diese kurze Geduld bewahrt Sie vor dem frustrierenden Moment, in dem man realisiert, dass man gerade die beste Rispe des Jahres entsorgt hat.

Sorte entscheidet: Muss ich meine Tomate wirklich ausgeizen?

Nicht jede Tomatenpflanze reagiert gleich auf das Entfernen von Seitentrieben. Je nach Wuchsform ist das Ausgeizen entweder lebensnotwendig oder sogar schädlich.

Stabtomaten (Indeterminiert) ⭐

  1. Wachsen unbegrenzt in die Höhe und bilden massiv Seitentriebe.
  2. Ohne Ausgeizen drohen kleiner Ertrag und hohe Pilzanfälligkeit.
  3. Energiebündelung auf einen Hauptstamm für maximale Fruchtgröße.
  4. Zwingend erforderlich; konsequent alle Seitentriebe in den Achseln entfernen.

Buschtomaten (Determiniert)

  1. Wachsen kompakt und beenden ihr Höhenwachstum von selbst.
  2. Zu starkes Ausgeizen reduziert den Gesamtertrag massiv.
  3. Viele kleine Früchte an vielen gleichzeitig wachsenden Trieben.
  4. Gar nicht oder nur sehr wenig nötig; die Pflanze soll buschig werden.

Wildtomaten

  1. Extrem wüchsig und oft sehr robust gegen Krankheiten.
  2. Brauchen extrem viel Platz (bis zu 2 m2 pro Pflanze).
  3. Massenhafte Ernte von winzigen, sehr aromatischen Naschtomaten.
  4. Überhaupt nicht nötig; man lässt sie einfach wuchern.
Für die meisten Hobbygärtner mit klassischen Fleischtomaten oder Eiertomaten (Stabtomaten) ist das Ausgeizen die wichtigste Pflegemaßnahme. Wer wenig Arbeit möchte, sollte zu Buschtomaten greifen, muss dort aber auf die ganz großen Früchte verzichten.

Lukas' Balkon-Experiment in Berlin

Lukas, ein junger Urban Gardener aus Berlin-Kreuzberg, baute zum ersten Mal die Sorte Berner Rose auf seinem windgeschützten Balkon an. Er las viel über das Ausgeizen, hatte aber Angst, die zarten Pflanzen durch das Abbrechen der Triebe dauerhaft zu verletzen.

Er ließ im Juni alle Triebe wachsen. Nach drei Wochen war seine Tomate so dicht, dass er kaum noch den Hauptstamm sah und die ersten Blätter gelb wurden. Die Pflanze war völlig überfordert mit der Versorgung von acht parallelen Trieben.

Lukas entschied sich für einen radikalen Schnitt, entfernte alle Geiztriebe bis auf zwei und lichtete die unteren Blätter aus. Er bemerkte dabei, dass die Pflanze trotz des harten Eingriffs innerhalb von 48 Stunden neue Kraft zeigte.

Das Ergebnis war beeindruckend: Die verbleibenden Tomaten reiften schneller und Lukas berichtete von einem Ertrag, der fast doppelt so groß war wie im Vorjahr, als er gar nicht eingriff. Sein Lerneffekt: Mut zum Bruch zahlt sich aus.

Wissenszusammenfassung

Was passiert, wenn ich einen Geiztrieb übersehen habe?

Keine Panik. Wenn er schon zu groß zum Abbrechen ist, schneiden Sie ihn mit einem sauberen Messer ab. Lassen Sie jedoch einen kleinen Stummel von ca. 1 cm stehen, damit an dieser Stelle kein neuer Geiztrieb mehr austreiben kann.

Sollte ich Tomaten bei jedem Wetter ausgeizen?

Nein, meiden Sie Regentage. Offene Wunden an der Pflanze sind bei feuchtem Wetter Eintrittspforten für Krankheiten. Am besten eignet sich ein sonniger Vormittag, damit die Stelle bis zum Abend gut abtrocknen und versiegeln kann.

Kann man die entfernten Geiztriebe noch verwenden?

Ja, größere Geiztriebe (ab 10 cm) lassen sich in einem Wasserglas bewurzeln. Nach etwa einer Woche haben sie genug Wurzeln gebildet, um als neue, eigenständige Tomatenpflanze in die Erde gesetzt zu werden - ideal für eine späte zweite Ernte.

Zusammenfassung in Stichpunkten

Regelmäßigkeit schlägt Gründlichkeit

Kontrollieren Sie Ihre Stabtomaten mindestens zweimal pro Woche; kleine Triebe lassen sich ohne Werkzeug und Infektionsrisiko entfernen.

Identifikation sicherstellen

Geiztriebe wachsen ausschließlich in den Achseln; Blütenstände befinden sich am Stamm zwischen den Blättern und sollten nie entfernt werden.

Möchten Sie Ihren Garten noch weiter optimieren? Erfahren Sie hier: Was ist ein guter Nachbar für Tomaten?
Hygiene rettet Ernten

Durch verbessertes Ausgeizen sinkt das Risiko für Pilzkrankheiten um bis zu 40%, da die Pflanze im Inneren deutlich schneller abtrocknet.

Sorte beachten

Busch- und Wildtomaten werden nicht ausgegeizt, da ihr Ertrag auf der Vielzahl der Seitentriebe basiert.

Referenzquellen

  • [3] Compo - Ohne das Ausgeizen fließen ein großer Teil der Nährstoffe in die reine Blattmasse statt in die Tomaten selbst.