Welche Medikamente kann ich gegen Sonnenbrand einnehmen?
Sonnenbrand: Linderung von innen und außen – Welche Medikamente helfen wirklich?
Ein Sonnenbrand ist mehr als nur unangenehm – er ist eine schmerzhafte Entzündung der Haut, die durch übermäßige UV-Strahlung verursacht wird. Während äußerliche Maßnahmen wie kühlende Cremes und Gels essentiell sind, kann die Linderung auch von innen kommen. Doch welche Medikamente helfen tatsächlich bei akutem Sonnenbrand? Die Antwort ist nicht so einfach, wie man vielleicht denkt, denn es gibt kein Medikament, das den Sonnenbrand "heilt". Stattdessen zielen verfügbare Medikamente auf die Symptome ab: Schmerz, Entzündung und ggf. Fieber.
Schmerz und Entzündung: Nichtsteroidale Antirheumatika (NSAR)
Die wohl effektivste medikamentöse Behandlung bei Sonnenbrand sind nichtsteroidale Antirheumatika (NSAR). Diese Medikamente wirken entzündungshemmend und schmerzlindernd. Bekannte Vertreter sind Ibuprofen (z.B. Advil, Ibuprofen ratiopharm) und Naproxen. Sie hemmen die Produktion von Prostaglandinen, Substanzen, die eine wichtige Rolle bei der Entstehung von Schmerzen und Entzündungen spielen.
Wichtig: NSAR sollten gemäß Packungsbeilage dosiert werden. Bei Vorerkrankungen, insbesondere Magen-Darm-Erkrankungen, Nieren- oder Leberproblemen, sollte vor der Einnahme ein Arzt konsultiert werden. Auch die gleichzeitige Einnahme anderer Medikamente kann Wechselwirkungen hervorrufen.
Fieber und Schmerzen: Paracetamol
Bei stärkerem Sonnenbrand und begleitendem Fieber kann Paracetamol (z.B. Ben-U-Ron, Paracetamol ratiopharm) eingenommen werden. Es wirkt fiebersenkend und schmerzlindernd, jedoch nicht entzündungshemmend. Paracetamol ist in der Regel gut verträglich, dennoch sollte auch hier die empfohlene Dosierung eingehalten und bei bestehenden Lebererkrankungen Vorsicht geboten sein.
Was Sie NICHT einnehmen sollten:
Es gibt keine Medikamente, die den Heilungsprozess des Sonnenbrands beschleunigen. Vermeiden Sie selbstständige Anwendung von Kortisonpräparaten ohne ärztliche Rücksprache. Diese können zwar die Entzündung hemmen, aber langfristig die Haut schädigen und das Risiko von Infektionen erhöhen. Auch das Auftragen von lokalen Anästhetika sollte nur nach ärztlicher Beratung erfolgen.
Neben der medikamentösen Behandlung:
Die Einnahme von Schmerzmitteln ist nur ein Teil der Behandlung. Äußerliche Maßnahmen sind genauso wichtig:
- Kühle Umschläge: Kühlen Sie die betroffene Haut mit kalten, feuchten Tüchern.
- Viel Trinken: Achten Sie auf ausreichende Flüssigkeitszufuhr, um den Flüssigkeitsverlust durch die Haut auszugleichen.
- Sonnenschutz: Vermeiden Sie weitere Sonneneinstrahlung. Tragen Sie schützende Kleidung und Sonnencreme mit hohem Lichtschutzfaktor.
- After-Sun-Lotion: Cremes und Lotionen mit Aloe Vera, Panthenol oder anderen kühlenden und feuchtigkeitsspendenden Inhaltsstoffen können die Haut beruhigen.
Wann zum Arzt:
Bei schwerem Sonnenbrand mit Blasenbildung, hohem Fieber, Schüttelfrost, Übelkeit oder anderen starken Symptomen sollten Sie unbedingt einen Arzt aufsuchen. Auch bei Verdacht auf eine Sonnenallergie ist ärztlicher Rat unerlässlich.
Dieser Artikel dient nur der Information und ersetzt keinen Arztbesuch. Bei Fragen zur Behandlung von Sonnenbrand konsultieren Sie bitte Ihren Arzt oder Apotheker.
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