Ist es schlimm, wenn Tomaten Regen abbekommen?

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Für Tomaten ist weiches Regenwasser optimal, das sich in Regentonnen sammeln lässt. Alternativ kann abgestandenes Leitungswasser verwendet werden, das idealerweise etwas temperiert sein sollte.
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Tomaten und Regen: Fluch oder Segen?

Die Frage, ob Tomaten Regen abbekommen dürfen, ist weniger kritisch als die Frage, wie sie ihn abbekommen. Während der oft zitierte Ratschlag, Tomaten vor Regen zu schützen, auf den ersten Blick sinnvoll erscheint, verbirgt sich dahinter eine Vereinfachung, die leicht zu Missverständnissen führt. Die Wahrheit ist nuancierter.

Der Mythos, Regen schade Tomaten, gründet sich meist auf die Befürchtung von Pilzkrankheiten wie der Krautfäule (Phytophthora infestans). Diese Pilzerkrankung liebt feucht-warmes Klima und breitet sich besonders gut bei länger anhaltender Nässe auf den Blättern aus. Dabei ist nicht der Regen an sich das Problem, sondern die dauerhafte Feuchtigkeit auf den Blättern, die den Pilzbefall begünstigt.

Ein kurzer, leichter Regenschauer hingegen ist sogar förderlich. Weiches Regenwasser ist ideal für Tomatenpflanzen, da es arm an Kalk und anderen Mineralien ist, die in Leitungswasser oft enthalten sind und die Pflanzen schädigen können. Der Regen versorgt die Pflanzen zudem mit wertvoller Feuchtigkeit und spült gleichzeitig Staub und andere Verunreinigungen von den Blättern.

Das Problem liegt im Detail:

  • Dauerhafte Nässe: Lange Regenperioden oder ein feuchtes, schlecht belüftetes Klima sind schädlich. Die Blätter bleiben zu lange feucht, was Pilzkrankheiten Tür und Tor öffnet. Hier ist ein gezielter Schutz sinnvoll, beispielsweise durch eine Überdachung oder den Einsatz von geeigneten Pflanzenstärkungsmitteln.
  • Regenintensität: Starkregen kann die zarten Pflanzen schädigen, besonders junge Setzlinge. Die Blätter können verletzen oder sogar abbrechen. Ein windgeschützter Standort kann hier Abhilfe schaffen.
  • Wasserqualität: In einigen Regionen kann Regenwasser durch Luftverschmutzung belastet sein. Dies ist jedoch eher selten und in der Regel nicht gravierend für den Tomatenanbau.

Fazit:

Regen an sich ist für Tomatenpflanzen nicht schädlich, sondern sogar nützlich. Die entscheidenden Faktoren sind die Dauer der Nässe, die Regenintensität und die allgemeine Witterung. Ein gesunder, durchlässiger Boden, eine gute Belüftung und ein vorbeugender Pflanzenschutz sind viel wichtiger als der Ausschluss jeglicher Regenkontakte. Konzentrieren Sie sich auf ein ausgewogenes Gesamtkonzept, statt den Regen pauschal als Feind der Tomaten zu betrachten. Ein kurzer, leichter Schauer ist sogar ein Geschenk des Himmels für Ihre Tomaten!