Kann man das Warmwasser auf 50 Grad stellen?

0 Aufrufe
Kann man das Warmwasser auf 50 Grad stellen? Ja, das ist problemlos möglich. Eine Temperatur zwischen 45 und 50 Grad Celsius gilt als vernünftiger Mittelweg zwischen Komfort und Energieeffizienz. Wer seine Wassertemperatur absenkt, reduziert spürbar die Bereitschaftsverluste des Speichers und senkt den Energieverbrauch im Betrieb.
Kommentar 0 Gefällt mir

Warmwasser auf 50 Grad stellen: Komfort und Effizienz

Wer überlegt, das Warmwasser auf 50 Grad stellen, profitiert von einem reduzierten Energieverbrauch im Betrieb. Erfahren Sie, wie eine abgesenkte Temperatur die Bereitschaftsverluste des Speichers verringert und ob dieser Wert im Alltag ausreicht.

Kann man das Warmwasser auf 50 Grad stellen?

Kann man das Warmwasser auf 50 Grad stellen? Ja, das ist problemlos möglich. Eine Warmwassertemperatur optimal einstellen zwischen 45 und 50 Grad Celsius gilt oft als vernünftiger Mittelweg zwischen Komfort und Energieeffizienz,[1] birgt jedoch je nach Anlagentyp und Haushaltsgröße spezifische Herausforderungen bei der Hygiene.

Energetische Vorteile und Komfort bei 50 Grad

Wer seine Wassertemperatur von den klassischen 60 Grad auf 50 Grad absenkt, reduziert spürbar die Bereitschaftsverluste des Speichers. Das Wasser muss weniger stark aufgeheizt werden, wodurch der Energieverbrauch im Betrieb sinkt. Ich war anfangs skeptisch, ob ist 50 Grad Warmwasser genug beim Duschen noch heiß genug ankommt, aber im Alltag merkt man den Unterschied kaum - vorausgesetzt, der Weg vom Speicher zur Zapfstelle ist nicht zu lang. Typische Einsparungen beim Heizenergiebedarf für die Warmwasserbereitung liegen im einstelligen bis niedrigen zweistelligen Prozentbereich, je nach Dämmung und Nutzungsverhalten.

Der Einfluss auf den Energieverbrauch

Jedes Grad weniger im Speicher entlastet das System. Weniger Wärme, die ungenutzt an die Umgebung abgegeben wird, bedeutet direkt weniger nachzuheizende Energie. Seien wir ehrlich: Niemand braucht 60 Grad heißes Wasser direkt zum Händewaschen oder Duschen, da man es ohnehin mit Kaltwasser mischt.

Hygienische Aspekte und das Legionellen-Risiko

Hier liegt der Knackpunkt, den viele Hausbesitzer übersehen. Bei Temperaturen unter 60 Grad im Trinkwasserspeicher steigt das Risiko einer Bakterienvermehrung, insbesondere von Legionellen. Diese Keime vermehren sich im Bereich zwischen 20 und 50 Grad besonders schnell. Wer seine Anlage dauerhaft auf 50 Grad betreibt, sollte im Hinblick auf die Warmwasser 50 Grad Legionellen Gefahr unbedingt prüfen, ob ein automatisches Anti-Legionellen-Programm oder eine regelmäßige thermische Desinfektion aktiv ist.

Ein- versus Mehrfamilienhäuser

Die gesetzlichen Vorgaben unterscheiden streng nach Nutzungsart. In Ein- und Zweifamilienhäusern haben Eigentümer meist Freiheit bei der Wahl der Temperatur. In größeren Mietgebäuden schreiben Richtlinien und Verordnungen oft höhere Speichertemperaturen vor, um Mieter vor Infektionen zu schützen. Vermieter riskieren bei eigenmächtiger Absenkung auf 50 Grad unter Umständen erhebliche Bußgelder und einen Verstoß gegen die Trinkwasserverordnung.

Vergleich der Warmwassertemperaturen im Betrieb

Die Wahl der richtigen Temperatur hängt von den Prioritäten zwischen Energie sparen und Hygiene ab.

50 Grad Celsius (Spar-Modus)

• Geringere Bereitschaftsverluste, spürbare Einsparung beim Gas- oder Stromverbrauch

• Erhöhte Aufmerksamkeit bezüglich Legionellen erforderlich, besonders bei großen Rohrsystemen

• Ausreichend heiß zum Duschen und Spülen, geringeres Verbrühungsrisiko

60 Grad Celsius (Standard-Modus)

• Höherer Energiebedarf durch stärkere Abkühlung im Speicher

• Sehr geringes Keimwachstum, thermische Desinfektion findet quasi permanent statt

• Sehr hohe Kapazität an nutzbarem Mischwasser

Wer allein wohnt oder ein kleines Eigenheim besitzt, kann mit 50 Grad oft gut und sparsam leben. In Mehrfamilienhäusern oder bei komplexen Leitungssystemen bleibt der Standard bei 60 Grad jedoch die sicherere Wahl.

Umstellung im Einfamilienhaus von Thomas

Thomas, 42 Jahre alt aus Stuttgart, wollte im Winter seine Heizkosten senken und stellte den Stiebel Eltron Warmwasserspeicher von 60 auf 50 Grad herunter.

Die ersten zwei Wochen lief alles glatt, bis er bemerkte, dass das Wasser in der am weitesten entfernten Dusche im Dachgeschoss gefühlt langsamer warm wurde.

Nach kurzer Recherche verstand er, dass das Volumen im Speicher bei niedrigerer Temperatur schneller erschöpft ist, wenn mehrere Personen nacheinander duschen.

Er passte die Schaltzeiten der Zirkulationspumpe an und aktivierte die wöchentliche Aufheizung auf 60 Grad als Schutz - seitdem spart er Energie, ohne Komforteinbußen zu haben.

Die wichtigsten Dinge

Energie sparen durch niedrigere Temperatur

Eine Absenkung auf 50 Grad reduziert die Speicherverluste und senkt den Energiebedarf im Alltag.

Hygieneaspekte im Blick behalten

Regelmäßige Kontrollen oder thermische Desinfektion sind bei Temperaturen unter 60 Grad ratsam, um Keimbildung vorzubeugen.

Weiterführende Lektüre

Kann man das Warmwasser auf 50 Grad stellen?

Ja, das ist technisch problemlos möglich. Es stellt einen guten Kompromiss zwischen Energieersparnis und Komfort dar.

Besteht bei 50 Grad Warmwasser eine Legionellengefahr?

In diesem Temperaturbereich können sich Bakterien theoretisch vermehren. Ein automatisches Hygieneprogramm oder regelmäßiges Aufheizen hilft, dieses Risiko zu minimieren.

Falls Sie unsicher sind, ob Ihr Wasser belastet ist, lesen Sie hier: Wie merkt man, dass man Legionellen hat?

Gilt für Vermieter eine Pflicht zu 60 Grad?

In größeren Mietobjekten schreiben Richtlinien oft höhere Temperaturen vor, um den Mieterschutz zu gewährleisten. Eigentümer von Ein- und Zweifamilienhäusern sind flexibler.

Referenzmaterialien

  • [1] T-online - Eine Wassertemperatur zwischen 45 und 50 Grad Celsius gilt oft als vernünftiger Mittelweg zwischen Komfort und Energieeffizienz