Welcher Wein wird in Deutschland am meisten getrunken?
welcher wein wird in deutschland am meisten getrunken: Trends
Wer sich fragt, welcher wein wird in deutschland am meisten getrunken, erkennt schnell die große Bedeutung regionaler Geschmacksvorlieben. Das genaue Verständnis dieser Trends schützt effektiv vor Fehlkäufen und erleichtert die passende Auswahl für besondere Anlässe. Entdecken Sie die relevanten Faktoren für rundum fundierte Kaufentscheidungen.
Der klare Spitzenreiter in deutschen Gläsern und Weinbergen
Die Frage, welcher Wein wird in Deutschland am meisten getrunken, lässt sich recht eindeutig beantworten, auch wenn die Vorlieben der Konsumenten von vielen Faktoren abhängen. Es gibt eine Rebsorte, die sowohl beim Anbau als auch beim Konsum unangefochten an der Spitze steht. Die Rede ist vom Riesling. Er ist die absolute Nummer eins unter den Rebsorten im Land.
Riesling wächst auf gut 23 Prozent der gesamten deutschen Weinbaufläche, was einer Fläche von rund 23.890 Hektar entspricht. Diese weiße Rebsorte prägt das Image des deutschen Weinbaus weltweit und wird hierzulande zu fast jeder Gelegenheit gereicht. Egal ob erfrischend spritzig auf einer sommerlichen Terrasse oder als edler Menubegleiter am Abend - der Riesling deckt eine enorme stilistische Bandbreite ab. Seine prägnante Säure und die feinen Fruchtaromen von Pfirsich bis Apfel machen ihn zum absoluten Lieblingswein der Deutschen.
Aber hier gibt es einen Haken. Der Weinkonsum im Land verändert sich und die Geschmäcker werden vielfältiger. Wer sich nur auf den Riesling konzentriert, verpasst eine spannende Entwicklung, die sich gerade in den Weinregalen abspielt. Es lohnt sich, den Blick zu weiten.
Weißwein dominiert den deutschen Weinmarkt deutlich
Beim Blick auf die Verteilung der Vorlieben zeigt sich ein klares Bild zwischen hellen und dunklen Nuancen im Glas. In Deutschland wird deutlich mehr Weißwein getrunken als Rotwein. Dieses Verhältnis spiegelt sich auch auf den Feldern wider, wo weiße Rebsorten den Ton angeben.
Fast 70 Prozent der im Land erzeugten Weine entfallen auf weiße Sorten, während Rotweine inklusive Rosé und Rotling den verbleibenden Anteil ausmachen. Genauer gesagt liegt der Marktanteil von Weißwein beim Konsum bei rund 55 Prozent. Die Vorliebe für leichte, frische Tropfen hat sich in den letzten Jahren sogar noch verstärkt. Während der Rotweinkonsum spürbar zurückgeht, verzeichnen fruchtige Weiße und leichte Roséweine stetige Zuwächse in den Einkaufskörben.
Ich war anfangs selbst skeptisch, als mir Kollegen erzählten, dass selbst im tiefsten Winter immer häufiger zu Weißwein gegriffen wird. Früher galt die ungeschriebene Regel: Kalte Jahreszeit ist Rotweinzeit. Doch als ich bei einer gemütlichen Abendrunde im Januar feststellte, dass die Flasche Grauburgunder lange vor dem schweren Spätburgunder leer war, wurde mir der Wandel bewusst. Die Konsumenten bevorzugen heute oft eine gewisse Leichtigkeit, die schwere, tanninreiche Rotweine seltener bieten.
Die beliebtesten weißen Rebsorten im Überblick
Hinter dem unangefochtenen Spitzenreiter Riesling haben sich weitere weiße Rebsorten feste Plätze in den Herzen der Weintrinker gesichert. Besonders die Burgundersorten erleben einen regelrechten Boom, während traditionelle Sorten Marktanteile verlieren.
Der Müller-Thurgau, auch bekannt als Rivaner, belegt trotz eines leichten Rückgangs immer noch den zweiten Platz unter den weißen Rebsorten und kommt auf eine Fläche von 10.230 Hektar. Dicht dahinter folgen die Aufsteiger der letzten Jahre: der beliebtester wein deutschland mit mittlerweile 8.390 Hektar und der Weißburgunder mit 6.350 Hektar Anbaufläche. Während der Müller-Thurgau vor allem für unkomplizierte, alltagstaugliche Schoppenweine geschätzt wird, punkten Grau- und Weißburgunder mit ihrer cremigen Textur und milden Säure, was sie zu perfekten Begleitern für modernes Essen macht.
Spätburgunder führt die Riege der Rotweine an
Obwohl Weißwein die Nase vorn hat, besitzt Deutschland eine lebendige Rotweinkultur mit einer klaren Nummer eins. Wenn rote Tropfen im Glas landen, stammt der Wein meist von einer ganz bestimmten edlen Rebe.
Der Spätburgunder, international als Pinot Noir bekannt, ist die meistgetrunkene weinsorte deutschland und angebaute Rotweinsorte in Deutschland. Er wächst auf elf Prozent der gesamten deutschen Rebfläche, was einer Fläche von 11.250 Hektar entspricht. Deutsche Spätburgunder genießen mittlerweile weltweit einen exzellenten Ruf für ihre Eleganz, feine Beerenaromatik und Vielschichtigkeit. Sie sind deutlich leichter als südeuropäische oder überseeische Rotweine, was perfekt zum aktuellen Trend hin zu weniger schweren Weinen passt. Ein gut gekühlter Spätburgunder wird im Sommer auch gerne als Alternative zu Weißwein getrunken.
Die Top-Rebsorten in Deutschland im direkten Vergleich
Die beliebtesten Rebsorten unterscheiden sich stark in ihrem Charakter, ihrer Verbreitung und den idealen Gelegenheiten für den Genuss.Riesling (Der Spitzenreiter)
- Lebendige Säure, mineralisch, Aromen von Pfirsich, Apfel und Zitrusfrüchten
- Passt hervorragend zu Fisch, Meeresfrüchten, hellem Fleisch oder asiatischen Gerichten
- Nummer eins im Anbau mit rund 23 Prozent Flächenanteil im Land
Grauburgunder (Der Trendwein)
- Milde Säure, mittlerer Körper, Aromen von Nuss, Mandel und reifem Apfel
- Ideal zu Pasta, Geflügel, reifem Käse oder einfach als Solist am Abend
- Starker Aufsteiger in den letzten Jahren, drittgrößte weiße Sorte im Anbau
Spätburgunder (Der rote König)
- Elegant, feine Gerbstoffe, Aromen von roten Beeren, Kirschen und Gewürzen
- Harmoniert perfekt mit Braten, Wildgerichten, Pilzen oder feinen Fleischspeisen
- Wichtigste rote Rebsorte mit etwa elf Prozent Anteil an der Gesamtfläche
Für Liebhaber von knackiger Frische bleibt der Riesling die erste Wahl im deutschen Sortiment. Wer es etwas milder und cremiger mag, greift zum boomenden Grauburgunder. Für Rotweinfreunde führt am eleganten Spätburgunder kein Weg vorbei.Die Umstellung im Familienbetrieb: Wie Winzer Thomas den Trend nutzte
Thomas, ein erfahrener Winzer aus Rheinhessen, stellte fest, dass die Nachfrage nach seinen schweren Rotweinen spürbar zurückging. Seine Kellerregale blieben voll und die Stammkunden fragten immer öfter nach leichteren Alternativen.
Sein erster Versuch war es, den Rotwein einfach jünger und spritziger auszubauen, doch das Ergebnis überzeugte weder ihn noch seine Käufer. Der Wein verlor seinen Charakter und die Enttäuschung im Betrieb war groß.
Die Wende kam bei einem Gespräch mit Weinkunden während einer Verkostung. Thomas erkannte, dass er nicht den Rotwein verbiegen, sondern auf den boomenden Weißweintrend setzen musste.
Er rodete einen Teil seiner roten Flächen und pflanzte stattdessen Grauburgunder an. Nach drei Jahren intensiver Arbeit stieg sein Weißweinabsatz massiv an und die unverkaufte Menge sank gegen null.
Zusammenfassung & Fazit
Riesling bleibt die klare Nummer einsMit gut 23 Prozent der gesamten deutschen Weinbaufläche ist der Riesling der meistangebaute und meistgetrunkene Wein im Land.
Weißwein hat die Nase vornDie Deutschen bevorzugen helle Tropfen: Weißwein macht rund 55 Prozent des Konsums und fast 70 Prozent der heimischen Produktion aus.
Burgundersorten boomen starkGrauburgunder und Weißburgunder gewinnen rasant an Beliebtheit und verdrängen traditionelle Rebsorten wie den Müller-Thurgau.
Weitere Referenzen
Warum ist Riesling der beliebteste Wein in Deutschland?
Riesling passt perfekt zu den klimatischen Bedingungen in den deutschen Anbaugebieten, wo die Trauben langsam reifen können. Seine Kombination aus erfrischender Säure, Vielschichtigkeit und hervorragender Eignung als Essensbegleiter macht ihn zur ersten Wahl für viele Weintrinker.
Wird in Deutschland mehr Weißwein oder Rotwein getrunken?
Es wird deutlich mehr Weißwein getrunken. Der Anteil von weißen Sorten am gesamten Konsum liegt bei rund 55 Prozent, und auch in der Produktion dominieren weiße Trauben mit einem Anteil von fast 70 Prozent.
Welcher rote Wein wird in Deutschland am meisten getrunken?
Der Spätburgunder (Pinot Noir) ist die unangefochtene Nummer eins unter den roten Rebsorten. Er belegt etwa elf Prozent der gesamten deutschen Rebfläche und wird für seine Eleganz und feine Beerenaromatik geschätzt.
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