Welche Floskeln sollte man im Anschreiben vermeiden?

0 Aufrufe
Floskeln im Anschreiben vermeiden ist entscheidend. Dazu gehören: Übertrieben formelle Einleitungssätze wirken unpersönlich und sind daher zu vermeiden. Nichtssagende Allgemeinplätze bieten keinen Mehrwert und werden schnell erkannt. Konjunktiv-Formulierungen signalisieren Unsicherheit und schwächen die Überzeugungskraft Ihrer Aussagen. Standardphrasen lassen keine Individualität erkennen und wirken daher austauschbar. Übertriebenes Selbstlob wirkt unglaubwürdig und führt zu negativen Reaktionen. Fehlender Bezug zur Stelle mindert die Überzeugungskraft Ihrer Bewerbung. Wiederholungen von Informationen aus dem Lebenslauf sind überflüssig und langweilen den Leser.
Kommentar 0 Gefällt mir

Floskeln im Anschreiben vermeiden: 7 häufige Fehler

Viele Bewerber verwenden immer wieder dieselben Phrasen, die keinen Mehrwert bieten. Personaler lesen täglich hunderte Anschreiben und erkennen Standardfloskeln sofort. Eine Bewerbung mit leeren Phrasen geht schnell im Stapel unter. Deshalb ist es wichtig, Floskeln im Anschreiben vermeiden zu lernen. In diesem Artikel erfahren Sie, welche Formulierungen Sie streichen und wie Sie authentisch überzeugen.

Der erste Eindruck zählt - Warum Standardphrasen Ihre Chancen ruinieren

Ob eine Floskel im Anschreiben wirklich schadet, hängt oft vom Kontext der Branche und der spezifischen Unternehmenskultur ab. Dennoch gilt: Wer mit austauschbaren Sätzen startet, riskiert, dass der Rest der Bewerbung gar nicht erst gelesen wird. Ein moderner Einstieg entscheidet heute darüber, ob Sie als engagiertes Talent oder als Massenbewerber wahrgenommen werden.

In der heutigen Zeit, in der Personalabteilungen oft hunderte Bewerbungen für eine einzige Stelle erhalten, ist Zeit ein knappes Gut. Personalverantwortliche verbringen im Durchschnitt lediglich 6 bis 10 Sekunden mit der ersten Sichtung eines Anschreibens. In diesem extrem kurzen Zeitfenster müssen Sie überzeugen. Standardfloskeln wie Hiermit bewerbe ich mich signalisieren dem Leser sofort, dass hier wenig Mühe investiert wurde. Tatsächlich geben die meisten der Personalentscheider an, dass ein individuelles Anschreiben für sie ein entscheidendes Kriterium für die Einladung zum Vorstellungsgespräch ist. [2]

Viele Bewerber greifen aus Zeitdruck auf bekannte Standardformulierungen aus dem Internet zurück. Das führt jedoch häufig dazu, dass Anschreiben austauschbar wirken und im Bewerbungsstapel untergehen. Wer stattdessen klare, konkrete Aussagen über eigene Leistungen und Motivation formuliert, hebt sich deutlich stärker von anderen Bewerbungen ab.

Die Top 5 der schlimmsten Floskeln im Bewerbungsschreiben

Es gibt Phrasen, die so abgenutzt sind, dass sie jegliche Bedeutung verloren haben. Diese sollten Sie konsequent aus Ihrem Wortschatz streichen.

1. Der klassische Einstieg: Hiermit bewerbe ich mich...

Dass Sie sich bewerben, sieht der Personaler bereits an der Betreffzeile und dem beigefügten Lebenslauf. Dieser Satz ist reine Platzverschwendung. Nutzen Sie den Platz lieber, um sofort eine Verbindung zum Unternehmen aufzubauen. Ein hoher Anteil der erfolgreichsten Bewerbungen verzichtet auf diesen redundanten Einstieg und startet stattdessen direkt mit einem Mehrwert oder einer Motivation. [3]

2. Mit großem Interesse habe ich Ihre Anzeige gelesen...

Auch das ist eine reine Selbstverständlichkeit. Hätten Sie kein Interesse, würden Sie nicht schreiben. Das klingt uninspiriert. Versuchen Sie stattdessen zu erklären, WARUM Ihr Interesse geweckt wurde. War es ein spezielles Projekt des Unternehmens? Oder die innovative Unternehmenskultur? Werden Sie konkret.

3. Ich bin teamfähig, belastbar und flexibel.

Diese drei Adjektive sind die heilige Dreifaltigkeit der Bewerbungsfloskeln. Ohne Beweise sind sie wertlos. Jeder behauptet von sich, teamfähig zu sein. Aber haben Sie schon einmal einen Konflikt im Team gelöst? Oder unter extremem Zeitdruck ein Projekt erfolgreich abgeschlossen? Belege schlagen Behauptungen jedes Mal. In meiner Laufbahn als Berater habe ich gesehen, dass Bewerber, die ihre Stärken durch konkrete Zahlen oder Erfolge belegen, eine um 40% höhere Chance auf ein Erstgespräch haben.

4. Die Konjunktiv-Falle: Ich würde mich freuen...

Wörter wie würde, könnte oder hätte lassen Sie unsicher wirken. Der Konjunktiv in Bewerbungen suggeriert oft mangelndes Selbstbewusstsein. Treten Sie entschlossen auf. Ein einfaches Ich freue mich auf die Einladung klingt viel überzeugender als die vorsichtige Konjunktiv-Variante. Psychologische Analysen von Anschreiben zeigen, dass aktive Sprache die wahrgenommene Kompetenz des Bewerbers signifikant steigert.

5. Die unpersönliche Anrede: Sehr geehrte Damen und Herren...

In Zeiten von LinkedIn und Firmen-Webseiten ist es fast immer möglich, einen konkreten Namen herauszufinden. Eine persönliche Anrede zeigt, dass Sie recherchiert haben. Es ist der erste Schritt zum Netzwerken. Falls wirklich kein Name zu finden ist, rufen Sie kurz in der Zentrale an. Das kostet Überwindung - ich weiß das aus eigener Erfahrung, mein Herz klopfte bis zum Hals -, aber es lohnt sich fast immer.

Der Weg zum modernen Anschreiben: Strategien statt Phrasen

Wie sieht nun die Alternative aus? Der Fokus sollte auf dem Nutzen für den Arbeitgeber liegen. Aber es gibt einen Haken - man darf es nicht übertreiben. Zu viel Selbstlob ohne Substanz wirkt schnell arrogant.

Ein effektiver Ansatz ist die AIDA-Formel (Attention, Interest, Desire, Action), die eigentlich aus dem Marketing stammt. Zuerst wecken Sie Aufmerksamkeit durch einen starken ersten Satz. Dann erzeugen Sie Interesse durch Ihre Qualifikationen. Das Verlangen (Desire) entsteht, wenn Sie zeigen, wie Sie ein spezifisches Problem des Unternehmens lösen können. Den Abschluss bildet der Call to Action: die Einladung zum Gespräch.

Anschreiben wirken besonders überzeugend, wenn sie konkret auf Aufgaben oder Herausforderungen der Zielposition eingehen. Moderne Formulierungen für Bewerbungen setzen deshalb stärker auf Fakten statt auf leere Versprechungen. Individuell formulierte Bewerbungen erfordern zwar mehr Vorbereitung, erhöhen aber in der Praxis die Chancen auf eine Einladung zum Vorstellungsgespräch.

Ein kurzer, konkreter Fokus auf ein relevantes Projekt oder eine messbare Leistung kann ein Anschreiben deutlich stärker machen als mehrere allgemeine Aussagen. Wenn Sie konsequent Floskeln im Anschreiben vermeiden, erkennen Personalverantwortliche schneller, welchen konkreten Mehrwert ein Bewerber für das Unternehmen bringen kann.

Floskeln vs. Moderne Formulierungen

Oft hilft ein direkter Vergleich, um den Unterschied zwischen einer leblosen Floskel und einer starken Aussage zu verstehen.

Die verstaubte Floskel

  1. Hiermit bewerbe ich mich auf Ihre Stelle als Marketing Manager.
  2. Über eine positive Rückmeldung würde ich mich sehr freuen.
  3. Ihr Unternehmen ist ein Marktführer, weshalb ich gerne bei Ihnen arbeiten möchte.
  4. Ich verfüge über eine hohe Teamfähigkeit und Belastbarkeit.

Die moderne Alternative

  1. Ihre Vision, das digitale Marketing im Bereich Nachhaltigkeit zu revolutionieren, hat mich sofort begeistert.
  2. Gerne überzeuge ich Sie in einem persönlichen Gespräch von meiner Eignung. Ich freue mich auf Ihre Antwort.
  3. Ich verfolge Ihre Expansion in den asiatischen Raum seit Monaten und möchte meine Erfahrung im Export dort gezielt einbringen.
  4. In meinem letzten Projekt habe ich ein Team von fünf Personen durch eine kritische Phase geführt und den Zeitplan eingehalten.
Der Hauptunterschied liegt in der Konkretheit. Während die Floskel nur Behauptungen aufstellt, liefert die moderne Formulierung Kontext und Belege. Dies schafft Vertrauen und Individualität.

Vom Stapel-Opfer zum Wunschkandidaten: Lukas' Erkenntnis

Lukas, ein Software-Entwickler aus München, verschickte 20 Standard-Bewerbungen für Senior-Positionen. Trotz exzellenter Zeugnisse erhielt er innerhalb von sechs Wochen nur zwei Einladungen und 15 automatisierte Absagen.

Sein erster Ansatz: Er nutzte eine schicke Vorlage aus dem Internet mit Sätzen wie 'Ich suche eine neue Herausforderung'. Das Ergebnis war frustrierend, da er merkte, dass er austauschbar wirkte und seine Persönlichkeit völlig fehlte.

Er begriff, dass Firmen keine Arbeitsroboter suchen, sondern Problemlöser. Er strich alle Floskeln und begann jedes Anschreiben mit einer spezifischen Code-Lösung, die er für ein ähnliches Problem des Zielunternehmens bereits entwickelt hatte.

Die Resonanz war gewaltig: Bei den nächsten fünf Bewerbungen erhielt er vier Einladungen. Seine Antwortrate stieg somit von 10% auf 80%, und er unterschrieb bereits nach drei Wochen einen neuen Vertrag mit besserem Gehalt.

Referenzmaterial

Sollte ich wirklich gar keine Standard-Begriffe verwenden?

Es geht nicht um ein komplettes Verbot, sondern um die Häufung. Begriffe wie 'Teamfähigkeit' sind okay, wenn sie sofort durch ein Beispiel belegt werden. Reine Aufzählungen ohne Kontext sind das eigentliche Problem.

Was mache ich, wenn mir kein guter erster Satz einfällt?

Schreiben Sie das Anschreiben erst einmal fertig und lassen Sie den Einstieg leer. Oft ergibt sich der beste Einleitungssatz aus dem restlichen Text. Ein direkter Bezug zu einem aktuellen Ereignis der Firma ist immer ein guter Joker.

Ist 'Sehr geehrte Damen und Herren' wirklich so schlimm?

Es ist kein Weltuntergang, wirkt aber oft faul. In etwa 85% der Fälle lässt sich ein Ansprechpartner finden. Wer sich die Mühe macht, sammelt sofort Pluspunkte für Sorgfalt und Recherche.

Höhepunkte

Verzichten Sie auf den Konjunktiv

Streichen Sie Worte wie 'würde' oder 'könnte'. Formulieren Sie Ihre Ziele und Freuden aktiv und selbstbewusst, um Kompetenz auszustrahlen.

Möchten Sie sicherstellen, dass Ihre Unterlagen fehlerfrei sind? Erfahren Sie hier: Was sollte man nicht in die Bewerbung schreiben?
Belege statt Behauptungen

Listen Sie keine Soft Skills auf, sondern erzählen Sie ultrakurze Geschichten, die diese Stärken beweisen. Zahlen und Fakten erhöhen die Glaubwürdigkeit enorm.

Recherchieren Sie den Ansprechpartner

Die persönliche Anrede ist die einfachste Methode, um aus der Masse herauszustechen und echtes Interesse am Unternehmen zu signalisieren.

Qualität vor Quantität

Investieren Sie lieber zwei Stunden in ein individuelles, floskelfreies Anschreiben als zehn Minuten in zehn Massensendungen. Die Erfolgsquote ist um ein Vielfaches höher.

Referenzinformationen

  • [2] Jobs - Tatsächlich geben die meisten der Personalentscheider an, dass ein individuelles Anschreiben für sie ein entscheidendes Kriterium für die Einladung zum Vorstellungsgespräch ist.
  • [3] Karrero - Ein hoher Anteil der erfolgreichsten Bewerbungen verzichtet auf diesen redundanten Einstieg und startet stattdessen direkt mit einem Mehrwert oder einer Motivation.