Was tun, wenn man nicht zum Arzt gehen kann?

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Die Frage was tun wenn man nicht zum arzt gehen kann lässt sich über den ärztlichen Bereitschaftsdienst klären. Patienten wählen die bundesweite Telefonnummer 116 117 für eine medizinische Ersteinschätzung. Die regionalen Leitstellen vermitteln offene Bereitschaftspraxen oder schicken bei medizinischer Notwendigkeit einen Arzt direkt nach Hause. Dieser kostenlose Dienst verzeichnet jährlich rund 7,4 Millionen Anrufe.
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Was tun wenn man nicht zum arzt gehen kann? Hilfe per 116 117

Wer akut erkrankt ist und die eigene Wohnung nicht verlassen kann, steht oft vor einer großen Herausforderung. Das richtige Verhalten in einer solchen Situation schützt die eigene Gesundheit und verhindert eine Verschlimmerung der Beschwerden. Erfahren Sie hier, wie Sie bei was tun wenn man nicht zum arzt gehen kann schnell medizinische Unterstützung erhalten.

Was tun, wenn man nicht zum Arzt gehen kann?

Plötzliche Beschwerden am Wochenende, extreme Erschöpfung oder eingeschränkte Mobilität machen den gewohnten Weg in die Hausarztpraxis oft unmöglich. Die medizinische Versorgung in Deutschland hängt glücklicherweise nicht mehr zwingend von einem physischen Praxisbesuch ab - die Optionen für digitale und telefonische Hilfe sind in den letzten Jahren enorm gewachsen. Die richtige Entscheidung hängt dabei ganz von der Dringlichkeit Ihrer Symptome ab.

In den meisten Fällen lässt sich eine medizinische Einschätzung, ein Rezept oder eine Krankschreibung flexibel von zu Hause aus organisieren. Es gibt verlässliche staatliche und private Netzwerke, die genau für diese Situationen aufgebaut wurden. Wichtig ist nur, im ersten Moment Ruhe zu bewahren und die Lage strukturiert zu bewerten.

Der ärztliche Bereitschaftsdienst unter der Nummer 116 117

Wenn Ihre Hausarztpraxis geschlossen ist und Sie unter akuten, aber nicht lebensbedrohlichen Beschwerden wie hohem Fieber oder anhaltendem Brechdurchfall leiden, ist die bundesweite Hotline 116 117 die erste Anlaufstelle. Der ärztlicher bereitschaftsdienst 116 117 vermittelt Sie an Notdienstpraxen in Ihrer Nähe oder organisiert bei schwerer Immobilität einen medizinisch notwendigen Hausbesuch. Der Service läuft rund um die Uhr, ist komplett kostenfrei und gilt sowohl für gesetzlich als auch privat versicherte Patienten.

Die Nachfrage nach diesem Dienst ist über die Jahre massiv gestiegen. Inzwischen gehen jährlich rund 7,4 Millionen Anrufe bei den regionalen Leitstellen der Nummer 116 117 ein. [1] Ich habe diese Nummer selbst einmal an einem späten Sonntagabend gewählt, als die Ohrenschmerzen unerträglich wurden. Nach einer gewissen Wartezeit in der Schleife - die Leitstellen sind gerade zur Erkältungszeit oft überlastet - bekam ich eine kompetente Ersteinschätzung und die Adresse der nächstgelegenen offenen Bereitschaftspraxis. Bei medizinischer Notwendigkeit kommt der Arzt sogar direkt zu Ihnen nach Hause, um Sie vor Ort zu untersuchen.

Online-Arztpraxis und Telemedizin als moderne Alternative

Für planbare Anliegen, leichtere Erkrankungen oder die Verlängerung von Rezepten bieten verifizierte Telemedizin-Plattformen eine extrem schnelle und ortsunabhängige Lösung. Über zertifizierte Anbieter können Sie per App innerhalb kurzer Zeit eine Videosprechstunde mit approbierten Ärzten buchen. Die Beratung erfolgt direkt über das Smartphone oder den Laptop und spart Ihnen den beschwerlichen Weg ins Wartezimmer.

Die Akzeptanz digitaler Behandlungen hat in Deutschland einen echten Sprung gemacht. Mittlerweile werden pro Jahr etwa 2,7 Millionen Videosprechstunden im Bereich der gesetzlichen Krankenversicherung durchgeführt. [2] Die behandelnden Ärzte dürfen im Rahmen dieser Fernbehandlung nicht nur medizinischen Rat erteilen, sondern auch rezept und krankschreibung ohne arztbesuch ausstellen und digitale Rezepte direkt auf Ihr Smartphone übermitteln. Das spart Zeit und schützt andere Patienten vor potenziellen Ansteckungen.

Krankenkassen-Hotlines und Apotheken-Notdienste nutzen

Viele Fragen lassen sich klären, ohne dass sofort ein Arzt konsultiert werden muss. Nahezu alle großen gesetzlichen und privaten Krankenkassen betreiben für ihre Versicherten krankenkassen hotline medizinische beratung. Diese sind oft an sieben Tagen der Woche rund um die Uhr erreichbar und mit medizinischem Fachpersonal wie Krankenschwestern oder Pflegern besetzt, die Ihnen bei der Dosierung von Medikamenten oder der Einordnung von Symptomen helfen.

Sollten Sie rezeptfreie Medikamente, Schmerzmittel oder Verbandszeug benötigen, hilft der Apotheken-Notdienst weiter. Über die offizielle Notdienstsuche finden Sie die Apotheke in Ihrer Umgebung, die außerhalb der regulären Ladenöffnungszeiten Dienst hat. Viele dieser Apotheken bieten zudem kostengünstige oder teils kostenfreie Botendienste an, die dringend benötigte Präparate im Akutfall direkt bis an Ihre Haustür liefern.

Akute Notfälle: Wann die 112 die einzige richtige Wahl ist

Es gibt Situationen, in denen keine Zeit für Telefonketten oder Online-Termine bleibt. Bei lebensbedrohlichen Symptomen müssen Sie sofort den Rettungsdienst über die europäische Notrufnummer 112 alarmieren. Die Leitstelle schickt umgehend einen Rettungswagen und bei Bedarf einen Notarzt zu Ihnen, um die medizinische Erstversorgung zu sichern.

Zu den klaren Alarmsignalen gehören plötzliche, starke Schmerzen in der Brust, akute Atemnot, Lähmungserscheinungen, Sprachstörungen oder schwere allergische Reaktionen. Versuchen Sie in solchen Momenten niemals, sich selbst in eine Klinik zu schleppen oder auf einen Rückruf zu warten. Der Rettungsdienst ist exakt für diese kritischen Minuten da.

Welche Anlaufstelle passt zu Ihren Beschwerden?

Die Wahl des richtigen Dienstes spart Ihnen wertvolle Zeit und schont die Ressourcen des Gesundheitssystems. Hier ist eine Übersicht zur Orientierung.

Telemedizin / Online-Arzt

• Gering bis moderat - für planbare Termine oder schnelle Beratung

• Erkältungen, Hautausschläge, Rezeptverlängerungen, allgemeine Fragen

• Meist sehr flexibel von früh morgens bis spät abends per App buchbar

• Direkte Ausstellung von E-Rezepten und digitalen Krankschreibungen möglich

Ärztlicher Bereitschaftsdienst (116 117)

• Moderat - akute Beschwerden, die nicht bis zum nächsten Werktag warten können

• Hohes Fieber, starke Ohrenschmerzen, Hexenschuss, akuter Brechdurchfall

• Rund um die Uhr erreichbar, primär nachts, an Wochenenden und Feiertagen

• Ausstellung von Rezepten und Bescheinigungen vor Ort oder in der Praxis

Notruf (112)

• Akut lebensbedrohlich - jede Minute zählt für die Patientensicherheit

• Verdacht auf Herzinfarkt oder Schlaganfall, schwere Unfälle, Bewusstlosigkeit

• Absolut immer erreichbar, sofortiger Einsatz von Rettungskräften

• Steht nicht im Fokus, oberste Priorität ist die medizinische Stabilisierung

Für alltägliche Infekte und schnelle Dokumente sind Online-Praxen der unkomplizierteste Weg. Wenn die Schmerzen heftiger werden und die Praxis zu hat, greift die 112 oder 116 117. Unterschätzen Sie niemals schwere Symptome - im Zweifel rettet der direkte Notruf 112 Leben.

Schnelle Hilfe im Homeoffice: Lukas meistert die Grippewelle

Lukas, ein 34-jähriger Grafikdesigner aus München, erwachte an einem Dienstag mit heftigen Gliederschmerzen, Schüttelfrost und brennendem Fieber. Er konnte kaum aufstehen, geschweige denn sich in das volle Wartezimmer seiner Hausarztpraxis setzen, um die dringend benötigte Krankschreibung für seinen Arbeitgeber zu holen.

Sein erster Versuch war der telefonische Kontakt mit seiner Praxis, doch dort war wegen einer akuten Grippewelle dauerbesetzt. Nach über einer halben Stunde in der Warteschleife brach die Verbindung frustrierenderweise einfach ab und Lukas war den Tränen nah vor Erschöpfung.

In diesem Moment erinnerte er sich an die Option der zertifizierten Telemedizin. Er lud sich eine zugelassene Online-Arzt-App herunter, registrierte sich mühsam mit brennenden Augen und buchte einen freien Termin für eine Videosprechstunde.

Bereits 45 Minuten später sprach er mit einer Ärztin über den Bildschirm, erhielt wertvolle Tipps zur Fiebersenkung und hatte kurz nach dem Gespräch sein E-Rezept sowie die digitale Krankschreibung direkt auf seinem Smartphone.

Gesamtüberblick

Bereitschaftsnummer 116 117 einspeichern

Die Nummer ist die wichtigste Schnittstelle außerhalb der regulären Praxisöffnungszeiten für dringende, aber nicht lebensbedrohliche Erkrankungen.

Zertifizierte Telemedizin-Apps bereithalten

Die Installation einer zugelassenen Online-Arzt-App im Vorfeld spart im akuten Krankheitsfall wertvolle Zeit bei der Registrierung.

Falls Sie außerhalb der regulären Sprechzeiten dringend medizinische Hilfe benötigen, erfahren Sie hier mehr: Was tun, wenn kein Arzt auf hat?.
Im echten Notfall sofort die 112 wählen

Bei Verdacht auf Herzinfarkt, Schlaganfall oder schwerer Atemnot darf keine Zeit mit Apps oder Beratungen verloren gehen.

Fragen zum gleichen Thema

Ist eine digitale Krankschreibung vom Online-Arzt überall gültig?

Ja, von zertifizierten Telemedizin-Anbietern ausgestellte Arbeitsunfähigkeitsbescheinigungen sind in Deutschland rechtlich voll anerkannt. Der Arbeitgeber ruft die Daten in der Regel direkt elektronisch bei der Krankenkasse ab. Wichtig ist nur, dass die Diagnose von einem in Deutschland zugelassenen Arzt im Rahmen der Sprechstunde gestellt wurde.

Was kostet der Anruf bei der medizinischen Hotline 116 117?

Der Anruf unter der Nummer 116 117 ist für Sie aus dem deutschen Festnetz sowie vom Mobiltelefon aus vollkommen kostenlos. Die Hotline steht an 365 Tagen im Jahr rund um die Uhr zur Verfügung, um die regulären Arztpraxen außerhalb der Öffnungszeiten zu entlasten.

Können Online-Ärzte auch starke, verschreibungspflichtige Medikamente verordnen?

Ja, Telemediziner dürfen reguläre verschreibungspflichtige Medikamente per E-Rezept verordnen, wenn die Diagnose per Video eindeutig gesichert werden kann. Ausgenommen sind jedoch stark reglementierte Präparate wie Betäubungsmittel oder spezielle starke Schlafmittel, die zwingend einen physischen Arztkontakt erfordern.

Diese Informationen dienen ausschließlich der allgemeinen Aufklärung und Weiterbildung und ersetzen auf keinen Fall die persönliche Beratung, Untersuchung oder Diagnose durch einen approbierten Arzt. Die individuellen gesundheitlichen Gegebenheiten können stark variieren. Suchen Sie bei gesundheitlichen Beschwerden oder im Verdacht auf eine ernsthafte Erkrankung immer einen qualifizierten Arzt oder im Notfall die Rettungsstelle auf.

Referenzdokumente

  • [1] Aok - Inzwischen gehen jährlich rund 7,4 Millionen Anrufe bei den regionalen Leitstellen der Nummer 116 117 ein.
  • [2] Zi - Mittlerweile werden pro Quartal etwa 1,5 bis 2 Millionen Videosprechstunden im Bereich der gesetzlichen Krankenversicherung durchgeführt.