Welche Tabletten sind gefährlich bei Überdosierung?

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Eine Überdosierung verschiedener Medikamente birgt erhebliche Gefahren. Besonders kritisch sind Beruhigungs- und Schlafmittel sowie starke Schmerzmittel und Psychopharmaka wie Antidepressiva. Auch freiverkäufliche Präparate wie Paracetamol oder Aspirin können in hohen Dosen lebensbedrohlich sein. Betablocker, Kalziumantagonisten und insbesondere Opiate stellen ebenfalls ein hohes Risiko dar.

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Wenn Tabletten zur Gefahr werden: Überdosierung und ihre Risiken

Tabletten sind aus unserem modernen Leben kaum wegzudenken. Sie lindern Schmerzen, bekämpfen Krankheiten und helfen uns, den Alltag zu bewältigen. Doch was passiert, wenn die Dosis nicht mehr stimmt, wenn aus der heilenden Wirkung eine bedrohliche Überdosis wird? Die Gefahren einer solchen Überdosierung sind vielfältig und können im schlimmsten Fall lebensbedrohlich sein. Es ist daher essentiell, sich der Risiken bewusst zu sein und verantwortungsvoll mit Medikamenten umzugehen.

Die Tücke liegt oft im Schrank:

Viele Menschen unterschätzen die Gefahren, die von scheinbar harmlosen Medikamenten ausgehen können, die in den heimischen Medizinschränken lagern. Oftmals werden Medikamente ohne ärztliche Rücksprache eingenommen oder Dosierungsempfehlungen ignoriert. Dies kann fatale Folgen haben.

Besonders gefährdete Substanzgruppen:

Einige Medikamentengruppen bergen ein besonders hohes Risiko bei Überdosierung. Dazu gehören:

  • Beruhigungs- und Schlafmittel: Diese Medikamente wirken dämpfend auf das zentrale Nervensystem und können bei einer Überdosierung zu Bewusstseinsverlust, Atemdepression und sogar Koma führen. Die Kombination mit Alkohol verstärkt die Wirkung und erhöht das Risiko zusätzlich.
  • Starke Schmerzmittel (Opioide): Opioide sind sehr wirksame Schmerzmittel, bergen aber ein hohes Suchtpotential und können bei Überdosierung zu einer lebensbedrohlichen Atemdepression führen.
  • Psychopharmaka (Antidepressiva, Neuroleptika): Diese Medikamente wirken auf das Gehirn und können bei Überdosierung zu Herzrhythmusstörungen, Krampfanfällen und Bewusstseinsstörungen führen. Die Symptome können je nach Art des Medikaments variieren.
  • Freiverkäufliche Schmerzmittel (Paracetamol, Aspirin): Auch vermeintlich harmlose Schmerzmittel wie Paracetamol oder Aspirin können in hohen Dosen schwere Schäden an Leber und Nieren verursachen. Insbesondere Paracetamol ist tückisch, da die Symptome einer Überdosierung oft erst verzögert auftreten.
  • Herz-Kreislauf-Medikamente (Betablocker, Kalziumantagonisten): Diese Medikamente beeinflussen die Herzfunktion und den Blutdruck. Eine Überdosierung kann zu lebensbedrohlichen Herzrhythmusstörungen, niedrigem Blutdruck und Kreislaufversagen führen.

Die Rolle von Opiaten: Eine besondere Warnung:

Opiate, wie beispielsweise Heroin, sind besonders gefährlich, da bereits geringe Überdosierungen zum Tod durch Atemstillstand führen können. Die Toleranz gegenüber Opiaten kann sich zudem schnell verändern, was das Risiko einer unbeabsichtigten Überdosierung erhöht.

Was tun im Notfall?

Bei Verdacht auf eine Überdosierung ist schnelles Handeln entscheidend!

  • Notruf wählen (112): Beschreiben Sie die Situation so genau wie möglich, einschließlich der Art und Menge des eingenommenen Medikaments (falls bekannt).
  • Erste Hilfe leisten: Überprüfen Sie Atmung und Bewusstsein der Person. Führen Sie gegebenenfalls Wiederbelebungsmaßnahmen durch.
  • Bewahren Sie Ruhe: Panik hilft niemandem. Versuchen Sie, die Person zu beruhigen, solange sie ansprechbar ist.

Prävention ist der beste Schutz:

  • Medikamente sicher aufbewahren: Bewahren Sie Medikamente außerhalb der Reichweite von Kindern auf.
  • Dosierungsempfehlungen beachten: Halten Sie sich strikt an die vom Arzt oder Apotheker empfohlene Dosierung.
  • Nicht kombinieren ohne Rücksprache: Nehmen Sie nicht mehrere Medikamente gleichzeitig ein, ohne vorher mit Ihrem Arzt oder Apotheker zu sprechen.
  • Regelmäßige Überprüfung des Medizinschranks: Entsorgen Sie abgelaufene oder nicht mehr benötigte Medikamente fachgerecht.
  • Offene Kommunikation mit dem Arzt: Informieren Sie Ihren Arzt über alle Medikamente, die Sie einnehmen, einschließlich rezeptfreier Präparate und Nahrungsergänzungsmittel.

Fazit:

Der verantwortungsvolle Umgang mit Medikamenten ist essentiell, um die Risiken einer Überdosierung zu minimieren. Unterschätzen Sie niemals die Gefahren, die von scheinbar harmlosen Tabletten ausgehen können. Achten Sie auf die richtige Dosierung, informieren Sie sich über mögliche Wechselwirkungen und zögern Sie im Notfall nicht, den Notruf zu wählen. Denn im Zweifelsfall kann schnelles Handeln Leben retten.