Welche Schmerzen hat man bei einem Tumor?

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Chronische Schmerzen betreffen rund 33% der Krebspatienten im frühen Stadium und bis zu 90% im fortgeschrittenen Verlauf. Zu den Symptomen gehören: welche schmerzen hat man bei einem tumor: dumpfe oder krampfartige Tumorschmerzen Neuropathische Schmerzanteile: brennende Nervenschmerzen bei ungefähr 45% der chronischen Schmerzpatienten durch Tumor oder Krebstherapie Durchbruchschmerzen: plötzliche extreme Schmerzspitzen bei fast 50% der Betroffenen
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Welche Schmerzen hat man bei einem Tumor: Symptome im Überblick

Die Frage, welche schmerzen hat man bei einem tumor, beschäftigt viele Betroffene und Angehörige sehr stark. Das frühzeitige Erkennen von Krebsschmerzen mindert gesundheitliche Risiken erheivlich. Wer tumorbedingte Beschwerden richtig deutet, vermeidet schwere gesundheitliche Folgen und sichert sich rechtzeitig eine gezielte Unterstützung.

Wie fühlen sich Tumorschmerzen an?

Schmerzen bei einer Krebserkrankung können sehr unterschiedlich wahrgenommen werden und hängen stark von der Lage des Tumors ab. Oft beschreiben Betroffene den dumpfen, krampfartigen oder bohrenden Schmerz, der tief im Gewebe sitzt. Ob unklare Beschwerden auf eine Gewebeveränderung hindeuten, lässt sich ohne gezielte medizinische Diagnostik jedoch nicht sicher sagen. Solche körperlichen Signale können schließlich auch harmlose Ursachen haben.

Rund 33% der Betroffenen leiden bereits in einem frühen Stadium der Krebserkrankung unter Schmerzen. Im fortgeschrittenen Verlauf steigt dieser Anteil drastisch an, sodass bis zu 90% der Patienten von behandlungsbedürftigen Schmerzen berichten.[2] Ich habe in meiner jahrelangen Arbeit in der Onkologie oft erlebt, dass Patienten aus Angst vor der Diagnose Schmerzen verschweigen - ein folgenschwerer Fehler. Je früher die Schmerzursache abgeklärt wird, desto gezielter lässt sich gegensteuern.

Die verschiedenen Schmerzarten bei einem Tumor

Tumorschmerzen werden medizinisch anhand ihrer Entstehung unterschieden, da die exakte Zuordnung entscheidend für die spätere Linderung ist. Grundsätzlich unterscheidet man zwischen nozizeptiven Schmerzen im Gewebe und neuropathische schmerzen tumor der Nervenbahnen.

Nozizeptiver Schmerz: Gewebe- und Knochenschmerzen

Dieser Schmerz entsteht, wenn der wachsende Tumor Druck auf umliegendes Gewebe, Organe oder Knochen ausübt oder in diese hineinwächst. Er fühlt sich meist dumpf, drückend oder bohrend an und lässt sich oft gut lokalisieren. Wenn Knochen betroffen sind, kann der Schmerz bei Belastung stark zunehmen.

Neuropathischer Schmerz: Wenn Nerven betroffen sind

Neuropathische Schmerzen entstehen direkt an den weiterführenden Nervenbahnen, wenn diese durch die Gewebeveränderung komprimiert oder geschädigt werden. Betroffene empfinden hierbei oft Pelzigkeit, extreme Hitze oder Kälte, Hauttrockenheit, Nadelstiche sowie ein heftiges Brennen oder Reißen. Manchmal erinnert die Intensität an plötzliche elektrische Stromschläge.

Ungefähr 45% aller Krebspatienten mit chronischen Beschwerden weisen neuropathische Schmerzanteile auf.[3] Diese Nervenschmerzen sind tückisch - und ich muss hier eine fehlerhafte Annahme korrigieren: Viele denken, der wie fühlen sich krebsschmerzen an sei immer die einzige Ursache. Doch oft entstehen diese Schäden erst durch die lebensrettende Therapie wie Chemotherapie oder Bestrahlung. Das brennende Gefühl in den Füßen machte mich bei einem meiner Patienten anfangs ratlos, bis wir die Nervenschädigung als Therapiefolge identifizierten.

Akute Durchbruchschmerzen verstehen

Neben dem dauerhaften Grundschmerz stellt der sogenannte Durchbruchschmerz eine immense Belastung dar. Hierbei bricht trotz einer bestehenden und eigentlich gut eingestellten schmerzen bei tumorerkrankung plötzlich eine extreme Schmerzspitze durch. Diese Attacken treten oft völlig unvorhersehbar auf, erreichen innerhalb weniger Minuten ihr Maximum und klingen nach etwa einer halben Stunde wieder ab.

Fast 50% der chronischen Schmerzpatienten in der Onkologie sind von solchen extremen Durchbruchschmerzen betroffen.[4] Das Fatale daran ist die mangelnde Vorbereitung - denn Erhebungen zeigen, dass nur jeder Dritte in diesen Momenten eine adäquate und schnell wirkende Notfalltherapie erhält. Wenn die Schmerzspitze zuschlägt, ist ein normales Handeln kaum noch möglich. Daher ist ein separater Notfallplan mit schnell freisetzenden Medikamenten für die Betroffenen absolut lebenswichtig.

Vergleich der Schmerzqualitäten

Die Schmerzwahrnehmung unterscheidet sich je nach der betroffenen Struktur im Körper grundlegend.

Nozizeptiver Tumorschmerz

Dumpf, bohrend, drückend, krampfartig oder ziehend

Meist gut im Bereich des betroffenen Organs spürbar

Druck des Tumors auf Organe, Muskeln, Bindegewebe oder Knochen

Neuropathischer Tumorschmerz

Brennend, einschießend, wie elektrische Stromschläge, Nadelstiche

Strahlt oft in das gesamte Versorgungsgebiet des Nervs aus

Direkte Schädigung oder Quetschung von Nervenbahnen

Während nozizeptive Schmerzen direkt am Ort des Geschehens als dumpfer Druck wahrgenommen werden, äußern sich Nervenschmerzen oft als brennende Fehlwahrnehmungen oder plötzliche Attacken. Häufig liegt bei Patienten auch eine Mischform vor.

Sabines Weg zur passenden Schmerzeinstellung

Sabine, eine 47-jährige Büroangestellte aus Köln, litt Monate nach ihrer Krebsbehandlung an unerträglichem Brennen in den Beinen. Sie versuchte verzweifelt, die Beschwerden mit normalem Ausdauertraining wegzubewegen, doch die Schmerzen wurden immer schlimmer.

Ihr erster Versuch bestand darin, eigenständig freiverkäufliche Schmerztabletten in hoher Dosis einzunehmen. Das Ergebnis war eine schwere Magenentzündung nach zwei Wochen, während das Brennen in den Füßen völlig unverändert blieb.

Beim Kontrolltermin brach sie in Tränen aus, da sie nachts kaum noch schlief und völlig isoliert lebte. Ihr Arzt erkannte das Problem: Es handelte sich um neuropathische Schmerzen, die auf klassische Schmerzmittel überhaupt nicht ansprechen.

Nach der Umstellung auf spezielle Medikamente gegen Nervenschmerzen ließ das Brennen nach vier Wochen spürbar nach. Ihre Schlafqualität verbesserte sich erheblich, und Sabine konnte endlich wieder schmerzfreie Spaziergänge im Park genießen.

Schlüsselpunkte

Schmerzcharakter gibt Hinweis auf Ursache

Dumpfe Beschwerden deuten eher auf Gewebedruck hin, während Brennen und Pelzigkeit typische Anzeichen für beschädigte Nervenbahnen sind.

Frühzeitige Schmerztherapie sichert Lebensqualität

Warten Sie nicht, bis die Schmerzen unerträglich werden. Eine frühzeitige Einstellung verhindert, dass sich ein chronisches Schmerzgedächtnis bildet.

Über 90% der Schmerzen sind gut behandelbar

Mit den heute verfügbaren medizinischen Stufenplänen und Schmerzpflastern lässt sich fast immer eine wirksame Entlastung für Krebspatienten erreichen.

Wissen erweitern

Bedeuten starke Schmerzen immer, dass der Tumor wächst?

Nein, das muss nicht sein. Schmerzen können auch durch Entzündungen, Vernarbungen nach Operationen oder Nervenschädigungen infolge einer Chemotherapie verursacht werden. Jede Schmerzveränderung sollte aber ärztlich untersucht werden.

Wie lange halten Schmerzen bei einer Tumorerkrankung an?

Das ist individuell völlig unterschiedlich. Bei manchen Patienten treten sie nur akut nach Behandlungen auf, während fast die Hälfte der Betroffenen mit chronischen Schmerzen über mehrere Jahre kämpft, wenn keine gezielte Therapie erfolgt.

Falls Sie unklare Beschwerden bemerken, erfahren Sie hier mehr: Wie findet man heraus, ob man einen Tumor hat?.

Kann man Tumorschmerzen heute vollständig lindern?

Durch die moderne Schmerztherapie nach dem WHO-Stufenschema lässt sich bei über 90% der Patienten eine ausreichende und zufriedenstellende Schmerzlinderung erzielen. Niemand muss Krebsschmerzen heute einfach so aushalten.

Diese Informationen dienen ausschließlich der medizinischen Aufklärung und ersetzen keinesfalls eine professionelle ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Jede Schmerzsymptomatik ist individuell und erfordert die Abklärung durch qualifiziertes medizinisches Fachpersonal. Suchen Sie bei akuten oder unklaren Beschwerden umgehend einen Arzt auf.

Quellen

  • [2] Schmerzgesellschaft - Im fortgeschrittenen Verlauf steigt dieser Anteil drastisch an, sodass bis zu 90% der Patienten von behandlungsbedürftigen Schmerzen berichten.
  • [3] Aerztezeitung - Ungefähr 45% aller Krebspatienten mit chronischen Beschwerden weisen neuropathische Schmerzanteile auf.
  • [4] Gelbe-liste - Fast 50% der chronischen Schmerzpatienten in der Onkologie sind von solchen extremen Durchbruchschmerzen betroffen.