Welche Krankheiten lösen eine Immunschwäche aus?

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Immunschwächen entstehen nicht immer durch Vererbung. Verschiedene Erkrankungen können das Immunsystem erheblich schwächen. Dazu gehören beispielsweise Infektionen wie HIV, die gezielt Immunzellen angreifen, aber auch Krebserkrankungen, die das Knochenmark beeinträchtigen, oder chronisch-entzündliche Darmerkrankungen, welche die Immunabwehr im Darm stören.
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Immunschwäche: Mehr als nur genetische Veranlagung

Eine geschwächte Immunabwehr, also eine Immunschwäche oder Immunodefizienz, ist nicht immer angeboren. Während genetische Defekte zweifellos eine wichtige Rolle spielen, können diverse Erkrankungen das Immunsystem erheblich beeinträchtigen und so den Körper anfälliger für Infektionen machen. Es handelt sich dabei um ein komplexes Zusammenspiel verschiedener Faktoren, die zu einer unzureichenden Immunantwort führen. Im Folgenden werden einige wichtige Krankheitsbilder beleuchtet, die eine erworbene Immunschwäche auslösen können:

Infektionen:

  • HIV (Humanes Immundefizienz-Virus): HIV ist die wohl bekannteste Ursache für eine erworbene Immunschwäche. Das Virus infiziert und zerstört gezielt CD4-T-Lymphozyten, die zentralen Zellen des Immunsystems. Dadurch wird die Fähigkeit des Körpers, Infektionen zu bekämpfen, drastisch reduziert, was schließlich zu AIDS (Acquired Immunodeficiency Syndrome) führt.

  • Andere virale Infektionen: Auch andere Viren, wie z.B. das Epstein-Barr-Virus (EBV, Auslöser des Pfeifferschen Drüsenfiebers) oder das Zytomegalievirus (CMV), können das Immunsystem vorübergehend oder in seltenen Fällen auch langfristig schwächen. Die Schwächung ist hier meist weniger drastisch als bei HIV, kann aber bei immungeschwächten Personen zu schwerwiegenden Komplikationen führen.

  • Bakterielle Infektionen: Schweden starke bakterielle Infektionen, wie z.B. eine schwere Tuberkulose oder eine Sepsis, können das Immunsystem überfordern und zu einer vorübergehenden Immunsuppression führen. Die Entzündungsreaktion des Körpers kann dabei das Immunsystem selbst schädigen.

Krebs- und Tumorerkrankungen:

  • Leukämien und Lymphome: Diese Krebserkrankungen des blutbildenden Systems betreffen direkt die Immunzellen. Die unkontrollierte Vermehrung von krankhaft veränderten Zellen im Knochenmark beeinträchtigt die Produktion gesunder Immunzellen, was zu einer schweren Immunschwäche führt.

  • Tumoren anderer Organe: Auch Tumoren, die nicht direkt das Immunsystem betreffen, können indirekt zu einer Immunschwäche beitragen. Dies geschieht beispielsweise durch die Ausschüttung von immunsuppressiven Substanzen oder durch die Belastung des Körpers durch die Erkrankung selbst. Eine Chemotherapie zur Behandlung solcher Tumoren kann die Immunabwehr zusätzlich schwächen.

Autoimmunerkrankungen und chronisch-entzündliche Erkrankungen:

  • Chronisch-entzündliche Darmerkrankungen (CED): Morbus Crohn und Colitis ulcerosa können die Darmflora und die lokale Immunabwehr im Darm stark beeinträchtigen. Dies kann zu einer erhöhten Anfälligkeit für Infektionen und zu Mangelerscheinungen führen, die die allgemeine Immunkompetenz reduzieren.

  • Systemischer Lupus erythematodes (SLE): Diese Autoimmunerkrankung führt zu einer überschießenden Immunreaktion gegen körpereigene Gewebe. Die chronische Entzündung und die Schädigung verschiedener Organe können die Immunfunktion langfristig schwächen.

  • Rheumatoide Arthritis: Die chronische Entzündung bei rheumatoider Arthritis kann ebenfalls das Immunsystem überlasten und zu einer Immunsuppression führen.

Weitere Faktoren:

Neben den genannten Erkrankungen können auch Medikamente (z.B. Kortison, Immunsuppressiva), Mangelernährung, schwerer Stress und Alterungsprozesse zu einer Immunschwäche beitragen.

Fazit:

Eine Immunschwäche kann vielfältige Ursachen haben, die weit über genetische Dispositionen hinausgehen. Die hier genannten Krankheitsbilder verdeutlichen die Komplexität des Immunsystems und die Bedeutung einer ganzheitlichen Betrachtung bei der Diagnose und Therapie von Immunschwächen. Bei Verdacht auf eine Immunschwäche ist die Konsultation eines Arztes unerlässlich, um die Ursache zu klären und eine geeignete Behandlung einzuleiten.