Warum drückt der Arzt auf den Bauch?

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Durch Abtasten des Bauches prüft der Arzt auf Druckschmerz, abnorme Verhärtungen oder Organvergrößerungen. Ein verstärkter Schmerz beim Loslassen (Loslassschmerz) deutet auf eine mögliche Entzündung des Bauchfells (Peritonitis) hin.
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Warum drückt der Arzt auf den Bauch?

Die Palpation, also das Abtasten des Bauches, ist ein wichtiger Bestandteil der körperlichen Untersuchung und liefert dem Arzt wertvolle Hinweise auf den Gesundheitszustand des Patienten. Durch sanftes Drücken und Fühlen kann er verschiedene Aspekte beurteilen und so möglichen Erkrankungen auf die Spur kommen. Doch warum genau drückt der Arzt auf den Bauch und was kann er dabei ertasten?

Der Druck auf den Bauch dient in erster Linie der Überprüfung von:

  • Druckschmerzhaftigkeit: Lokalisierter Schmerz beim Abtasten kann auf Entzündungen von Organen wie Blinddarm, Gallenblase oder Bauchspeicheldrüse hindeuten. Auch Erkrankungen des Magen-Darm-Trakts, wie beispielsweise ein Magengeschwür oder eine Divertikulitis, können durch Druckschmerz erkennbar sein.
  • Abnorme Resistenzen/Verhärtungen: Ungewöhnliche Verhärtungen im Bauchraum können auf Tumore, Abszesse oder Verwachsungen hinweisen. Der Arzt achtet dabei auf die Größe, Form und Konsistenz der Veränderungen.
  • Organvergrößerungen: Durch Abtasten lässt sich feststellen, ob Organe wie Leber, Milz oder Nieren vergrößert sind. Eine solche Vergrößerung kann verschiedene Ursachen haben, von Infektionen über Stoffwechselerkrankungen bis hin zu Tumoren.
  • Flüssigkeitsansammlungen (Aszites): Bei größeren Flüssigkeitsansammlungen im Bauchraum kann der Arzt durch Klopfen und Abtasten einen sogenannten "Undulationsphänomen" feststellen.
  • Pulsationen: Pulsationen im Bauchraum können beispielsweise auf ein Aneurysma der Bauchschlagader hinweisen.
  • Loslassschmerz (Rebound-Tenderness): Besonders wichtig ist die Überprüfung des Loslassschmerzes. Ein verstärkter Schmerz beim schnellen Wegnehmen der Hand deutet auf eine Reizung des Bauchfells (Peritonitis) hin, was ein lebensbedrohlicher Zustand sein kann und sofortiges Handeln erfordert.

Das Abtasten des Bauches ist eine diagnostische Kunst, die viel Erfahrung und Fingerspitzengefühl erfordert. Die gewonnenen Informationen, kombiniert mit anderen Untersuchungsmethoden und der Anamnese (Patientengeschichte), helfen dem Arzt, eine Diagnose zu stellen und die passende Therapie einzuleiten. Deshalb sollten Patienten dem Arzt alle relevanten Informationen, wie beispielsweise bestehende Schmerzen, Vorerkrankungen oder Medikamenteneinnahme, mitteilen, um eine umfassende Beurteilung zu ermöglichen. Die scheinbar simple Untersuchung des Bauches durch Abtasten ist somit ein unverzichtbares Werkzeug in der medizinischen Diagnostik.