Können Herzrhythmusstörungen auch vom Magen kommen?

155 Aufrufe
Magen-Darm-Beschwerden beeinflussen mitunter die Herzfunktion. Das Roemheld-Syndrom beispielsweise erzeugt durch Zwerchfellkompression Symptome, die denen von Herzrhythmusstörungen verblüffend ähnlich sind. Eine genaue Diagnose ist daher essentiell, um die richtige Behandlung einzuleiten.
Kommentar 0 Gefällt mir

Herzrasen und Magenschmerzen: Wann ist der Magen schuld am Herzstolpern?

Herzrasen, Herzstolpern, unregelmäßiger Herzschlag – Symptome von Herzrhythmusstörungen, die Ängste und Sorgen auslösen. Doch wussten Sie, dass auch Probleme im Magen-Darm-Trakt ähnliche Beschwerden hervorrufen können? Eine klare Abgrenzung ist wichtig, denn die Behandlung unterscheidet sich deutlich. Während Herzrhythmusstörungen kardiologische Interventionen erfordern, können Magen-Darm-Erkrankungen oft anders therapiert werden.

Ein bekanntes Beispiel für die Verwechslungsmöglichkeit ist das Roemheld-Syndrom. Hierbei führt eine Überfüllung des Magens oder ein erhöhter Gasdruck im Magen-Darm-Trakt zu einer mechanischen Kompression des Zwerchfells. Das Zwerchfell steht in enger anatomischer Nähe zum Herzen und beeinflusst dessen Funktion. Die Zwerchfellkompression kann zu Atemnot, Schmerzen im Brustkorb und – entscheidend in diesem Zusammenhang – zu Herzrhythmusstörungen ähnlichen Symptomen führen: Herzrasen, Palpitationen (Herzklopfen) und ein Gefühl von Beklemmtheit im Brustkorb. Diese Symptome können so stark ausgeprägt sein, dass sie fälschlicherweise als Herzinfarkt oder andere schwerwiegende Herzerkrankungen interpretiert werden.

Doch wie unterscheiden sich die Symptome wirklich? Ein rein kardiales Problem wie Vorhofflimmern oder eine Tachykardie zeigt sich oft in einem konstanten, regelmäßigen oder unregelmäßigen, aber meist andauernden Herzrasen. Beim Roemheld-Syndrom hingegen können die Symptome episodisch auftreten, also in Schüben, und oft in Zusammenhang mit typischen Magen-Darm-Beschwerden wie Völlegefühl, Übelkeit, Blähungen oder Sodbrennen. Die Schmerzen sind oft eher im Oberbauch lokalisiert und können in den Rücken ausstrahlen. Im Gegensatz dazu strahlen kardiale Schmerzen oft in den linken Arm oder in den Kiefer aus.

Wichtig: Die Unterscheidung zwischen kardialen und gastrointestinalen Ursachen von Herzrhythmusstörungen ähnlichen Symptomen ist nur durch eine gründliche ärztliche Untersuchung möglich. Diese umfasst in der Regel ein EKG, gegebenenfalls ein Langzeit-EKG (Holter-EKG), eine körperliche Untersuchung und möglicherweise weitere diagnostische Verfahren wie eine Magenspiegelung (Gastroskopie) oder eine Ultraschalluntersuchung des Abdomens. Eine Anamnese, also die genaue Erhebung der Krankengeschichte und der Begleitsymptome, ist dabei besonders wichtig.

Eine Selbstdiagnose ist in solchen Fällen unbedingt zu vermeiden. Wer unter Herzrasen oder anderen Herzrhythmusstörungen leidet, sollte unabhängig von möglichen Magen-Darm-Beschwerden immer einen Arzt konsultieren. Nur so kann eine sichere Diagnose gestellt und eine adäquate Therapie eingeleitet werden. Eine frühzeitige und richtige Diagnostik schützt vor unnötiger Angst und vermeidet eine möglicherweise falsche Behandlung, die im schlimmsten Fall die eigentliche Erkrankung verschlimmern könnte.