Kann man Neurodermitis mit 50 bekommen?

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Neurodermitis ist keine reine Kinderkrankheit. Auch im Erwachsenenalter, ja sogar mit 50 Jahren, kann die Erkrankung ausbrechen oder wieder auftreten. Frauen sind dabei häufiger betroffen als Männer. Die Verbreitung in der erwachsenen Bevölkerung Deutschlands liegt bei etwa zwei Prozent.
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Neurodermitis mit 50? Kein Einzelfall!

Neurodermitis, auch atopische Dermatitis genannt, wird oft als Kinderkrankheit wahrgenommen. Doch der Schein trügt: Ein Ausbruch oder eine erneute Manifestation der Erkrankung im Erwachsenenalter, ja sogar mit 50 Jahren und darüber hinaus, ist keineswegs ungewöhnlich. Im Gegenteil: Während viele Betroffene die Symptome im Kindesalter überwinden, leiden andere ein Leben lang – oder entwickeln die Erkrankung erst im späteren Lebensabschnitt.

Die Vorstellung, Neurodermitis sei eine rein kindliche Angelegenheit, ist ein weit verbreitetes Missverständnis. Tatsächlich bleibt die Erkrankung bei etwa einem Drittel der Kinder bis ins Erwachsenenalter bestehen, bei einem weiteren Drittel treten die Symptome später wieder auf. Für die verbleibenden Betroffenen verschwinden die Beschwerden in der Jugend. Dieser Verlauf ist individuell sehr unterschiedlich und hängt von verschiedenen Faktoren ab.

Warum kann Neurodermitis im Alter von 50 Jahren ausbrechen?

Die genauen Ursachen für einen späten Ausbruch oder ein Wiederaufflammen von Neurodermitis sind komplex und noch nicht vollständig erforscht. Es wird vermutet, dass eine Kombination aus genetischer Veranlagung, Umweltfaktoren und Auslösern im Leben eine Rolle spielt. Stress, hormonelle Veränderungen (z.B. in den Wechseljahren), aber auch neue Allergene oder Irritationen der Haut können die Erkrankung triggern. Auch eine Schwächung des Immunsystems im Alter kann eine Beteiligung haben.

Frauen sind häufiger betroffen

Ein auffälliges Muster zeigt sich in der Häufigkeit des Auftretens: Frauen scheinen im Erwachsenenalter häufiger von Neurodermitis betroffen zu sein als Männer. Dies könnte mit den hormonellen Veränderungen im Laufe des Lebens zusammenhängen.

Diagnose und Behandlung

Bei Verdacht auf Neurodermitis im Erwachsenenalter ist die Konsultation eines Dermatologen unerlässlich. Dieser kann die Erkrankung anhand der typischen Symptome – stark juckende, entzündete und trockene Hautstellen – diagnostizieren. Die Behandlung ist individuell auf den Patienten und den Schweregrad der Erkrankung zugeschnitten und kann verschiedene Maßnahmen umfassen, wie z.B.:

  • Hautpflege: Regelmäßige Anwendung von feuchtigkeitsspendenden Cremes und Lotionen ist essentiell.
  • Medikamente: Je nach Schweregrad kommen kortisonhaltige Cremes, Immunsuppressiva oder andere Medikamente zum Einsatz.
  • Lichttherapie: In manchen Fällen kann eine Lichttherapie die Symptome lindern.
  • Allergiebehandlung: Die Identifizierung und Vermeidung von Allergenen kann ebenfalls hilfreich sein.

Zusammenfassend lässt sich sagen: Neurodermitis ist keine Krankheit, die sich nur auf die Kindheit beschränkt. Ein Ausbruch oder Wiederauftreten mit 50 Jahren ist möglich und sollte ernst genommen werden. Eine frühzeitige Diagnose und eine adäquate Therapie sind entscheidend, um die Lebensqualität der Betroffenen zu verbessern. Bei anhaltenden Hautproblemen sollten Betroffene unbedingt einen Dermatologen aufsuchen.