Ist telefonische Krankschreibung verpflichtend?

38 Aufrufe
Eine telefonische Krankschreibung ist bei Erkrankung möglich: Arbeitnehmer können sich für bis zu fünf Tage telefonisch krankschreiben lassen, ohne einen Arzt persönlich aufsuchen zu müssen. Diese Regelung gilt ebenso für Eltern, die ihr krankes Kind versorgen müssen. So wird der Gang zum Arzt vereinfacht und Wartezeiten können vermieden werden.
Kommentar 0 Gefällt mir

Telefonische Krankschreibung: Pflicht oder Kür?

Die Möglichkeit der telefonischen Krankschreibung besteht in Deutschland seit einigen Jahren und erleichtert Arbeitnehmern im Krankheitsfall den Weg zum Arztbesuch. Doch ist diese bequeme Option verpflichtend oder handelt es sich um eine freiwillige Leistung der Ärzte? Die Antwort ist eindeutig: Nein, eine telefonische Krankschreibung ist nicht verpflichtend. Weder für den Arbeitnehmer, noch für den Arzt.

Zwar können Arbeitnehmer sich bei leichter Erkrankung für bis zu fünf Tage telefonisch krankschreiben lassen, ohne persönlich in der Praxis vorstellig werden zu müssen. Auch für die Betreuung eines kranken Kindes gilt diese Regelung. Dies vereinfacht den Prozess und spart Zeit, insbesondere bei banalen Infekten. Allerdings ist die telefonische Krankschreibung ein Kann-Angebot, auf das Ärzte nicht verpflichtet sind.

Es gibt verschiedene Gründe, warum ein Arzt die telefonische Krankschreibung ablehnen kann:

  • Zweifel an der Erkrankung: Der Arzt ist verpflichtet, die Arbeitsunfähigkeit festzustellen. Bei Unsicherheiten bezüglich der Diagnose oder des Krankheitsverlaufs kann er eine persönliche Untersuchung fordern.
  • Notwendigkeit körperlicher Untersuchung: Manche Erkrankungen erfordern eine persönliche Untersuchung, um die richtige Diagnose zu stellen und eine adäquate Behandlung einzuleiten.
  • Vorschriften der Kassenärztlichen Vereinigung (KV): Die Regelungen zur telefonischen Krankschreibung können je nach Bundesland und KV variieren.
  • Organisatorische Gründe: In einzelnen Fällen, beispielsweise bei hohem Patientenaufkommen, kann es vorkommen, dass Ärzte die telefonische Krankschreibung zeitlich begrenzt einschränken.

Was tun, wenn der Arzt die telefonische Krankschreibung ablehnt?

Wenn der Arzt eine telefonische Krankschreibung ablehnt, bleibt dem Arbeitnehmer nur der persönliche Praxisbesuch. Es ist ratsam, die Gründe für die Ablehnung zu erfragen und mit dem Arzt zu besprechen. Im Zweifelsfall kann man sich an die zuständige Kassenärztliche Vereinigung wenden.

Zusammenfassend lässt sich sagen: Die telefonische Krankschreibung ist eine praktische Option für Arbeitnehmer und Ärzte, jedoch besteht kein Anspruch darauf. Die Entscheidung liegt letztendlich beim behandelnden Arzt. Er muss im Einzelfall prüfen, ob eine telefonische Krankschreibung medizinisch vertretbar ist.