Bei welchen Krankheiten nimmt man an Gewicht zu?

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Unerklärliche Gewichtszunahme kann auf verschiedene gesundheitliche Probleme hinweisen. Dazu zählen hormonelle Störungen wie Schilddrüsenunterfunktion oder das Cushing-Syndrom, aber auch Herzerkrankungen und bestimmte genetische Prädispositionen. Zudem können psychische Erkrankungen und in seltenen Fällen auch Tumore eine Gewichtszunahme begünstigen. Das Lipödem, eine Fettverteilungsstörung, ist ebenfalls eine mögliche Ursache.
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Unerklärliche Gewichtszunahme: Welche Krankheiten stecken dahinter?

Eine unerklärliche Gewichtszunahme, also eine Zunahme des Körpergewichts ohne erkennbare Änderung des Ernährungs- oder Aktivitätsverhaltens, kann ein ernstzunehmendes Warnsignal des Körpers sein. Sie ist nicht einfach nur ein ästhetisches Problem, sondern kann auf verschiedene, mitunter schwerwiegende Erkrankungen hinweisen. Anstatt sich selbst zu verunsichern, ist ein Besuch beim Arzt unerlässlich, um die Ursache zu klären und eine geeignete Therapie einzuleiten.

Hier einige wichtige Krankheiten, die mit einer unerklärlichen Gewichtszunahme in Verbindung gebracht werden:

Hormonelle Störungen:

  • Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose): Eine Unterfunktion der Schilddrüse führt zu einem verlangsamten Stoffwechsel. Der Körper verbrennt weniger Kalorien, was zu einer Gewichtszunahme, aber auch zu Müdigkeit, Verstopfung und Kälteempfindlichkeit führen kann.

  • Cushing-Syndrom: Dieses Syndrom entsteht durch einen Überschuss an Cortisol im Körper. Cortisol fördert die Fettansammlung, insbesondere im Gesicht ("Vollmondgesicht"), am Oberkörper ("Bullenhump") und im Bauchbereich. Zusätzliche Symptome sind Bluthochdruck, Muskelschwäche und gestörte Wundheilung.

  • Insulinresistenz und Typ-2-Diabetes: Bei Insulinresistenz reagiert der Körper nicht mehr ausreichend auf das Hormon Insulin, was zu einem erhöhten Blutzuckerspiegel und einer vermehrten Fettbildung führt. Typ-2-Diabetes ist eine Folge davon und geht oft mit einer Gewichtszunahme einher. Weitere Symptome sind vermehrter Durst und vermehrtes Wasserlassen.

Weitere Erkrankungen:

  • Herzerkrankungen: Besonders eine Herzinsuffizienz kann zu einer Gewichtszunahme führen. Das Herz pumpt nicht mehr ausreichend Blut, was zu Flüssigkeitsansammlungen im Körper (Ödeme) führt, die sich als Gewichtszunahme bemerkbar machen.

  • Polyzystisches Ovarsyndrom (PCOS): Diese hormonelle Störung bei Frauen ist mit Insulinresistenz, Zyklusstörungen und einer vermehrten Behaarung verbunden und geht häufig mit Übergewicht einher.

  • Hypogonadismus: Eine Unterfunktion der Geschlechtshormone kann sowohl bei Männern als auch bei Frauen zu einer Gewichtszunahme und weiteren Symptomen wie Müdigkeit und Libidoverlust führen.

  • Lipödem: Dies ist eine chronisch-entzündliche Fettverteilungsstörung, die vorwiegend Frauen betrifft. Sie zeichnet sich durch eine symmetrische Fettansammlung an Armen und Beinen aus, die oft mit Schmerzen und Schwellungen verbunden ist. Eine Gewichtsabnahme durch Diät ist in der Regel nicht möglich.

  • Medikamentennebenwirkungen: Einige Medikamente, wie z.B. bestimmte Antidepressiva oder Kortisonpräparate, können eine Gewichtszunahme als Nebenwirkung haben.

  • Psychische Erkrankungen: Depressionen und Essstörungen können indirekt zu einer Gewichtszunahme beitragen, sei es durch vermehrten Konsum von ungesunden Lebensmitteln oder durch einen Mangel an Bewegung.

  • Tumorerkrankungen: In seltenen Fällen kann eine unerklärliche Gewichtszunahme auch ein Hinweis auf eine Tumorerkrankung sein.

Wichtig: Diese Liste erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Eine unerklärliche Gewichtszunahme sollte immer von einem Arzt abgeklärt werden, um die zugrundeliegende Ursache zu identifizieren und eine passende Behandlung einzuleiten. Selbstdiagnose ist gefährlich und kann die richtige und zeitnahe Therapie verzögern. Eine umfassende Anamnese, körperliche Untersuchung und gegebenenfalls weitere diagnostische Maßnahmen sind notwendig, um die Ursache der Gewichtszunahme zu finden.