Wird es im Sommer später dunkel?

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In den Sommermonaten wird wird es im sommer später dunkel, weil die Nordhalbkugel zur Sommersonnenwende im Juni stärker zur Sonne geneigt ist. Dies führt auf der Nordhalbkugel zu den längsten Tagen und den kürzesten Nächten des Jahres. Die maximale Tageslänge sorgt dafür, dass die Dämmerung erst spät am Abend einsetzt.
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wird es im sommer später dunkel? Die genauen Gründe

In den warmen Monaten stellt sich oft die Frage, warum wird es im sommer später dunkel ist. Die astronomischen Hintergründe dieser faszinierenden jahreszeitlichen Veränderung beleuchten die Ursachen für die extrem langen Abende und späten Dämmerungsphasen in unseren Breiten.

Warum wird es im Sommer später dunkel?

Ja, im Sommer wird es spürbar später dunkel als in den Wintermonaten, da die Tageslänge durch die Neigung der Erdachse stark zunimmt. Das Phänomen wird durch verschiedene Dämmerungsphasen verlängert, sodass es um die Sommersonnenwende besonders im Norden kaum vollständig finster wird.

Ich erinnere mich noch gut an meinen ersten Sommerurlaub an der Nordsee - es war weit nach 22 Uhr und am Horizont glimmte immer noch ein bläulicher Lichtstreifen. Mein Versuch, früh schlafen zu gehen, scheiterte kläglich am taghellen Himmel. Diese Erfahrung zeigt, dass die gefühlte Nacht im Norden Deutschlands im Juni oft nur aus einer ewigen Dämmerung besteht, anstatt echter Dunkelheit.

Der astronomische Grund: Die Neigung der Erdachse

Die Ursache für die langen Sommerabende liegt nicht etwa daran, dass die Erde der Sonne näher kommt - im Gegenteil. Verantwortlich ist die Neigung der Erdachse um etwa 23.5 Grad. Während der Sommermonate ist die Nordhalbkugel der Sonne zugewandt. Dies führt dazu, dass die Sonne in einem steileren Winkel über den Horizont steigt und eine deutlich längere Bahn am Himmel zurücklegt.

Das hat drastische Auswirkungen auf die Verteilung von Licht und Schatten. Während der kürzeste Tag im Winter in Norddeutschland nur etwas mehr als 7 Stunden Tageslicht bietet, schwillt die tageslänge sommer deutschland zur Sommersonnenwende am 21. Juni massiv an. Die Sonne geht viel früher auf und versinkt im Norden erst nach 21:30 Uhr hinter dem Horizont. Aber hier kommt der Haken - das ist erst der Anfang der eigentlichen Dämmerung.

Die drei Dämmerungsphasen zur Sommersonnenwende

Nach dem eigentlichen Sonnenuntergang schlägt die Stunde der Astronomie, denn Dunkelheit ist nicht gleich Dunkelheit. Die Wissenschaft unterteilt die Zeit zwischen dem Untergang der Sonne und der absoluten Nacht in drei exakte Phasen. Diese Phasen richten sich danach, wie viele Grad sich die Sonne bereits unterhalb der Horizontlinie befindet.

In Mitteleuropa zieht sich dieser Prozess im Juni extrem in die Länge. Viele Menschen wundern sich, warum wird es im sommer später dunkel. Das liegt daran, dass die Sonne in den nördlichen Regionen Deutschlands nachts nie tief genug absinkt, um die letzte Stufe der Dämmerung zu durchbrechen. Die Nacht wird sozusagen verschluckt.

Nord vs. Süd: Regionale Unterschiede in Deutschland

Ein weit verbreiteter Irrtum ist, dass es überall in Deutschland zur gleichen Zeit dunkel wird. Das ist schlichtweg falsch. Je weiter man nach Norden reist, desto extremer wird das Phänomen der langen Sommerabende, während der Süden deutlich rasterartigere Übergänge erlebt.

In Berchtesgaden ganz im Süden dauert der längste Tag des Jahres knapp 16 Stunden, bevor die Sonne untergeht. Auf der Insel Sylt im äußersten Norden hingegen erleben die Menschen stolze 17 Stunden und 22 Minuten reines Tageslicht. Das bedeutet über eine Stunde mehr Helligkeit am selben Kalendertag. Wer im Norden wohnt, muss im Juni also deutlich länger auf den Sternenhimmel warten.

Nichts verdeutlicht diesen Kontrast besser als ein Blick auf die realen Bedingungen zur Jahresmitte. In manchen Nächten rund um den Juni-Höhepunkt sinkt die Sonne in Flensburg oder Kiel zu keinem Zeitpunkt tiefer als 18 Grad unter den Horizont. Das bedeutet: Die astronomische Abenddämmerung geht nahtlos in die Morgendämmerung über. Es wird die ganze Nacht über nicht vollständig schwarz.

Der psychologische Verstärker: Die Sommerzeit

Neben den harten astronomischen Fakten gibt es einen künstlichen Faktor, der unsere Wahrnehmung massiv beeinflusst: die Mitteleuropäische Sommerzeit (MESZ). Durch das Vorstellen der Uhren um eine Stunde Ende März verschieben wir das Tageslicht bewusst in unsere aktiven Abendstunden.

Würden wir das ganze Jahr über in der Standardzeit (Winterzeit) verbleiben, ginge die Sonne im Juni in Berlin bereits gegen 20:30 Uhr unter. Für die meisten Berufstätigen würde sich der Feierabend dadurch deutlich dunkler anfühlen. Durch die Zeitumstellung verschiebt sich dieser Moment auf nach 21:30 Uhr, was uns den Eindruck von endlosen Grillabenden vermittelt. Es ist also eine perfekte Kombination aus kosmischer Mechanik und menschlicher Organisation.

Die Phasen der Dämmerung im Überblick

Wenn die Sonne am Horizont versinkt, beginnt der Übergang zur Nacht. Dieser wird mathematisch in drei aufeinanderfolgende Phasen unterteilt.

Bürgerliche Dämmerung

  • 0 bis 6 Grad unter dem Horizont
  • Es ist noch hell genug zum Lesen im Freien; erste helle Planeten werden sichtbar.
  • Dauert in Deutschland etwa 40 bis 50 Minuten nach Sonnenuntergang.

Nautische Dämmerung

  • 6 bis 12 Grad unter dem Horizont
  • Der Horizont ist noch erkennbar; bekannte Sternbilder dienen zur Navigation auf See.
  • Zieht sich im Norden über mehrere Stunden oder geht gar nicht zu Ende.

Astronomische Dämmerung

  • 12 bis 18 Grad unter dem Horizont
  • Der Himmel wirkt für das Auge fast schwarz, ist für Teleskope aber noch durch Streulicht gestört.
  • Wird in Norddeutschland zur Sommersonnenwende überhaupt nicht mehr beendet.
Während im Süden Deutschlands die astronomische Dämmerung jede Nacht abgeschlossen wird und echte Dunkelheit eintritt, verharren nördliche Regionen oberhalb des Main-Linie-Bereichs im Juni oft permanent in den helleren Dämmerungsstufen.

Fotografietraining auf Sylt: Der Kampf gegen das ewige Licht

Tobias, ein Landschaftsfotograf aus München, reiste im Juni für ein Projekt nach List auf Sylt. Er wollte dort spektakuläre Milchstraßenaufnahmen über den Dünen machen und hatte seine Route präzise geplant.

Sein erster Versuch endete in tiefer Frustration. Er saß bis 1 Uhr nachts mit frierenden Händen im Wind, doch der Kamerasensor zeigte statt eines schwarzen Sternenhimmels nur ein tiefes, überbelichtetes Dunkelblau.

Tobias realisierte am nächsten Morgen seinen Denkfehler: Er hatte die astronomischen Unterschiede zwischen Nord- und Süddeutschland ignoriert. Aufgrund der geringen Sonnentiefe im Norden wurde es schlichtweg nicht dunkel genug für Astrofotografie.

Er passte sein Konzept an und fokussierte sich stattdessen auf die sogenannte Blaue Stunde. Mit Belichtungszeiten von über 30 Sekunden fing er das magische Restlicht ein und kreierte eine preisgekrönte Bildserie der dämmrigen Dünenlandschaft.

Abschließende Bewertung

Erdachse bestimmt den Sommerrhythmus

Die Neigung der Erde um 23.5 Grad sorgt dafür, dass die Nordhalbkugel im Sommer länger von der Sonne beschienen wird.

Wenn du mehr dazu wissen möchtest, erfährst du hier, in welchem Monat wird es am schnellsten dunkel.
Süden erlebt echte Nächte

Während im Norden die Dämmerung dominiert, sinkt die Sonne im Süden tief genug für vollkommene Dunkelheit.

Die Uhr schönt die Realität

Die künstliche Sommerzeit verlängert unsere gefühlten hellen Abende um eine volle Stunde nach hinten.

Zusätzliche Fragen

Wann ist der längste Tag des Jahres in Deutschland?

Der längste Tag fällt auf die Sommersonnenwende am 21. Juni. An diesem Tag erreicht die Sonne ihren höchsten Stand, wodurch die Zeitspanne zwischen Auf- und Untergang je nach genauem Standort zwischen 16 und über 17 Stunden beträgt.

Warum wird es in Norddeutschland im Sommer nachts nicht richtig dunkel?

Weil die Sonne aufgrund der nördlichen geografischen Breite zur Sommersonnenwende nachts nicht tiefer als 18 Grad unter den Horizont sinkt. Dadurch verbleibt die Atmosphäre durchgehend in den Phasen der Dämmerung.

Welchen Einfluss hat die Zeitumstellung darauf, wann es dunkel wird?

Die Umstellung auf die Sommerzeit verschiebt die Uhrzeit des Sonnenuntergangs künstlich um eine Stunde nach hinten. Ohne diese Regelung würde es im Hochsommer bereits um 20:30 Uhr statt um 21:30 Uhr anfangen zu dämmern.